Eschweiler in alten Ansichten Band 2

Eschweiler in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Eschweiler Geschichtsverein e.V.
Gemeente
:   Eschweiler
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6572-3
Pagina's
:   128
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Eschweiler in alten Ansichten Band 2'

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69 Die Waldgaststätte 'Glücksburg' lag am Probsteier Wald und war bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ein beliebtes Ausflugsziel. Sie wurde bei den Kämpfen um Eschweiler im Herbst 1944 völlig zerstört. Heute befinden sich auf dem Gelände die Verkaufsanlagen der Firma Auto Kochs.

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Waldgaststätte Glücksburg

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70 Am 9. Mai 1853 wurde die 'Gesellschaft Concordia, Eschweiler, Verein für Bergbau und Hüttenbetriebe' gegründet. Zur Herstellung von Roheisen für die hiesige Region erbaute sie am Ichenberg zwei Hochöfen, die im Frühsommer 1856 angeblasen wurden. 1858 wurde ein dritter Hochofen in Betrieb genommen. Die Concordiahütte, die seit der Gründung eng mit dem Eschweiler Bergwerks- Verein verflochten war, ging am 10.Juni 1873 inden alleinigen Besitz des EBV

über. Die Hochofenanlage wurde 1880 komplett erneuert, die drei alten Hochöfen mit ihrem unwirtschaftlich hohen Koksverbrauch und einerTagesproduktion von

25 t wurden ersetzt durch zwei leistungsstärkere Öfen mit 100 bis 125 tTageslei-

stung. Den Transport des notwendigen Kokses von der Grube Reserve in Nothberg zur Concordiahütte übernahm eine Drahtseilbahn. Von 1888 bis 1895 erfolgte auch die Anlieferung des Zuschlag-

kalkes vom Hastenrather Kalkwerk zur Concordiahütte mit der Seilbahn. In den zwanziger [ahren verschlechterte sich die Auftragslage zusehends. Die Hochöfen arbeiteten nur noch bis 1939/40

und 1944 wurde das Hochofenwerk endgültig stillgelegt.

Cschweller

Bergwerks-Verein, Concordiahüüe

71 In unmittelbarer Nähe des Verwaltungsgebäudes des Eschweiler Bergwerks-Vereins aufPumpe Nr. 51 eröffnete am 11. [anuar 1855 Gottfried Bitter ein Hotel mit Gastwirtschaft. Zwischen 1865 und 1883 wurde das Hotel nach Süden hin erweitert. Diese Räume dienten unter anderem dem EBV als Casino.

1930 übernahm Hugo Jungbluth das Hotel. Nach Behebung der Kriegsschäden wurde die Gaststätte für kurze Zeit wieder eröffnet, aber schon 1955 wurde der gesamte Komplex abgerissen. Im Volksmund wurde das Verwaltungsgebäude des EBV 'Bergamt' genannt, obwohl das eigentliche Bergamt sich in Düren befand. DasVerwaltungsgebäude wurde auf Pumpe Nr. 47 nach 1838 erbaut. Es bestand anfangs aus

zwei getrennten Gebäuden, die durch Um- undAnbauten indenjahren 1904/05 miteinander verbunden und nach Süden erweitert wurden.

1910 nach der Umsiedlung der Hauptverwaltung des EBV

nach Kohlscheid zog die Verwaltung der Hüttenbetriebe des EBV hier ein. 1991 erwarb eine Baugesellschaft das Gebäude, gestaltete es um und richtete Wohnungen und Büroräume ein.

72 Das ursprüngliche Gebäude des Hotels Bitter gehörte zu den ältesten Häusern von Pumpe. Hier wohnte um 1760 der 'Kunstmcistcr' Joseph Reuleaux. Am 30. September 1829 wurde hier der spätere Professor Franz Reuleaux geboren. Darauf wies später eine Gedenktafel hin, die an dem Hotel Bitter mit folgendem Text angebracht wurde: 'In diesem Hause wurde der hochverdiente Förderer deutschen Gewerbefleißes, Franz Reuleaux, am 30. September 1829 geboren. Er starb am 20. August 1905 als Professor der Hochschule zu Charlottenburg'. - Der Hotelbau wurde ergänzt durch einen größeren Saal, der paralell zur Straße gelegen war. Er hatte umlaufend an drei Seiten eine Empore und faßte etwa vierhundert Personen.

Hier wurden seitens der Pumpe-Sticher Vereine viele Veranstaltungen durchgeführt. Hinter dem Saal befand sich eine Gartenanlage, in der lange]ahre der 1869 gegründete Schützenverein Pumpe-

Stich (später umbenannt in St.-Sebastianus- und St.-Barbara -Schützen bruderschaft Pumpe-Stich) sein Schützenfest abhielt. Bis zum Abriß des Hotels im [ahre 1955 war die Vogelstange noch verhanden.

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73 Das 'Gartenrestauranr ' ist das alte Forsthaus Bohler Heide. Hier wohnte der städtische Förster Albrecht Dantz. Er war Förster der Stadt Eschweiler van 1880 bis 1924. Nach der Iahrhundertwende bat der Bürgermeister der Stadt Eschweiler Förster Dantz, für die vielen Waldspaziergänger einen Ausschank zu eröffnen. Herr Dantz erklärte sich zu einem Versuch bereit und die Stadt ließ einen Pavillon bauen. Das Gartenrestaurant des Förster Dantz wurde ein großer Erfolg. Man besuchte nicht das Gartenrestaurant Bohler Heide, sondern es hieß überall nur, man ginge zum 'Forsthaus Dantz' . Bis heute hat das Restaurant nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt.

[orsthaus lJohlerheioe gartenrestaurant

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74 Nachdem die Stadt Eschweiler im Eschweiler Stadtwald, Bohler Heide 3, ein neues Forsthaus erbaute, ließ sie das alte Forsthaus Bohler Heide zu einer Gaststätte umbauen und verpachtete diese. Sie wurde von den Waldspaziergängern gerne besucht. Nach der Behebung von Kriegsschäden wurde die Waldgaststätte 1948 wieder eröffnet und in den siebziger [ahren erweiterte die Stadt Eschweiler die Gaststätte durch Um- undAnbau. Das Waldgasthaus Bohler Heide wird als eine' gute Stube Eschweilers' bezeichnet.

75 Auf dem oberen linken Bild ist die Straße Stich um 1953 abgebildet. Ganz links ist das Tabak- und Papierwarengeschäft von Gerhard Horriar, Stich Nr. 93, zu sehen, daß 1946 eröffnet und nach dem Neubau des Hauses zum Stich Nr. 125 verlegt wurde. Daneben befindet sich die Gaststätte JosefWagemann mit dem Saal, der Rheinlandhalle, Stich Nr. 95a. Gaststätte mit Saal wurden um 1870 erbaut und von vielen Ortsvereinen als Veranstaltungslokal bis Ende 1992 genutzt.Rechts oben ist die pfarrkirche St. Barbara abgebildet. Sie wurde während der Kriegshandlungen im Herbst 1944 fast völlig zerstört und bis 1954 im wesentlichen wieder

aufgebaut. Die Kirche stellt sich als dreischiffige Sandsteinbasilika dar. - Links unten ist die Straße Stich zu erkennen, die am Anfang der Reihenbebauung beginnt. 1840 warb der EBV unter an-

deremArbeitskräfte aus Bayern an, die hier Wohnung erhielten. Die Häuserzeile wurde daher im Volksmund 'de Bayere Hüsjere' genannt. - Rechts unten ist die rechte Seite des Pumper Berges mit

einer geschlossenen Bauzeile zu sehen. Der Name 'Pumpe' wurde schon im 17. [ahrhundert erwähnt. als sich hier die Pumpenwerke zur Entwässerung des 'Eschweiler Kohlberges' befanden.

76 Hier ist der Name 'Stich' fälschlicherweise mit 'sch ' geschrieben. Die Aufnahme zeigt das Mittelschiff der nach den Kriegszerstörungen wieder aufgebauten pfarrkirche St. Barbara Pumpe-Stich um 1958. Im Chor sind die neuen Bildfenster zu erkennen, die der Mönchengladbacher Künstler ]osefHöttges entworfen und die Firma Oidtmann aus Linnich gefertigt hatte. Die Bildfenster zeigen in der Mitte Geburt, Tod undAuferstehung Christi, links das Pfingstgeschehen und rechts die Verkündigung der Zehn Gebote. Auf dem AItartisch sieht man das neue Tabernakel, eine Reliefarbeit des Stolberger Kunstschmiedes Ludwig Mohnen. Dargestellt sind auf beiden Türen Cherubine und christliche Symbole. Links sieht man den Predigtstuhl, der mit fünfTa-

feln verkleidet ist. Sie stellen in Messing getrieben die vier Evangelisten und den Apostel Paulus dar. Tabernakel und Predigtstuhl wurden ebenfalls von Kunstschmied Ludwig Mohnen entworfen und ge-

fertigt. Ganz links verdeckt ist der alte Herz-]esu-AItar aus dem]ahre 1905 zu sehen, der heute nicht mehr vorhanden ist.

77 Das Bild zeigt den östlichen Teil der Siedlung Jägerspfad. Links liegt das Lebensmittelgeschäft Paul HommeIsheim an der Straße 'Am Pûtt'. die hier in die Straßc làgerspfad mündet. Ganz vorne ist die Umzäunung des damaligen Ringofenwerkes zu sehen, dahinter verläuft die Straße 'Jägerspfad' . Im Hintergrund erkennt man die Brikettfabrik und das Kraftwerk Biag Zukunft Weisweiler und das Elektrowerk Weisweiler. Der hinten links zu sehende Höhenrücken ist die Abraumhalde Vöckelsberg der Biag Zukunft. Die Siedlung Jägerspfad wurde 1938/39 erbaut. Wenige Tage vor Kriegsausbruch bezogen die letzten Siedler ihre Häuser. Gebaut wurden 101 Siedlungshäuser. Nach dem Krieg wurden die teilweise stark zerstörten Häuser wieder aufgebaut und

im Lauf der folgenden [ahre umgebaut, so daß heute der Siedlungscharakter nicht mehr so gut zu erkennen ist. Großzügige Bauten und gepflegte Gärten zieren den Ortsteil.

78 Auf der Bildpostkarte der neuen Waldschule Friedrichstraße ist der Name 'Stich' mit 'sch' falsch geschrieben. Die zwischen der pfarrkirche St. Barbara und dem 'Zentrurn' gebaute neue Waldschule nahmam 25.April1957 den Schulbetrieb auf Die alte Waldschule an der Luisenstraße wurde 1944 total zerstört. Die neue Waldschule bestand aus drei Gebäudekomplexen: rechts die achtklassige katholische Volksschule, hinten links die fünfklassige evangelische Schule und vorne links die Hausmeisterwohnung.

Die alte Schule Stich wurde Sonderschule, jedoch mußten bald wegen ständig steigender Schülerzahlen einige Klassen von der katholischen Volksschule wieder belegt werden. Nach der Neuordnung des Schulwesens 1968 wurde die alte Schule Stich katholische Grundschule und

die neue Waldschule Hauptschule. 1977 entstand nach der Errichtung größerer Neubauten hier das Schulzentrum 'Waldschule' . Die Waldschule beherbergte eine Gemeinschaftshauptschule und eine

städtische Realschule. 1988 wurde die Waldschule zur Gesamtschule Eschweiler.

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