Fallingbostel in alten Ansichten Band 1

Fallingbostel in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Franz Ullner
Gemeente
:   Fallingbostel
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0186-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fallingbostel in alten Ansichten Band 1'

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59. Als Erinnerungsstätte an die zwölf Dörfer des Kreises, die ab 1935 geräumt und deren Bewohner umgesiedelt werden mußten, weil ein Truppenübungsplatz anzulegen war, wurde das Wohnhaus, der eintreppige Speicher und das aus dem 14. Jahrhundert stammende Backhaus vom Bookholtshof aus Kolk, in der Nähe der Sieben Steinhäuser, abgetragen und 1938 in der Lieth in Fallingbostel wieder aufgebaut. 'Die Lieth' ist der überwiegend mit Buchen bestandene Berghang zwischen der Bundesstraße 209 und der Böhme. Der Abfall zum Tal ist steil und selten in der Norddeutschen Tiefebene. Am Fuße der Lieth plätschert die Böhme in vielen Windungen durch die Wiesen. Durch Kriegshandlungen durchziehender schwedischer Soldaten während des Dreißigjährigen Krieges brannte das Bauernhaus vom Booksholtshof nieder. Auf den Grundmauern des abgebrannten Hauses wurde 1642 ein neues errichtet, das heute in der Lieth steht.

60. Das Haus strahlt Ruhe und Geborgenheit aus. Sein wichtigster Teil ist das durch ein niedriges Gitter von der Diele abgetrennte Flett mit dem offenen Herd. Hier, vom Herd aus, konnte die Bäuerin das ganze Geschehen im Bauernhaus übersehen, hier, am Herd, wurden alle Verträge geschlossen und hier versammelten sich nach Feierabend die Bauernfamilie und ihre Mitarbeiter, um nach des Tages Müh und Last gemütlich beieinander zu sitzen. Der Hof der Heidmark soll kein Museum sein, sondern ein Stätte des Gedenkens, naturgetreu und lebenswahr, ohne falsche Romantik, ein Ort für würdige Feiern. Der Initiatior dieses Vorhabens war der verdienstvolle Kreisheimatpfleger Rektor Hans Stuhlmacher (1892-1962).

61. Es gab früher viele Privatpensionen in Fallingbostel mit voller Pension, aber auch eine stattliche Zahl von Hauseigentümern, die nur Zimmer mit Frühstück abgaben. Mit eine der ältesten war die Pension 'Frau DI. Scharfe', spater 'Julius Neupert' an der Walsroder-Ecke Dushomer Straße. Sie war das ganze Jahr geöffnet. Der damalige Pensionspreis mutet uns heute wie aus dern Märchenland an. Er betrug für Vollpension (Frühstück, Mittagessen und Abendessen) pro Tag vier Reichsmark. Der Nachmittagskaffee mit Kuchen wurde mit fünfundzwanzig Pfennig berechnet. Heute befinden sich in dem Haus Abteilungen der Stadtverwaltung.

62. So sah das Hotel 'Zum Böhmetal' im Jahre 1910 aus. Gemütlich konnte man vor dem Hotel unter den Linden sitzen und sich an dem gegenüberliegenden Wald (die Lieth) erfreuen. Heute herrscht auf dieser Straße, der Bundesstraße 209, trotz der Autobahn Hamburg-Hannover ein lebhafter Kraftwagenverkehr. Trotzdem hat die Lieth nichts an ihrer Romantik eingebüßt und das Hotel an seiner Leistungsfähigkeit.

63. Diese stattliche Anzahl junger Männer hatte sich als Freiwillige für den vormilitärischen Ausbildungsdienst gemeldet. Die Freiwilligen hatten sich vor dem damaligen Hote! 'Zur Lieth' aufgebaut. In ihrer Mitte der Leiter der vormilitärischen Ausbildung, der Mann in Uniform und mit Schnurrbart, ausgedienter Artillerist und Amtsdiener Linnemann beim Landratsamt. Der Herr in Zivil war der Gemeindevorsteher Kruse.

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64. Zum Gedachtnis der im Kriege 1870/1871 gebliebenen ftinfzehn Soldaten aus dem Amte Fallingbostel errichtete der Kriegerverein im Jahre 1882 auf dem Kirchplatz ein Denkmal (rechts im Bild). Hier münden die Walsroder und die So1tauer Straße und die Vogteistraße. Für den zunehmenden Verkehr wurde das Denkmal ein Hindernis. Das umsomehr, als es durch ein Eisengitter geschützt wurde, an dem manches Pferdegespann hangen blieb. Das Denkmal wurde deshalo auf den alten Friedhof an der Heinrichsstraße umgesetzt.

65. Der Bäckermeister Ernst Evers in der Vogteistraße machte sich 1906 in diesem Haus selbständig, Er heiratete Anna Wünning (Uhrmacher). Im Jahre 1909 wurde ihr Sohn geboren. Die glücklichen Eltern stellten sich dem Fotografen. 1927 wurde das Haus umgebaut und aufgestockt. Spater erwarb Erich Bendel die Bäckerei und baute einen neuen Verkaufsraurn zu ebener Erde, weil die Kunden keine großen Treppen mehr steigen wollten. Auf dem Foto sieht man links von der Haustür noch die Wasserpumpe. Alle Häuser hatten ihren eigenen Brunnen und die Pumpen befanden sich größenteils im Freien.

66. Die Familien Wünning sind alteingesessene Familien ebenso wie die Peters, Wildungs und manche andere. Uhrmacher Wünning betrieb einst sein Handwerk und Geschäft in der Hindenburgstraße (in dem hinteren Haus dieser Aufnahme), natürlich neben einer Landwirtschaft. Den Anfang der 'Expansion' bildete das kleine Haus auf unserem Bild mit dem Eingang von der Vogteistraße.

67. In der Vogteistraße 8, heute Blumenhaus Menzei und andere Geschäfte, die den Inhaber und auch die Branche wechseln, residierte bis 1935 der wegen seines Humors und seiner Fröhlichkeit allseits beliebte Kar! Niemann. Er war aber auch ein tüchtiger Geschäftsmann und hatte außerdem eine poetischer Ader. Die alten Einwohner bescheinigten ihm, daß er hier den Kunstdünger eingeführt hat. Die Spuren seines Pegasus hinterließ er auf den damals üblichen Spitztüten der Kaufleute:

Hier ist to hebben allerhand, gaut und billig, wie bekannt Bier und Snaps, und seuten Wien, echten Gilka ut Berlin

und so fort.

68. So sah die heutige Konditorei & Café Lanzendorf 1920 aus. Da betrieb August Lanzendorf eine Bäckerei und Mehlhandlung. Der Inhaber und seine Nachfolger gingen mit der Zeit, modemisterten und erweiterten, um den Anforderungen der Kundschaft gerecht zu werden. Das Verkaufsgeschäft wurde zu ebener Erde verlegt, damit die Kunden keine Treppe zu steigen brauchen.

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