Feucht in alten Ansichten Band 2

Feucht in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Paul Morath
Gemeente
:   Feucht
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4884-9
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feucht in alten Ansichten Band 2'

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59. Um Hochwassergefahren zu bannen, wurde der Gauchsbach im Teilbereich zwischen Zeidler- und Pfinzingschloß in eine häßliche Betonrinne gelegt. Überflutungen sind seitdem passé. Unsere Aufnahme zeigt die Rinne mit dem ersten Eisensteg 'Mittlerer Zeide!weg'. Die baufällig gewordene Metallkonstruktion der Brücke, wurde durch einen gefälligeren Holzsteg erstetzt. Durch den Einbau eines Wehres ist der Wasserspiel im Sparkassenplatz-Bereich auf rund 50 cm Höhe gehoben. Die Regulierung des Gauchsbaches erfolgte durch eine, aus den Grundstücksanliegern bestehende Genossenschaft. Wegen der sehr hohen Baukosten ging das Unternehmen Pleite. Unter großen Schwierigkeiten konnte um 1936, mit Hilfe von Staat und Gemeinde. die Liquidatien der Genossenschaft erfolgen.

60. Nach dem Sparkassenplatz durchquert der Gauchsbach die Hauptstraße und erreicht den 'Gänshof'. Früher hat die Pfinzigstraße bis zum Bauernhof des 'Neubauern' (Haus Nr. 16) so geheißen. Der Name Ganshof geht auf den zuletzt den Volland's gehörenden Bauernhof zurück. Heute ist die Marktgemeinde Eigentümer und hat dort den Kindergarten 'Freie Kindergruppe' eingerichtet. Beim Neubauern handelte es sich um den Schloßbauernhof, der bis zu Veräußerung, zum Besitz des Pfinzingschlosses gehörte. Nun ein paar Worte zu obiger Fotografie. Die Schuhmacherei des ortsbekannten Originals Lorenz Gerstacker ist dem Geschäft SchalIer gewichen. Der Gauchsbach ist überdacht und fließt, entlang der neuen Geschäftshäuser, unsichtbar unter den öffentlichen Parkplätzen. Nach der Schuhmacherei steht das 'Haus Morath 1901', (jetzt Hans Liebei) und das ehemalige 'Hutzler-Haus', heute Zeidelmuseum.

61. Zu den stattlichen Gebäuden am Gauchsbach zählt das Haus Pfinzingstraße NI. 6. Zeidelmuseum und Gemeindebücherei sind heute dort untergebracht. Wie es bei den vormaligen Besitzern, den Hutzier's, um 1930 ausgesehen hat, vermittelt diese Aufnahme. Die Jahreszahl 'A. 1664 D.' im frisch gestrichenen Gebälk, weist auf die Entstehungszeit des Hauses hin. Der einstige Bauernhof gehörte früher zum Grundbesitz des Pfinzingschlosses, welches links gut sichtbar ist. Bei der Besitzfassion 1808 wurde das Haus Nr. 6 als 'Güthlein des Joharm Liedel' ausgewiesen. Vor dem Gebäude wurde in einem Kiosk, der Hutzler'sche Gemüseladen geführt. Im Angebot standen seinerzeit unter anderem: 1 Pfund Weißkraut für 7 Pfennige, 1 Pfund Blaukraut für 10 Pfennige, 1 Pfund Sauerkraut für 13 Pfennige. Preise von denen man heute nur noch träumt.

62. Feucht war schon immer eine Perle im Reichswald. Naherholung in den Tälern von Gauchsbach und Schwarzach, dazu Ausflüge zum Ludwigs-Donau-Main-Kanal, waren stets beliebt. So ist es bis heute geblieben. Der Gauchsbach fließt vom 'Gänshof' nach Kugelhammer. Er wurde in Höhe des Ärztehauses bei trockenen Jahreszeiten zur Wiesenbewässung aufgestaut, für die Krugsweiher ist er Wasserspender. Nach dem Kunstbauwerk 'Gauchsbach-Brück-Kanal' mündet er in die Schwarzach. Der von Alexander Marx um 1850 gefertigte Stahlstich zeigt dieses Kunstbauwerk bei Kugelhammer; im Hintergrund sind Röthenbach's Kirche und die Kanalbrücke für die Straße Feucht/Röthenbach b. St. Wolfgang zu erkennen. Vorne ein Treidler mit Pferd. Pferde waren es, die die Kanalschiffe von Kehlheim bis Bamberg und umgekehrt schleppten.

63. Ein Kleinod besonderer Art bildet das Ensemble Schloß Kugelhammer. Obiges Luftbild läßt Schloß und Hof- und Gesindehäuser gut erkennen. Das barocke Schloß steht auf einem Sandsteinfelsen. Der umgebende tiefe Graben ist im Fels geschlagen. Eine Zugbrücke führte vormals zum Schloß. Das Ensemble wurde nach Zerstörung 1608 gebaut. Im dazugehörigen Hammerwerk wurden unter Ausnutzung der Wasserkraft des Gauchsbaches zuerst steinerne, später eiserne Kugeln geschlagen. Im Gauchsbachgrund sind Reste der St.-Wolfgangs-Kapelle vorhanden. Als deren Gründer gelten Mönche aus der Gegend des österreichischen Wolfgangsees. Röthenbach b. St. Wolfgang hat davon seinen Namenszusatz.

64. Wenn sehon von Naherholung, wenn vom alten Kanal die Rede ist, darm darf auch der berühmte Brück-kanal, das Paradestück aller Bauten am Ludwigskanal, nicht fehlen. Die Brücke führt den Kanal über die Schwarzach, ist 90 m lang, 6,2 m breit und über 20 m hoch. Alexander Marx hat in seinem 1845 erschienenen Buch 'Pittoreske Ansichten des Ludwig-Donau-MainKanals' folgendes geschrieben: 'Der größte der zu erbauenden Brückkanäle führt über die Schwarzach. Er mußte auf Pfahlrost gegründet werden, erhielt einen 50 Fuß weiten Bogen und eine Höhe von über 20 Fuß. Diese schöne Bauwerk 1839 angefangen. 1841 vollendet, erlitt durch Druck der teilweise feuchten Füllerde starke Schäden. Die Hoffnung mittels Reparatur Abhilfe zu schaffen schlug fehl. Die Brücke mußte abgetragen und nochmals gebaut werden.' Den oben abgebildeten Stich hat Marx gezeichnet und auf Stahl gestochen.

65. Zum Kanal gehörten in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg die Haas und die Zimmerer's, Sie wohnten in dem abgebildeten, kleinen aus Natursteinen gebauten Haus. Albert Geng meint in einem seiner Wanderführer, daß es sich bei dem Gebäude um die ehemalige Kantine der Großbaustelle 'Brückkanal' gehandelt haben könnte. Zimmerer besaß die Konzession für eine Schenke. Einfach und zünftig ging es unter seiner Regie das ganze Jahr über zu. Nach dem Motto 'Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen' wurde am Brückkanal gewirtschaftet. Aus Nürnberg, Feucht und von anderswo kamen die Leute in Massen; tranken im Schatten herrlicher Bäume ihr Bier und genossen fränkische Spezialitäten. Kenner schätzten den sprichwörtlich berühmten Emmentaler. Selbstbedienung war - wie heute - schon damals gefragt.

66. Industrie- und Gewerbeansiedlungen waren der Grund, daß Feuchts Einwohnerzahlen relativ rasch gestiegen sind. Von 1925 bis 1939 gab es eine Steigerung von 1 695 auf 3 231 Personen. Dieser Zuwachs erforderte Wohnraum. Es kommt nicht von ungefähr, daß Bauträger auf den Plan traten. Eine der ersten war die 'Baugenossenschaft Selbsthilfe Feucht und Umgebung'. Zwischen 1925 und 1931 baute die Selbsthilfe 17 Häuser mit 57 Wohnungen. Mieter waren überwiegend Reichsbahnbedienstete. Der zuerst erstellte Block steht an der Jahnstraße. Beim Einzug der Mieter gab es die Jahnstraße noch nicht, vielmehr , ein Kornfeld reichte - wie die Aufnahme von 1926 beweist - fast bis zu den Haustüren.

67. Älter als die Baugenossenschaft 'Selbsthilfe' ist die der 'Alten Siedlung'. Ab 1919 sind östlich der Nürnberger Straße, auf ehemaligen Waldgelände, zahlreiche Einzel- und Doppelhäuser entstanden. Später folgten Mehrfamilienhäuser. Typisch für die Ein- und Zweifamilienhauten sind Mansardendach und Natursteinsockel. Arbeiter und ihre Familien haben sich zusammengeschlossen und in harter, zäher Arbeit ihr Wohnproblem gelöst. Der Bau der Gaststätte 'Der Zeidelschütz' geht auf die Initiative der Genossenschaft zurück. Im Volksmund nannte man die Siedlung 'Rote Siedlung'. Eine Anspielung darauf, daß fast alle Siedler der Gründerjahre der SPD oder KPD angehörten. Auf obigem Foto ist das Haus Krall/Prottengeier , mitte der zwanziger Jahre, mit Familie Krall aufgenommen.

68. In der Zeit von 1871 bis 1914 gab es in Feucht kaum Anhänger politischer Parteien. Man gab sich überwiegend kaisertreu. Anders während der Weimarer Republik. Die SPD (Sozialdemokratische Arbeiterpartei) war nach dem Ersten Weltkrieg stärkste Partei in Feucht. Von den in der alten Siedlung wohnenden Bürgern erhielt sie großen Zulauf. Um 1925 stellten sich die damals aktiven SPD'er auf dem Bleichanger, heute Sparkassenplatz, dem Fotografen. Links vorne ist Feuchts ehemaliger 1. Bürgermeister Josef Koll, er amtierte nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1964, auszumachen. Ortsbekannte der Sozialdemokratie verschworene Männer, wie Michael Friedl, Christian Schmotzer, Stefan Gömmel, Jakob Krall, Paul Fürst und andere, sind mit von der Partie.

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