Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Leopold Zollner
Gemeente
:   Ettlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3177-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ettlingen in alten Ansichten Band 1'

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= '-=-' liJ, n 19. Im Hof des Schlosses, das sich Markgräfm Sibylla Augusta, jene großzügige Spenderin für die Martinskirche um 1730, als Witwensitz hatte wieder aufbauen lassen, exerzierten vierzig Jahre lang die künftigen Unteroffiziere der preußischen Armee. Sie hatten wenig Sinn für die Geschichte ihrer Kaserne, keinen Bliek für die Architektur der Renaissance und des Barock oder für den Delphinenbrunnen des Meisters Hans Schochs im Hintergrund. Sie taten ihren Dienst, tranken ihr Bier in den Ettlinger Wirtschaften und kauften Schweineschmalz als Brotaufstrich, weshalb sie von den Ettlingern den Spitznamen 'Schmalzer' oder 'Schmalzbuben" erhielten, Doch sonst herrschte gutes Einvernehmen, und mancher Schmalzer fand in Ettlingen die Frau fürs Leben.

Gruss aus Ettlingen

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Schloss - König!. Unteroffizierschule - (von Westen)

20. Noch manches Kapitel Landes- und Baugeschichte ließe sich aus dem Äußeren des Ettlinger Schlosses ablesen, Noch vor 80 Jahren grenzte an seinen Südflügel der Hofgarten, der sowohl durch seine Obstspaliere als auch durch seine vorbildlichen Nutzpflanzungen wie durch seine schönen Blumenrabatten bei den Kennern gerühmt wurde. Heute ist das einstige Schloßgartengelände fast völlig verbaut. Im rechten der beiden Türrne an den Ecken soll, so wird in Ettlingen überliefert, der Kaiser Napoleon zweimal genächtigt haben, als er im Ettlinger Schloß sein Hauptquartier aufschlug: zum ersten Mal im Oktober 1805 auf seinem Marsch zum Sieg bei Austerlitz und zum zweiten Mal im April 1809 auf dem Weg in seine erste Niederlage bei Aspern.

21. Ein besonderes Kleinod war die Kapelle, welche die Markgräfin Sibylla Augusta 1732 in das wieder aufgebaute Schloß einfügen ließ. Der berühmte Freskenrnaler Cosrnas Damian Asarn schmückte das Gotteshaus mit Kuppel-, Decken- und Wandfresken nach der Legende des heiligen Johannes Nepomuk und bewältigte diese Arbeit in nur zehn Wochen, Während der 'Kasemenzeit' wurde die einstige Schloßkapelle, die 1845 bis 1876 der evangelischen Gemeinde Ettlingens als Kirche überlassen worden war, in drei Stockwerke unterteilt. Das Werk Asarns blieb jedoch glücklicherweise im wesentlichen erhalten und ist vor 1954 zu einem Konzertsaal umgestaltet worden, der zu Ehren des Meisters 'Asam-Saal' heißt.

22. Stattliche Häuser zieren die Umgebung des Schlosses. Zu ihnen gehörte das Gasthaus 'Ritter' an der Ostseite des Schloßplatzes. 1767 erhielt es die hier wiedergegebene Gestalt durch einen Umbau nach Planen, die der aus Ettlingen gebürtige Balthasar-Neumann-Schüler und spätere markgräfliche Bauinspektor Franz Ignaz Krohmer fertigte. Im 'Ritter' fanden manche bedeutsame Ereignisse statt, z.B, 1811 die Schlichtung eines Streites zwischen zwei Dörfern des Ettlinger Amtes; hier trafen sich vor und nach der Jahrhundertwende, ja bis zum Ende dieses traditionsreichen Gasthauses gerne die Ettlinger Vereine, Bürger, Beamte und Fremde am Stammtisch und zu Versammlungen.

23. Auch das dem 'Ritter' gegenüberliegende Gebäude auf der Westseite des Schloßplatzes stammte in seiner hier dargestellten Form vom Ende des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich das Gasthaus 'Strauß', dann 'Schlagersches' und später 'Weßbechersches Haus' genannt, enthielt es im Erdgeschoß lange Zeit ein Spezereiwarengeschäft, doch verlor es dadurch nichts von seinem noblen Aussehen, das der schöngegliederten Fassade ebenso zu verdanken ist wie den vorgewölbten Fensterglasscheiben, die man an diesem alten Bürgerhaus heute noch als Rarität bewundern kann.

24. Vor dem Schloß hat man 1872 einen ungewöhnlichen Brunnen aufgestellt: den Narrenbrunnen - ein einzigartiges Kunstwerk aus dem 16. Jahrhundert und ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Seinen Namen führt der Brunnen von dem Narren auf dem Brunnenpfeiler. Er ist eine historisch verbürgte Person: Hansele von Singen, der Hofnarr des Markgrafen Ernst von Baden. Für die Ettlinger ist der Narr im Herzen der Stadt aber mehr als ein Spaßmacher. Er ist ein Sinnbild der freien Meinungsäußerung und ein Weiser. Denn der Narrenbub zu seinen Füßen zeigt allen eine Tafel mit der allzeit gültigen Inschrift: 'Laß mich unveracht. Der Welt Weisheit und Pracht ist vor Gott eine Torheit geacht'.'

25. Zu den ältesten unter den 24 Gasthäusern und Wirtschaften, die man 1888 amtlich 'erfaßte', gehörte das Gasthaus 'Sternen'. Das behäbige Haus mit dem barocken Mansarddach entstand etwa 1780, und vor seiner Eingangsfassade stand bis 1872 der Narrenbrunnen. Zwischen dem 'Sternen' und dem 'Ritter' begann, ins Erste Viertel nach Osten führend, die Amtsgasse, die jedoch nach einem Besuch des Großherzogs Leopold am 13. Juni 1830 den Namen Leopoldstraße erhielt.

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26. Selbstverständlich hatte auch die Bezeichnung Amtsgasse ihren Grund. In ihrer Mitte etwa befand sich nämlich das Amtshaus, der Dienst- und Wohnsitz des herrschaftlichen Amtmanns. Dahinter lag ein mauergeschützter Hof mit einem großen gotischen Spitzbogentor, in dem im Mittelalter die Zehntscheuern standen. Erst 1784 wurde aus dem Amtshaus das Gasthaus 'Badischer Hof'. Die Ettlinger nannten es 'Schlabbe', und weil sie dort in Pantoffeln ihr Bier oder ihr Viertel Wein trinken und alle durchhecheln konnten, die draußen vorübergingen, kam der Spruch auf: 'Wer durch die Amtsgaß geht und kriegt kein Spott, der hat besondere Gnad bei Gott.'

27. Außer dem Amtshaus gab es noch andere besonders auffallende Gebäude in der Leopoldstraße. Dazu gehörte vor allem das 'Kornsche Haus' an der Ecke von - alt-ettlingerisch ausgedrückt - 'Amts- und Hundsgaß'. Dieses Fachwerkhaus mit seiner harmonisch gegliederten Fassade und dem mit einern Krüppelwalrn vorspringenden Giebel wurde aber, gleich einern ähnlichen in seiner unmittelbaren Nachbarschaft, ums Jahr 1890 rücksichtslos abgebrochen, um einern Geschäfts- und Wohnhaus Platz zu machen.

28. Die 'Hundsgaß', die als Doppelgasse von der Leopoldstraße nach Süden hin gegen den Schloßgarten abzweigt, heißt im Adreßbuch schon längst Obere und Untere Zwingergasse. Ihren alten Namen führte sie von dem Zwinger für die Meute der jagdlustigen Herrschaften im Schloß. Alte Bürger nennen sie immer noch 'Hundsgaß' und erzählen gerne von den kernigen 'Hundsgäßlem', unter denen es viele Originale gab wie die 'Vikdore', die Heldin zahlreicher Anekdoten.

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