Füchtorf in alten Ansichten

Füchtorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Füchtorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0775-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Füchtorf in alten Ansichten'

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49. Dokumente der Vergangenheit sind nicht nur Gebäude als solche, sondern auch die Art und Weise, wie man sie pflegte, mit Pflanzen, Sträuchern und Bäumen umgab, und in welche Landschaft man sie überhaupt hineinstellte. Das Wirtschaftsgebäude des Freiherrn von Korff mag hierfür als Beispiel dienen. Aus allen Türen und Fenstern hatte man einen freien Bliek, aber ansonsten war alles bept1anzt, was man bepflanzen konnte. Blumenbeete waren angelegt, die weder störend noch hindernd wirkten. Würden alle Füchtorfer ihre Anwesen nach diesem Muster bepflanzen, hätten zehntausend Sträucher und Bäume Platz. Die Freude an der Natur mit dem Ablauf der Jahreszeiten würde sich mehren.

50. Was für Gebäude und Höfe gilt, trifft auch für Wege und Gewässer, Straßen und Alleen zu. Welch herrliche Wege führten einmal nach Tönnishäuschen! Auf dem Bild sehen wir im Hintergrund noch das Fachwerknebengebäude. Es soll hier anerkennend vermerkt werden, daß rund um Tönnishäuschen Anpflanzungen im großen Stil vorgenommen worden sind, die hoffentlich Nachahmung finden. Dabei sollten wir auch an Laubbäume denken, die mehr für biologisches Gleichgewicht und gesunde Luft sorgen als Monokulturen mit Nadelhölzern. Schließlich war Füchtorf auch das Dorf der Imker. Die Bienen profitierten unter anderem auch von den zahlreichen Lindenbäumen, die es im Dorf, an vielen Wegen und der Durchgangsstraße von Nord nach Süd gab.

51. Am 11. April 1911 fuhren die Schwestern Caroline, Dosithea und Maria Edmunda von der 'Genossenschaft der christlichen Schulen von der Barmherzigkeit' (Heiligenstädter Schwestern) in dem Landauer des Freiherrn von Korff nach Füchtorf. Sie bezogen im kettelerschen Renteigebäude Quartier und verweilten hier bis 1963. Nach acht Iahren Zwischenaufenthalt im Altersheim Harkotten konnten sie am 17. Iuni 1971 das neue, unter Pastor Schlettert erbaute Schwesternhaus im Dorf beziehen. Mit tiefen Dank geben wir der Hoffnung Ausdruck, daß unsere guten Schwestern noch lange in Füchtorf wirken mögen!

52. Die Schwestern versahen neben der Krankenpflege, dem Dienst in der Kirche, dem Religionsunterricht auch eine sogenannte Haushaltungsschule. Junge Mädchen aus Füchtorf, Glandorf und Laer wurden darin Schneidern, Nähen, Flicken und Stopfen beigebracht. Nach dem Besuch dieser Schule konnte man selbst die Familie mit Kleidung versorgen und war nicht auf die regelmäßige Hilfe einer teuren Näherin angewiesen. Auf der Treppe sehen wir um 1930 Schwester Gonzaga, Gertrud König, Toni Jansen, Aenne Möllers, Maria Teepe, Clärchen Schwöppe, Maria Bisping, Maria Peters, Maria Wöstmann und drei Mädchen aus den Nachbarorten.

53. Nicht alle Schüler besaßen um 1903 Schuhe. In der unteren Reihe, bei den l-männchen, tragen drei Knaben Holzschuhe. In den anderen Reihen, die sich bis zum achten Schuljahr nach oben aufbauen, können wir ebenso viele Holzschuhträger vermuten. Von sechsundfünfzig Schülern haben nur zwei eine angedeutete Frisur, alle übrigen tragen die Haare zwei bis drei Zentimeter lang, so wie der Herrgott sie wachsen ließ. Rektor Tenkhoff hat sich offensichtlich weder um den Haarschnitt noch um eine einheitliche Haltung der Arme und Hände bemüht. Alle Jungen haben graue oder braune Anzüge mit langen Hosen an und eine bis zum Hals geschlossene Jacke. Nur im achten Schuljahr tragen einige Schüler einen steifen Kragen mit Schlips nach Art ihrer Väter.

54. Frauen und Mädchen werden an diesem Bild mit den Schülerinnen der Heideschule ihre besondere Freude haben, betrachten sie modische Kleider doch lieber als Häuser, Straßen und Gebäude. In der Tat muß man die bunten und schicken Gewänder der Mädchen, die fast alle von ihren Müttern oder Tanten angefertigt waren, bewundern. Die Aufnahme wurde auf dem Hof Altenau gemacht, da es an der Heideschule durch mächtig gewachsene Lindenbäume zu dunkel war. Das obige Bild zeigt uns die Mädchen der Jahrgänge von 1898 bis 1903.

55. Vergleichen wir die Mädchen von der Heideschule mit den Knaben der Dorfschule, so fällt das Uniforme an der Jungenkleidung besonders auf. Auf diesem Bild der Volksschule Füchtorf sind die Jahrgänge von 1898 an vertreten. Sie aufzustellen, zur Ruhe zu ermahnen und eine volle Minute zum Stillhalten zu bewegen, war für Rektor Tenkhoff, der 1905 von der Heideschule an die Knabenschule am Kirchplatz gewechselt hatte, gar nicht leicht. Alle mußten, wie der Lehrer, ihre Arme verschränken und mit lächelnder Miene zu dem Mann unter dem schwarzen Tuch blieken. Nach Aussagen einiger noch lebender Männer dieses Gruppenbildes dauerte die ganze Procedur über eine Stunde.

56. Diese Gruppenaufnahme wurde 1913 vor dem Portal dec 1906 vollendeten 'neuen' Schule gemacht. Das 'neue' steht in Anführungszeichen, da diese Schule 1976 schon wieder dem Erdboden gleichgernacht wurde. Vergleichen wir die Kleider der Dorfmädchen mit denen der Heideschule, so sind Strenge und dunklere Farben unverkennbar. Fräulein Finke, 'Tante Lehrerin' genannt, hielt trotz aller Liebe und Hingabe an die Kinder auf strenge und korrekte Kleidung. Eine inzwischen alt gewordene Dame aus diesem Mädchenkreis sagte zu mir: 'Wie gern hätte ich einmal ein halblanges Kleid getragen!' Tante Lehrerin unterrichtete von 1899 bis 1925 die Füchtorfer Mädchen. Von ihr heißt es: 'Sie war immer froh, gütig, religiös, pflichtbewußt und verantwortungsvolL Unzählige Mütter - von nah und fern - gedenken ihrer in tiefer Dankbarkeit.'

57. Der Erste Weltkrieg hatte an dem Leben und Treiben an der Füchtorfer Volksschule wenig geändert. Kleidung, Haltung und Haartracht sind fast unverändert. Ein Schillerkragen und ein Matrosenanzug beleben die Szene vor dem Thumann'schen Haus etwas. Auf diesem Bild sind auch sogenannte Vereinskinder zu sehen, die aus großen Städten in ländliche Familien zur Pflege gegeben wurden, Ein karitativer Verein bezahlte den Bauern Kostgeld. Trotz der Skepsis der Geistlichkeit und einiger Lehrer machte man gute Erfahrungen mit den Großstadtkindern. In Füchtorf nahmen besonders die Bauern auf der Elve Vereinskinder auf.

58. Fünf Jahre später - 1924 - kann man auf diesem Klassenbild schon eine Reihe Veränderungen bemerken. Die Mimik der Jungen ist entspannter, einige lächeln sogar, Sechs Knaben besitzen jetzt einen Matrosenanzug, vier einen Schillerkragen. Lehrer Sirringhaus trägt einen Cut, der Kragen ist nach der Mode an beiden vorderen Seiten umgebogen. Das Halstuch ist durch einen Schlips ersetzt, Insgesamt hatte sich die Zahl der Knabenschüler um zehn verringert.

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