Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Leopold Zollner
Gemeente
:   Ettlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3177-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ettlingen in alten Ansichten Band 1'

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9. Als mit dem Ende des Polnischen Erbfolgekriegs endlich wieder friedlichere Zeiten einzogen, erbauten die Ettlinger Bürger an der Stelle des 1689 zerstörten ein neues Rathaus. Seine Pläne fertigte Johann Peter Ernst Rohrer, der jüngere Bruder des Architekten der Martinskirche. Die Mittel für den Bau, dessen Fassade jener der Martinskirche ähnelt, aber aus rotem Sandstein besteht, kamen aus dem Verkauf von Eichenstämmen aus dem Ettlinger Wald an holländische Schiffswerften. Als der Rathausbau 1738 abgeschlossen war,

vermerkte der Bürgermeister stolz, alles für den Bau not- .~

wendige Material bis auf die Sandfuhren sei von der Stadt

selbst bezahlt worden.

10. Die nördliche, zur Alb gewandte Fassade des Rathauses zeigt eine ähnliche Gestaltung wie die Schauseite zum Marktplatz. Sie grenzt an den Fluß, der an dieser Stelle von der Rathausbrücke überquert wird, Über diese Brücke und durch das enge Tor des Rathausturms rollte einst aller Verkehr in die Stadt und aus der Stadt. Der Turm selbst ist ein Überrest einer Stadtbefestigung, die sich am Fluß entlangzog, bis sich im 13. Jahrhundert Ettlingen mit einer 'Neustadt' auch auf das rechte Ufer der Alb auszudehnen begann. Die alten Mauem verschwanden, nur der Turm blieb, erhielt beim Wiederaufbau des Rathauses 1738 einen barocken Aufbau wie jener der Martinskirehe, und beide Türme gehören seitdem zum Stadtbild.

11. Als 'ältesten Ettlinger Burger' darf man den Gott Neptun betrachten, der Zeugnis davon gibt, daß schon die Römer jene Stelle besiedelten, an der heute die Stadt steht, Bei ihrem Abzug aus dem Zehntland wurde der Wassergott von den Alemannen in einen Fischteich geworfen, aus dem er Anno 1492 nach einem Hochwasser der Alb plötzlich wieder auftauchte. Zunächst nahm ihn Kaiser Maximilian 1. mit, als er 1511 in die Stadt kam. Aber nach mancherlei Odysseen kehrte der Wassergott zu seinen Ettlingern zurück und wurde in die Rathauswand bei der Brücke eingemauert. Um 1857 wurde St. Johannes Nepomuk sein Nachbar, und viele Jahre lang bewachten der heidnische Gott und der christliche Heilige Brücke, Fluß und Stadt.

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12. Natürlich überließ man den Schutz der Bürger nicht diesen beiden ehrwürdigen Steinfiguren. Das war vielmehr Sache der Polizei, die im Untergeschoß des Rathauses ihre Wachtstube hatte, und die in Ettlingen 'Schutzrnannschaft' hieß. Respekteinflößend sahen diese Schutzmänner schon aus. Pickelhauben, Säbel und Schnurrbärte unterstrichen noch den Eindruck der Autorität. Ihre gefährlichste Waffe jedoch war das Notizbuch, in dem sie vermerkten, wer nach der Polizeistunde noch im Wirtshaus saß, die nächtliche Ruhe störte oder bei Nacht mit unbeleuchtetem Fahrrad angetroffen wurde. Auch den Marktfrauen sahen die Hüter der Ordnung immer wieder genau auf die Finger.

13. Der Schutz von Haus und Hof von eigener und fremder Habe vor Feuer oder vor anderen Naturgewalten war seit altersher Aufgabe aller Bürger einer Stadt. Doch 1847 wurde auch in Ettlingen nach dem Vorbild der Nachbarstädte Durlach und Karlsruhe ein eigenes 'Pompier-Corps' gegründet, dessen Mitglieder in der Handhabung von Lösch- und Rettungsgeräten in regelmäßigen Proben eingeübt wurden. Diese Freiwillige Feuerwehr Ettlingen, die heute zu den ältesten in ganz Deutschland zählt, bewies ihre Schlagkraft bei zahllosen Brandeinsätzen und Hochwasserkatastrophen, aber auch bei vielen Großübungen vor den Mitbürgern wie dieser, die im Juli 1897 vor dem Rathaus abgehalten wurde.

14. Viele Jahrzehnte lang waren die mechanische Feuerspritze und der Rettungswagen die wichtigsten Geräte der Feuerwehr. Auch die Montur ihrer Männer war schlicht. Erst um 1880 erhielten alle Feuerwehren eine einheitliche blaue Uniform, dazu den leuchtenden Messinghelm, mit einem hellen Busch für den Kommandanten. Doch gleichgültig, in welcher Montur, mit welchen Geräten sie ihren Dienst versahen. immer handelten die Ettlinger Feuerwehrmänner nach der Devise: Egalob Jude oder Christ.] ob reich, ob vomehm, arm er ist.] ob Demokrat, ob liberal.] conservativ oder sozial.] das ist uns alles ganz egal: / Die Feuerwehr löscht überall!

15. Aufgaben ganz besonderer Art hatten die Schutzmannschaft und die Freiwillige Feuerwehr zu erfüllen, wenn Allerhöchster Besuch Ettlingen beehrte wie im Juli 1895, als Großherzog Friedrich 1. von Baden das Städtchen besuchte. Da bildeten die Männer in ihren besten Uniformen das Spalier, hinter dem sich die Bürger versammelten, urn dem Landesherrn zuzujubeln, den weißgekleidete Ehrenjungfrauen mit Blumen und einem Willkommensgedicht am Rathausportal empfingen, Erst dann geleiteten der Bürgermeister und die Honoratioren den alten Großherzog mit dem langen Silberbart in das Rathaus, das gleich den Nachbarhäusern mit Fahnen und mit frischem Grün festlich geschmückt worden war.

16. An den Werktagen waren der Marktplatz vor dem Rathaus und die von hier .ausgehende Marktstraße die Brennpunkte des bürgerlichen Lebens und Treibens. Über den Platz und die Straße rollte seit alter Zeit der Durchgangsverkehr, nachdem er das enge Tor des Rathausturms passiert hatte. Hier wurden die Wochenmärkte abgehalten, hier fanden auch die Jahrmärkte statt: der Jakobi- und der Martinimarkt, sowie der Weihnachtsmarkt, dem es zwar nicht an Verkaufsständen und an Christbäumen fehlte, bei dem aber häufig der Schnee susblieb.

17. An den beiden Wochenmärktèn begnügten sich die meisten Marktleute und Bauern der Umgebung damit, ihre Erzeugnisse auf dem Boden des Marktplatzes oder auf dem Pflaster der Marktstraße auszulegen, oder sie verkauften ihre Kartoffeln, Kohlköpfe und Rüben unmittelbar von ihren Fuhrwerken aus an die Kunden. Den Verkehr störte das Markttreiben kaum, und selbst die Karlsruher Leibdragoner, die dann und wann vom Schloß (im Hintergrund) auf die Marktstraße einritten, fanden noch genügend Platz zwischen Standen und Wagen. Übrigens beweisendie Trauerflore am linken Ärmel der beiden Offiziere, die an der Spitze reiten, daß diese erstaunliche Moment-Photographie im 'Dreikaiserjahr' 1888 entstanden sein muß.

Ettlingen - Schloß-Kaserne

18. Die Marktstraße verbindet Markt- und Schloßplatz, und die Nordfassade des Schlosses bildet den Abschluß dieser alten Nord-Süd-Achse der Ettlinger Altstadt. Mit seinen drei Stockwerken, seinen gleichförmigen Fenstern und der Toreinfahrt glich dieses Schloß um die Jahrhundertwende freilich eher einer Kaserne als einem Fürstensitz. Tatsächlich war der Bau - und das Schilderhaus mit dem Posten links von dem kleinen Tor beweist es - von 1871 bis 1914 eine Kaserne: die Unterkunft der Königlich Preußischen Unteroffizierschule Ettlingen.

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