Erinnerungen an den Altkreis Spremberg

Erinnerungen an den Altkreis Spremberg

Auteur
:   Marita Ihle
Gemeente
:   Spremberg, Erinnerungen an den Altkreis
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5976-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Erinnerungen an den Altkreis Spremberg'

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EINLEITUNG

Die Erwähnung Sprembergs als Kreisstadt in einem Protokoll des Niederlausitzer Landtages vom 12. September 1624 war im Jahr der 370. Wiederkehr dieses Datums Anlaß für die Herausgabe vorliegenden Büchleins. Viele der Dörfer, die in diesen 370 Jahren in irgendeiner Weise und niemals die ganze Zeit hindurch zusammen zum Kreis Spremberg beziehungsweise zur Herrschaft gleichen Namens gehört haben, sind im Bild berücksichtigt. Hinzu kamen alle jene Orte, die in früheren Zeiten 'bei Spremberg' lagen, inzwischen aber längst eingemeindet und als Dorfkerne im Stadtgebiet aufgegangen sind. Die Auswahl der Bilder wurde durch die Archivlage bestimmt. Zur Verfügung stand hauptsächlich die Foto-, Bilder- und Dokumentensammlung des Niederlausitzer Heidemuseums in Spremberg. Für einige Leihgaben geht herzlicher Dank an alle jenc, die bereit waren schnell und unkompliziert zu helfen, um das Büchlein möglichst rasch auf den Weg zu bringen. Ein Anliegen dieser Veröffentlichung ist es, vor allem auch auf die vielen im Zuge der Braunkohleförderung vernichteten Ortschaften hinzuweisen und an diese im Bild zu erinnern. Dem einschlägig interessierten und vorgebildeten Leser wird das Buch sicherlich nichts Neues bieten. Sein Reiz liegt unbestritten in der bildlichen Zusammenfassung vieler Dörfer des Altkreises. Nach der Bildung der Großkreise und der Beendigung einer über Jahrhunderte gewachsenen alten Verwaltungssrruktur, die auch in früheren Zeiten schon Reformen und Gebietsveränderungen unterworfen war, soll die vorliegende Publikation die Erinnerung an die Geschichte wachhalten und neben der Information auch dem Bedürfnis nach Unterhaltung entgegenkommen.

Unter Heinrich I. begann um 930 n. Chr. die Zurückdrängung der slawischen Stämme immer weiter nach Ostcn, bis um das Jahr 1030 nach vielen Kämpfen und Rückschlägen die Niederlausitz endgültig unter deutsche Herrschaft gelangte. Das frü-

heste Verwaltungsgebilde des Spremberger Gebietes reicht in diese frühgeschichtliche Phase zurück, als die Besitzer der Herrschaft Spremberg von der Spremberger Turmburg aus die Geschicke der Region lenkten. Als erste namentlich überliefert sind die Herren von Kittlitz. Mit Unterbrechungen ging der Besitz zwischenzeitlich bis 1680 immer wieder an die Kittlitzens zurück. Vor allem in Bezug auf Schloß und Stadt Spremberg sind sie wahrscheinlich die berühmtesten Regionalherren, weil sie die ältesten und am längsten regierenden Besitzer waren. Die bekarmtesten 'Zwischenbesitzer', welche die von Kittlitzsche Besitzkette unterbrachen, waren 1349 der thüringische Graf Günther von Schwarzburg zu Wachsenburg und ab 1354 dessen Söhne Johann und Günther, 1360 Kaiser Karl IV. und ab 1391 dessen Sohn Johann von Görlitz. Landrichter Kaspar von Minkwitz aufDrehna, der am 22. April 1568 die Herrschaft Spremberg kaufte und bis 1584 besaß, erwarb zu Stadt und Schloß die Dörfer Groß Buckow, Slamen, Sellessen, Cantdorf, Gosda, Proschim und Welzow sowie einen Teil von Graustein. Zwischen 1623 und 1635 liegt die Geburtsstunde des eigentlichen Kreises Spremberg, der sich nach dem Zerfall des Markgraftums Niederlausitz mit den neuentstandenen Kreisen Guben, Calau, Luckau und Lübben als ebenfalls selbständiges Verwaltungsgebilde konstituierte. Bis 1650 war das Gebiet des Kreises Spremberg so klein, daß es der Landesälteste des Kreises Calau mit betreuen mußte. Erst dann gab es für den Kreis Spremberg einen eigenen Landesältesten. 1680 geht der Besitz an die Sachsen-Merseburger Herzöge, Der am 2. September 1661 in Spremberg geborene Herzog Heinrich von Sachsen-Merseburg tritt 1696 durch Erbfolge die Besitzrechte über Spremberg an. 1731 macht er das Schloß Spremberg zu seinem Hauptsitz, indem er es zur Vierflügelanlage ausbauen läßt. In dieser Form hat sich der Bau im wesentlichen bis heute erhalten. Mit seinem Tod am 28. Juli 1738 erlischt die Mersebur-

ger Linie, der Spremberger Kreis aber bleibt sächsisch.

1755 gehörten zur Herrschaft Spremberg die Dörfer Bühlow, Groß Buckow, Cantdorf, Teile von Graustein, Kochsdorf, Groß Luja, Sellessen, Trattendorf, Slamen und Weskow. Im gleichen Jahr wurde die Herrschaft zu einem kurfürstlichen Amt umgebildet. 1815 kam das Amt Spremberg zu Preußen. Die im Zusammenhang mit der Abtretung sächsischer Gebiete an Preußen durchgeführte Gebietsreform brachte zunächst einen Zusammenschluß mit dem Amt Hoyerswerda zum neuen Sprernberg-Hoyerswerdaer Kreis, der aber nur bis 1824 Bestand hatte. Die wichtigste Neuerung der Kreisreform von 1815 aus heutiger Sicht war der Zuschlag der bisher zum Fürstentum Sagan gehörenden Dörfer Bloischdorf und Lieskau und der aus dem Cottbuser Kreis kommenden Ortschaften Jessen. Stradow, Straußdorf und Wolkenberg. Damit wuchs der Kreis zu einem wirtschaftlich starken Gebilde heran. Es gab zwar Bestrebungen, den Spremberger Kreis mit dem Kreis Sorau oder mit dem Kreis Cottbus zusammenzuschließen, letztlich aber kam diese Regelung nicht zustande.

Der Kreis Spremberg war immer am stärksten besiedelt. Seine Bevölkerungsdichte stand eigentlich in keinem Verhältnis zu seiner flächenmäßig geringen Ausdehnung, er gehörte zu den 'kleinen Kreisen'. 1939 schlug der Kreis Spremberg mit 45000 Einwohnern zu Buche und hatte damit seit 1871 die Spitze der Niederlausitzer Kreise inne, was deren Bevölkerungszahl betraf. Mit rund 76 Einwohnern pro Quadratkilometer war dem Kreis Spremberg dieser Platz nicht streitig zu machen. Diese Tatsache hängt selbstverständlich mit der industriellen Entwicklung ab der Mitte des 19. Jahrhunderts im Kreis Spremberg zusammen. Die Textil- und Glasindustrie und die reichen Braunkohlelagerstätten haben zu einer zahlenmäßig großen Arbeiterschaft und auch zu einem Sozial-Bauboom geführt, der Siedlungen und Ausbauten in den Dörfern des Kreises ge-

fördert hat. Technische Erfindungen und Neuerungen und die Einführung neuer Technologien waren der Motor dieser Entwicklung. Die Rittergüter gingen zahlenmäßig zurück. Viele Grundbesitzer eröffneten selbst Kohlegruben oder verkauften bzw. verpachteten ihr Land an Industrieunternehmen zur Ausnutzung der Bodenschätze.

Die Geschichte der Spremberger Dörfer ist zugleich auch Geschichte des Sorbenturns in diesem Gebiet. Die Sorben oder Wenden sind Nachkommen des letzten Slawenstammes im einst geschlossenen slawisch besiedelten Gebiet. Mit den deutschen Neusiedlern haben sie über Jahrhunderte zusammen gelebt und gearbeitet. Sie sind zu einer Mischbevölkerung herangewachsen, die heute sorbische und deutsche Geschichte pflegt, sorbische und deutsche Feste feiert und inzwischen neue gemeinsame Traditionen begründet hat. Die seit Bestehen des Kreises Spremberg zu diesem gehörenden Dörfer sind teils zusammen den Weg der Geschichte gegangen, teils wieder getrennt, mit neuen vereint und einige gehörten schon immer zu Spremberg.

Eine häufig in der Heimatgeschichtsschreibung benutzte Ouelle sagt aus, daß die Dörfer Sabrodt und Bluno zum Terper Gut der 'Herren von Terpp' gehört haben sollen, was aber durch Urkunden nie belegt werden konnte. Da Sabrodt aber immer in Verbindung mit Schwarze Pumpe oder Terpe genannt wird, wurde es mit einer Ansicht in das vorliegende Buch aufgenommen. Vorliegende 'Erinnerungen an den Altkreis Spremberg' ergänzen das bereits 1991 erschienene 'Spremberg in alten Ansichten'. Beide Veröffentlichungen verfelgen das gleiche Ziel, sie sind eine Liebeserklärung an diese Landschaft und ihre Menschen.

1. Spremberg. Spreepartie mit Schloß. Das Spremberger Schloß ist das Symbol für den Altkreis Spremberg, der, von der ersten urkundlichen Erwähnung in einem Protokoll des Landtages vom 12. September 1624 an gerechnet, 370 Jahre lang Bestand hatte. üb es sich um die Besitzer der Herrschaft Sprernberg, um feudale, bürgerliche oder sozialistische Verwaltungsmechanismen handelte, das Schloß war immer Macht- und Verwaltungssitz dieses Kreises. Die Geschichte der Stadt und des Kreises Spremberg ist untrennbar mit diesem Bauwerk verbunden. Herrschaftssitz für das Gebiet um Spremberg war die Spremberger Turmburg an gleicher Stelle bereits in frühgeschichtlicher Zeit um das Jahr 1000. Das Museum Spremberg besitzt einen aus Sandstein gehauenen Spremberger Getreidescheffel mit der Inschrift 'Creys Stadt Spremberg 1775', der im 18. Jahrhundert seinen ständigen Standort auf dem Marktplatz hatte.

Schloss mit Spretthal

2. Spremberg. Schloß mit dem Spreetal. Die ehemalige 'Hauptstadt' des Altkreises Spremberg liegt im Tal der Spree, einem der wichtigsten Flüsse des Landes Brandenburg, der in der sächsischen Oberlausitz seine Quelle hat. Die Spree und die Kreisstadt in der Mitte des Tales teilten den Kreis in eine Ost- und eine Westhälfte. Durch den industriell betriebenen Kohleabbau haben seit 1900 große landschaftliche Veränderungen in diesem Gebiet stattgefunden. Der Westteil des Altkreises Spremberg ist über viele Jahrzehnte durch den Bergbau geschädigt worden. Ab 1967 wurden elf Dörfer teilweise oder ganz wegen der darunterliegenden Kohle abgerissen. Die meisten Einwohner der Dörfer verblieben im Kreis, die Anzahl der Orte wurde immer geringer. Die Papierhandlung Julius Hantke aus Spremberg ließ diese Stadtansicht um 1910 anfertigen.

3. Schwar:e Pumpe. Gasthof Um keinen Dorfnamen der Spremberger Gegend ranken sich so viele Geschichten und Mutmaßungen seiner Entstehung wie um den Namen der Gemeinde Schwarze Pumpe. Schwarze Pumpe entstand als Ortsteil der Gemeinde Terpe an der Straße Hoyerswerda-Spremberg, bevor es viel später zu einer selbständigen Gemeinde wurde, deren einer Ons teil heute das Dorf Terpe ist. Das Restaurant 'Zur schwarzen Pumpe' existierte bereits vor dem Chausseebau Sprernbcrg-Hoyerswerda. Diesem Gasthof verdankt die Gemeinde ihren Namen. Wie der Gasthof zu seinem Namen kam. ist nicht schlüssig nachzuweisen. Das alte Gasthaus brannte 1916 ab. 1924 wurde es 800 Meter weiter südlich neu errichtet. 1934 wurden die Restgebäude des alten Gasthofes endgültig abgerissen.

4. Trattendor]: Alter Dorfteich. Als dieses Foto um 1930 entstand. gab es in diesem Gebiet acht Teiche. Hinter der heutigen Gaststätte 'Schmiedestübchen ' befand sich der beliebteste 'Schlittschuhteich' der Trattendorfer Kinder. Die Hälfte der Teiche ist ausgetrocknet bzw. zugeschüttet worden. Der abgebildete Dorfteich, hinter welchem die Kraftwerkstraße verläuft, hieß im Volksmund 'Aschteich'. Nachdem er immer weniger Wasser führte, wurde er in den 1940er Jahren mit Asche und Garten- bzw. Küchenabfällen verfüllt. Heute stehen dort Schrebergärten. Der Verlauf der Kraftwerkstraße am Horizont ist unverändert, Neubauten sind hinzugekommen. Hinter dem rechten Bildrand befinden sich heute das Südgymnasium und die Grundschule 'Adolph Diesterweg' der Stadt Spremberg, in die das DorfTrattendorf eingemeindet wurde. Heute gibt es im Trattendorfer Gebiet noch vier Teiche.

5. Trattendorf Kraftwerk. Im Fotoatelier Thiem & Heppert in Spremberg wurde 1928 diese Aufnahme vom Kraftwerk Trattendorf gemacht und im Eigenverlag als Ansichtskarte herausgegeben. Das Trattendorfer Kraftwerk galt zu diesem Zeitpunkt als größter Energieerzeuger Europas. Seine acht Schornsteine boten den Fotografen wie auch Malern eine imposante und beeindruckende Industriekulisse. Die Existenz des Kraftwerks Trattendorf trug bereits damals wesentlich mit zur Bezeichnung 'Industriekreis Sprernberg' bei. 1915 war das Kraftwerk erbaut worden und sollte vor allem die Reichshauptstadt Berlin mit Elektroenergie versorgen.

6. Grube Brigitta bei Spremberg. Verladebühne der Brikettfabrik. Die Grube Brigitta entstand als Kohlelieferant für das 1915 erbaute Kraftwerk Trattendorf. Das Krafwerk Trattendorf bei Spremberg war mit seiner 20 000 KW-Leistungsfähigkeit 1919 noch ein mittleres Kraftwerk, das mit eigener Braunkohle aus der benachbarten Grube Brigitta versorgt werden sollte. Die Elektrowerke-AG erwarben Ende 1919 särntliche Aktien der Niederlausitzer Kraftwerke und damit auch diese beiden Betriebe. Das Trattendorfer Kraftwerk wurde zum Großkraftwerk ausgebaut und die Grube Brigitta zu einem modernen, mit einer Brikettfabrik verbundenen Braunkohlentagebau entwiekelt. der weit über den Bedarf des Kraftwerkes hinaus Rohkohle förderte.

7. Grube Brigitta, Kolonie. Die von der Landgesellschaft 'Eigene Schelle' mit Hilte von Staatsdarlehen erbaute Kolonie Brigittenhof bestand bereits als Arbeiterkolonie als die Elektrowerke-AG die Grube Brigitta von den Niederlausitzer Kraftwerken 1919 übernahmen. Die bestehende Kolonie wurde durch Zubauten in den Jahren 1922 und 1923 auf 158 Wohnungen erweitert und um den Bau einer Volksschule ergänzt. Die Kinder der Kolonie besuchten bis dahin die Schule der Gemeinde Terpe.1923 bis 1924 entstand in unmittelbarer Nähe der Arbeiterkolonie ein von der Grube Brigitta errichtetes Ledigenheim mit 160 Betten.

8. Sabrodt. Hochreitsgesellschaft. Das Dorf Sabrodt, unweit des brandenburgischen Ortes Terpe, gehört zu Sachsen. Beide Orte liegen dicht beieinander und zählen zum gleichen Trachtengebiet, zur Hoyerswerdaer Tracht. Sabrodt soll kurzzeitig mit der Kreisreform nach 1815 im Zuge der Abtretung der Niederlausitz durch Sachsen an Preußen, und der Bildung des 'Spremberg-Hoyerswerdaer' Kreises zum Altkreis Spremberg gehört haben. Bereits 1824 gab es neue Gebietsveränderungen innerhalb dieser Kreis-Neubildung. Hoyerswerda wurde der Liegnitzer Regierung unterstellt, Terpe blieb bei Spremberg. Veränderungen in der Zugehörigkeit einzelner Dörfer hat es danach immer wieder gegeben. In heirnatgeschichtlichen Quellen bzw. in Werken zur Regionalgeschichte gibt es zu diesen Themen widersprüchliche Angaben. Das Bild zeigt die 'Hochzeit bei Kujaschens'. Hanne Kujasch in Sabrodt Nr. 31 heiratete Johann Ulbricht 1931.

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