Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Leopold Zollner
Gemeente
:   Ettlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3177-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ettlingen in alten Ansichten Band 1'

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49. Die der östlichen Stadtmauer nächste Gasse ist die Sternengasse, die einst vom Pforzheimer Tor ziemlich geradlinig an die Alb führte, Außer recht ansehnlichen Häusern befand sich in dieser Gasse, das hier gezeigte Gasthaus 'Zum Darmstädter Hof' mit seinem schönen Wirtshausschild. Die alten Ettlinger freilich nannten diese Wirtschaft bis zum Ende ihres Bestehens in derbem Ettlinger Humor den 'blutigen Knochen'.

50. Nicht zu übersehen ist in der Sternengasse das imposante Barockgebäude am östlichen Gassenrand. Im 18. Jahrhundert erbaute es der aus Ettlingen stammende Franz Ignaz Krohmer unter Verwendung von Plänen seines Vorgängers Joharm Peter Ernst Rohrer als Spital. Es sollte das mittelalterliche Spital ersetzen, das etwa an gleicher Stelle gelegen, ebenfalls 1689 zerstört worden war. Allerdings wurde dieser zweistöckige Spitalbau mit seinen 14 Pensterachsen und dem prachtvollen Mansarddach bereits 1782 seiner Bestimmung entzogen und als Amtshaus eingerichtet. Seit 1857 beherbergt er das Amtsgericht Ettlingen.

51. Aus der Sternengasse zweigt mit einem Knick und dann ebenfalls bis zur Alb verlaufend die Färbergasse ab. In alter Zeit hieß sie noch Judengasse, weil nach der Überlieferung in ihren Häusern die ältesten Judenfamilien der Stadt wohnten, Darauf deutet auch die hebräische Inschrift auf dem Türsturz des Eckhauses dieser Gasse mit der Albstraße hin. Hier soll sich von 1819 an die erste Judenschule, der Betsaal der Juden, befunden haben, bis die größer gewordene israelitische Gemeinde eine Synagoge errichten konnte.

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52. Wo die Sternengasse auf die Alb stößt, stand, ein paar Schritte von der Judengasse entfernt, die Synagoge. Die israelitische Gemeinde hatte dafür 1848 ein altes Gerberhäuschen erworben und es zu ihrem Gotteshaus eingerichtet. Diese Synagoge an der Alb wurde 1888 abgebrochen, weil sie den Verkehr in der Albstraße behinderte, und an anderem Ort durch einen Neubau ersetzt. Dem zunehmenden Verkehr war auch die schöne dreibogige Steinbrücke von 1482 (im Hintergrund) nicht mehr gewachsen. Sie mußte daher 1891 einer Eisenkonstruktion, der Friedrichsbrücke, weichen.

53. Zum Lehrerseminar gehörte selbstverständlich auch eine übungsschule, in der die Seminaristen die Praxis des Schulunterrichts erlernten. Da diese Schule aber von allen Ettlinger Knaben besucht wurde, reichten ihre Räume bald nicht mehr aus. Nach langen Debatten um die Finanzierung wurde unter Philipp Thiebauth, dem rührigsten Ettlinger Bürgermeister des 19. Jahrhunderts, im bisherigen Seminargarten nach Plänen des Oberbaurats Heinrich Lang ein neues Knabenschulhaus erbaut. Die Schule, die heute den Namen Thiebauths trägt, wurde am 24. Oktober 1875 eröffnet. Vor dem Schulhaus errichtete man ein Jahr später ein Denkmal zur Erinnerung an den Krieg 1870/71.

54. Etwa um die gleiche Zeit brauchte die durch die zunehmende Industrialisierung und Bevölkerungsvermehrung auf 750 Seelen angewachsene evangelische Gemeinde eine eigene Kirche, zumal sie 1876 ihr bisheriges Gotteshaus, die ehemalige Schloßkapelle, für die Königlich Preußische Unteroffizierschule hatte räumen mussen. Innerhalb von vier Jahren entstand nach den Entwürfen von Kirchenbauinspektor Ludwig Diemer die Johanneskirche, die am 29. Juni 1880 eingeweiht wurde.

55. Nach den Neubauten von Schule und evangelischer Kirche bedurfte auch ein Verkehrsproblem im ständig wachsenden Ettlingen der Lösung. Der Bahnhof der Badischen Staatsbahn war für den Personen-, Ausflügler- und Güterverkehr zu weit von der Stadt entfernt. Eine erste, wenig befriedigende Lösung brachte 1885 eine Seitenbahn vom Staatsbahnhof bis zum Gasthaus 'Erbprinz', deren Gleise zu Rangierzwecken zum Holzhof weitergeftihrt wurden. Die brauchbarere Verbindung zur nahen Residenzstadt Karlsruhe schuf aber erst der Bau der schmalspurigen Albtalbahn. Die 7,8 km lange Teilstrecke von Karlsruhe bis zur zentraler gelegenen Station 'Ettlingen-Holzhof' wurde am 1. Dezember 1897 in Betrieb genommen.

56. Von Ettlingen aus wurde die Bahn albtalaufwärts zügig weitergebaut. 1898 war Herrenalb, damals schon ein beliebter Luftkurort, erreicht; 1899 die Seitenstrecke nach Ittersbaeh fertiggestellt. Um diese Zeit wurde zwar noch mit Dampflokomotiven 'ins Gebirge' gefahren, aber zwischen Karlsruhe und Ettlingen verkehrten schon elektrische Lokomotiven, die wegen ihrer Form scherzhaft 'Bügeleisen' genannt wurden. Nach und nach wurde das gesamte Streckennetz elektrifiziert, neue Elektrolokomotiven oder straßenbahnähnliche Triebwagen eingesetzt, so daß die Albtalbahn als eine der ältesten und fortschrittlichsten Überlandbahnen Mitteleuropas gelten durfte.

51. So wurde von nun an die Albtalbahn werktags das wichtigste Beförderungsmittel für den Berufsverkehr und mit den voll ausgebauten Vollbahn-Gleisen bis zur Spinnerei und Weberei in Ettlingen, Busenbach und Neurod das Transportmittel für die wichtigsten industriellen Erzeugnisse des Raumes. An Sonn- und Feiertagen aber beförderten die Züge Tausende von Erholungssuchenden von KarIsruhe in die beliebte Nachbarstadt oder in die Dörfer des Albtals - und an der Ettlinger Station Holzhofwar an solchen Tagen immer 'großer Bahnhof".

58. Die zunehmende Zahl von Besuchern und Ettlingens wachsende Beliebtheit als Wohnstadt veranlaßten Stadtverwaltung und Verschönerungsverein, den Platz vor dem Bahnhof als Stadtgarten anzulegen. In dieser Grünanlage mit Blumen und Bäumen wurde schließlich noch ein Monumentalbrunnen aufgestellt. Sein Schöpfer war der Karlsruher Bildhauer Hermann Binz. Er verwendete für sein Werk in den Formen des Jugendstils erstmals Zement und stellte auf die Brunnenschale eine muschelblasende Meerjungor. Die Ettlinger freilich schätzten das Kunstwerk mit dem nackten Fischweib nicht besonders, und schon um die Mitte unseres Jahrhunderts war der Brunnen von seinem Platz verschwunden.

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