Essen in alten Ansichten Band 2

Essen in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Hugo Rieth
Gemeente
:   Essen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3097-4
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Essen in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Nachdem das erste Bändchen 'Essen in alten Ansichten' eine sehr starke Resonanz und Zustimmung gefunden hat, war es mir eine Freude, einen weiteren Band mit Ansichten aus dem alten Essen zusammenzustellen. Es sind in diesem Buch Bilder aufgenommen worden, die in dem ersten Band nicht enthalten sind, wohl aber manchmal die gleichen Örtlichkeiten zeigen, allerdings aus einem anderen Bliekwinkeloder einer anderen Zeitphase. Beide Bände sollen sich einander ergänzen.

Die Fotos und Postkarten stammen wiederum aus der Zeit zwischen 1880 und 1930 und zeigen Gassen, Straßen, Plätze sowie Häuser jener Zeit, die sich inzwischen stark verändert haben oder nicht mehr vcrhanden. sind. Aufgenommen wurden auch einige Bilder von Ereignissen jener Zeit, um zu zeigen, was die Menschen in der damaligen Zeit miterlebten. Aber hier mußte man sich beschränken. Ebenso ist es mit den Bildern von Personen und Personengruppen. Ein Mehr würde den Rahmen und den Umfang sprengen. Und was wissen wir von den Fotografen der damaligen Zeit, die uns die Fotos hinterlassen haben oder nach deren Aufnahmen Postkarten hergestellt wurden? Eigentlich nichts! Aber zwei Namen sollen hier genannt werden: H. Fleischhauer, der schon im Jahre 1861 in der Lindenallee ein Fotoatelier eröffnete und H. Leimkühler, dessen Lehrling und nachfolger. Sie haben uns die meisten Fotos mit

Motiven aus dem alten Essen hinterlassen. Ihnen sind wir Dank schuldig. An dieser Stelle möchte ich mich bei all denen bedanken, die mich unterstützt haben, vor allem dem Ruhrlandmuseum der Stadt Essen und der Stadtbildstelle.

Die Stadt Essen ist eine etwas merkwürdige Stadt. Sie hat viele Stadtteile, die eigentlich kleine Satellitenstädte sind und sich mehr oder minder ein Eigenleben bewahrt haben. So ist der Borbecker nicht nur Borbecker, sondern Frintroper oder Dellwiger. Und der Werdener hat genau so ein Heimatgefühl wie der Katernberger, der Steeier oder der Altenessener und fühlt sich seinem Ortsteil verbunden. Nach außen hin bezeichnen sie sich allerdings alle als 'Essner'. Und das ist gut so.

Alle diese Stadtteile waren früher kleine Städtchen, Dörfer oder Bauerschaften und gehörten ursprünglich, mit wenigen Außnahmen, zum Gebiet der Abtei Werden oder des Stiftes Essen. Im Laufe der Zeit haben sie sich strukturell verschieden entwickelt. So kommt es, daß etwa die Hälfte der Fotos und Postkarten in diesem Buch das eigentliche Essen und die andere Hälfte Bilder aus den heutigen Ortsteilen zeigt. Aus diesem Grunde bitte ich um Verständnis, daß es nur so wenige sind.

Wir beginnen unsere Wanderung an der 'Freiheit', wandern die Kettwiger- und Burgstraße entlang, blieken in die Kapuzinergasse und machen Absteeher

zur Pauluskirche, in die Chausseestraße, Steeler Straße, zum Steeier Tor, in die Mühlenstraße und zur Schützenbahn. Vom Markt gehen wir über den Flachsmarkt durch die Viehofer Straße zum Viehofer Platz und zum Nordviertel. Dann geht es zurück über den Pferdemarkt zum Weberplatz und zum Kopstadtplatz. Weiter geht es zur 'Limbecker', machen Absteeher in die Kibbelstraße, den lIL und 1I. Hagen und kommen über die Maxstraße zur heutigen Hindenburgstraße. Dann folgt ein Besuch des Limbecker Platzes. Von hier wandern wir durch die Altendorfer Straße westlich nach Altendorf und kommen weiter nach Schönebeck, Bedingrade, Borbeck und Bergeborbeck. Über Altenessen und Karnap geht es östlich nach Katernberg, Stoppenberg und Schonnebeck. Darauf beginnen wir die Wanderung von der Stadt und gehen über Frohnhausen, Holsterhausen, über die Margarethenhöhe nach Haarzopf. Wieder beginnen wir an der 'Freiheit', wenden uns nach Süden und gehen über Rüttenscheid nach Bredeney. Wieder von der Stadt beginnend geht es über das Süd- und Ostviertel durch den Hovescheider Siepen nach Steele, Überruhr und Burgaltendorf. Danach geht die Wanderung das Ruhrtal abwärts über Bergerhausen, Rellinghausen, Werden nach Kettwig und beenden sie am Flughafen.

Manche Bilder bei dieser Wanderung mögen vielleicht schon bekannt sein, manche aber auch nicht. Da sind Straßen, Gassen, Plätze, Häuser, Geschäfte oder

Wirtschaften, die man kaum wiedererkennt und der junge Leser gar nicht kenrit. Da sind aber auch die Menschen jener Zeit. Wir sehen sie auf der Straße oder dem Markt, beim Baden, beim Kaiserbesuch oder beim Schlittschuhlaufen. Da ist der Verein, die Zechenbelegschaft oder die Schulklasse und man sieht das bekannte Originaloder den bekannten Feldmarschall, den Schmied, die Straßenbahnfahrerin oder den Metzgermeister. Sie mögen stellvertretend sein für die Menschen, die in dieser Stadt lebten, arbeiteten und sie geformt hatten. Von vielen sind oder waren es die Eltern und Großeltern.

Bei der Befragung älterer Mitbürger konnte man feststellen, daß einem die Erinnerung, gerade was einen genauen Zeitpunkt angeht, manchen Streich spielt, Oft war es aber auch so, daß bei der Betrachtung eines Bildes die Erinnerung wieder auftauchte. Ich wünsche deshalb diesem Buch, daß bei den Lesern, die die Zeit teilweise erlebten, die Erinnerung wieder auftaucht, daß die später hierhergezogenen Mitbürger und die jüngeren mit den Bildern und den kurzen Beschreibungen sehen, wie die gute alte Stadt Essen früher aussah. Ich hoffe auch, daß alle Leser ihre Freude an diesem Buch haben und es nehmen wie es ist und wie es gemeint ist, auch mit eventuellen Fehlern, die sich vielleicht eingeschlichen haben.

1. Ein Bliek über die Stadt Essen aus Süden um 1898. Im Hintergrund sind von links nach rechts zu sehen: der hohe Turm der Pau1uskirche, das langgestreckte Dach mit dem Glockentürmchen der Kapuzinerkirche, der Turm der Marktkirche, der Rathausturm und der spitze Turm der Johanniskirche. In der Mitte liegt der alte Bergisch-Märkische Bahnhof, der hier an der Märkischen Straße - es ist die heutige Hachestraße - von 1862 bis 1902 in Betrieb war. Im Vordergrund ist die damalige Holzhandlung Wicking und führt die Schillerstraße vorbei.

2. Bis zur Jahrhundertwende kreuzten die Züge noch ebenerdig die Straße vor dem Kettwiger Tor. Schranken sperrten den Verkehr. Aus dieser Zeit stammt folgende Anekdote: Hippen-Heimann hatte in Rüttenscheid eine Ziege gekauft, zog zur Stadt und fand die Schranke geschlossen. Er band die Ziege daran fest und ging zur nahen Bediirfnisanstalt. Zuriickkehrend, wurde die Schranke gerade hochgekurbelt - und mit ihr die Ziege. Hippen-Heimann schrie erschrocken: 'Gott der Gerechte! Herr Schrankenwärter! die Hippe soll zum Schlachthaus und nicht zum Himmel!' Der Schrankenwärter erbarmte sich und ließ die Schranke wieder herab. Das Bild zeigt die Höherlegung der Gleise im Jahre 1898 von der heutigen 'Freiheit' aus gesehen.

3. Ungefähr vom gleichen Standpunkt aus machte der Fotograf im Jahre 1902 diese Aufnahme von der südlichen Bahnhofsseite an der 'Freiheit' nach Fertigstellung des Bahnhofes und der Höherlegung der Schienen. Rechts im Bild ist noch die Ecke der Mauerumfriedung des alten Friedhofs und die Einmündung der Hohenburgstraße zu sehen. Links mündet die Schillerstraße. Im Jahre 1932 wurde die Brücke umgebaut und verbreitert. Die Bomben des Zweiten Weltkriegs zerstörten das Bahnhofsgebäude, dessen Dachtürmchen hier noch zu sehen ist, und auch die beiden großen gewölbten Dächer, die die Bahnsteige überspannten, Gegenüber damals hat sich hier heute alles stark verändert.

~:,~ :1- uhr. - Ha ;::t;;o::::m:.

4. Das ist das 1903 eröffnete Hauptpostgebäude mit dem charakteristischen Eckturm. Rechts ist das 'Grand-Hotel', bekannt unter dem späteren Namen 'Königshof'. Links in der damaligen Märkischen Straße liegen anschließend der 'Bergische Hof' und der 'Rheinische Hof', kurz 'Hotel Retze' genannt. Hier verkehrten viele Essener und auch August Thyssen, von dem man sich folgende Anekdote erzählt: Ein Freund hatte ihn in Bad Tölz auf seinen schäbigen Hut aufmerksam gemacht. 'Was ist denn schon dabei? ' meinte Thyssen. 'Hier kennt mich ja doch niemand.' Als beide sich. bei Retze wiedersahen, bemängelte der Freund denselben alten Hut. 'Was ist denn schon dabei? ' bekam er zur Antwort. 'Hier kennt micn ja doch jeder. '

5. Im Jahre 1926 erhielt das Hauptpostamt die ersten zwei Autos. Es waren Dreiräder vom Typ 'Fenner-Mobil'. Es wird erzählt, daß sie in scharfen Kurven gerne umkippten. Auf dem Bild steht an dem Auto die Reklame: 'Das führende Haus der Manufakturwaren Gustav Blum G.m.b.H. Essen.' Auch das gab es damals schon. Die beiden Autos wurden für Eiltransporte eingesetzt. Bis 1936 fuhren aber noch die mit Pferden bespannten Paketwagen durch die Straßen. Dann kam die VoIlverkraftung beim Postamt und die damals viel bestaunten leise surrenden und langsam fahrenden Elektro-Autos vom Typ 'Bergmann' übernahmen deren Dienst. Die über einhundert Jahre bestehende Posthalterei von van Eupen, die die Postpferde stellte, hatte damit ihr Ende gefunden.

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6. Das Gedächtnismal 'Der Schmied von Essen' wurde am 25. Juli 1915 auf dem nördlichen Teil des Bahnhofvorplatzes enthüllt. Links ist die Front des 1911 erbauten Handelshofes. Dahinter beginnt die Bachstraße. Rechts liegt der Hauptbahnhof mit der Eilgutabfertigung. Die heutige Hollestraße gab es noch nicht. Sie wurde erst 1922 angelegt und hieß bis 1932 Hansastraße.

7. Das ist das Reliefbild 'Der Schmied von Essen'. Gegen eine Geldspende konnte man eiserne Nägel einschlagen. Auch manche Plakette wurde angebracht. Die Spenden dienten der Kriegsopferhilfe. Nach Kriegsende wurde das Ehrenmal beseitigt und das Mittelstück im Stadtgarten aufgestellt. 1934 kam es in die Gruga, wo es den Bomben des Zweiten Weltkriegs zum Opfer fiel.

8. Auch der Essener Hauptbahnhof hat seine Geschichte und hat seit seinem Bau im Jahre 1862 manche Geschichte erlebt. Im August 19] 4, als der Erste Weltkrieg ausbrach, rollten ununterbrochen Militärzüge und Truppentransporte durch den Hauptbahnhof nach Westen. Bei den kurzen Aufenthalten wurden die Soldaten mit Erfrischungen versorgt. Alte Essener erinnern sich, daß die Soldaten von der Unterführung Bindfäden herabließen, an die die Leute Zigarettenpäckchen banden, die dann hochgezogen wurden.

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