Feucht in alten Ansichten Band 2

Feucht in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Paul Morath
Gemeente
:   Feucht
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4884-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feucht in alten Ansichten Band 2'

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49. In Gegenrichtung zeigt die jahrzehnte später gefertigte großformatige Aufnahme, die auf der Vorseite gezeigten, an der Hauptstraße gelegenen Häuser. Von rechts nach links: Die Kronen-Wirtschatt, in der die unvergessenen Wirtsleute Farnbacher, danach Wittmann, Regie führten. Daneben das für Alt-Feucht, inzwischen abgebrochene typische/Wohnhaus Lades, dann das aufgestockte Bäckerhaus Schickendanz, dahinter die Metzgerei Weyda. Am linken Bildrand steht das Anwesen von Frisör Oberhäuser. Beachtenswert ist am Bäckerhaus das wunderschöne Fachwerk im Giebel. Es wird derzeit leider von Eternit verdeckt. Umgekehrt ist beim ehemaligen Frisörhaus die schmutzige Putzfassade verschwunden, das schöne alte Fachwerk wieder freigelegt.

50. 'Gruss aus Feucht' heißt es auf einer alten Feuchter Postkarte. Sie stammt aus der Zeit um 1895. Dieses Datum läßt sich auf etlichen Gründen erahnen. So fehlt im Bild 'Total Ansicht' die 1903/04 erbaute katholische Kirche. Beim 'Marktplatz-Motiv' hingegen ist das Haus Hauptstraße Nr. 52 (Hoffmann), Baujahr 1890, bereits vorhanden; bei der 'Bahnhofs-Ansicht' dagegen fehlt noch der später errichtete Anbau der Bahnmeisterei. Die Postkarte ist mehrfarbig koloriert, vom Nürnberger Verlag Heinrich Gerlich herausgegeben worden. 'GruB aus Feucht' hat sicher viele Käufer gefunden und Kunde von der Marktgemeinde in die weite Welt gebracht.

51. Vom Bau der Eisenbahn hat Feucht profitiert. Die Umwandlung landwirtschaftlich/handwerkliche in eine gewerblich/ industrielle Struktur begann. Die Bahnlinie Nürnberg-Regensburg wurde am 1. Dezember 1871, die nach Altdorf 1878 eröffnet. Die Wendelsteiner Lokalbahn war von 1886 bis 1955 in Betrieb. Der alte Bahnhof war bis zum Abbruch Zeuge dieser Entwicklung. Oben ist er abgebildet. Von rechts nach links sind zu erkennen: die Gepäckabfertigungshalle; das dreistöckige Hauptgebäude mit Schalterhalle, Betriebräumen und Wohnungen; ein flacher Zwischenbau mit der offenen Wartehalle; die dreigeschossige Bahnmeisterei mit Büros und Wohnungen für das technische Personal; und die Güterhalle mit Verladerampe. Schade, daß der alte durch einen neuen Bahnhof ersetzt worden ist. Rentabel mag dies schon gewesen sein, für Ortsbild und Nostalgie ist dies ein herber Verlust.

52. Die Eisenbahn gilt als sicher. Daß es die absolute Sicherheit dennoch nirgends gibt, dies beweist ein 1930 glimpflich abgegangener Verkehrsunfall. Auf dem höhengleichen unbeschrankten Bahnübergang Nürnberger Straße erfaßte eine von Altdorf kommende Dampfloek einen Personenkraftwagen. Obgleich der von der Feuchter Geschäftsfrau Therese Metz gesteuerte Opel über eine längere Strecke mitgeschleift wurde, kamen weder die Wagenlenkerin noch die jugendlichen Insassen zu Schaden. Nur der 7jährige Hans Rückel (er ist im Zweiten Weltkrieg gefallen) trug eine Schramme an der Wange davon.

53. Die Post in Feucht ist mehr als doppelt so alt wie die Eisenbahn. Seit 1685 bestand eine Posthalterei. Fast zwei Jahrhunderte beförderten Postkutschen Menschen, Pakete und Briefe. Die Posthalterei war im heutigen Rathaus untergebracht. Mit dem Einzug der Eisenbahn hatten die Kutschen ausgedient. Bei der Post begann der Wandel zum heutigen Stand. Um die Jahrhundertwende war sie in der Hauptstraße Nr. 45, von 1905 bis 1928 im Hause Hauptstraße 52 (Hoffmann) untergebracht. Der Neubau eines Postdienstgebäudes in der Bahnhofstraße folgte. Wie schmuck das neue Amtsgebäude einmal ausgesehen hat, vermittelt eine Aufnahme vom 1. März 1933. Das schöne Walmdach wurde bei der Renovierung nach dem Zweiten Weltkrieg durch ein Flachdach ersetzt, die freundliche helle Fassade unschön verdunkelt. 1933 war die NSDAP an die Regierung gelangt. Wie allerorts wurde die Hakenkreuzfahne gehißt.

54. Die Postboten früherer Jahre galten als zuverlässig und körperlich robust. Bei jeder Witterung hatten sie , stark befrachtet, weite Wege zurückzulegen. Einer dieser Gilde war Georg Steger. Er wohnte im Lohweg Nr. 8. Ein arbeitslebenlang stand er im Dienst der Post. Die Amtsgeschäfte wurden in blauer schicker Uniform erledigt. Oben allerdings sehen wir den alten Steger im Freizeitlook. Die unvermeidliche Pfeiffe durfte auch am 25. Mai 1932 nicht fehlen. Das den Steger's gehörige Sandsteinhaus ist inzwischen einem Neubau gewichen.

55. Staatsforst und Marktgemeinde waren, wie wir aus Feucht's Geschichte wissen, stets eng verflochten. Es war deshalb ganz natürlich, daß es in der Marktgemeinde eine größere Anzahl von Frauen und Männern gab, die im Staatswald ihren Beruf ausübten. Förster und Forstmeister waren stets angesehene Persönlichkeiten. Auf der Aufnahme vorn 26. April 1926 stellte sich, im Revier hinter den Fella-Werken, Revierförster Linz mit seiner Arbeitsschar dem Fotografen. Der ortsbekannte Haumeister, ein Original, der Betz'en Rattl, ist dabei. Konrad Betz ist 6. von links und Förster Linz 3. von rechts.

56. Ehe die Traktoren kamen besorgten Pferdegespanne den Holztransport. Die im Staatswald beschäftigten Langholzfahrer waren gut situiert und von geachteter Zunft. Peter Rupprecht gehörte dazu. 1920 hatte der Peter wieder einmal eingespannt. Unweit seines Hofes, er lag am Dreieck an der Hauptstraße ließ er sich fotografieren. Daß der Aufnahmeort in der Oberen Kellerstraße lag, verrät der Torbogen mit dem Glöckchen, welchen wir über den Pferderücken, nahe der heutigen Zahnarztpraxis Dr. Stürmer, erkennen können. Die Rupprecht's gehörten zu den Familien, die Sa1ztransporte aus oberbayerischen und salzburgischen Landen zuverlässig ausführten.

57. Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, dies konnte man in Hahnhof im Sommer 1930 noch sagen. Die Aufnahme vom dortigen Mühlenrad entstand zu dieser Zeit. Wasser lieferte der Gauchsbach, das Gewässer, welches die gesamte Feuchter Gemeindeflur durchfließt. Diesem Gewässer folgend, sollen einige Bilder gezeigt und Erläuterungen gegeben werden. Zurück zum Mühlenrad. Von einem Stauwehr im Gauchsbach wurde Wasser über Graben und Holzrinne abgeleitet. Mittels dieser Wasserkräfte setzten sich Mühlrad und Maschinen im damaligen Säge- und Hammerwerk in Gang. Wenn auch der Betrieb längst stillgelegt ist, Erinnerungen an das Mühlenrad sind noch wach. Noch ein Wort der Erklärung zum Namen 'Gauchsbach'. Gauch kommt aus dem althochdeutschen, heißt soviel wie Kuckuck. Auf hochdeutsch würde der Gauchsbach 'Kukkucksbach' heißen.

58. Die Röst, aus Winkelhaid kommend und der Ebenbach von Penzenhof her fließend, bilden östlich von Weiherhaus den Gauchsbach. Bei Kugelhammer mündet das Feuchter Hausgewässer in die Schwarzach. Meist bildet der Gauchsbach ein kleines Rinnsal. Bis zur Gauchsbachregulierung 1928, schlängelte sich der Bach gemächlich durch die Ortsteile der heutigen Gesamtgemeinde. Aber wehe wenn er losgelassen, dies war 1928 und früher häufig der Fall, dann wurde der Gauchsbach, siehe obiges Bild, zur Gefahr. Geschädigte waren Grundund Hausbesitzer, deren Felder überflutet, deren Häuser unter Wasser standen. Stark behindert die Verkehrsteilnehmer. So mancher Kraftwagen soff ab. Erfreut hingegen die Kinder. Spiele im Wasser, besonders Waschtrogpaddeln in den Ortsstraßen war besonderes Erlebnis.

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