Feuchtwangen in alten Ansichten

Feuchtwangen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Karg und Karl Wirth
Gemeente
:   Feuchtwangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4598-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feuchtwangen in alten Ansichten'

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9. Diese Ansichtskarte wurde am 5. Juli 1913 geschrieben. Das Foto zeigt den Abbruch des Kranzturms im Zusammenhang mit den umfangreichen Sicherungsarbeiten an der baufälligen Stiftskirche. Er enthielt ehedem die Türmerwohnung, die aber nach dem Wiederaufbau nicht mehr bezogen wurde. Schon einmal hatten sich die TÜIIlle geneigt. Ein vergilbtes Blatt enthält folgenden Eintrag: Anno 1527 sein die zwey thum in der Stüfftes-Kirchen eingefallen davon die gantze Statt erzittert. Ein solches Unglück sollte sich nicht mehr wiederholen. Mit viel Zement und Eisen schuf man einen Baugrund, auf dem dann der Kranzturm genauso, wie er gewesen war, wieder aufgebaut wurde.

10. Seltsam, das abgebildete Kircheninnere kennt man irgendwie - und doch ist so viel fremd daran. Das Foto zeigt Chor und Schiff der Stiftskirche vor 1913. Bei den großen Erneuerungsarbeiten in den Jahren 1913 bis 1920 hat auch das Innere manche Veränderung erfahren. Am meisten fällt auf, daß die Kanzellinks statt wie heute rechts im Schiff angebracht ist, Der Husaren- oder Beamtenstand hat noch einen Brüstungsaufbau. Den Hochaltar von Wolgemuth im Chor verdeckt ein barocker Gemeindealtar, der 1919 auf Konsolen etwa an der Stelle der Kanzel angebracht wurde. Nur noch ein Hinweis:

Die zweite Empore links an der Wand suchen wir auf dem Bild vergeblich. Sie war ein ausdrücklicher Erweiterungswunsch von Dekan Schaudig.

11. Das erste Auto in Feuchtwangen fuhr 1899 der königliche Bezirksarzt und Medizinalrat Dr. Scheidemandel. 1924 wurde die erste Benzin-Abfüllstation bei der Firma Schroeppel am Marktplatz errichtet. Auf dem Foto hat also die Zeit der Automobile bereits begonnen. Drei Oldtimer parken am Marktplatz. Die Limousine bei der Zapfsäule hat eine Nürnberger Nummer. Aber noch ist das Zeitalter des Haferrnotors längst nicht vorbei. In der 'Krone' sitzt ein Kutscher bei der Halben, der andere wohl im 'Stern' eingekehrt - hat seinen Planwagen hinter dem Röhrenbrunnen abgestellt und dem Gaul in der Krippe Futter aufgeschüttet. Es mussen aber noch viel mehr Gespanne an diesem Tag unterwegs gewesen sein, wie die Spuren auf der Straße deutlich erkennen lassen.

12. Es ist ein seltener Glücksumstand, daß von der feierlichen Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen der Kriege 1866 und 1870/71 ein Foto erhalten geblieben ist, Das Bilddokument trägt auf der Rückseite folgenden handschriftlichen Vermerk: Einweihung des Kriegerdenkmals in Feuchtwangen am 30. Juli 1893. Moment nach Beendigung der Festrede des Seniors Schaudig, unter dessen Hoch auf Deutschland soeben die Hûlle des Denkmals gefallen ist. Nach den Aufschriften auf den Tragtafeln - soweit sie zu lesen sind - haben die Kriegervereine einer weiten Umgebung teilgenommen: Dinkelsbühl, Weidelbach, Unterampfrach, Dombühl, Dentlein, Burk ...

13. Jede Feier wurde früher durch die Mitwirkung der holden Weiblichkeit verschönt. 'Ehrenjungfrauen' wurden die jungen Damen genannt und am Festtag besonders herausgeputzt. Auf dem Foto von der Einweihung des Kriegerdenkmals nennt sie die Aufschrift auf einer Tafel 'Festjungfrauen'. Man sieht sie auch auf den Stufen der urnkleideten Rednertribüne stehen. Daß sich die hübschen jungen Feuchtwangerinnen von 1893 in ihren weißen Kleidern und den kunstvoll gebundenen Biedermeiersträußchen noch auf einem Gruppenbild präsentieren, ist sehr reizvoll. Vielleicht erkènnt manch alter Feuchtwanger seine Großmutter darauf.

Feuchtwangen Kde2prdenkma!

14. Die Ansichtskarte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zeigt das alte Kriegerdenkmal mit dem vorwärtsstürmenden Fahnenträger, der eine Größe von 2,75 Metern hatte. Er stand auf einem drei Meter hohen Steinsockel, an dem vier Tafeln angebracht waren. Das Standbild hatte man vier Meter vom Chor der Stiftskirche und sechs Meter vom Haus des Goldarbeiters Raab entfernt aufgestellt. Mit dem Gitter reichte es etwas in die Straße hinein. 1940 bot die Stadtverwaltung das Denkmal als Metallspende an und meinte dabei, es sei weder eine Zierde des Marktplatzes noch eine glückliche Lösung. Im November 1941 wurde es abgebrochen. Die vier Tafeln mit Inschrift blieben erhalten und sind heute an der Stadtmauer im Zwinger angebracht.

15. Nicht nur die Einzelheiten des Motivs, sondern auch die Fotografie an sich lassen ein hohes Alter dieset Aufnahme des Marktplatzes erkennen. Sie muß vor etwa einhundert Jahren entstanden sein, denn noch steht am Röhrenbrunnen der alte Tränktrog, den man im Jahre 1878 entfernt hat. Der 'Festsaal Frankens' wirkt hier noch reichlich werktägig und unaufgeräumt. Bei der 'Post' zum Beispiel ist ein Pflugskarren abgestellt. Fuhrwerke sind in die Ecken geschoben, und Baumaterialliegt herum. Gehsteige sind noch nicht vorhanden. Die Wasserrinne im Katzenkopf-Pflaster zeigt, daß eine Kanallsation fehlt. Vor dem Rathaus bieten Weibet in Körben ihre Ware feil. Nur gut, daß man viele dieser Einzelheiten kaum ohne Lupe erkennen kann!

16. Der Fotograf hat bei dieser Aufnahme vorn August 1898 einiges Aufsehen erregt, Nicht nur die Kinder haben sich aufgebaut, auch die Erwachsenen stehen in Pose unter der Ladentür des Kolonialwarengeschäfts vorn Schroeppel und auf dem Gehsteig bis hin zum Greifen. Selbst die Fenster sind belagert. Man hat noch Zeit, viel Zeit! Auch der Fotograf unter seinem schwarzen Tuch kennt noch keine Momentaufnahmen. Zum Hause Schroeppel gehörte Karl May, dem das Heimatmuseum und der Kreuzgang so viel zu danken haben, Viel zu früh starb er im Jahre 1935, erst vierzig Jahre alt.

feuchtwengen

17. Planwagen. Pumpbrunnen in der Fahrbahn und das Mädchen mitten auf einer Straße, die heute ein kaum abreißender Verkehrsstrom entlangbrandet, zeigen, daß die Ansichtskarte längst vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges geschrieben wurde. Der Fotograf stand in der Unteren Torstraße mit Richtung zum Marktplatz. Was das Bild so reizvoll macht? Rechts und links an der Unteren Torstraße und rund um den Marktplatz stehen Altstadthäuser von so guter Baugestaltung, daß sie sich zu einer Geschlossenheit besonderer Art fügen, auch wenn es sich einzeln genommen oft nur um bescheidene Gebäude handelt. Dies ist das Geheimnis des Feuchtwanger Marktplatzes, das ihn zum 'Festsaal Frankens' werden liefs.

18. Unser Foto zeigt das Haus Untere Torstraße Nr. 4. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert und trägt auf einern zweigeschossigen verputzten Massivbau einen ansprechenden Fachwerkgiebel, Auf der Rückseite des Bildes ist das Datum 26. Mai 1911 vermerkt. Daß das Fachwerk sichtbar ist, dürfte ein Erfolg der Bemühung des Vereins für Volkskunst und Volkskunde sein. Das gleiche Haus findet sich nämlich auch auf Bild 17 als erstes links. So sah das hübsche Fachwerkhaus etliche Jahre vorher aus: Der Giebel war noch verputzt, die Rosen überwucherten die Aufschrift 'Bäckerei und Mehlhandlung'. Fensterläden sollten Wind und Regen fernhalten.

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