Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Leopold Zollner
Gemeente
:   Ettlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3177-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ettlingen in alten Ansichten Band 1'

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Elllingen

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59. Kurz vor der Eröffnung der Albtalbahn wurde in der Nähe der geplanten Station 'Holzhof' ein neues Reichspostgebäude gebaut. Es konnte, nachdem die Post jahrzehntelang in Ettlingen ihr Quartier immer wieder hatte wechseln müssen, am 1. Oktober 1896 bezogen werden. Die Nachbarschaft von Post und Bahn erwies sich als überaus günstig, und 'alte Ettlinger' - so liest man in der Ettlinger Postgeschichte von Werner Zurstrassen - 'erinnern sich noch recht gut an die Postwagen, mit denen die Postsäcke ... zum 100 Meter entfernten Bahnhof gezogen wurden.'

60. Daß für die größere Zahl der Bürger und erst recht der Zugezogenen der vorhandene Wohnraum nicht mehr ausreichte, ist verständlich. Deshalb wurde um und nach der Jahrhundertwende eifrig gebaut, Neue Wohngebiete entstanden. Besonders beliebt war der Hang des Rottbergs oder - wie die Ettlinger sagen - 'des Robbergs', an dem seit alter Zeit der Ettlinger Wein wuchs. Schon hinter dem 1860 eingerichteten Spital (unten links) kletterten Straßen, Häuser und Villen bergan. Über ihnen aber, an der Grenze zwischen Weingärten und Wald, ragte die Bismarcksäule empor, an der von 1902 an die Karlsruher Studenten alljährlich die Sommersonnenwende mit Freudenfeuern begingen.

61. Um das Jahr 1897 entstand am Hang des Rottbergs ein Höhenrestaurant, das nach einem Gewann in der Nähe den hübschen Namen 'Zum Vogelsang' führte. Von hier genossen die Gäste sowohl vom Saal mit den großen Fenstern, als auch von der überdachten Terrasse aus einen herrlichen Bliek ins Land. Besonders beliebt war das Lokal zur Zeit der Baumblüte. Aber auch als Ausgangspunkt oder als Raststätte vor und nach Spaziergangen zur Bismarcksäule oder zur Hedwigsquelle oder auf die Friedrichshöhe wurde der 'Vogelsang' von Einheimischen und Fremden gerne aufgesucht; nicht zuletzt von jungen Pärchen, die gerne zum Tanz in den 'Vogelsang' kamen.

62. Ein beliebter Spaziergang vom Höhenrestaurant 'Vogelsang' abwärts führte durch die Winzeranlagen bis in die Nähe der Villa Watthalden an der Straße des Albtals, Umgeben von einem prächtigen Park mit alten Bäumen, darunter gewaltige Rotbuchen und Mammutkiefern, verrät das Haus mit der klassizistischen Fassade, daß es einst einem hohen Herrn gehört haben muß. Es war der Landsitz des Ministers von Berstett, dessen Tränenerguß vor Alexander von Rußland beim Aachener Kongreß 1818 den Bestand des Großherzogtums Baden gerettet haben soll. Nach Berstetts Tod diente die Villa vielen Zwecken, doch bewahrte sie stets ihr nobles Aussehen, und der Park, obschon kleiner als früher, blieb ein Ort der Erholung.

63. Auch entlang der Straße, die auf die Bergkuppen links der Alb führte, an der Schöllbronner Straße, entstanden neue Häuser. Sie reichten bis an den Fuß des Heilbergs heran, hinter dem Ettlingens zweiter Hausberg, der Kreuzelberg emporragt. Ihn bedeekt ein stattlicher Teil des 1 600 Hektar umfassenden Stadtwalds, der von jeher der Stolz der Bürger und lange Zeit auch Quelle ihres Wohlstands gewesen war. Mit gutem Recht konnte deshalb der Verkehrsverein 1912 in seiner Schrift 'Ettlingen und Umgebung' behaupten, ihre Lage und ihr Waldreichtum mache die Stadt 'nicht nur zum Ausflugsziel, sondern Villen und Landhäuser laden auch zum dauernden Wohnsitz ein'.

64. In dem zuvor erwähnten Stadtführer des Ettlinger Verkehrsvereins wurden auch Spaziergänge und kleine Wanderungen vorgeschlagen. So wurde z.B. eine Promenade zu dem an der Westflanke des Kreuzelbergs gelegenen Luftkurhotel 'Wilhelmshöhe' empfohlen, Das Haus im Stil einer Ritterburg war von der Station 'Ettlingen-Holzhof" in 25 Minuten zu erreichen; auch mit dem Pferdeomnibus, den das Bild zeigt, konnten Damen, die ihre Toilette schonen wollten, auf die 'Wilhelmshöhe' gelangen. Allen aber wurde eine herrliche Aussicht von der Terrasse zuteil: ein Bliek über die Rheinebene bis hinüber zu den Vogesen.

Eülincen

Knabcnschule - Fcsrhalle.

65. Immer mehr Bedeutung gewann nach 1900 auch das kulturelle Leben in der Stadt. Hatten bisher die Vereine, wie die 'Liedertafel', der Musikverein oder die schneidige, von dem beliebten Musikmeister Honrath dirigierte Kapelle der Unteroffiziersehule mit Konzerten zur Blüte der Musik und des Gesangs beigetragen, so reichten nun die Vereinslokale längst nicht mehr dafür aus. Deshalb wurde 1906 eine Festhal1e erbaut, zwischen Knabenschule und evangelischer Kirche, mit einer ungewöhnlichen Eingangsfassade im 'Renaissance-Stil des 20. Jahrhunderts', wie damals eine Zeitung schrieb. Bei den schlagfertigen Ettlingem erhielt sie jedoch im Handumdrehen die Bezeichnung 'das Faß'.

66. Während die Festhalle, unter der auch eine Turnhalle für das Lehrerseminar vorgesehen war, gebaut wurde, befaßte sich ihr Architekt, der Karlsruher Baumeister Hugo Slevogt, bereits mit Plänen für ein neues Mädchenschulhaus mit 18 Klassenräumen. Trotz vieler Diskussionen um Planung, Finanzierung und Ausgestaltung schritt der Bau gegenüber dem Lauerturm rüstig voran und war schon ein halbes Jahr früher als geplant fertiggestellt. Am 10. Mai 1906 wurde die Schule eingeweiht und erhielt, da sie an der Schillerstraße lag, den Namen 'Schillerschule'.

67. Mochte vor und nach dem Bau der neuen Schillerschule auch weidlich gestritten worden sein: die 461 Mädchen, fünf Lehrer, darunter auch eine einzige Lehrerin, waren heilfroh, daß sie aus dem alten Mädchenschulhaus bei der Martinskirche hatten ausziehen können; denn dort hatten sie mit vier großen aber mehr langen als tiefen Schulzimmern auskommen müssen, und bis zu 85 Mädchen waren in manche Klasse hineingesteckt worden. Von nun an stellten sich die Schülerinnen vergnügt in der Schiller-Anlage gegenüber der neuen Schule auf, wenn der Fotograf erschien, um das Klassenbild aufzunehmen, das später einmal zu ihren Jugenderinnerungen gehören sollte.

68. Sechs Wochen nach Eröffnung der neuen Mädchenschule gab es in Ettlingen ein noch größeres Freudenfest. Am Herz-Jesu-Sonntag des Jahres 1906 konnte die katholische Pfarrgemeinde ihre neue Kirche nach Plänen des Erzbischöflichen Kirchenbauinspektors Johannes Schroth einweihen. Ein stattticher Bau aus hellem Sandstein, in modem-romanischem Stil mit weithin sichtbarem, 78 Meter hohem Turm, so schilderte der zeitgenössische Stadtführer die neue Kirche. Ihr spitzer Turm gehörte von nun an ebenso zum Stadtbild wie die Barocktünne von St. Martin und Rathaus, sowie der Lauerturm und der Turm der evangelischen Stadtkirehe.

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