Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Ettlingen in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Leopold Zollner
Gemeente
:   Ettlingen
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3177-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Ettlingen in alten Ansichten Band 1'

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69. Zusammen mit der Pfarrgemeinde übersiedelte auch der Kirchenchor ins neue Gotteshaus. Die größere Orgel und die Weite des Raumes in der Herz-Jesu-Kirche boten dem Chor, dessen Leistungen zu jener Zeit schon auf beachtlicher Höhe standen, die Möglichkeit weiterer künstlerischer Entfaltung. Neben dem Dienst an der Musica Sacra pflegten die Chormitglieder aber auch stets unter sich freundliche Harmonie bei geselligen Veranstaltungen und beim Jahresausflug mit dem Chorleiter und Organisten Franz Decker (untere Reihe, 3. von links), der auch ein talentierter Komponist war.

70. Noch vor der Residenz- und Landeshauptstadt Karlsruhe, am 17. Juni 1900, eröffnete man in Ettlingen eine Städtische Badeanstalt, Das Gebäude - auf diesem Bild kurz vor seiner Fertigstellung war ein Werk des Ettlinger Stadtbaumeisters Alexander Kiefer, Es enthielt zwei Schwimmbecken, Wannenbäder und Duschräume. Mit besenderem Stolz wurde bei der Eröffnung vermerkt, keine zweite Stadt des badischen Landes von der Größe Ettlingens könne sich rühmen, eine solche Badeanstalt zu besitzen, Tatsächlich war das Ettlinger Schwimmbad eines der vollkommensten und schönsten seiner Zeit in ganz Südwestdeutschland, und es fügte sich gut zu den kulturellen und schulischen Bemühungen der Stadt.

71. Mit dem Ausbau der Wasserleitung und mit dem elektrischen Strom, der durch die Elektrifizierung der Albtalbahn seinen Einzug in Ettlingen halten konnte, war die Energieversorgung der gewachsenen Stadt für geraume Zeit gesichert. Nun mußte nur noch für eine ausreichende Gasversorung gesorgt werden. Nachdem 1907 ein neues Gaswerk in Betrieb genommen worden war, konnte das hier abgebildete alte Gaswerk aus dem Jahr 1862 aufgehoben werden.

72. Zu der aus zwei Mühlen hervorgegangenen Ettlinger Papierindustrie gesellte sich 1836 ein großer Textilbetrieb: die Gesellschaft für Spinnerei und Weberei Ettlingen. Sie beschäftigte schon zwei Jahre nach ihrer Gründung fast 1000 Menschen an 42 Spinnmaschinen und 186 Webstühlen und zählte zu den drei größten Fabriken des Großherzogtums Baden. Obwohl eine frühkapitalistische Gründung, bot das Unternehmen seinen Beschäftigten viele soziale Einrichtungen, die damals noch so gut wie unbekannt waren: Arbeiterwohnungen, eine werkseigene Schule, eine Werksküche u.a, Vor allem aber schuf es Arbeitsplätze und bewahrte so viele Menschen in den armen Albtaldörfern vor der Auswanderung.

73. Das Entstehen einer neuen Industrie zieht fast immer die Ansiedlung von Zulieferungs- oder Veredelungsbetrieben nach. Ein gutes Beispiel hierfür bildet die 'Wackhersche Bleiche'. Sie übernahm schon von 1838 an die Ausrüstung der von der Spinnerei und Weberei hergestellten Textilien. Zunächst genügte hierzu die Rasenbleiche mit Wiesen und klarem Wasser aus der Alb; dann übernahmen Spezialmaschinen die Textilveredelung, und in den hohen Türmen, die noch weit ins 20. Jahrhundert hinein zum Bild eines Bleicherei-, Färberei- und Appreturbetriebs gehörten, wurden die langen Stoffbahnen getrocknet,

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74. Im Jahr 1890 trat zu den schon traditionellen Ettlinger Industriezweigen, Papier und Textil, ein neuer: der Maschinenbau. Wilhelm Lorenz, ein westfálischer Schmiedesohn, Selfmademan und genialer Erfinder, gründete beim Staatsbahnhof eine Fabrik flit Werkzeugmaschinen und verwertete bei deren Konstruktion die Erfahrungen, die er bei der Munitionsherstellung gesammelt hatte. Ohne seine Fräs-, Zieh- und Zahnradformmaschinen ware der Bau von Automobilmotoren nach 1900 nicht im gleichen Ausmaß möglich gewesen. Lorenz war noch einmal ein patriarchalischer Unternehmer, der Arbeit und Fortschritt förmlich vergötterte, und der das Verwaltungsgebäude seiner Firma, erbaut in gotisierenden Formen, gerne als 'Kathedrale der Arbeit' bezeichnete,

Reserve·Lazarett, Ettlingen

75. Nach 1900 zeigte sich, daß das Ettlinger Schloß nicht mehr als Unterkunft für die Unteroffizierschule ausreichte, Die Stadt, am Verbleiben ihrer Garnison aus wirtschaftlichen Gründen interessiert, stellte Gelände für einen Neubau zur Verfügung und brachte das Schloß zu einem günstigen Preis in ihren Besitz. Im Oktober 1914 sollte die Unteroffizierschule in die neue Kaserne einziehen, aber stattdessen zogen die Ettlinger Füsiliere am 1. August 1914 in die Schlachten des Ersten Weltkriegs. Aus der.neuen Kaserne wurde ein Reservelazarett für die Verwundeten. Da mochte schon mancher Bürger ahnen, daß jene Epoche zu Ende gegangen war, die man - zu Recht oder zu Uurecht - 'die gute alte Zeit' zu nennen pflegt.

76. Unberührt von allem politischen und wirtschaftlichen Geschehen in der Epoche, die sich in dieser Bilderfolge widerspiegelt, blieb allein die Natur, Auch nach dem Ersten Weltkrieg und den bösen Jahren der Inflation und Krisen blühten auf dem Ettlinger Robberg die Obstbäume und erfreuten in jedem Frühjahr die Bewohner der Stadt, die inzwischen auch ein gutes Stück nach Westen, in die Rheinebene hinaus, gewachsen war, und die jetzt fast 9 500 Einwohner zählte.

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