Feuchtwangen in alten Ansichten

Feuchtwangen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Karg und Karl Wirth
Gemeente
:   Feuchtwangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4598-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feuchtwangen in alten Ansichten'

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39. Die Ansichtskarte stammt aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Das beweisen nicht nur die Sonntagskleider der Kinder und der Spaziergänger auf der Straße, sondern auch die Petroleumlaterne am Hause des Zinngießers Grün. Erst das Jahr 1909 hat den Bürgern eine elektrische Straßenbeleuchtung gebracht. Mit der Aufschrift 'Bahnhofstraße' sind die Feuchtwanger von heute nicht einverstanden. Eine Straße dieses Namens beginnt erst bei dem Hause mit der hellen Fassade in der Bildmitte und führt von dort nach rechts zum Bahnhof. Der Standort des Fotografen ist fast der gleiche wie bei Bild 38, nur daß jetzt das Untere Tor nicht mehr den Durchblick verwehrt. Bis zur Straßengabel beim 'Braunen Hirschen' ist die Sicht frei,

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...

Feuchtwangen Oberes Tor

40. Durch das abgebildete Tor führten die Strafsen nach Ansbach und Rothenburg. Es hat kein wehrhaftes Aussehen mehr, weil es Ende des 18. Jahrhunderts in ein behäbiges Torhaus umgestaltet worden ist. In ihm hatte der geschäftstüchtige Torwart Kretschmann eine 'Kaffeeschenke' eingerichtet, die mit dem langgestreckten Gebäude an der linken Seite das Gasthaus zum Brandenburger Hof bildete. Es mag sich gemütlich in dem weiten Raum über dem Torbogen gesessen haben. Durch die hohen Fenster konnten die Damen des Biedermeier Postkutsche und Handwerksburschen die Straße entlangziehen sehen. Den Kuchen zur Kaffeestunde lieferte wohl der Torbäck, dessen Haus hinter der hohen Front des Arntsgebäudes vorschaut.

Feuchtwangen Oberes Tor

41. Die Ansichtskarte von 1919 zeigt das Obere Tor von außen. Die Häuser zu beiden Seiten verengen treppenartig die Straße bis etwa auf die Breite des Torhauses. Das brachte in den dreißiger Jahren große Schwierigkeiten für den wachsenden Verkehr, Zwei Reichsstraßen mußten durch dieses Nadelöhr gefädelt werden. Unwillkürlich wird man an das Schicksal des Unteren Tores erinnert, das 1869 als Verkehrshindernis weichen mußte. Damals gab es freilich noch kein Landesamt für Denkmalspflege, 1938 dagegen fand man eine Lösung, die sowohl dern Verkehr als auch dem Stadtbild gerecht wurde. Allerdings mußten die Häuser an der rechten Straßenseite zurückgesetzt werden, um Platz für einen zweiten Durchlaß zu schaffen.

42. Das Foto war 1908 die neueste Ansicht von der Spitalstraße, an deren Ende bis 1811 das Spitaltor gestanden hatte. Hier fuhr entlang, wer in Richtung Bechhofen oder Dürrwangen wollte. Der Fotograf brauchte so lange mit seiner Aufnahme, daß alles Zeit genug hatte, vor die Häuser zu kommen. Deutlich erkennen wir links die Familie des Metzgerrneisters Preiß. Am Gasthaus 'Rose' ragt der Rokoko-Ausleger weit in die Straße. Daneben steht ein Pumpbrunnen, dessen Brunnenbuch von 1780 erhalten ist, Es wurde zuletzt vom Rosenwirt Karl Schöller als Brunnenmeister geführt. Dann machte 1928 der Bau einer Wasserleitung den 'Rosebrunnen', seinen Brunnenmeister und das Brunnenbuch Ü berflüssig,

43. Das Foto von 1910 zeigt die Stelle, an der bis 1811 das Spitaltor gestanden hatte. In jenem Ungliicksjahr war in seiner Nähe ein Haus in Brand geraten. Obwohl das Feuer am hellen Tag ausbrach, konnte es sich auf weitere fünf Häuser und auf das Spitaltor selbst ausdehnen. Als der Turm einstürzte, begrub er acht Menschen unter seinen Trümmern. Zwei weiteren wurden die Beine abgeschlagen, Daß mit dem Torturm auch die Schlaguhr und das schöne Geläute untergingen, war das Schlimmste nicht. Schwer lasteten die Verluste an Menschenleben auf der Stadt. Eine verwitterte Inschriftentafel von 1423, die heute am Hause Leiß eingemauert ist, hatte wohl einst ihren Platz im Spitaltor.

44. Hier ist die Innenseite eines Stadtmauerrestes nordöstlich des Oberen Tores dargestellt. Dieses Stück Wehrgang grenzt einen privaten Garten ab und ist nicht allgemein zugänglich, Nach der Zerstörung Feuchtwangens im Städtekrieg 1388 durch Dinkelsbühl begarmen die Bürger 1395 die Stadtbefestigung zu bauen. Da die Mauer selbst schmaler ist als es die Breite des Wehrgangs erfordert, wurden Konsolen vcrgekragt und mit Stützbogen verbunden. Die am Wehrgangsboden vorgesetzten Steine tragen die Pfosten für das Dach. Es hat Jahrzehnt gedauert, bis die Stadtumwallung fertig war. 1727 wurde sie noch einmal instand gesetzt. Dann ließ man sie verfallen, denn der Kriegstechnik des 18. Jahrhunderts wäre sie doch nicht gewachsen gewesen.

45. Wer heute die Jahnstraße zur Turnhalle hinaufgeht, könnte leicht bei dem Mauerdurchbruch ein ehemaliges viertes Feuchtwanger Tor vermuten. Doch es fehlt die Landstraïse, für die hier der Zugang zur Stadt gewesen wäre, Das Foto vom ausgehenden 19. Jahrhundert zeigt das Ende der ansteigenden Straße. Sie wird von der Stadtmauer mit vorgekragten Rundbogen und Wehrgang abgeschlossen, Schmale Häuschen sind an sie gelehnt. Im Hause rechts der Straße betreibt Wachsmann ein Kurzwarengeschaft. Auch ein Schuhmacher scheint unter seinem Dach zu arbeiten, aber nicht als Konkurrent für Kar! Hoch von gegenüber. Denn die fünfzig Feuchtwanger Schuhmacher von 1897 verkauften ihre Erzeugnisse in erster Linie auf der Mooswiese und den Märkten der Umgebung.

FEUCHTWA GEN Blumenstrasse

46. Die Ansichtskarte von 1909 gibt Anlaß zum Vergleich mit dem vorhergehenden Bild. Die Stadtmauer ist - vielleicht im Zusammenhang mit dem Bau der Turnhalle - durchgebrochen worden. Oben sieht man den linken Teil des neuen Gebäudes, das 1901 eingeweiht werden konnte, Noch heißt die Straße, die den Turnhallenberg hinaufführt, Blumenstraße. Erst 1928 wurde sie auf Anregung des Turnvereins in Jahnstraße umbenannt. Anlaß gab die Feier zum einhundertfünfzigsten Geburtstage von Turnvater Jahn. Die Aufschrift an dem Hause rechts erinnert daran, daß in Feuchtwangen die Bauhandwerker auf eine alte Tradition zurückschauen können. Das gilt für Maurer ebenso wie für Zimmerleute, Schlosser und Schreiner.

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47. Die Grußkarte hat der Turnverein zur Einweihung seiner Turnhalle 1901 drucken lassen. Er feierte gleichzeitig auch sein vierzigjähriges Gründungsjubiläum. Der Turner links mit der Fahne in der Hand erinnert daran, daß der Verein bereits 1884 seine Fahnenweihe begehen konnte. Oben sieht man das neue Gebäude abgebildet. Es erscheint verhältnismäßig klein, denn noch fehlt der Bühnenanbau, der im Jahre 1924 die Halle um neun Meter verlängerte. Zwei Teilansichten zeigen den Innenraum. Rechts oben sieht man die Turner an den Geräten, und unten links ist ein 'Vergnügungssaal' daraus geworden, der nicht nur dem Turnverein bei seinen geselligen Veranstaltungen dient, sondern auch allen Vereinigungen der Stadt offensteht.

48. Ein Bliek auf Feuchtwangen um 1906. Es ist der kleine Uhrenturm von 1680 auf dem Dach der Stiftskirche, der das Viertürmemotiv etwas fremd erscheinen läßt. Er wurde beim Umbau 1913 bis 1920 durch einen barock gestalteten ersetzt. Auf der Königshöhe fällt der Krankenhausbau von 1892 auf. Der freie Durchblick in die Untere Torstraße erinnert daran, daß der Torturm 1869 abgebrochen wurde, Besonders befremdend wirkt die Sicht auf die Stadtmauer dort, wo heute die Zwingeranlage ist. Der Sulzachbrücke, die 1580 gebaut worden war, fügte man 1890 zu beiden Seiten 1,2 Meter breite Gehsteige an, so daß fortan die eigentliche Brückenbreite von 4,2 Metern ausschließlich den Fuhrwerken zur Verfügung stand.

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