Füchtorf in alten Ansichten

Füchtorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Füchtorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0775-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Füchtorf in alten Ansichten'

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9. Von 1858 bis 1902 hatte unsere Kirche keinen Turm. Groß war darum die Freude, als man am 16. September 1902 den neuen sechzig Meter hohen Turm mit Feuerwerk, Blasmusik und einem großen Fest einweihen konnte. Wir sehen ihn hier ohne Schieferplatten und Hahn am Richtfest. Die Linden um die Kirche herum waren noch klein. Vergleichen wir die Knabenschule und die Lehrerwohnung daneben mit der jetzigen neuen Schule in Füchtorf, so kann man sich eines Lächelns kaum erwehren und kommt zu dem Schluß:

Fortschritt und Technik haben doch ihre Vorteile.

10. Der Torbogen im Süden des Kirchplatzes ist der letzte Rest der 1309 aufgegebenen Burg Vuchthorpe. An der Innenseite befinden sich dicke, schrniedeeiserne Angelhaken, die ein massives, eichenes Tor trugen. Die eng aneinanderliegende Bauweise der Häuser der Kirchhofsburg spricht dafür, daß die Burg noch im Mittelalter den Bewohnern als Wehrburg gegen Banden gedient hat. Inzwischen ist das Efeugestrüpp vom Torbogen entfernt, seine Oberkante mit einem Ziegeldach versehen, und Risse und Löcher sind ausgefugt. Der Kirchplatz wurde 1966/1967 renoviert und in großen Vierecken mit Basa1tsteinen gepflastert. Blumen und Sträucher wurden gepflanzt, Rasen eingesät, so daß er wieder ein dörflicher Mittelpunkt von malerischer Schönheit geworden ist.

Wirtschaft Pohlmaan

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11. Am 8. Mai 1788 kaufte Johann Christopher Pohlmann aus Beelen von Clemens August von Ketteler die 'Niemergs Spieker' benannte Behausung am Kirchplatz zu Füchtorf. Aus der Familie Pohlmann stammt der bekannte Domprediger Bernhard Pohlmann. Auf dem viereckigen Bild sehen wir die Südfront der Wirtschaft. Das Haus hatte einen Vorbau, worin das Karussell genannte, schmale Gästezimmer untergebracht war. Das Nachbarhaus war abgebrochen. Handwerker in 'Holsken' stehen an der Wand. Hinter drängenden Schülern erkennen wir Knabenschule und Lehrerhaus. Der offene Bliek auf die im Kreisbild dargestellte Kirche war durch den Abbruch des Hauses Nr. XIV möglich. Am Rand des Kirchplatzes befand sich ein Ziehbrunnen, der in Zeiten mittelalterlicher Belagerungen lebenswichtig war.

12. Näherte man sich vom Dorf dem im Busch liegenden Pastorat, so erweckte es den Eindruck eines kleinen Bauernhauses. Der Pastor hatte eine Haushälterin und ein Lehrmädchen, die Landwirtschaft und Vieh versorgten. Je nach Herkunft und Veranlagung arbeiteten die Pastöre mehr oder weniger in der Landwirtschaft rnit. Auf dem Foto ist die Nord- oder Waldseite rnit dem Privateingang zu sehen. Das alte Pastorat war ein schmuckes Häuschen. In der Tat erging es den Füchtorfer Pastören nach der Säkularisation bei fester Besoldung durch den Staat besser. Bis dahin waren sie arme Bauern, wie fast alle Füchtorfer. In diesern Haus blieben die Pastöre bis 1912. Seither wohnen sie in dem neuen Pastorat neben der Kirche. (Siehe Bild 1 und 4.)

13. Im Jahre 1836 erbauten die Eheleute S.H. Springmeier und Elisabeth Knoch dieses schmucke Fachwerkhaus. Die Inschrift des Querbalkens lautet: 'Durch Feuer des Herrn vom Himmel gesandt, ward ich zur Erde niedergebrannt, Durch Hilfe von Gott und Menschen vereint, steh ich jetzt hier erbaut und erneut.' Vor dem Haus sehen wir Schneiderrneister Heinrich Fischer und Ehefrau Caroline, geborene Haver, und Schneider Anton Fischer junior. An der Ecke des Hauses liegt ein Haufen Torf. Bis um 1928 wurde auf dem Venn Torf gestoehen und spendete den Füchtorfer Wohnungen eine behagliche Wärme. Nach Errichtung eines neuen Hauses betreiben Heinz und Anni Fischer jetzt ein Ladengeschäft und eine Mechanikerwerkstatt.

14. Kaum wiederzuerkennen ist die Vinnenbergerstraße in der alten Dorfstraße um 1925. Wechseln auf dieser Ansichtskarte weiße Putzbauten, Backsteinhäuser, Fachwerkgebäude, Ackerland mit Bäumen und Sträuchern, so ist von all dem nichts geblieben. Heute ist die Vinnenbergerstraße eine mit Bürgersteigen und Geschäften asphaltierte Ladenstraße mit mehr oder weniger großen Schaufenstern. Die liebevoll angelegten Vorgärten, einige aufgestellte Blumenkübel, Bäume und Sträucher am neuen Parkplatz könnten an einigen Stellen noch vermehrt werden, um wieder mehr Leben mit dem Wechselspiel von Licht und Schatten in die Vinnenbergerstraße zu bringen.

15. Um 1900 bewohnte die Familie Heitkarnp-Abke dieses schmucke Fachwerkhaus, Heinrich Heitkamp-Abke war Schneidermeister. Neben ihm steht seine Mutter Luise im langen schwarzen Kleid, Schwester Elisabeth trägt das für Bürgersleute jener Zeit typische Siamosengewand mit kurzen Ärmeln. Hinter dem Wohnhaus liegen Stallungen und Scheune; denn auch Abkes ftihrten nebenbei eine kleine Landwirtschaft wie alle Burger und Handwerker. Seit 1869 betrieben die Damen des Hauses außerdem ein ländliches Kolonialwarengeschäft. Hundert Jahre später wurde daraus ein großer Selbstbedienungsladen und eine Drogerie, So ändern sich die Zeiten. Die Vorfahren der Familie Heitkamp-Abke hießen Reimann, wohnten an der Kirchhofsburg und waren Hutmacher.

16. Im Jahre 1874 wurde erstmals die bis dahin einklassige Schule geteilt und eine Vorschule eingeführt, Wir sehen auf dem Bild, daß die Füchtorfer auch an ihrer 'Iütken Schule' nicht gespart haben. Mit der ins Dachgeschoß hinaufgezogenen fünfeckigen Giebelfront sah das Haus schöner aus als viele andere Schulen. 1906 wurde diese Schule aufgegeben und 1910 an den Klernpnerrneister Johann Knemeyer aus Glandorf verkauft. Als Elektromeister beschäftigte er nach dem Ersten Weltkrieg zur Errichtung des ersten Stromnetzes bis zu zwölf Gesellen. 1928 stellte er sich mit Familie und Gesellen dem Fotografen. 1960 erbaute der Nachfolger, Franz Knemeyer, an gleicher Stelle ein neues zweistöckiges Haus mit breiter Ladenfront.

17. Diese Postkarte ist etwa aus der gleichen Position aufgenommen wie Bild Nr. 4, nur dreißig Jahre später. Hier zweigt die Glandorferstraße von der Sassenbergerstraße ab. Während sich um 1890 dieser Komplex noch als Wiese präsentierte, war 1920 das Dorfdreieck bereits zugebaut. An der Strafsengabelung steht das Haus des Schneidermeisters und Ehrenmitgliedes des Heimatvereins Anton Ruhe. Mit seinem Sohn Alois, dem jetzigen Vorsitzenden des Heimatvereins Füchtorf, wurde das Haus 1969 umgebaut und ein zweiter Stock aufgesetzt. Im Hintergrund erkennen wir den Tie mit Küsterei und Haus Hülsmann mit Linden. Deutlich sind im Vordergrund die unterschiedlichen Pflastersteine der Straße und Gosse zu erkennen. Heute passieren an dieser Kurve leider viele Unfälle, seit die B 475 durch Füchtorf führt.

Heinr. Ruhe, Inh. Heinr. Bisping

18. Im Münsterland beeinflußten die Baumeister in erheblichern Umfang die Bauweise in den Dörfern. Für Kunst und Kinkerlitzen hatte man um 1900 nichts übrig. Einen Rohbau zu verputzen und mit Farbe zu verschönern, hielt man für Geldverschwendung. Nicht selten dienten städtische Bauten als Vorbilder. Für die Gastwirtschaft des Heinrich Ruhe scheint das königliche Seminar (Laurentianum) in Warendorf Pate gestanden zu haben, ebenso für das Füchtorfer Pastorat. Die Ähnlichkeiten im Äußeren sind unverkennbar: zwei oder drei Stockwerke, ausgebautes Dachgeschoß, rundbogige Fenster, fehlender Dachüberstand und versetzte Klinkerstellung zwischen den Geschossen. Heinrich Ruhe verkaufte sein Gasthaus an H. Bisping, der es seinem Sohn August vererbte.

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