Feuchtwangen in alten Ansichten

Feuchtwangen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Karg und Karl Wirth
Gemeente
:   Feuchtwangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4598-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feuchtwangen in alten Ansichten'

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49. Die Aufnahme entstand am 4. Mai 1905. Bezirksamtmann Fischer pflanzte im Zwinger eine Linde zu Ehren Schillers, dessen einhundertster Todestag damals von der ganzen deutschen Nation begangen wurde. Es störte offenbar nicht, daß die Teilnehmer nicht nur den jungen Baum, sondern auch einen Steinhaufen in ihre Mitte nehmen mußten. Am 16. Mai hielten die Schulkinder an der neugepflanzten Schillerlinde eine Feierstunde ab, bei der Hauptlehrer Schmidt in seiner Festrede wünschte, daß sich der derzeitig noch recht unwirtliche Platz bald in eine würdige Umgebung für die Schillerlinde verwandeln möge und daß es der kommenden Generation vergönnt sein möge, den Schillertag 1959 in einem Schillerhain zu begehen,

50. Der sumpfige Zwinger - einst ein Teil der Stadtbefestigung links vom Unteren Tor war jahrzehntelang ein Schandfleck am Eingang zur Stadt. 1891 wurde er mit dem Erdaushub, der bei dem Kanalisationsbau anfiel, aufgefüllt. Was dabei entstand, war so etwas wie ein Schuttplatz, den das vorhergehende Bild zeigt, 1907 kaufte die Stadt das Grundstück von Färbermeister August Auer für 2 000 Mark. Von nun ab wandelte sich das Bild. 1911 wurden zur Schillerlinde noch sechsunddreißig Lindenbäumchen gepflanzt, und damit war der Anfang zu der hübschen Anlage von heute gemacht. Sie bot sich 1923 als Standort für das Kriegerdenkmal an, das Professor Johannes Seiler aus Nürnberg geschaffen hatte.

51. Im Jahre 1919 hatte Kirchenrat Schaudig nach dem Gottesdienst den aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrten Soldaten den Willkommgruß der Heimat entboten. 1920 wurden die entlassenen Kriegsgefangenen im Rathaussaal geehrt. 1923 errichtete man den Toten des Ersten Weltkrieges ein Denkmal am Zwinger. Mit einem Feldgottesdienst auf der Königshöhe begarm am 10. Mai der Festtag. Eine Ehrenabteilung der Reichswehr mit der alten Landwehrfahne marschiert auf dem Foto zum Zwinger. Ihr folgen irn schwarzem Anzug mit dem Zylinder auf dem Kopf die Honoratioren der Stadt. Die Weiherede am Mahnmal hielt, wie 1893 bereits am alten Kriegerdenkmal, Kirchenrat Wilhelm Schaudig. Der Gesang- und Musikverein von 1827 umrahmte die Feier musikalisch,

Feuchtwangen

52. Die Ansicht aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg wurde am Zwinger fotografiert. Ein paar Fichten schirmen den Bliek auf jenes ungepflegte Gelande etwas ab. Das Gebäude links diente seit 1903 als Postamt, das damals aus der 'Post' am Marktplatz hierher urngezogen war. Erst 1924 wurde ein eigenes Postamtsgebäude in der Bahnhofstraße gebaut. Der Briefkasten am Hauseck und der Ständer für die Telefonleitungen auf dem Dach weisen auf die besendere Verwendung dieses Hauses hin. Schnurgerade führt die Fahrbahn mit dem Granitpflaster von 1891 über die verbreiterte Sulzachbrücke vorbei an der katholischen Kirche zur Straßengabel beim 'Braunen Hirschen'.

53. In den Tälern der Frankenhöhe klapperten bis ins 20. Jahrhundert auffallend viele Wassermühlen. Der technische Fortschritt ließ inzwischen manche verfallen. Aber die Feuchtwanger Stadtmühle verstand es, mit der Zeit zu gehen. Sie hat viele Veränderungen erfahren, seit sie 1341 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Das Mahlstubenhäuschen über dem Mühlgraben ist bezeichnet mit C. M. 1743. 1860 kaufte sie Andreas Soldner. Da bei einer Belagerung der Stadt die Feuchtwanger Ackerbürger ihr Getreide nicht vor das Untere Tor fahren konnten, gab es für diesen Fall innerhalb der Mauern eine Roßmühle. Sie wurde bereits 1490 urkundlich genannt, Wo sie stand, ist freilich nicht bekannt.

54. Nach der Refonnation lebten in Feuchtwangen kaum Katheliken. Erst als die Stadt 1806 bayerisch wurde, ließen sich die ersten hier nieder, 1833 gab es bei 2 049 Protestanten und 170 Juden nur 23 Katholiken. 1862 war ihre Zahl auf 85 angewachsen. In jenern Jahr wurde in Feuchtwangen eine eigene PfarrCuratie errichtet, und die Katholiken brauchten die Messe nicht mehr im entfernten Halsbach zu besuchen. Der Gottesdienst fand so lange im Haus des evangelischen Bäckermeisters Michael Schwarz statt, bis 1866 die katholische Kirche im neugotischen Stil für 175 Gottesdienstbesucher erbaut war. 1875 entstand nebenan das Pfarrhaus, 1893 endlich wurde Feuchtwangen eigene Stadtpfarrei.

55. Wenn jemand als Kunstfreund ohne persönliche Beziehung zu dem Gottesdienstraum in der alten katholischen Kirche das Foto betrachtet, wird sein Urteil nicht gunstig ausfallen. Dieser Ablehnung stimmen sicherlich viele Feuchtwanger nicht zu, die hier in manchen Seelennöten gebetet haben. Mehr noch wird den Flüchtlingen dieses Bild als ein Ort der Ruhe und des Geborgenseins nach Wochen der Gefahr für Leben und Gesundheit in Erinnerung sein. Wie es auch sei, die Raumnot zwang dazu, die Kirche abzureißen und durch eine größere zu ersetzen. Von der ganzen Innenausstattung konnte nur eine spätgotische Pietà in die neue Kirche übertragen werden. Sie ist heute im Altar der Marienkapelle aufgestellt.

56. Das Foto entstand wohl gegen Ende des 19. Jahrhunderts an der Straßengabelung vor dem Gasthof zum Braunen Hirschen. Rechts fährt man nach Dinkelsbühl, links geht es in Richtung Crailsheim. Da ragt der Turm der katholischen Kirche auf; an seiner Westseite werden einige Fenster des Pfarrhauses sichtbar, östlich von ihm erkennt man die katholische Schule von 1886. Das ganze Grundstück war einst ein großer Garten und gehörte dem Falkenwirt Ernst Übel, der er 1861 um 900 Gulden als Baugelände für die Kirche verkaufte. Das Bild gibt einen interessanten Bliek bis zur Apotheke frei. Schon ist die Sulzachbrücke erweitert. Aber beiderseits der Straße wurde manches im Laufe der folgenden Jahrzehnte verändert.

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57. Rechts der Straße nach Dinkelsbühl liegt die Tonwarenfabrik mit Dampfsägewerk von L. Fuchs. Die Ansichtskarte zeigt sie an einem Wintertag vor dem Ersten Weltkrieg. Im Hintergrund sind Königshöhe und Türme der Stiftskirche erkennbar. Die Geschichte der Ziegelei knüpft an die Zerstörung der Stadt von 1388 an, Drei Jahre später schlossen die Chorherren mit dem Bürgermeister einen Vertrag zur Errichtung einer Ziegelhütte, 'weil die Stadt zugleich wieder mußt aufgebauet werden'. Zeltweilig wurde die Ziegelei verpachtet. 1886 ersteigerten sie Johann Georg Stahl von Oberahorn und der Zimmermeister Leenhard Fuchs aus Feuchtwangen. Das war vor neunzig Jahren. 1976 wurde der stillgelegte Betrieb abgebrochen.

58. Das Panorama von Feuchtwangen hat Rudolf Kurz aus Wien um 1885 vom Mosbacher Weg aus aufgenommen. Der Fotograf reiste wahrscheinlich von Stadt zu Stadt und verdiente im Wandergewerbe sein Brot. Im Vordergrund fällt die große Zahl von Holzstößen auf, Die Bürger hatten mehrere Holzplätze, auf denen sie aus Raummangel und aus Sicherheitsgründen den Heizvorrat für den Winter stapelten. Einen sahen wir schon bei einer Aufnahme vom Zwinger, ein weiterer war auf der Kohlplatte vor dem Oberen Tor. Auf der Königshöhe fehlt noch das Distriktskrankenhaus von 1892. In der Stadt fallen außer den Kirchen das Bezirksamtsgebäude, der Treppengiebel des Gasthofs 'Zur Post' und nebenan das Haus 'Zum Greifen' auf.

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