Esting in alten Ansichten

Esting in alten Ansichten

Auteur
:   Christine Müller
Gemeente
:   Esting
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5659-2
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Esting in alten Ansichten'

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GruB aus

Schulhaus Grasselling

69. Auf der Lichtdruck-Ansichtskarte um 1916 ist nochmals oben im Hintergrund der Militärfohlenhof zu sehen. Außer den Pferden wurden seinerzeit Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel gehalten. Auf den dazugehörigen Äckern des Gutes baute man außer Getreide auch allerlei Gemüse an. Während des Ersten Weltkrieges arbeiteten außer den stationierten Soldaten auch Gefangene in Graßlfing. Nach dem Krieg war auch die Zeit des Remonte-Depots zu Ende. Das untere Bild der Karte zeigt das Schulhaus für beide Gemeinden in noch ziemlich neuem Zustand.

70. Als dieses Klassenbild entstand. gab es in Graßlfing bereits seit zehn Jahren ein Schulhaus. 1899 wurde das Gebäude für die Graßlfinger und Geiselbullacher Schüler erstellt und war damals das Modernste und Schönste. Die Kinder hatten es auch verdient, denn bis dahin mußten die Graßlfinger nach Olching und die Geiselbullacher bis nach Bergkirchen zur Schule gehen. Der erste Lehrer war Martin Kreher. Bereits 1905 mußte der einklassige Unterricht geteilt werden. Die Hilfslehrerinnen wechselten häufig, da es ihnen in dem Moosdorf zu einsam war.

71. Nach dem Tod von Hauptlehrer Limmer, der Nachfolger von Martin Kreher war, kam 1914 Johann Schneiter an die Schule. Damals füllten bereits 152 Werktags- und 59 Sonntagsschüler die zwei Unterrichtsräume. 34 Jahre lang tat Joharm Schneiter seinen Dienst an der Jugend, er war Lehrer rnit Leib und Seele. In Zusammenarbeit mit der Lehrerin Dorothea Heigenmoser kümmerten sich die Lehrkräfte auch außerhalb des Schuldienstes um ihre Möslerkinder. Schneiter wirkte außerdem noch in der im Schulhaus integrierten GemeindekanzIei mit. 1949 wurde er zum Ehrenbürger von Geiselbullach ernannt. Das Foto zeigt ihn mit seiner Familie in der Dienstwohnung um 1915.

72. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ging das Gut Graßlfing in Staatsbesitz über und wurde 1923 dem Wittelsbacher Ausgeleichfond zugeteilt. Aus dieser Zeit stammt die Aufnahme, deren Anlaß ein Erntedankfest war. Das gesamte Personal, mit ihren Angehörigen, stellte sich festlich gekleidet dem Fotografen. Im Hintergrund die Herrschaft in der Kutsche. Seinerzeit war das Gut an den Ökonomierat Kar! Engelen verpachtet. 1946 kam der Betrieb wieder in die eigene Verwaltung des Ausgeleichfonds und seit 1976 wird es von Edgar Holzhauser verwaltet.

73. Als das Gut GraBlfing noch Kg. Remonte-Depot war, wurden dort schon Schafe gezüchtet. Denn der neue bayerische Staat legte besonderen Wert auf die Verbesserung der Schafzucht. So wurde ab 1808 auf den bayerischen Lehrgütern wie Schleißheim, Weihenstephan und Fürstenried neue Stammherden begründet. Der Sinn der Maßnahme war, gutentwickelte Zuchtwidder an Privatschäfereien kostenlos abzugeben und damit die Wollkonjunktur zu heben. Ein bayerisches Merinoschaf erbrachte etwa 2,5 Pfund Wolle im Jahr. Beim Schafwasehen in den dreißiger Jahren wurden die Arbeiter des WAF fotografiert. Zu dieser Arbeit gesellten sich gleich ein paar Zuschauer.

74. Der Torfstich war in Graßlfing der Haupterwerbszweig. Im Einwohnerverzeichnis von 1912 sind dreizehn Torfstichbesitzer und eine große Anzahl an Torfstechern und Taglöhnern vermerkt. Auch die Landwirte aus den urnliegenden Dörfern stachen das Brennrnaterial, aber rneist nur zum Eigenbedarf. Die Mösler dagegen belieferten die Eisenbahngesellschaft, die Brauereien und auch die Privatleute in München. Mit Ochsenfuhrwerken wurde das Erzeugnis monatelanger Schwerstarbeit in der Stadt zum Kauf angeboten. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde für den Zentner Torf70 Pfennige bezahlt. In den dreißiger Jahren waren Torfstecher noch ein alltägliches Bild, ebenso selbstverständlich war, daß die Kinder mithalfen.

75. Der Aufenthalt des bekarmten Malers Wilhelm Leibl in Graßlfing wurde zur Legende. 1873174 wohnte Leibl zunächst in der Sägmühle und dann im RemonteDepot. Er war mit dem Stabsveterinär Mauerer befreundet, dessen Jagdleidenschaft er teilte. Bilder wie der 'Schimmelreiter', die 'Dachauerin mit Kind' und noch einige andere Bauernportraits entstanden in dieser Zeit. In der Münchner Ausstellung 1874 bekam Leibl dafür eine goldene Medaille. Der große, starke Mann der, in Köln geboren, fast sein ganzes Leben in Bayern verbrachte, starb im Alter von 56 Jahren in einer Würzburger Klinik. Seine Kunst lebte von den realistischen Darstellungen des bäuerlichen Lebens.

76. Ein Maler ganz anderen Formats war Karl Sonner, jedoch die Naturverbundenheit, sowie die Liebe zur bayerischen Heimat, hatte er mit Wilhelm Leibl gemeinsam. Sonner, der 1889 in München in der Au geboren wurde, war ein ' Allrounder' . Gernälde und Bauernmalerei beherrschte er genauso perfekt wie die Lüftlmalerei, mit der er bekannt wurde. Seit 1912 wohnte Sonner in Graßlfing. 1927 konnte er dort nach vielen Schwierigkeiten eine Malschule errichten. Aus der ersten Zeit dieses Wirkens entstand das obige Foto. Mit dem Zweiten Weltkrieg war auch die Malschule zu Ende. Sonner starb 1970 im Alter von 82 Jahren in Schönnbrunn bei Dachau.

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