Füchtorf in alten Ansichten

Füchtorf in alten Ansichten

Auteur
:   Dr. med. Bernhard Riese
Gemeente
:   Füchtorf
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0775-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Füchtorf in alten Ansichten'

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59. Bei diesem Klassenbild von 1928 fällt auf, daß es als erstes Schulbild nicht draußen, sondern im Klassenzimmer gemacht worden ist, Als zweite Neuerung sehen wir Mädchen und Jungen durcheinander, ein Ereignis, dem lebhafte Diskussionen vorausgegangen waren. Die Mädchen tragen nicht nur hellere, sondern auch kurze Kleider. Manche Frisur ist mit einer bunten Schleife geschmückt. An der Kleidung der Knaben hatte sich indessen nicht viel geändert. Um die Aufnahme nicht zu verwackeln, haben alle Kinder ihre Hände gefaltet und auf die Bank gelegt. Frau Banas brachte neuen Geist in das westfälische Kollegium, stammte sie doch aus Neustadt in Oberschlesien. Von 1926 bis 1956 wirkte sie sehr segensreich an unserer Schule. Sie starb 1978 in gesegnetem Alter von siebenundachtzig Jahren.

60. Das Fachwerkgebäude des J.H. Richter entspricht von allen bisher gezeigten Bildern am meisten der Grundform eines münsterländischen Kötter- oder Heuerhauses. Die Niendöär befindet sich an der Süd-, die Eingangstür an der Ostseite. Neben der Niendöär liegt auf der einen Seite ein Haufen Torf, auf der anderen Seite ein Haufen Mist. Hinter Anna Richter sehen wir weißen Sand, der zum Bestreuen der frischgeschrubbten Stube benutzt wurde. Haus Richter war ursprünglich ein Kotten von Hiltermanns am Tie. Er lag gegenüber dem Haus Schöne in der Düpe. Man kann es auf dem Bild im Hintergrund noch soeben erkennen. Joharm Heinrich Richter erwarb dieses Haus einige Jahre nach 1871.

61. Joharm Heinrich Richter war 1845 im Sauerland geboren und kam als Kiepker häufig nach Füchtorf, wo er im Gasthof 'Zur Linde' Quartier bezog. Es gefiel ihm in dem kleinen Heidedörfchen so gut, daß er den Hiltermann'schen Kotten kaufte. Er heiratete die Füchtorfer Bauerntochter Anna Große Wächter von der Elve und übernahm die ländliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft. Er wurde Auktionator und Taxator für die Hagelversicherung. Seine Freundschaft mit dem Domprediger Bernhard Pohlmann erweckte in ihm literarisches Interesse. Aus der Ehe Richter-Große Wächter stammt eine Tochter namens Anne, die 1911 August Horstmann aus Twillingen heiratete. Zum Schützenfest 1898 schrieb J.H. Richter das Füchtorfer Heimatlied.

FÜCHTRUP, FÜCHTRUP

Nach der Melodie des Deutschlandliedes ...

Füchtrup,Füchuup,af!gelwgen Van den grauten Weltvökähr, Heid un Füchten allerwwgen

Tuorf un Wiesken rund ûmhiär.

Kiene Iesenbahn will susen Düör de Büske un dat Feld, Kiene Iemse höärt wi brusen, De den drogen Sand bespöllt.

Vielerorts doht Eeken adeln, Stur un stark, de raude Ärd; Doch in Füchtrup Füchtennoadeln Gieft de Luft besunnern Wärt.

Use Lunge makt se kräftig, Use Stemme stark un hell,

Dat in 'n Dom to Mönster mächtig Se schallt na de wietste Steil.

Doch bi us de Sunne schinnet, Á's se daih bi Adams Tied,

Frisk un munter, nich se finnet, Qualm, de vüört Gesicht iähr tüht; Annerwiägen Schottsteen hauge, Schier de Sunne raikert schwatt, Hier se kick met lachend Auge,

Äs in 't Paradies se satt.

Annerswo gräff man de Kuohlen, Füchtrup besten Tuorf us gifJ, Licht kann wärden woll betwuolen, Well na lat up 'n Viene bliff.

Do bi Dag met siene Jungen Geiht de Kiwitt stolt spazeern, Bismarck siene fiene Tungen Use Kiwitt draf! gratleern.

Also, wat ick wull bewiesen,

Widerlegg et, well et kann!

Is use Füchtrup haug to priesen? Holt in Ähren Mann vör Mann! Loatet, wat ju mot vodiärwen,

Wiet weg: Lichtsinn, Striet Zin Zank; Flied un Friäde, lûoflick Liäben Wahr use Duorp joahrhunnertlang!

63. Wiedersehensfeiern waren schon immer beliebt. Unter der dieken Linde trafen sich im August des Jahres 1914 folgende Teilnehmer. Obere Reihe: Lehrer Buntenkötter, Rendant B. Tellen, Lehrer B. Jansen, Rektor Fritz Kipp, Kaufmann P. Hiltermann und Pastor Hülsmann. Mittlere Reihe: Kaufmann G. Hiltermann, Rektor Kuhlmann, Prof. Pries, Rektor Düpmeier, Geometer Avereck, Kaplan Rinsche, Rektor Tenkhoff, Kaplan Bokey, Lehrer Everding und Lehrer Schwarze. Untere Reihe: Pastor A. Tellen, Lehrer Knieper, Inspektor Böhmer, Lehrer Möller, Dechant Kondring, Pastor Tellen, Pastor Gröne, Kaplan Langers, Kaplan Otte und Kaplan Hamerschmidt.

64. Als ob die Füchtorfer Freunde es geahnt hätten, wenige Wochen nach ihrem großen Treffen unter der Linde brach der Erste Weltkrieg aus. Hundertsiebenundachtzig Männer aus dem kleinen Heidedorf zogen in den Krieg, dreiundvierzig kehrten nicht zurück. Viele Pläne und Hoffnungen wurden zu Grabe getragen. Tränen und Trauer hielten für manche Jahre Einzug in Füchtorfer Häuser. Aus Liebe und trauerndem Gedenken trugen Kriegskameraden hundertsiebenundachtzig Bilder zusammen und ließen sie zu dieser Ehrentafel zusammensetzen. In dem eisernen Kreuz befinden sich die Namen und Porträts der dreiundvierzig Gefallenen. Ein mahnendes Bild!

65. Das Leben auf dem trockenen Sandboden in waldreicher Umgebung, regelmäßige Arbeit und die Geborgenheit und Zufriedenheit in Familie, Nachbarschaft und Gemeinde bewirkten bei vielen Bewohnern Füchtorfs ein hohes Lebensalter. Ein Bild der neun Geschwister Wessei möge als Beispiel dienen. Die Männer in der oberen Reihe sind von rechts nach links: W. Wessel-Wiemann (Twillingen 13), Bauer Wessei (Subbern), Bauer Lüchtefeld (geboren Wessei, Laer), Wessel-Bietebeer (Düpe 10) und Josef Wessel (Münster i.W.). Die Frauen sind von rechts nach links: Frau Vartmann (geborene Wessel, in Münster), Frau Gröne (geborene Wessei, in Warendorf), Frau Möllenstroth (geborene Wessel, in Twillingen) und Frau Bökenholt (geborene Wessei, in Twillingen).

66. Bei der Hochzeit auf dem Hofe Pries in Twillingen kamen die Bediensteten zu einer Aufnahme vor der Deelentür zusammen. Der Kutscher August Schlüter schwingt die Peitsche. Die Küchendamen präsentieren sich in weißer Schürze. Eine hält einen Schneebesen in der Hand. Es sind von rechts:

Theresia und Anna Gröne, Anna Schücking, Gertrud Altenau und Sofie Burbank. Neben dem Böllermann, Wilhelm Schöne, kniend die kleine Katharina Kreienbaum (jetzige Frau Lienker); Heinrich Schwienheer war Mundschenk mit Glas und Flasche. Der Musikus lans Kunstleve verunglückte später bei einem Versuch, ein Kind aus dem Wasser zu retten. Hausschlächter war Bernhard Volkrnar. Das abgebildete Kalb blieb übrigens am Leben.

67. Als 1848 in Füchtorf ein Schützenverein ins Leben gerufen wurde, waren es vor allem freiheitliche und vaterländische Gedanken, die den Anstoß gegeben hatten. Heute, nach hunderteinunddreißig Jahren, haben die Ideale Freiheit, Brüderlichkeit, Gemeinschaftssinn und ein gesunder Patriotismus an Bedeutung gewonnen. Sieben Generationen haben hintereinander diese Ideale getragen. Es besteht kein Zweifel, daß auch in Zukunft die Füchtorfer Schützenbrüder in frohen und ernsten Tagen zusammenhalten werden. 1926 war Heinrich Pries vom Butterpatt Schützenkönig und Aenne Dämker (siehe Bild 36) seine Königin. Rechts neben dem Königspaar stehen Clemens König und Elisabeth Kreienbaum, links August Korte, ein hervorragender Theaterspieler, und Sophie Heseker.

68. Die Jünglingssodalitäten waren um 1820 von der Kirche ins Leben gerufene Vereine, Die Sodalitäten wurden von der Geistlichkeit straff geführt. Je nach Strenge des Pastors waren Musizieren, Tanzen und das Trinken von Alkohol verboten. Die Sodalitäten waren Kinder ihrer Zeit, Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreiches und der Weimater Republik begann ihr Sterben. In Füchtorf wurde das Ende beschleunigt, nachdem der Bischof bei einem feierlichen Einzug abfällige Bemerkungen über die weißen Federhüte der Fahnenträger gemacht hatte. Auf diesem Bilde von 1918 sehen wir von rechts nach links: Heinrich Richter, August Schöne, Gustav Schlingmann, August Kahle, Franz Plöger, August Korte, Paul Richter und Franz Schlingmann.

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