Feucht in alten Ansichten Band 2

Feucht in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Paul Morath
Gemeente
:   Feucht
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4884-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feucht in alten Ansichten Band 2'

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19. Der 8. Januar 1928 war für Feucht ein großer Tag. Die neue Schule am Eichenhain wurde feierlich eingeweiht. Durch Um- und Erweiterungsbau war sie aus der ehemaligen Maschinenfabrik Frank entstanden. Die Franksche Firma war in Konkurs gegangen. Grundstücke und Baulichkeiten kaufte die Gemeinde. Unser leider von der Qualität her nicht sehr gutes Bild, zeigt Hauptlehrer Friedrich Zogel bei der Festansprache. Den kirchlichen Segen erteilte Pfarrer Kar! Girstenbräu. An der Spitze der Bevölkerung war der damaligen 2. Bürgerrneister Heinrich Schweigert mit seinen Gemeinderäten von der Partie. Schweigert vertrat den damals schwer erkrankten 1. Bürgermeister Pritzel und wurde an dessen Stelle 1929 zum 1. Bürgermeister von Feucht gewählt. Schweigert, im Privatleben Lagerverwalter der Brauhausniederlassung, war bis 1933 im Amt.

20. Mit der Verstaatlichung der Schulen wurde verstärkt der Ruf nach Lehrerdienstwohnungen laut. Beim Erwerb der Frankschen Grundstücke, wurde auch die Villa des Fabrikanten von der Gemeinde miterworben. Sie wurde mit drei Dienstwohnungen ausgestattet. Im Lehrerwohnhaus wohnten angesehene Pädagogen. Personen wie Andreas Bürgler, Friedrich Zogel, Rudolf BoB und andere sind noch unvergessen. Als die Ansprüche der Lehrerschaft an Wohnraum qualitativ und größenmäBig stiegen, folgten gemeindliche Bedienstete als Mieter. Bevor das ehemalige Lehrerwohnhaus Jugendzentrum wurde, erfüllten die Schützlinge des Kindergarten der Freien Kindergruppe, das Haus mit Leben.

21. Der Volksschuljahrgang 1930/31 präsentiert sich mit der Aushilfslehrerin Fräulein Lampus auf dem neuen Schulgelände am Eichenhain. Die junge Lehrerin war bei ihren Schützlingen sehr beliebt. Ihre Spezialität: Anstelle von Turn- erteilte sie auch den Buben Handarbeitsunterricht. 1930/31 waren die evangelischen und katholischen Kinder noch in einer Schulklasse vereint. Danach bis 1969 wurden sie durch die Bekenntnisschule getrennt. Nach einem Volksbegehren wurden die Bekenntnisschulen durch die Christliche Gemeinschaftsschule abgelöst. Die Lehrerin Lampus verstarb 1945 an den Folgen eines in Nürnberg von USStreitkräften verursachten Unfalles.

22. Stattliche Bürgerhäuser mit dem Baudatum um 1900 gab es etliche in Feucht. So zum Beispiel das Haus Bahnhofstraße 26. Es wurde vom Brauereibesitzer Liedel - seine Braustätte befand sich im 'Schwarzen Adler' - gebaut. Es ging auf seine Tochter Wilhelmine, verehelichte Stark, über und ist vor etwas zwei Jahrzehnten abgebrochen worden. Alles was blieb, dies beweist die Aufnahme von 1913, sind Teile der schmiedeeisernen Einzäunung. Ähnliche Bürgerhäuser gab es in Alt-Feucht. Es darf beispielhaft erinnert werden an das Haus Krug/Reges in der Jahnstraße Nr. 5; an die Villa des Lebküchners Metzger, Mitinhaber der weltbekannten Firma Häberlein u. Metzger, in der Jahnstraße Nr. 2, oder an die vom Fabrikanten Plank gebaute 'Löffler-Villa' in der Bahnhofstraße, befindlich dort wo die Raiffeisenbank steht.

23. Brauereien gab es früher etliche. Einen guten Hinweis darauf gibt der Gedenkstein an der Zufahrt zum Parkplatz an der Pfinzingstraße. Der Stein befand sich früher im Gasthaus 'Schwarzer Adler'. Bei der Renovierung wurde er entfernt. Der Stein stammt aus dem 18. Jahrhundert. Inschrift (Buchstaben und Jahreszahlen) erinnern an drei Generationen der Brauerfamilie Leuchs. Zum ersten an den Weißbierbrauer Johann Georg Leuchs aus Immeldorf bei Lichtenau, der den 'Schwarzen Adler' 1747 übernahm und 1768 baulich veränderte. Er hat den Stein anfertigen und im Gasthaus anbringen lassen. Zum zweiten an Georg Paul Leuchs, der 1779 vom Vater das Anwesen übernahm, lange Jahre Unterrichter am Zeidelgericht war und 1808 starb. Zum dritten an Christoph Adam Friedrich Leuchs. Dieser übernahm 1818 von der Mutter und starb 1832.

24. Dort wo Bier gebraut worden ist, da gab es auch Gastwirtschaften und Stammtische. In Feucht war dies nicht anders. Ein aus jungen Männern bestehender Stammtisch, sie nannten sich 'Die Alkoholiker', war beim Lindenwirt Reither etabliert. Die 'Stammtischler' wären heute älter als ein dreiviertel Jahrhundert. Nur noch einer, der Felsner Steff'l ist noch am Leben. Wir erkennen vor der Nordseite der Lindenwirtschaft, von rechts nach links, stehend: Hans Gernbacher, Hans Hofer, Baptist Eckmüller, unbekannt, Michael Dorn, Stefan Felsner, Willi Reither, unbekannt. Sitzend: Georg Seitz und Willi Frank. Aufnahmedatum 1926.

25. Das Gasthaus 'Weißes Roß' zählte zu den beliebten Feuchter Wirtschaften. Nach den Bub's schenkten die Liebel's Biere vom Brauhaus aus und brachten excellentes Essen auf den Tisch. 'Das 'Weiße Roß' befand sich im mittleren Haus. Im rechten Gebäude werkelte und verkaufte Flaschner und Fahrradhändler Johann Hirschmann. Ein kurzer Einblick in die Altdorfer Straße macht den ehemaligen 'Kargen-Stadel' sichtbar. 1989 sind dort, nachdem vorher die Pension Liebel betrieben wurde, die Gemeindewerke eingezogen. Die Lindenbäume vor der Wirtschaft waren früher beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Tische und Stühle vor der Gaststätte, besonders aber die Hirschmann'sche Schaufensterbank, luden zur angeregten Unterhaltung ein. Wer genau auf das Foto von 1930 guckt, erkennt am Hauseingang zum Wirtshaus einen damals üblichen zweirädrigen Biertransportkarren.

26. Schlachttage waren gefragte Tage. Immer dann wenn am Wirtshauseingang die 'aufgepumpte Schweinsblase' ausgehängt wurde, dann gab's besondere Leckerbissen. Wirt und Metzger Friedrich Liebel - davor sein Sohn Fritz - (rechts), stellte sich mit Stammkunden 1926, nach erfolgter Schlachtung, dem Fotografen. Links blickt Metzger Wilhelm Distier in das Objektiv, während Frieda Göselt, die Schwägerin des Wirtes, aus dem Fenster schaut. Die beiden Schlotfeger aus Altdorf waren gerne gesehene Kunden. Der Autor erinnert sich gut, daß den Kaminkehrern im Gastzimmer Zeitungspapier auf den Stühlen untergelegt wurde, damit die Reinlichkeit gewahrt blieb.

27. Gasthaus Weißer Ochse, Jakobskirche und Marktbrunnen, waren stets beliebte Fotomotive. Es kommt nicht von ungefähr, daß dieser Fleck mehrmals im ersten Band auftaucht. Die abgebildete Postkarte aus dem Adam Walz Verlag zeigt den 'Weißen Ochsen' am schönsten. Aufnahme-Datum: um 1920. Das Gasthaus war zu dieser Zeit quasi die 'Mehrzweckhalle von Feucht'. Im Spiegel-Saal, später Bernet-Saal, fanden Bälle, Versammlungen, Turnstunden, Theater- und Kinoaufführungen und anderes statt. Beim Kirchweihfest, dieses auf St. Jakob zurückgehend, stand vor der Gaststätte und hinter dem gußeisernen Markthrunnen Müller's beliebtes Doppeldeckerkarussel. Das Kirchweihtreiben wickelte sich früher in der Hauptstraße, zwischen den Gasthäusern Weißer Ochse und Münchner Hof ab.

28. Nicht erst seit 'Feucht-fröhlich' Ieiern die Feuchter Fasching. Wie die Aufnahme vom Fotografen Fr. Kölisch aus Röthenbach b. St. Wolfgang beweist, ging es im Spiegel-Saal hoch her. Feuchter Faschingsbälle waren in den zwanziger Jahren gefragt. Sie waren große gesellschaftliche Ereignisse auf die man sich Wochen vorher vorbereitete, erwartungsvoll freute und lange danach erzählte. Sojedenfalls hat es meine seit 1928 in Amerika lebende Mutter oft geschildert. Das Jahrzehnt war nicht so hektisch wie unsere Zeit. Man war zufriedener, bescheidener, kannte mehr Gemeinschaft, war empfänglicher für Glück.

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