Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Leopold Zollner
Gemeente
:   Ettlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3177-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ettlingen in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Über die Geschichte einer alten Stadt wie Ettlingen, deren Ursprung bis in die Römerzeit und wahrscheinlich noch weiter zurückreicht, könnte man in epischer Breite berichten.. Da aber alte Ansichten eines eng umrissenen Zeitabschnitts allein ausführlich von Bauten, Menschen und Ereignissen erzählen sollen, genügt zur Einleitung eine knappe Aufzählung der wichtigsten Daten. 788 wird Ettlingen erstmals urkundlich erwähnt, 965 erhält der Ort an der Alb das Marktrecht, 1192 wird Ettlingen zur Stadt und 1219 Lehen, dann Besitz der Markgrafen von Baden.

Damit sind alle Voraussetzungen vorhanden, die Ettlingen zum religiösen, wirtschaftlichen und kulturellen Mittelpunkt seines Raumes machen. Gewerbe, Handel, Mühlen aller Art, dabei sogar eine Papiermühle, fördern den Wohlstand der Bürger und führen zu einer Blüte der Kultur, die sich an Baumeistern, Humanisten und Reformatoren erweist, die ihrer Vaterstadt weit über deren Mauern hinaus Ehre machen.

Doch Wohlstand und Blüte gehen an einem einzigen Tag des Pfälzischen Erbfolgekriegs, am 15. August 1689, in totaler Zerstörung unter. Nach wenigen Friedensjahren brach der Spanische, dann der Polnische Erbfolgekrieg aus. Trotzdem bauten die Bürger im wesentlichen aus eigener Kraft ihre Stadt wieder auf. Dieser Wiederaufbau an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert bestimmte von nun an das Bild Ettlingens und prägte sein Aussehen bis ins letzte

Viertel des 19. Jahrhunderts, mit dem diese Bilderfolge beginnt.

Freilich nach 1870 hatte der bis 1887 drei Mal amtierende Bürgermeister und 48er-Demokrat Philipp Thiebauth die kleine Amtsstadt Ettlingen und ihre Ackerbürger bereits aus dem Dornröschenschlaf geweckt und gefordert: 'Die Hühner gehören aufs Land, die Eier in die Stadt!' Industrie und Verkehr hielten Einzug in Ettlingen, neue Wohngebiete, Schulen und Kirchen entstanden. Die EinwohnerzaW wuchs langsam aber beständig; denn Ettlingen wurde bekannt und als angenehme Wohnstadt vor den Toren der Großstadt immer beliebter.

Zum Glück fehlte es zu dieser Zeit auch nicht an Fotografen, welche Neuerungen und Wandlungen dieser, nun auch schon Erinnerung gewordenen, Epoche festhielten - und ebenfalls zum Glück konnte der Verfasser außer den eigenen und jenen des Stadtarchivs noch eine stattliche Zahl von Aufnahmen aus Privatbesitz erhalten, für die er besonders zu danken hat: Herrn Redakteur Martin Karg, Herrn Max Springer für Fotos aus dem Nachlaß von Karl Springer, der Stiftung Foto-Drücke Ettlingen und Frau Christel Zurstrassen für Aufnahmen aus dem Nachlaß von Wem er Zurstrassen. Und schließlich dankt der Verfasser seinen Mitarbeitern im Stadtarchiv und seiner Frau für Hilfe bei Bildauswahl und Korrekturen, aber auch jenen, die ihn mit Rat und Tat unterstützten.

1. Ettlingen liegt am Ausgang des nördlichsten Schwarzwaldtales, an der Stelle, wo die Alb in die Rheinebene hinaustritt. Um 1880 war es noch eine kleine Amtsstadt mit vielen Ackerbürgern, ein wenig Industrie und einer Gesamteinwohnerzah1 von 5 500 Menschen, In ihrer Ausdehnung hielt sich die Stadt im wesentlichen noch in den Grenzen, der früheren Stadtmauer, obwohl diese Befestigung samt den drei Stadttoren schon gut ein halbes Jahrhundert zuvor bis auf wenige Reste gefallen war. Aus dem Gewimmel der Häuser ragten nur wenige Gebäude empor: die Martinskirche und das Rathans mit ihren barocken Turmhauben, der spitze Turm der evangelischen Stadtkirche und der massige Komplex des einstigen Schlosses,

2. Vor allem an der Westflanke der Altstadt war ein beträchtlicher Teil der alten Stadtmauer stehengeblieben. Allerdings drängte sich da und dort bereits ein Haus in das alte Gemäuer und bewies damit, wie wirkungslos eine solche Stadtbefestigung inzwischen geworden war. Auch der Doppelgraben vor der Mauer war schon lange zugeschüttet und mit Kastanienbäumen bepflanzt worden, die im Sommer der Straße längs der Stadtmauer angenehmen Schatten spendeten. Sie hieß Schillerstraße, seit man im November 1859 dem großen deutschen Dichter anläßlich seines 100. Gebartstags den Gedenkstein gesetzt hatte, der im Hintergrund des Bildes gerade noch zu erkennen ist,

3. Ein besenders imponierender Zeuge der einstigen Ettlinger Stadtbefestigung ist heute noch der Lauerturm an der Ecke der westlichen und der nördlichen Stadtmauer. Auch hier wurde der Stadtgraben im vergangenen Jahrhundert zugeschüttet und eine Allee mit einer Doppelreihe von Kastanienbäumen angelegt, an die sich, nachdem sie vor Jahren einer verbreiterten Durchgangsstraße aufgeopfert wurde, viele Ettlinger und frühere Besucher der Stadt nur noch mit Wehmut erinnern können. Im Jahre 1906 hatte man sogar einmal erwogen, den Lauerturm abzubrechen; doch zum Glück scheiterte das Vorhaben am allgemeinen Widerspruch. So ist dieser Turm an der Gabel der Straßen nach Karlsruhe, nach Rastatt und ins Albtal zu einem der Wahrzeichen der Stadt Ettlingen geworden.

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4. Die katholische Pfarrkirche St. Martin ist das ehrwürdigste und auch das älteste Bauwerk Ettlingens. Sie erhebt sich über der Badanlage eines rörnischen Amtshauses, war in fränkischer Zeit eine romanische Chorturmkirche und viele Jahrhunderte lang die Mutterkirche für die Dörfer in der Umgebung. 1459 wurde sie zur Stiftskirche erhoben und erhielt einen gotischen Chor, um Platz für 24 Stiftsherren zu schaffen. Bei der Zerstörung Ettlingens im Pfälzischen Erbfolgekrieg am 15. August 1689 blieben nur der Stumpf des Chorturmes und der Stifts-Chor erhalten, in dem bis zum Wiederaufbau des Gotteshauses in den Jahren 1732-1739 die Notgottesdienste abgehalten wurden.

Etllingen - Kirchenplatz

5. Die Wiederherstellung der Martinskirche verdankten die im Pfälzischen und Spanischen Erbfolgekrieg verarmten Ettlinger der Markgräfin Sibylla Augusta von Baden. Die ebenso fromme wie reiche Fürstin stiftete zum Wiederaufbau des Langhauses und der Westfassade mit dem Bildnis des Kirchenpatrons mehr als 8 000 Gulden. Die Pläne fertigte ihr Hofbaumeister Johann Michael Ludwig Rohrer, Er starb während der Bauarbeiten, weshalb der mit der Bauleitung beauftragte Ettlinger Maurerrneister Hans Jörg Nitsch darum bat, den berühmten Balthasar Neumarm zu einer Bau-Visitation zu bestellen. Seit jener Zeit ist die Ettlinger Martinskirche ein Gotteshaus, zu dessen architektonischem Bild alle europäischen Stilformen beigetragen haben,

6. Bedeutsam für die Geschichte der Stadt sind auch die alten Häuser an der Südseite der Martinskirche; denn die früheste bürgerliche Ansiedlung entstand in der Nachbarschaft dieses Gotteshauses. Keines jener Häuser hat jedoch das Zerstörungsjahr 1689 überdauert, doch wurden viele in mittelalterlicher Weise als Fachwerkhäuser wiedererrichtet. Ein Musterbeispiel hierfür ist das Haus Kirchenplatz 22, das 'Mesnerhaus'. Die Abwechslung von Bruchsteinmauerwerk, von Putz und Holz, an der Fassade machen seinen Reiz aus. Typisch ist der schräge Kellerzugang, durch den einst die Fässer mit Ettlinger Wein in den gewölbten Keller hinabgelassen werden konnten.

7. Auf eine lange Geschichte konnte auch das 1972 abgebrochene Pfarrhaus der Martinskirche zurückblieken. Ursprünglich lag es zwischen der Alb und einem Mühlkanal und war daher als Badhaus besonders gut geeignet. Entstanden war es, wie heute noch eine Jahreszahl auf dem Türsturz des Kellereingangs ausweist, schon 1468. Bei der Zerstörung der Stadt 1689 ging auch die 'Badstube", eine wichtige Einrichtung mittelalterlicher Hygiene, mit der Stadt unter. Wiederaufgebaut, diente das Gebäude bis 1865 immer noch als Wohnsitz des Baders und Chirurgen. Dann kam es in privaten Besitz, und 1934 zog der erste Geistliche der wiedererrichteten Pfarrkuratie Sankt Martin hier ein.

8. Zum Umfeld der Martinskirche gehört von jeher der Kirchenplatz vor ihrer Westfassade. Er leitet unmittelbar über zum Marktplatz, der freilich zu jener Zeit, als die Prozession der Erstkornmunionkinder von einem der ersten Ettlinger Fotografen aufgenommen wurde, noch völlig anders aussah als heute. Die Häuser, die ihn nach hinten und nach links eingrenzen, sind schon nach der Jahrhundertwende verschwunden, und nur alte Ettlinger erinnern sich noch an die Namen ihrer einstigen Besitzer. Geblieben ist jedoch die Einheit von Kirchen- und Marktplatz, und sie ist nicht nur städtebaulich bemerkenswert,

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