Feuchtwangen in alten Ansichten

Feuchtwangen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Karg und Karl Wirth
Gemeente
:   Feuchtwangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4598-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feuchtwangen in alten Ansichten'

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Feuchtwangen

19. Die alte Ansichtskarte führt in einen abgelegenen Winkel zwischen Marktplatz und Mooswiese. In diesem Stadtteil hat sich das Kleinstadtidyll länger gehalten als anderswo. Auf dem Bild blieken wir durch die Webergasse vor zur Gerbergasse. Wohl hat sich auch hier manches geändert, es sind nicht nur die Holzstöße vor den Häusern verschwunden - und trotzdem ist vielfach die Stille in den Gassen erhalten geblieben, höchstens von Kinderstimmen unterbrochen. Kaum lärmt hier ein Automotor; vielleicht daß eine Amsel im verwunschenen Gatten beim Hause Schammann flötet.

20. Die Huf- und Wagenschmiede verdankten in Feuchtwangen ihr Brot dem großen Verkehr, den die beiden Straßen durch die Stadttore einließen. Da waren Pferde zu beschlagen und Reifen auf Wagenräder aufzuziehen. Daneben galt es auch, die Wünsche der Feuchtwanger Ackerbürger zu erftillen. Inzwischen sind mit den Pferden auch alle Grobschmiede verschwunden. So hat die Spitalschmiede, die das Foto zeigt, längst aufgeräumt. 1926 wird sie noch beschrieben, wie sie ihr Erdgeschoß mit senlichter Holzlaube öffnet, während der Oberbau voll Persönlichkeitswillen sich in einen spitzen und einen gewalmten Giebelblock stuft. Baum und Zweigwerk legen die letzte Einheit ûber das Bild. Haus und Baum scheinen nacb gleichen sorglosen Gesetzen zu wachsen,

feuchtwangen

Babnbolstrasse

21. 'Bahnhofstrasse' heißt auf der Ansichtskarte von 1911 die heutige Untere Torstraße. Zwei Gebäude stehen beherrschend im Vordergrund. Rechts fällt das Gasthaus zum Schwarzen Adler auf, das wegen der hohen Treppe vor dem Hauseingang allgemein 'Die Staffelwirtschaft' geheißen war. Das Gebäude an der linken Straßenseite kennzeichnet eine kleine Tafel als Apotheke. Neben der hohen Steintreppe ist das Auto von Anno dazumal geparkt. Ein anderer Wagen steht beim Haus des Zinngießers Grün. Zu jener Zeit ist seine Werkstart noch in Betrieb. Heute finden wir sie mit allem Drum und Dran in den Handwerkerstuben beim Kreuzgang,

22. Es ist interessant, was die alten Feuchtwanger einst als Sehenswürdigkeit ihrer Stadt betrachtet haben. Auf einer Ansichtskarte aus der Zeit um die Jahrhundertwende ist die 'Apotheke Feuchtwangen' abgebildet, die 1719 gegründet wurde. Das Gebäude stammt im Kern von 1690; spater wurde es zu einem zweigeschossigen Traufhaus umgebaut. Sehenswert ist das Bild von der Einrichtung. Porzellangefäße stehen auf der linken Seite im Regal, und rechts finden sich Flaschen mit Extrakten und Tinkturen. Auf den Regalen sind allerhand Kuriositäten abgestellt, ein ausgestopfter Stelzvogel, Flaschen, Bilder. .. Hinter dem Ladentisch mit der Apothekerwaage und gläsernen Gerätschaften aber stehen Apotheker Zieglwalner und sein Provisor.

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23. Wir blieken die heutige Hindenburgstraße entlang in Richtung Oberes Tor. Rechts im Vordergrund steht das Geschäftshaus Bechmann. Gegenüber erkennen die alten Feuchtwanger ihr Schulhaus von 1860. Dahinter liegt breit hingelagert das Amtsgebäude aus dem Jahre 1827. Als König Ludwig 1. Feuchtwangen besuchte, verglich er es seiner Größe wegen mit einem Schloß. Das Tor selbst ist durch das Haus Büchler verdeckt. Wer damals beim Torbäck sein Brot kaufte, mußte noch viele Stufen zum Haus hinuntersteigen. Auffallend sind in dieser Straße die zahlreichen steinernen Treppen, die zu den Haustüren führen. Nicht einmal das Amtsgebäude, dessen Eingang in der Mitte der Straßenfront zu sehen ist, macht eine Ausnahme.

Feuchtwangen

24. Die Kamera stand bei dieser Aufnahme am Oberen Tor und fotografierte die heutige Hindenburgstraße in Richtung Dekanat. Rechts blieken wir die Front des Landratsamtsgebäudes entlang, in das drei Treppenstufen führen. Hinter dem Pumpbrunnen steht das Rektoratshaus, das dem Rektor der Lateinschule als Wohnung diente. Um 1800 waren auch die drei Klassen der Lateinschule in den oberen Stock dieses stattlichen Gebäudes gezogen. Vorher wurden sie im Erdgeschoß der Reliquiariums am Kirchplatz unterrichtet, das nach dem Zweiten Weltkrieg noch die Stadtlandschule benützte. Links im Bild steht das modern anmutende Geschäftshaus Simon, in dem lange auch eine Seilerei betrieben wurde.

25. Auf dem Foto vom Schuljahr 1906/07 sind die Schüler aller drei Klassen der Lateinschule vereint. In der dritten Klasse wurden drei Schüler, in der zweiten Klasse fünf Schüler und in der ersten Klasse auch fünf Schüler unterrichtet. Der Lehrer links war wohl Johannes Zinner, königlicher Subrektor. Längst nicht alle Eltern wohnten in Feuchtwangen. Judenkinder waren prozentual stark vertreten. Die Schule hatte eine tausendjährige Tradition. Sie wuchs aus der Klosterschule heraus, die das Stift im 12. Jahrhundert als Ausbildungsstätte für angehende Kanoniker weiterfûhrte. Nach der Reformation hieß sie fast vierhundert Jahre lang Feuchtwanger Lateinschule. 1914 mußte sie wegen zu geringer Schülerzahl aufgehoben werden.

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26. Die Karte mit den drei Teilansichten beweist den Stolz der alten Feuchtwanger auf ihre Fachwerkbauten. Das Prachtstück in der Mitte stand am Marktplatz und gehörte dem Zuckerbäcker Wilhelm Gruber, der es 1933 der Sparkasse überließ. Die beiden anderen Häuser hatten Michael Büchler zum Besitzer und standen in der heutigen Hindenburgstraße. Der Fachwerkbau links oben steht nicht mehr, der andere aber hat weitgehend sein Gesicht erhalten. Trotzdem wäre diese Ansichtskarte, geschrieben am 31. Dezember 1909, nicht in den Bildband aufgenommen worden, wenn sie nicht eine Freudenbotschaft bis nach Regensburg verbreitet hätte: Haben jetzt elektrische Beleuchtung seit Donnerstag, es ist jetzt ganz hell in unsern Feuchtwangen abends:

reuchtwangen

27. Die Aufnahme von der heutigen Museumstraße in Richtung Marktplatz ist mit Sicherheit vor 1909 entstanden. In diesem Jahr erhielt die Stadt ein eigenes Elektrizitätswerk, die Lampe an der Hausecke zur Herrengasse ist jedoch eindeutig noch eine Petroleumfunzel mit Ölbehälter und Zylinder. Die Häuser auf dem Bild stehen heute alle noch, aber einige Fassaden sehen anders aus. So wurde inzwischen beim Haus Bräunlein am Marktplatz der Fachwerkgiebel freigelegt. Dafür ist das Balkenwerk eines Hauses in der Museumstraße unter Putz verschwunden.

28. Das Foto von der Museumstraße stammt sehr wahrscheinlich von 1926. Das alte Büttnerhaus, dessen Fachwerkgiebel die umliegenden Häuser hoch überragt, ist in jenem Jahr als Heimatmuseum eingerichtet worden und erstrahlt in neuem Glanze. Vielleicht verwundert vorne links im Bild der hölzerne Pumpbrunnen - in allen Stadtteilen waren solche in jener Zeit zu finden. Er zeigt, daß eine zentrale Wasserversorgung noch fehlt. Erst 1928 erhielt Feuchtwangen Wasserwerk, Wasserleitung und Hochbehälter. Vorher waren die Haushalte der Stadt in Brunnengemeinschaften zusammengefaßt und auf die einzelnen öffentlichen Brunnen verteilt, Auf etwa fünfzig Familien kam ein Brunnen.

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