Feuchtwangen in alten Ansichten

Feuchtwangen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Karg und Karl Wirth
Gemeente
:   Feuchtwangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4598-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Feuchtwangen in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29. Die Porträts zeigen Regierungsrat August Fischer (links) und Dr. Hans Güthlein (rechts), die 1902 den 'Verein für Volkskunst und Volkskunde' gründeten. Es geschah in der ganz bestimmten Absicht, ein Heimatmuseum in Feuchtwangen einzurichten, für das bereits Ausstellungsstücke vorhanden waren. August Fischer war in den Jahren 1901 bis 1906 als Bezirksamtmann in Feuchtwangen tätig. Dann wurde er nach Tölz versetzt, wo er 1916 starb. Dr. Hans Güthlein, praktischer Arzt und Sanitätsrat, blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1935 der Stadt, seinen Patiënten, dem Roten Kreuz und seinem Lebenswerk, dem Heimatmuseum, treu. Feuchtwangen hat zur Griindung des Museums die richtige Zeit gewählt, und es hatte dazu aucn die richtigen Leute.

30. Das Foto hat doppelten Erinnerungswert, Zunächst gemahnt es an die Verwundeten des Ersten Weltkrieges, für die auch in Feuchtwangen Lazarette eingerichtet wurden. Dann erkennt man den Arzt Dr. Güthlein rechts hinter der Diakcnisse, der diese Soldaten betreute und den Feuchtwangen heute noch als einen der Gründer des Heimatmuseums verehrt. Zwischen den beiden Schwestern in der Bildmitte ist Frau Grete Güthlein zu sehen, die ihren Mann unermüdlich bei seiner Arbeit unterstützte, Die Aufnahme entstand 1917 hinter der Turnhalle. 'Unsere Lazarette sind voll belegt mit über 100 Betten, der Meine hat wahnsinnig viel Arbeit', berichtete Frau Güthlein auf der Rückseite dieser Ansichtskarte.

31. Die Ansichtskarte zeigt jene Bauernstube, die Gewerberat Karg für eine Ausstellung anläßlich der Jahresversammlung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins von MitteJfranken im September 1902 zusammengestellt hatte. Zugleich mit einem Biedermeierzimmer wurden die bäuerlichen Möbel in den Räumen des ersten Stockwerks der Turnhalle aufgestellt. Der Erfolg war überraschend, Experten vom Germanischen Museum in Nürnberg und vom Bayerischen Nationalmuseum in München waren sich mit anderen Fachleuten einig in der Meinung, daß diese Sammlungen für ein Lokalmuseum erhalten bleiben sollten. Aber wohin damit? Zunächst stellte die Stadt im alten Spital fünf Räume für das Museum zur Verfügung. Eines dieser Zimmer zeigt die Ansichtskarte vom Jahre 1902.

32. Mit der Bauemstube hatte Fritz Karg im Jahre 1902 den Grundstock für das Heimatmuseum geschaffen, Bürgermeister und Lehrer in den Dörfern halfen bei der Sammeltätigkeit, Die Familien Scheidemandl, Güthlein, Karl May und Schwayer schenkten weitere Museumsstücke. So waren nach wenigen Jahren die fünf Räume im alten Spital überfüllt. Der Westflügel im Kreuzgang mußte die Herrieder Bischofsspritze, große Schränke und Truhen aufnehmen. Die Fayencen- und Gläsersammlung war im Obergeschoß des Schlachthauses untergebracht. Andere Exponate wurden im Hause May in der Gerberstraße und im Dekanat verwahrt. Das Foto von 1913 zeigt das Depot im Schlachthaus und veranschaulicht die Raumnot des Museums.

33. Der Büttner Rück war gestorben und hatte sein stattliches Haus den in Nürnberg lebenden Erben hinterlassen. Mitten in der Nacht kam dem Gewerberat Karg der Gedanke, daß man das Haus für das Museum kaufen müßte. Zwei Tage später fuhren Dr. Güthlein und Karl May bereits nach Nümberg und verhandelten mit den Erben. Man wurde einig, und damit hatte das Museum sein Gebäude in Aussicht. Das war 1922. 1924 wurde die Wohnung für den Hausbetreuer fertig, 1925 begann der Umbau des Hauptgebäudes, Endlich konnte 1926 die festliche Einweihung des neuen Heimatmuseums stattfinden. Dieses große Ereignis ist im Foto festgehalten. Übrigens - das hohe Gebäude hinter dem Museum war die Synagoge.

34. Der Museumsreferent des Bayerischen Landesamts für Denkmalspflege, Dr. Josef Maria Ritz, hat das Feuchtwanger Heimatmuseum das schönste Bayerns genannt und in der Fachliteratur bekarmtgemacht. So ist es nicht zu verwundern, daß immer wieder in Feuchtwangen Museumskurse stattfanden, bei denen die Teilnehmer ihr Wissen um die Pflege von altern Kulturgut erweiterten. Bei solcher Gelegenheit entstand 1913 das Gruppenfoto. Einige Feuchtwangerinnen waren in die Trachten des bäuerlichen Umlandes geschlüpft. Auffallend sind jene Hauben, die in ähnlicher Form die Holländerinnen tragen. Sie waren im Altmühlgrund üblich und wurden später von den aus dem Süden eingewanderten Riegelhauben verdrängt.

35. Es ist nicht selten, daß im Heimatmuseum hoher Besuch empfangen wird. Aus der langen Reihe der Ehrengäste - sie ist im Gästebuch des Museums festgehalten - greift das Foto eine dieser Persönlichkeiten heraus: Am 16. Juni 1928 hatte sich Prinz Rupprecht von Bayern die Schätze des Heimatmuseums von dem Vereinsvorsitzenden Dr. Güthlein zeigen lassen. Auf dem Bild sind beide beim Verlassen des Hauses zu sehen. Anerkennend meinte dieser Besucher: Feuchtwangen hat zur Griindung des Museums die richtige Zeit gewählt, und es hatte dazu auch die richtigen Leute .... Möge die Stadt immer die richtigen Leute haben, die das Heimatmuseum weiterpflegen und mehren.

36. Zu den Männern der ersten Stunde des Heirnatmuseums gehörte Gewerberat Karg, Schreiner von Beruf. Ihn hatte 1902 Bezirksamtmann Fischer gebeten, für die Ausstellung zur Jahresversammlung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins einen Beitrag zu leisten. Beim Umbau des Büttnerhauses zum Museum hatte er die technische Leitung. Aber sein Hauptwerk sind die Handwerkerstuben im Kreuzgang. Auf dem Foto sehen wir ihn in der Zinngießerwerkstatt sitzen, die er sich noch zu Lebzeiten von Meister Grün für den Fall seines Todes hatte schenken lassen. Hier spielt Fritz Karg in der Arbeitskleidung des alten Grün den Zinngießer, der mit kritischem Bliek die berühmte Feuchtwanger Kanne prüft,

37. Die Aufnahme stammt aus der Frühzeit der Fotografie. Noch steht der untere Torturm, und der wurde bereits 1869 abgebrochen, Der Bliek vom Marktplatz zum Unteren Tor gehört also etwa in die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Ein aufschlußreiches Zeitdokument aus Feuchtwangen, das damals noch recht nach einem Ackerbürgerstädtchen aussieht. Seltsam, daß außer der Marktfrau am Rathauseck kein Mensch auf der Straße ist. Das Pflaster wird ausgebessert, Vor dem Pumpbrunnen liegen Heigelsteine, daneben steht eine Schubkarre. An der Schranne sind die Steine hoch aufgeschichtet. Im Schaufenster beim Zinngießer Grün blitzen Teller und Kannen. Die Pferde vor den Wagen sind ausgeschirrt. Vielleicht ist gerade Mittagszeit,

38. Feuchtwangen hatte einst drei Tore. Eines davon zeigt die Aufnahme. Es hieß das Untere Tor, weil die Straße vom Marktplatz bergab zur Sulzachbrücke führte, wenn man in Richtung Crailsheim oder Dinkelsbühl reisen wollte. 1869 wurde es für 303 Gulden auf Abbruch verkauft, weil es dem Verkehr im Wege stand. Schade, daß damals Verkehrsschilder zur Regelung der Vorfahrt noch nicht bekannt waren. Heute wäre das Tor mit seiner welsehen Haube eine Zierde für die Stadt. Wenn unser Bliek die Reihe der Giebel entlangwandert, ist die Stelle, an der der Torturm einst stand, leicht zu finden. Nach dem Abbruch wurde der linken Häuserzeile das Haus Langohr angefügt,

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek