Füchtorf in alten Ansichten

Füchtorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Füchtorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0775-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Füchtorf in alten Ansichten'

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19. Einen völlig anderen Baustil verrät das Haus des Viehhändlers Linnemann. Es war verputzt und mit großen, quadratischen Fuglinien versehen. Die Stallgebäude stehen längs zur Straße. Durch die Tenne waren sie von dem zweistöckigen Wohnhaus getrennt. Im Obergeschoß ziert ein fûnfkantiger Erker den Giebel. Die Aufnahme könnte an einem Sonntagnachmittag gemacht worden sein; denn offensichtlich verabschiedet der alte Herr Linnemann (mit Bart) mit seiner Frau Gemahlin den Besuch, der sich im Gig zur Abfahrt anschickt. Ein weiterer Besucher steht im Bratenrock mit seinem Jagdhund zwischen Baum und Gig. In neuerer Zeit ging die Besitzung Linnemann durch Erbschaft an die Familie Paul Schoster über, die sich in Warendorf als Züchter von Kleinpferden einen Namen gemacht hat.

20. Auf der Postkarte von 1928 ist im unteren Teil die Sassenbergerstraße mit gewölbtern Steinpflaster und beidseitiger Gosse wiedergegeben. Auf der rechten Seite sehen wir das Uhrengeschäft Josef Linnemann, dahinter die Gastwirtschaft Bisping und im Hintergrund den Tie. Der linke und oben abgebildete Fachwerkbau mit vier Gefachen an der Längsseite gehörte dem Gastwirt Bernhard Hörstkamp. Die zur Straße gelegene große Deelentür deutet an, daß die Familie Hörstkamp sich auch mit Ackerbau und Viehzucht befaßte. Bernhard Hörstkamp besaß nicht nur eine Anzahl flotter Pferde, mit denen er den Personen- und Postverkehr nach Warendorf betrieb, er war auch, wie seine Brüder und Vertern, ein bekannter Viehhändler. Heinrich Heuer-Hörstkamp ist voll und ganz in die Fußstapfen seines Vorgängers getreten.

21. Die Küferei Krieter an der Glandorferstraße bestand seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Das Wohnhaus mit den drei Gefachen könnte in jungen Jahren ein Strohdach getragen haben. Nach 1890 wurden die Lehmwände durch gebrannte Ziegelsteine ersetzt. Die Küferei Krieter fertigte Jauche-, Sauerkraut-, Schmalz und Butterfässer, Blumenkübel, hölzerne Waschmaschinen mit Schaukelfunktion, Schrnuckund Uhrenkästen, sowie Stiele für Forken, Schaufeln, Bescn und Harken an. Auf dem Bild steht das Ehepaar August Krieter und Anna, geborene Vogelsaug aus Laer in der Mitte, rechts Sohn Heinrich und links Sohn August. Mit dem Tode der Gebrüder Krieter erlosch nach dem Zweiten Weltkrieg die alte Küferei. Auch Haus und Werkstatt sind nicht mehr.

Gruß aus Füchtorf

Bäckerei und Conditorei von

G. Se ert

22. Was an den Bildern Altfüchtorfs auffällt, ist der Bestand an schonen, alten Bäumen. Um 1900 war die Bäckerei Seifert rnit ihrem abgewalmten Dach, den sauber verputzten Wänden, den großen, viereckigen und mit Blendladen versehenen Fenstern, der dreistufigen Eingangstreppe mit Sitzbank und der großen Linde ein schönes Anwesen. Auf dem Foto schauen die Familie Seifert und zwei Bäckergesellen interessiert in die Kamera. Ein Botenfahrzeug und ein Lakenwagen halten unter der alten Linde. Auch Kind und Katze sind dabei. Seit 1911 gehört diese Bäckerei der Familie Thumann aus Ankurn. Theo Thumann junior hat an gleicher Stelle einen neuen Selbstbedienungsladen, eine voll technisierte Bäckerei und ein Café eröffnet.

23. Die Fotografen der Firma Klein und Hajek aus Osnabrück machten Ende des vorigen Jahrhunderts bereits gute Innenaufnahmen, wie dieses Bild von der Wagenbauerei Wibbels beweist. Die Familie Wibbels stammte aus dem benachbarten Milte. An der Bandsäge, der Hobelmaschine und dem Abrichter sehen wir die Brüder Heinrich und Wilhelm und im Vordergrund den Besitzer Mathias. Heinrich Niehoff aus Alverskirchen war adoptiert und der besondere Liebling von Onkel Heinrich; er durfte sich mit einem Hammer geschultert in die Gruppe einreihen. Heinrich Niehoffübernahm 1928 die Wagenbauerei und wandelte sie 1948 in eine Karosseriewerkstatt um. Sein Sohn gleichen Namens setzt die Tradition der Firma fort, allerdings seit 1964 mit der Spezialanfertigung von Pferdetransportern.

24. Mit dem Haus der Familie Schlingmann (Onkels) wird ein weiterer Handwerksbetrieb vorgestellt, der inzwischen erloschen ist. Die Sensenstielmacherei war ein schöner, kleiner Fachwerkbau. Leider haben wir davon kein Bild. Vor dem Wohnhaus stehen mit ihren Fahrrädern Aenne und Clärchen Schlingmann. Der Name 'Onkels' stammt vom Großvater. Dieser stand morgens vor seiner Werkstatt, wenn die Kinder über das Elver Pättken zur Schule gingen. Er hatte es gern, wenn sie ihn grüßten und 'Guten Morgen, Onkel' sagten. Mit der Zeit blieb der Name 'Onkel' haften, und das war gut so; denn die in Füchtorf zahlreichen Familien Schlingmann konnte man ohne Beinamen kaum unterscheiden.

25. Rund um den Dorfkern Füchtorfs lag - und liegt zum Teil jetzt noch ~ eine Reihe Bauernhöfe. Der Hof Hanke am Fuße des Buckesches hatte stets besondere Beziehungen zu den Dorfbewohnern. Lehrer, Gendarmen und Geistliche ließen von hier Milch, Eier und Butter holen. Sättken und Sophie Hanke gaben auch gern mal eine Visite mit Kaffee, Kuchen und Beschüte. Das massive Vierständerhaus dürfte noch aus dem 18. Jahrhundert stammen. (Die Breite und die mit drei Gefachen niedrigen Längswände sprechen dafür.) Daß man auch stark wucherndes Efeu duldete, spricht für die Mentalität jener Zeit. Vor dem idyllisch anmutenden Haus steht Großvater Josef Hanke-Grause mit seinem zweitältesten Sohn, der später Bauer auf dem Hof Große-Hörstkamp in Winkels et ten bei Laer wurde.

26. Dieses um 1900 entstandene Foto zeigt den Bauernhof Kuhlmann. Die pflegcanfälligen Lehmwände waren durch Backsteine ersetzt. Vor der Seitentür und dem blumengeschmückten Fenster präsentiert sich das Ehepaar August Kuhlmann und Anna, geborene Wiemann, mit ihrer Magd. Aus dem Ges chle cht Kuhlmann gingen bedeutende Persönlichkeiten ins Münsterland. Über Therese Kuhlmann, einer Kämpferin im Kulturkampf, und Heinrich Kuhlmann, der das 'zweite Gesicht' hatte, ist im Füchtorfer Heimatbuch berichtet. Über weitere Familienmitglieder schrieb Änne KnemeyerHülsmann. Eine lobenswerte Eigenschaft der Familie Kuhlmann ist die ausgeprägte Kinderliebe bis auf den heutigen Tag. Ob eigene, verwandte oder Kinder der Nachbarn, alle gehen gern zu Kuhlmanns!

27. Sägemühlen gehören bei uns zu den jungeren Handwerksbetrieben, setzen sie doch einen Antrieb durch Wasser, Dieselmotor oder Elektrizität voraus. Die Familie Hagedorn begann 1918 mit einem durch Dieselmotor in Bewegung gesetzten Sägewerk. Auf dieser Karte, um 1920 aufgenommen, sehen wir Großmutter Elisabeth Hagedorn, geborene Tarner mit ihrern Enkelsohn Josef. Daneben erblicken wir Frau Elisabeth Hagedorn, geborene Sautmann, aus Laer und die Brüder Bernhard, Ferdinand und Kar! Hagedorn. Im Hintergrund stehen Fachwerkscheune und Wohnhaus. Seit 1977 ist die Besitzung ein vorbildlich eingerichteter ländlicher Ferienhof.

28. Die Ansicht des Hofes Buddenkotte auf der Elve Nr. 14 verrät eine andere Bauweise, als wir sie bisher kennengelernt haben. Dieser Hof liegt nur wenige hundert Meter von der hannoverschen Grenze entfernt. Die Elver Bauern holten ihr Baumaterial aus dem benachbarten Laer; dort war der sogenannte Laersche Stein billiger als gebrannte Ziegelsteine. Den Bau übernahrn ein Laerscher Baumeister, aber an den Außenputz ging er erst auf Drängen des Bauherrn heran, nachdem er deutlich seine Meinung über Verschwendungssucht gesagt hatte. (Vergleiche Text Bild 18.) An der Hofmauer und den beiden Nebengebäuden können wir den rohen Laerschen Stein deutlich erkennen.

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