Füchtorf in alten Ansichten

Füchtorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Füchtorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0775-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Füchtorf in alten Ansichten'

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39. Haus Teepe arn Dorf NI. 36 ist ein Beispiel dafür, daß man auch nach dem Aufkommen der Ziegelsteine den Neubau von Fachwerkhäusern nicht ganz aufgegeben hatte. Die geschnittenen Ständer und die überall noch erkenntlichen Zapflöcher beweisen es. Die etwas ungewöhnliche Gefacheinteilung in der nördlichen Giebelwand und das eingerichtete zweite Stockwerk sprechen dafiir, daß dieses Bauwerk jüngeren Datums ist. Die Postkarte stammt von 1910. Sie zeigt den Bauern Georg Teepe mit seiner Frau Elisabeth, geborene Krimphoff, Tochter Katharina (jetzige Frau Heitmann-Brinkmann) und weitere Angehörige der Familie Teepe und Krimphoff.

40. Leben auf dem Bauernhof ist nie eine Idylle gewesen, sondern immer Schwerstarbeit für sechzig bis siebzig Stunden in der Woche. Darüber sollen die alten, schönen Ansichten nicht hinwegtäuschen. Das Bild aus dem Jahre 1917 zeigt dreizehn Personen der Familie Querdel und zwei französische Kriegsgefangene. Die None (= Mittagsruhe) ist vorbei. Man rüstet sich zum 'Einfahren'. Der volle Wagen wurde von zwei Pferden nach Hause gezogen, ein Pferd zog ihn von Stiege zu Stiege. Die Männer reichten die Garben mit der Forke nach oben, zwei Frauen ordneten sie auf dem Ringsenwagen.

41. Noch ein Bild mit Erntewagen soll Gelegenheit geben, um auch einmal auf das unterschiedliche Betriebsklima auf den einzelnen Höfen hinzuweisen. Es gab Höfe, auf denen kaum gesproehen wurde, und es gab Anwesen, wo das Lachen die tägliche Arbeit begleitete. Es gab saubere Höfe und auch solche, wo sich die Dreschekärls lieber das Essen mitbrachten. Bei Mönnichmanns ging es sauber und fidel zu. Die drei Mädchen haben sogar schicke, weiße Schürzen umgetan. Auch bei den Männern hat man den Eindruck, daß sie sich zur Fotografie, die ja im Sommer 1913 noch eine große Seltenheit war, etwas 'zurecht' gemacht hatten.

42. Erntearbeit war Schwerarbeit, und man kann sie in gewisser Weise mit dem Ablauf am Fließband vergleichen. Ob die Mährnaschine rund ums Getreidefeld ratterte, oder der Erntewagen von Stiege zu Stiege fuhr, jeder mußte seine Arbeit tun, keiner konnte sich drücken. Beim Dreschen halfen zehn bis fünfzehn Personen, und auch da mußte die zugeteilte Arbeit vom Zureichen der Garben bis zum Abtransport der schweren Getreidesäcke getan werden. Das Bild zeigt einen Dreschtag auf dem Hof Niehus um 1920. Außer der Familie Niehus erkennen wir Bernhard Korte, der jetzt in Milte wohnt, und Heinrich Schwienheer. Auch die größeren Kinder halfen beim Dreschen. Sie konnten die Bünde abwerfen, weiterreichen und aufschneiden, Wasser holen, den Dämper heizen und auch Schnaps einschenken, wenn das der Bauer nicht lieber selbst besorgte.

43. Wer viel Vieh durch den Winter bringen wollte, mußte viel Hackfrüchte anbauen. Runkel- und Steckrüben gediehen auf dem Sandboden, wenn genügend Dünger zur Verfügung stand. Die Aufnahme von der Rübenernte auf dem Hof Querdel könnte aus der Steckrübenzeit des Jahres 1917 stammen. Die Rübenblätter wurden zuvor entfernt und an das Rindvieh verfüttert. Erhielten die Kühe zuviel Runkelnblätter, so hatte die Milch einen unangenehmen Beigeschmack. Wir sehen hier auf dem Feld, daß die Steckrüben unterschiedlich gewachsen sind und auch keineswegs die heutige gleichmäßige Qualität aufweisen, Sie wurden mit dem Flechtenwagen und der Sturzkarre in die Kuhlen gefahren, eingemietet, und im Winter nach Bedarf herausgeholt, Der Anbau von Hackfrüchten geht mächtig zurück, da er zu arbeitsaufwendig ist,

44. An dem langen Forkenstiel, den August Krieter in Händen hält, kann man die Kraft ermessen, die nötig war, um die Garben bis oben auf den Wagen zu reichen. Onkel Bernhard, der 'packen' mußte, hatte noch mehr Arbeit, da er von zwei Brüdern bedient wurde. Dieser Wagen ist erst halb voll und darum wahrscheinlich der letzte; denn ansonsten fuhr man nicht mit halbvollen Wagen nach Haus. Auf dem Wagen freuen sich die Töchter Aenne und Maria und die Nachbarskinder Toni und Christel. Auch dieses Bild ist ein Beweis für die Kinderfreundlichkeit der Füchtorfer. Krieters konnten sich ein Pferd leisten. Die meisten dörflichen Schüppenkötter hatten einen Ochsen als Zugtier. Ein solches Bild habe ich leider nicht auftreiben können.

45. Wernken Anton kniet neben der Eiche, den Schreinerstift hinterm Ohr und denkt darüber nach, wie er aus dem krummen Baum einen geraden Balken machen kann. Man hatte zwar ein langes 'Band', das mit schwarzer Kohle bestrichen war, um gerade Linien zu bekommen, aber solch krummes Endstück ließ sich wohl nur als Sparren verwenden. Die Karte von 1924 zeigt uns ganz links Heinrich Korte, daneben steht mit dunklem Schnurrbart Wilhelm Schlingmann und außen August Schlingmann. Das Behauen der Bäume rnit der breiten Zimmermannsaxt mit langem Stiel war schwierig zu erlernen, erforderte es doch eine genaue Koordination aller Bewegungen. Diese vier Zimmerleute bildeten ein Team, das viele Häuser in Füchtorf und Umgebung mit guten Dachstühlen versorgt hat.

46. Welch rob us te Gesundheit mußten unsere Mütter und Großmütter haben, um neben der Haushaltsführung, dem Viehflittern, dem Melken und den Feldarbeiten ihre oft zahlreichen Kinder in gesunden und kranken Tagen zu versorgen. Alle vier Wochen war großer Waschtag. Das Kesselheizen, Reiben und Rubbeln, Beklopfen, Koehen und Spülen war Schwerstarbeit. Die Fahrt mit der Sturz- oder Schiebkarre nach Harkotten war dagegen fast ein Vergnügen. Auf dem Bild aus dem Jahre 1922 knien Katharina Finke (jetzige Frau Droste) und Klara de Carois (jetzige Frau August Kahle) auf dem Waschsteg mit dem Waschkästchen vor sich am Sußbach bei Warnken.

47. Folgen wir dem Süßbach nach Harkotten und betrachten die älteste Postkarte von 1899, so sehen wir, daß auch die Einwohner, die erst jüngst zugezogen waren, sich mit dem Dorfe verbunden fühlten, Die Postkarte wurde am 21. Oktober 1899 an Ludouvika Tellen nach Stadtkyll in der Eifel geschickt. Sie zeigt auf vier verschiedenen Bildern eine Totalübersicht über Harkotten mit dem Kettelerschen Schloß im Vordergrund, der Rückseite des Korffschen Schlosses, der Kapelle und dem sogenannten Gografenhaus. Ferner sehen wir das Gasthaus Tönnishäuschen, das barocke Heiligenhäuschen mit den Statuen des Antonius und der Muttergottes, sowie das Rittergut des Freiherrn von Korff.

48. Zu Großmutters Zeiten kamen nur wenige Besucher aus Füchtorf und Glandorf nach Harkotten. Sie fanden solch schöne Wege, wie auf dieser Karte zu sehen ist. Die wenigen Besucher, die zumeist mit den Bewohnern der Schlösser bekannt waren, störten den Arbeitsablauf dort nicht. Heute ist am Eingang zur grofsen Allee ein Parkplatz mit der Beschriftung: 'Schlösser Harkotten. ' Die an schönen Tagen zahlreichen Besucher sind auf die markierten Wanderwege angewiesen. Man mag dies bedauern, es ist aber eine Notwendigkeit und ein Tribut, den wir in unserer Zeit zu zahlen haben.

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