Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Leopold Zollner
Gemeente
:   Ettlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3177-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ettlingen in alten Ansichten Band 1'

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39. Die bedeutendste und vermutlich älteste Ettlinger Stadtmühle war die Zwingelmühle am westlichen Austritt der Alb aus der Stadt, Der erste Erblehensbrief für diese Mühle mit vier Mahlgängen datiert vorn Jahr 1457. Bekannte Müllergeschlechter verzeichnete ihre Geschichte, ehe sie 1870 einern Großbrand zum Opfer fiel. Ihr neuer Besitzer, Jakob Christian Gierich, baute sie 1883 als Kunstrnühle weiter aus, aber er ließ, obwohl er ein Freund der Technik war, was auch der Zeppelin über der Mühle unterstreicht, erfreulicherweise das alte Mühlenwehr weiter bestehen.

40. Ein interessantes Beispiel für die Weiterentwicklung von einer Papiermühle zu einer Papierfabrik war die vormalige 'Untere Buhlsche Papiermühle', die im ausgehenden 18. Jahrhundert im Besitz der badischen Markgräfin Caroline Luise war. Das Papier der Fürstin erwähnte sogar einmal Johann Wolfgang von Goethe, wenn auch nicht gerade lobend. Um 1810 kam diese 'untere' wie kurz zuvor die 'obere Papiermühle' in den Besitz der Familie Buhl. Die Buhls stellten hier 1828 eine Papiermaschine auf, die erste im Großherzogturn Baden, ein Meilenstein in der industriellen Entwicklung des Landes. Da war es schon ein schwerer Schlag, als am. 7. Juli 1897 ein Großbrand wichtige Teile der Produktion für längere Zeit lahmlegte.

41. Nach diesem Mühlenspaziergang albabwärts führen die Bilder der Kronenstraße, einmal in Bliekrichtung nach Norden (links) und einmal in Richtung Rathausturm (rechts), in die wichtigste Verkehrs- und Geschäftsstraße des Stadtteils rechts der Alb, Gesäumt von Gaststätten, Handwerksbetrieben und Läden trennte sie einst das Dritte Viertel und das Vierte Viertel voneinander,

42. Manche Geschäfte in der Kronenstraße haben mehr als ein halbes Jahrhundert lang ihren ursprünglichen Platz beibehalten. Der Tabakladen gehört beispielsweise dazu, aber auch die Metzgerei daneben. Sie wurde 1892 eröffnet und ging 1927 in den Besitz der Familie über, deren Nachfahren bis auf den heutigen Tag ihre Kundschaft mit Fleisch- und Wurstwaren bedienen.

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43. Ein romantisches Bild der kleinen Landstadt Ettlingen bewahrte das Dritte Viertel zwischen Kronenstraße und Lauerturm, obwohl es im Dezember 1836 von einer verheerenden Brandkatastrophe heirngesucht wurde. Beim Wiederaufbau legte man quer durch das Viertel eine neue Gasse, die deshalb Quergasse heißt. Neben den Gebäuden mit Ställen und Scheuern entstand beim Wiederaufbau auch ein Haus, das mit seiner schmalen Seitenfassade geschickt in die Gasse eingepaßt ist und deutlich den Einfluß des damals herrschenden klassizistischen Baustils wiedergibt,

44. Diese Quergasse endet an der Alb, ungefähr gegenüber des Rathauses. Dort war auch eine Pferdeschwemme, und ganz alte Ettlinger erinnern sich noch, wie hier samstags die Pferde ins Wasser getrieben und dann gestriegelt wurden. Obwohl nicht ohne Gefahr, war die 'Schwemme' aber auch ein beliebter Spiel- und Versammlungsplatz der Kinder.

45. Manche lauschige Stelle gab es ein wenig flußabwarts damals noch am Albufer. Etwa beim alten Schlachthaus oder da, wo früher einmal Gerber und Färber ihrem Gewerbe nachgingen. Keine Partie aber war malerischer und daher bei allen Künstlern so beliebt wie die 'Stellfalle" mit der Weide am Ufer und dem Rathaus im Hintergrund.

46. Auch nach Norden war Ettlingen durch seine Stadtmauer geschützt. Hier befand sich, mit zwei Gebäudef1ügeln auf die Stadtmauer aufgesetzt, das Kolleg der Jesuiten, die Markgraf Wilhelm von Baden 1661 nach Ettlingen berief. 65 Jahre nach der Aufbebung des Ordens zog im Kolleg und in seine profanierte Erhardskirche ein Seminar für badische Volksschullehrer ein. 'Käskistler' hießen die Zöglinge bei den EttJingem, weil die Seminaristen an Fastnacht einmal mit Käsekisten um den Leib gegen die allzuhäufige Speisung mit billigem Käse demonstriert hatten. Das Bild des Lehrerseminars, das 1838 einzog, entstand, als die Stadtmauer an dieser Stelle bereits niedergelegt worden war.

47. Bis 1823 stand östlich vom ehemaligen Jesuitenkolleg das Pforzheimer Tor, das einzige in der nördlichen Stadtmauer. Weil der Weg dahin und zum nahegelegenen Spital für Fremde offenbar nicht leicht zu finden war, gab es schon seit dem Mittelalter an der Ecke von Kronen- und Seminarstraße einen Wegweiser in Gestalt eines Spitalbewohners mit der Beischrift me, d.h. HIER (links). Ihm gegenüber stand der 'Metzenbrunnen', genannt nach der leichtgeschürzten Dame im eleganten Renaissancekostüm. Sie hält die Wappenschilder der badischen Markgrafschaft und der Stadt Ettlingen. Später wurde die Metze, die manchem braven Bürger allzu frivol erscheinen mochte, für lange Zeit in den Rathauskeller verbannt.

48. Drei Gassen durchziehen den östlichen Teil der Altstadt rechts der Alb und enden an der Straße, die den Fluß begleiter. Die erste heißt Hirschgasse nach dem einstigen Gasthaus 'Zum Hirsch', Das Haus, 1711 erbaut, wie der Sch1ußstein mit dem Hirsch ausweist, und sein linker Nachbar sind die zwei Typen von Modellhäusern, wie sie Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden, genannt "Iürkenlouis' ftir den Wiederaufbau wünschte, und die er mit Grundsteuerbefreiung privilegierte. Sie sollten mit der Giebeloder Traufseite zur Straße stehen, aus Stein erbaut und mit einem Logis ftir herrschaftliche Beamte oder Diener versehen werden. Allerdings machten nur wenige Ettlinger vom Privileg Gebrauch.

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