Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Leopold Zollner
Gemeente
:   Ettlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3177-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Ettlingen in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29. Etwa ein halbes Dutzend enger Gäßchen geht einigermaßen rechtwinklig von der Leopoldstraße zur Kirche und zum Kirchenplatz. Sie heißen folgerichtig, Johannes-, Martins-, Kirchen- und Dekaneigasse und schneiden die parallel der Leopoldstraße verlaufende Entengasse. Den kleinen Häuschen dieser Alt-Ettlinger-Gasse war deutlich anzusehen, daß sie von den verarmten Bürgern aus dem Brandschutt des bösen Zerstörungsjahres 1689 wieder aufgebaut werden mußten.

30. Ein wenig solider gebaut waren die Häuser der Dekaneigasse, deren Name verrät, daß im ausgehenden Mittelalter der Dekan der Stiftskirche St. Martin hier gewohnt haben muß. Ihr Bild erzählt aber auch von einer Zeit, als man das Leseholz aus dem Wald holte, um Öfen und Herde zu feuern; als die Kinder noch vor den Häusern spielen konnten; als sich die Nachbarinnen zum Gassenschwatz trafen. Wie in allen AltEttlinger Gassen sorgte schließlich auch hier eine Rinne in der Gassenmitte für den Abfluß des Schmutzund Regenwassers zum nächsten Dohlen, auf dessen eisernen Deckel die Buben mit den Holzschuhen lärrnten, was ihnen den Namen 'Dohlentreppler' einbrachte.

31. Auch der Westteil der Südlichen Altstadt, einst das Zweite Viertel genannt, hatte in der Verlängerung der alten Amtsgasse eine Art Hauptstraße, die bis an das Badener Tor führte. Das Tor besteht nicht mehr, aber die Straße heißt danach immer noch Badener-TorStraße. Vor etwa 100 Jahren noch konnte man von ihrem Ende zurückblicken und einen reichen Bestand an alten Gebäuden feststellen, darunter ein Fachwerkhaus mit einem Krüppelwalmdach (rechts vorne) und dahinter eines mit hohem, ein wenig vorkragendem Giebel.

32. Vor dem Badener Tor, außerhalb der Stadt, erbaute der Posthaltersohn Johannes Stein 1784 ein behäbiges Gasthaus mit Stallungen für 40 Pferde. Das schöne Modelleckhaus an der Straße zum Rhein und nach Rastatt führte von Anfang an den Namen 'Erbprinz'. Hier hielten die Herrschaftskutschen an, aber auch die Postkutschen der Herren von Thum und Taxis, sowie die der markgräflichen Landpost. An Gästen fehlte es daher nie; auch die Honoratioren der Stadt kehrten im 19. Jahrhundert gerne im 'Erbprinz' ein. Seine Blütezeit als Hotel begann 1912, als die Familie Gietz den 'Erbprinz' übernahm und ihm schließlich als First-Class-Hotel Weltrufverschaffte.

33. Bei der Altstadtsanierung im letzten Jahrzehnt blieb von der heimeligen Schillingsgasse zwar der Name erhalten. Doch die Scheuem und die Ställe, die davon zeugten, daß in Ettlingen trotz Gewerbe und Industrie bis ans Ende des 19. Jahrhunderts die Landwirtschaft noch immer die wichtigste Rolle spielte, wurden längst überflüssig. Dazu karn, daß die Bausubstanz der Häuser auch nicht mehr die beste war und nicht langer erhalten werden konnte. So ist nur eine Erinnerung, lieb und schmerzlich zugleich, an einen romantischen Alt-Ettlinger Winkel geblieben und im Bild aufbewahrt.

34. Wenn die Ackerbürger des Zweiten Viertels ihren Dämmer- oder Abendschoppen trinken wollten, karnen sie dabei so wenig in Verlegenheit wie ihre Mitbürger irn Ersten Viertel. Sie konnten wählen zwischen 'Strauß', 'Adler' oder dem Gasthaus 'Blume', das 1751 erbaut worden war, und mit seiner Fassadenbildung bereits das Aufkommen des Zopfstils erkennen ließ. Durch das Aufsetzen eines dritten Stockwerks im Jahr 1851 ist die Harmonie des Hauses allerdings beeinträchtigt worden. Inzwischen ist aus der 'Blume' - hier in einer Aufnahme aus dem Ersten Weltkrieg - ein Geschäftshaus geworden.

35. Nach der Betrachtung alter Ansichten aus der südlichen Altstadt links der Alb wenden wir uns nun dem Stadtteil rechts der Alb zu, der im 13. Jahrhundert als 'Neustadt' erbaut wurde. Schon der erste Bliek auf diesen Stadtteil zeigt die regelmäßigere Anlage der Straßen und behäbigere Bürgerhäuser: ein Beweis dafür, daß auf der rechten Albseite wahrscheinlich wohlhabendere Bürger bauten und wohnten als in dem Gewimmel der vielen krummen Gassen südlich der Alb.

.?

.1'

36. Die Alb, welche die Stadt durchfließt, war bereits in vorgeschichtlicher Zeit die Lebensader für die Siedlung an ihrem Gestade. Sie lieferte das Trinkwasser für Menschen und Tiere, sorgte für Sauberkeit und Gesundheit der Bürger und schenkte ihnen mit ihrer Strömung die Antriebskraft für viele Gewerbe; vor allem für die mannigfachen Mühlen, die sowohl innerhalb ais auch außerhalb der Stadtmauer entstanden, wie diese Papiermühle von 1791. Sie ging hervor aus einer älteren, die schon um die Mitte des 16. Jahrhunderts von den Markgrafen privilegiert wurde, und ist zur Keimzelle der Ettlinger Papierindustrie geworden.

37. Weiter flußabwärts, aber ebenfalls noch vor der Stadtmauer, lag die Oberstadtmühle. 1404 wurde sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt, 1403 und 1689 niedergebrannt. Tüchtige Müllergeschlechter bauten sie aber immer wieder von neuem auf, und erst 1897 stand ihr Mühlrad endgültig still. Noch sechzig Jahre blieb das Mühlengebäude mit den Figuren der Himmelskönigin und des heiligen Johannes Nepomuk in den Ecknischen bestehen. 1957 wurde die erste der drei alten Ettlinger Stadtmühlen abgebrochen, um für den Bau von zwei Wohnblocks Platz zu rnachen.

38. Die zweite der drei alten Stadtmühlen lag zwischen der östlichen Stadtmauer und der Martinskirche. 1445 wurde sie dem Müller Hans Natteney zu Lehen gegeben, und hieß nach ihm Natten- und später Kirchmühle. Auf dem Foto von 1902 steht die Wachtersche Mühle, so ihr letzter Name, noch; zwei Jahre später brannte sie ab. Das hübsche Haus im Vordergrund, das die Mühle nahezu verdeckt, war das 'Volksbänkle'. Mit diesem liebevollen Namen bezeichneten einst die Ettlinger die aus der 1875 gegründeten Genossenschaft eines Vorschuß- und Sparvereins hervorgegangene Volksbank, heute eines der führenden Bank- und Kreditinstitute des Ettlinger Raumes.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek