Feucht in alten Ansichten Band 2

Feucht in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Paul Morath
Gemeente
:   Feucht
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4884-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feucht in alten Ansichten Band 2'

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9. Helene Hausner war letzte private Eigentümerin des Zeidlerschlosses bevor es 1976 die Marktgemeinde erwarb. In jungen Jahren hatte sich Helene Hausner sozialen Diensten verschrieben, was deutlich macht, weshalb im Zeidlerschloß viele Heirnatvertriebene und Ausgebombte erste Aufnahme fanden. Helene Hausner, kurz vor dem Schloßverkauf gestorben, war als Krankenschwester tätig. Unser Bild aus dem Jahre 1913 zeigt Helene Hausner unter Berufskolleginnen. Sie sitzt links.

10. Wappen sind Sinnbilder örtlicher Geschichte. Die beiden Abbildungen zeigen zum einen, den in Stein geschlagenen ZeidIer, zum andern, das amtliche Gemeindewappen. Der in Stein geschlagene ZeidIer ist am Eingangsportal des Zeidler-Schlosses angebracht. Der kleine lustig wirkende Imker war Vorlage für das amtliche Wappen des Marktes Feucht. Das Ortswappen ist vom Bayerischen Staatsminister des Innern am 4. August 1922 verliehen worden. RechtsratTh. Friedrich Stoer hat die Verleilmng, nach langen strittigen Verhandlungen, heraldische Meinungsunterschiede waren der Anlaß, durchgesetzt. Das Wappen mit den historischen Zeidelschütz wird amtlich so beschrieben:

Auf silbernen Grund ein Armbrustschütze in rotem Warus, mit der Armbrust über der rechten Schulter und zwei Pfeilen in der linken Hand, die auf einem Wappenschild ruht. Stoer wurde 1933 Ehrenbürger des Marktes Feucht.

11. Nicht nur die Imker, auch die Landwirtschaft hatte vor 1900 in Feucht Bedeutung. Es kommt nicht von ungefähr, daß die Marktgemeinde bis 1936 ein Hirtenhaus besaß. Dort wo heute die Zeidlerapotheke steht, stand das alte Hirtenhaus. Es war bis zum Abbruch von Familie Wild bewohnt. Das Hirtenwesen war schon Jahrzehnte vorher überholt. Dies, weil immer stärker Handwerk, Handel und Industrie an der Stelle der Viehhaltung traten. Wenn die Wilds auch keine Hirten mehr waren, so hatten sie doch die gemeindliche Bullenhaltung inne. Unser Bild vom Oktober 1932 zeigt von links nach rechts: das schöne fränkische Hirtenhaus, die Fischbacher Straße mit dem Eisenbahntunnel, die Industrieschtile (spätere Haushaltungsschule) und den Schwarzbauern-Hof. Auf dem Platz hinter der gepflasterten Hauptstraße steht einer der früher zahlreich vorhandenen Brunnen.

Brauerei und Gasthaus von Çhristian Hitzmü/ler.

Totalansicht von Feucht.

12. Eine gute Ergänzung des umseitigen Bildes (NI. 11) vom Hirtenhaus ist eine Postkarte der Kunst- und Verlagsanstalt Erwin von Leistner, Muggendorf. Sie stammt aus der Zeit um 1920 und zeigt die andere Seite des an der Ecke Haupt-lFischbacher Straße gelegenen Platzes. Wir sehen das Haus 'BrauereiGasthaus Christian Kitzmüller' und nochmals den Hof des 'Schwarzbauern' . In Band 1 ist bereits auf die Brautradition der Kitzmüllers hingewiesen worden. Es genügt somit der Hinweis, daß die KitzmülIers ihr Haus später unter dem Namen 'Münchner Hof' führten. Ehe der Supermarkt 'Plus' im Erdgeschoß, Wohnungen in den Obergeschossen entstanden, wurden im Münchner Hof gut ausgestattete Fremdenzimmer angeboten.

13. Wenn auf den Vorseiten die Rede vorn Hirtenwesen war, dann dürfen wir einen nicht vergessen, den 'Hirten-Hans'. Unter diesem Namen war Hans Maul weithin bekannt. Als letzter Gemeindehirte und langjähriger Gemeindediener amtierend, war er populär. Der Hanni trug irn Dienst blaue Uniform mit Pickelhaube. Er war stattlich anzusehen, wenn er die Gemeindeglocke schwang und mit markiger Stimme amtliche Bekanntmachungen folgen ließ. Maul wohnte in einem kleinen Bauernhof an der Altdorfer Straße. Dieser stand just dort, wo heute die Straße 'Am Tannensteig' verläuft, Mit kuhbespannten Wagen kutschierte er werktäglich, wenn ihn amtliche Pflichten nicht beanspruchten als Respektsperson durch die Ortsstraßen, Das obige Foto zeigt das Maulsche Sandsteinhaus, nicht aber den Hirten-Hans selbst. Auf dem Wagen steht anno 1928 der Knecht des Bauern Blos; unter der Haustür die Bäuerin.

14. Ein anderer Kleinbauernhof befand sich an der Hauptstraße. Es war der neben dem Tucherschloß befindliche landwirtschaftliche Betrieb des Wilhelm Pöllot. Mit Hausnamen nannte man ihn 'Grissl-Bauer'. Die Aufnahme stammt aus den ersten dreißiger Jahren; sie läßt Nostalgie aufkommen. Das fränkische Fachwerkhaus hatte soeben vom Maler frischen Austrich erhalten. Davor der 'Grissl-Bauer' mit seinem Kuhgespann. Die noch junge Bäuerin Mathilde schaut aus dem Fenster. Im Bauernhaus befanden sich Wohnung und Stallung. Gerätschaften und Vorräte waren in der rückwärtigen Scheune untergebracht. Der Bauernhof, ein Stück vom alten Feucht, wurde abgebrochen. Er ist Wohn- und Geschäftshäusern gewichen.

15. Von der Industrieschule, der späteren Haushaltungsschule, wurde bereits berichtet. Oben sehen wir den stattlichen Komplex nochmals in Großaufnahme. Zeit der Aufnahme 1930. Die Industrieschule, gebaut um 1900, war eine Art Berufsschule für junge Handwerker und Arbeiter. Danach wurden junge Frauen auf den Haushalt vorbereitet. Während des Zweiten Weltkriegs beanspruchten Landesschützen das Gebäude als Genesungsheim. Im August 1943 fiel der, der evangelischen Kirche gehörende Besitz Kriegseinwirkungen zum Opfer. An Stelle der Haushaltungsschule sind Kindergarten, diakonische Schwesternstation, Jugendheim und Mietwohnungen entstanden.

16. Krieg, Schutt, Asche, Trostlosigkeit vermittelt obiges Foto. Es weckt bittere Gefühle. Wir erkennen links die 1936, an Stelle des Hirtenhauses, errichtete Zeidlerapotheke. Apotheker Ludwig Rollenhagen war Bauherr. Die Apotheke wurde genauso wie der vormalige Schwarzbauern-Hof von einer Luftmine abgedeckt. Die ehemalige Haushaltungsschule ist ausgebrannt, ragt gespensterhaft gegen Himmel. Der Gemeindebrunnen ist einer Litfaßsäule gewichen. Rechts davon parkt der erste Sanka des Roten Kreuzes. Zeitlich fällt dieses Bild aus den gesteekten Rahmen. Wir zeigen es dennoch. Es ist ein Dokument, eine grausame Station auf dem Weg von einst zu heute.

17. 'Rückblende' darf gesagt werden beim Anblick der Kinder der Jahrgänge 1904 bis 1906. Um Schwester Frieda, Diakonisse aus Augsburg, scharen sich 74 Mädchen und Jungen. Sie besuchten 1910 den Kindergarten des Kinderschulvereins. Die Kleinkinderbewahranstalt, so nannte man sie zu Gründerzeiten, wurde 1894 von Feuchter Bürgern ins Leben gerufen. Mit Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde wird der Kindergarten noch heute vom Kinderschulverein geführt. 1895 nahm dieser Verein im Pfinzingschloß seine Erziehungsarbeit auf und wechselte später in die Haushaltungsschule über. Erstaunlich die große Kinderzahl. Feucht zählte 1910 nur 1 281 Einwohner. Bis 1950 war die Kinderschule des Kinderschulvereins einziger Kindergarten in Feucht. Auf den Verein geht auch die Gründung der Krankenpflegestation zurück.

18. Kindergarten und Schule bedeuten erste Schritte ins bewußte Menschenleben. Von der Volksschule, heute Grund- und Hauptschule, ist jetzt die Rede. Man weiß sicher, daß es bereits 1555 in Feucht einen Schulmeister gab. Die Volksschule, in der er lehrte unterstand der Kirchengemeinde. Sie war im heutigen Mesnerhaus untergebracht. Erst 1889 kam im Rathaus ein Klassenzimmer hinzu. 1928 bezog man die Schule beim Eichenhain. Die Zuständigkeit für die Volksschulen war ab 1. Januar 1920 neu gestaltet worden. Sie ging von den Kirchen auf den Freistaat Bayern und die Gemeinden über. Unsere Aufnahme zeigt Lehrer Ostertag mit einer Schulklasse des Jahrgangs 1912. Zu diesem Zeitpunkt trat Ostertag in Feucht seinen Dienst an. Berufene der damaligen Zeit bezeichnen ihn 'als guten Organisten und geschickten Lehrer'. Am 24. März 1935 verstarb der verdiente Pädagoge, 67jährig, während des Gottesdienstes in St. Jakob an Herzversagen.

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