Feucht in alten Ansichten Band 2

Feucht in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Paul Morath
Gemeente
:   Feucht
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4884-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feucht in alten Ansichten Band 2'

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39. Bei dem jungen brillentragenden Mann handelt es sich um Expositus Ludwig Heumann. Er war der erste in Feucht wohnhafte katholische Ortsgeistliche. In der Notkapelle - sie trug, wie die heutige Kirche, den Namen Herz-Jesu - versah Expositus Heumann vom 1. Juni 1895 bis zum 15. Dezember 1897 sein Priesteramt. Später ist er als Naturheilkundiger bekannt geworden. In Elbersroth bei Ansbach widmete sich Heumann der Heilkräuterkunde. Ein in Elbersroth befindliches Museum erinnert an ihn. Pharma Heumann in Feucht und in Nürnberg geht auf das Wirken des ersten in Feucht wohnhaften katholischen Ortsgeistlichen zurück.

40. Die katholische Notkapelle wurde vor der Jahrhundertwende zu klein. Durch den Eisenbahnbau und durch Aufforstungsarbeiten nach dem großen Waldsterben von 1892 bis 1896 veranlaßt, zogen ständig Katholiken nach Feucht. Der katholische Bevölkerungsanteil stieg 1900 auf 20% (200 Menschen). Eine neue, räumlich größere Kirche wurde benötigt. Der Münchner Prof. Josef Schmitz entwarf ein großzügiges Gotteshaus in romanisierender Stilhaltung. In einem Kirchen-Bildband ist Herz-Jesu zeichnerisch dargestellt. Zu dem wiedergegebenen akkuraten Bau, gesellt sich in künstlerischer Freiheit ein Prozessionszug. Nach Kriegszerstörung wurde die Kirche - Planung Architekt Hans Meier, Neumarkt - verändert aufgebaut. Das Langhaus wurde modernisiert und saalartig gestaltet.

41. Anno 1903 wurde mit dem Bau der neuen katholischen Kirche an der Hauptstraße begonnen. Eindrucksvolle Bilder vorn Nürnberger Atelier Wacker erinnern auf dieser und den beiden folgenden Seiten, an Grundsteinlegung, Festzug und Hebmahl. Auf obigen Foto sind Geistlichkeit, Kirchengemeinde und Gäste bei der feierlichen Grundsteinlegung vereint. Um die Kirchenbaustelle gab es noch große Freiflächen, was mit dem Bliek auf das im Hintergrund sichtbare Pfinzingschloß und das vorgelagerte ehemalige Zinshaus, Pfinzingstraße Nr. 8, deutlich nachvollziehbar ist.

42. Ein festlicher Umzug nach der Grundsteinlegung von Herz-Jesu gehörte zum Programm. Mitglieder der katholischen Arbeiterbewegung aus Nürnberg waren zahlreich gekommen. Zusammen mit anderen Gruppen und den Angehörigen der eigenen Kirchengemeinde zog man mit Musik, Fahnen, Schärpen, Festabzeichen, im bestem Festtagskleid durch die Ortsstraßen. Auf unserem Bild passiert der Zug gerade die Ecke Regensburger Straße - Hauptstraße. Im Hintergrund der zweigeschossige Sandsteinbau des heutigen Fachgeschäftes 'Quelle'.

43. Schon Ende 1903 war Richttest. Maurer und Zimmerleute präsentierten sich hoch oben im Baugerüst; Bauherrschaft, Ehrengäste und Unternehmer standen vor dem Eingangsportal; das Kirchenvolk versammelte sich locker um das Baumaterial. Die große Bautafel sagt aus: Kathol. Kirche Set. Jakob, Bauleitung Architekt J. Schmeißner, Nümberg, Bauausführung: Bieber & Vonwerden, Baugeschaft Nürnberg. Der Name Sct. Jakob wurde bei Fertigstellung der Kirche nicht übernommen. Letztendlich wollte man nicht den Namen der evangelischen Kirche, sondern übernahm mit Herz-Jesu den Namen der Notkapelle, an die noch heute ein 3 m hohes Kreuz mit Korpus, vor dem Mehrfamilienhaus Kapellenplatz Nr. 5, erinnert.

44. Im Jahre 1904 war Herz-Jesu vollendet. Die Baukosten beliefen sich auf 84 000 RM. Feucht's Katholiken waren froh und glücklich über das gelungene Werk; Mühe und Arbeit hatten sich gelohnt. Wie wenige Jahre später Kirche und Umgebung ausgesehen haben, dies vermittelt eine Postkarte. Dort wo heute die Untere Kellerstraße verläuft, führte ein schmaler unbefestigter Weg zur Turmseite der Kirche. Der Eingang zum Pfarrhof weist noch den ehemals schönen Sandstein-Torbogen auf. Links sind der zum Pfinzingschloß gehörige Obstgarten und das Haus Sitzmann zu sehen. Das Sitzmann'sche Haus wurde vor 1900 vom Spielzeugfabrikanten Plank, der es an Dr .med.Heiter veräußerte, gebaut. Links oben der Eichenhain.

45. Der freundlich ins Objektiv bliekende Herr war Expositus Theodor Madlener. Der Priester war offensichtlich ein Mann der vom Bau viel verstand. In seine Amtszeit, vom 18. August 1899 bis 15. Februar 1905, fielen Planung, Bau, Bezug und Ausstattung der Herz-Jesu-Kirche. Madlener war der Pfarrherr, der als erster das 1900 neben der Kirche errichtete Pfarrhaus bewohnte.

46. Wie es ursprünglich im Inneren der katholischen Kirche ausgesehen hat, vermittelt eine Postkarte des Bad Kissinger Bildkunstverlages Poppe. Altarraum und Wandflächen des Kirchenraums waren 1920 vom Münchner Professor Becker-Gundahl ausgemalt worden. 'Wir Dein Volk und die Schafe deiner Weide wollen Dich ewig,' so konnte man auf der Chorwand, unterhalb der schönen Holzkassettendecke , beiderseits vom abgebildeten Gotteslamm, lesen, Wandmalerei und Kassettendecke gingen in der Bombennacht vom August 1943 verloren.

47. Der kostbare aus der Zeit um 1500 stammende Marienaltar hat alle Kriege überstanden. Er steht noch heute, allerdings verändert, in Herz-Jesu-Kirche, Engel halten der farbig gefaßten Madonna den vergoldeten Brokatumhang. Vier Reliefs auf den Seitenflügeln zeigen Szenen aus dem Marienleben. Der 'Auferstandene' befindet sich nicht mehr, wie auf dem Bild noch erkennbar, über der Marienfigur. In der an die Altarecke angrenzenden Taufkapelle hat er einen neuen Platz bekommen. Das die Jesusfigur umgebende Gesprenge mit dem Spitzaufsatz, auf der Postkarte ebenfalls noch sichtbar, ist entfernt.

Feucht b. Nbg., Totalansicht

48. Von Kirchturm zu Kirchturm schweift der Bliek und läßt die schöne fränkische Dachlandschaft im Ortskern erkennen. Die hübsche. farbig kolorierte Postkarte sandte der 'Schorsch' am 24. Juli 1912 seinem Freund Kraus in Nürnberg. Es war ein Kirchweihgruß. Die Aufnahme zeigt Vergangenes, Geändertes und Bestehendes. Unten rechts mit dem Giebel-Rundfenster das katholische Pfarrhaus, links angrenzend das Kaufhaus Dörr. Auf der anderen Seite der Hauptstraße sind die Metzgerei Wild (heute Weyda), die Bäckerei Schickendanz, nur noch hervorspitzend das Wohnhaus Lades (Radio Bauer), das Gasthaus 'Zur Krone' (Kreissparkasse) und der Bleichanger (Sparkassenplatz) zu erkennen. Auf dem Bleichanger stand ein Ortsbrunnen; er spendete reichlich gutes Wasser. Bleichanger, Gauchsbach und Brunnen waren, wie das aufgehängte Gut beweist, idealer Wäscheplatz.

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