Füchtorf in alten Ansichten

Füchtorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Füchtorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0775-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Füchtorf in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29. In der ostwestfälischen Landbevölkerung finden sich Individualisten, die sich nur wenig um die Meinung ihrer Mitmenschen kümmern. Auch die Familie Kuhlmann in Rippelbaum ging stets ihre eigenen Wege. Wir sehen auf obigem Bild den typisch westfälischen Fachwerkhof mit zweiunddreißig Gefachen an der Längsseite. Die Personen sind von rechts nach links: Anton Kuhlmann, Anna Kuhlmann (jetzige Frau Buddenkotte), Bruni Grützel und Altbauer August Kuhlmann. An die Ostseite des Vierständerhauses baute die Familie Kuhlmann ein doppelstöckiges Ächterkiäm aus Fachwerk. Das war um 1912 eine große Seltenheit. Von diesem Doppelstock existiert leider kein Bild. Beide Gebäude wurden nach dem Zweiten Weltkrieg abgebrochen und durch Backsteinbauten ersetzt.

30. Begibt man sich ostwärts ins ravensbergische Versmald, so fällt eine große Anzahl verstreut in der Landschaft liegender Kotten auf. Im Münsterland setzten sich die Erbhofbauern gegen zu viele Neugründungen in der Mark zur Wehr. Zwei protestantisohen Familien aus Versmald gelang die Ansiedlung auf Rippelbäurner Gebiet. Sie hießen Coesfeld und Bierhake. Auf dem Bild sehen wir den Kotten der Alma Coesfeld. An dem kleinen Zweiständerhaus ist das Dach nach Westen bis auf zwei Gefache heruntergezogen, um Platz fürs Vieh zu schaffen. Wie in einem Bauernhaus wohnten auch hier Menschen und Tiere unter einem Dach.

31. Der langsam beginnende Wohlstand am Ende des 19. Jahrhunderts machte sich auch in der bäuerlichen Bauweise bemerkbar. Auf dem Kleiboden gaben die reichen Einzelhofbauern ihren Häusern ein gutsherrliches Aussehen. Die soliden Sandbauern dachten zweckmäßiger. Als August Heitmann und seine Frau Theresia, geborene Hörstkamp, 1912 ein neues Haus bauten, wählten sie einen Zweistock, um einen ausreichenden Kornboden zu erhalten. Die Seitenfassade gestaltete Rudolf Seeger. Vergleichen wir den Bau mit dem etwas vorgezogenen Mittelteil und der geschweiften und sich nach oben verjüngenden Fassade mit anderen Häusern, so kann man das Gebäude als durchaus gelungen bezeichnen. Wegen Reparaturanfálligkeit wurde 1964 bei der Neubedachung der Fassadenaufbau entfernt.

32. Der Bauernhof Meyer-Ossendarp ist wahrscheinlich der älteste Hof in Füchtorf. Das große Vierständerhaus hatte beiderseits eine Seitentür, die in die große Deele führte, Der wuchtige Mann mit der Forke in der Hand ist Heinrich Markmann, der Schäfer des Hofes. Spater verlor er ein Bein und war den Füchtorfer Kindern als Erzähler von Gruselgeschichten bekannt. Der alte Hofname ist Ossendarp. Ein Mönter-Meyer aus Laer heiratete sich hier ein, und seither nennt sich die Familie Meyer-Ossendarp. Auf dem Hof stehen der Bauer Ferdinand mit seiner Frau Gertrud, geborene Bökenholt, vom Wautskotten (siehe Bild 38) und ihren Kindern. Die Heirat zwischen Bauern und Kötterstochter ist ein Zeichen dafür, daß bei den Sandbauern Standesunterschiede keine so bedeutende Rolle gespielt haben.

33. In den Bänden dieser Buchreihe von größeren und kleinen Städten sind fast alle Personen im 'Sonntagsstaat' fotografiert. Werktagsaufnahmen in den Dörfern zeigen dagegen in der Regel die Menschen in Arbeitskleidung, Bei den meisten Bildern dieses Bildbandes ist das der Fall. Damit nun von der Landbevölkerung zu Großvaters Zeiten kein falscher Gesamteindruck entsteht, wird auf dieser Fotografie die gleiche Familie Meyer-Ossendarp einmal in Sonntagskleidung vorgestellt, und da kann sie sich gewiß mit städtischen Familien messen.

34. Die Drubbelsiedlung in Subbern am Mattergraben mit den Vollerbenhöfen Meyer-Ossendarp, Beerrnann-Dütting, Wesse!, Grause, Erdmann und Krimphoff ist frühgermanischer Herkunft. Die Postkarte von 1900 zeigt eine Übersicht über den Hof Krimphoff. Das typisch westfälische Bauernhaus liegt in Nord-Süd Richtung, Im Süden sind Deelentür und Stallungen, im nördlichen Dritte! Wohn- und Schlafzimmer untergebracht. Dazwischen befindet sich die große Diele mit Herdfeuer und langem Tisch zum Essen. An dem Landweg nach Warendorf liegt der Speicher mit Werkstatt und Backs. Wie beim Hof Hanke war auch hier der Nordgiebe! mit Efeu fast zugewachsen. Familie Krimphoff zeichnet sich seit Generationen durch Frohsinn und Musikalität aus.

35. Zwischen Subbern, Twillingen und Füchtorfliegt der große Esch. Rund um diesen Esch entstanden bäuerliche Ansiedlungen, wo es Wasser gab. Einer dieser Höfe, die im frühen Mittelalter gegründet wurden, ist der Hof Horstmann in Twillingen. Deutlich sind das alte Bauernhaus aus Fachwerk und die jüngeren Gebäude aus Backstein auf dieser Postkarte zu sehen. Die Personen sind von rechts Wilhelm Horstmann mit Ehefrau Maria, geborene Schulze-Wienker, Johanna Altenau (jetzige Frau Ostholt), Josef Horstmann und Anton Horstmann, jetzt DI. med. vet. und Tierarzt in Sassen berg.

36. Es gibt Höfe, die durch Jahrhunderte den gleichen Namen tragen und immer von der einen Familie geführt werden. Auf anderen Höfen wechseln indessen Namen und Besitzer häufig. Letzteres ist hier der Fall. Die Namen der Besitzer in den letzten hundert Jahren lauten Schöne, Dämker, Warthorst. Niehoff. 1919 ließen sich vor dem Wohnhaus und der rechtwinkeiig angebauten Scheune Frau Elisabeth Schöne, geborene Schweppe, mit ihren Kindern Katharina und Änne, sowie Königs Druta und Elisabeth Kreienbaum, spatere 'Frau Schlüter im Dorf", fotografieren.

37. Beim Finkenhof im Waterort ist die Kombination Fachwerk-Backstein an einem Gebäude sichtbar. Wohl wegen der besseren Isolierung hatte man das Fachwerk an der 'Schlagseite' des Bauernhauses durch eine Backsteinwand ersetzt. Diese Postkarte mit Hof und Familie wurde am 18. Juni 1914 an Fräulein Gertrud Finke in Münster gesandt. Die Familie Finke stellte in den letzten drei Generationen je eine Lehrerin mit Vornamen Gertrud. Die ältere Gertrud Finke, genannt Tante Lehrerin, können Sie auf dem Bild 56 betrachten. Die jüngste Gertrud Finke, Conrektorin in Sassenberg, gab den Anstoß zu diesem Buch, wofür ich an dieser Stelle herzlich Dank sagen möchte.

38. Den Warthorst Kotten (Wauts Kuorten), der von der Familie Bökenholt bewirtschaftet wurde, hatte man so nahe an einen Nebenbach der Bever gesetzt, daß eine Einfahrt von Süden her nicht möglich war. Darum hatte man die Stallung im rechten Winkel angebaut, mit Tennentür nach Osten. Um mehr Wohnraum und einen Kornboden zu bekommen, war um 1911 ein doppelstöckiges Ächterkiärn angebaut worden. Auf dem Bild sehen Sie Wilhelm Bökenholt mit seiner Ehefrau Josefine, geborene Köster, aus Glandorf, Gertrud Bökenholt und die beiden Söhne August und Josef, die spater im 'SC Füchtorf' lange Jahre als Fußballer geschätzt waren. Vor der Haustür steht übrigens eine Schaukelwaschmaschine der Familie Krieter (siehe Bild 21).

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek