Feuchtwangen in alten Ansichten

Feuchtwangen in alten Ansichten

Auteur
:   Fritz Karg und Karl Wirth
Gemeente
:   Feuchtwangen
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4598-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Feuchtwangen in alten Ansichten'

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69. Fasehing 1907 in Feuchtwangen! Wohl wochenlang hatten die Bürgerstöchter (sie sind namentlich bekannt) beraten und getuschelt. Die bunten Bilder aus dem Pariser Modejournal wurden besprochen. Endhch war man sich schlüssig: Marienkäfer, Schneeball, Glücksklee, Blumenkörbchen, Patriziertochter ... wurden als Masken gewählt. Und dann begann die Arbeit, die sicherlich nicht immer ohne die Hilfe einer Schneiderin gelang. Welcher Fächer paßt? Ohne Handschuhe? Keinesfalls! Viele Probleme waren zu lösen, bis der große Abend kam. Fand der Ball in der Turnhalle, im Sonnensaal oder vielleicht gar privat in einer Familie statt? Er war jedenfalls so gut gelungen, daß jede der acht Masken ein Erinnerungsbild wünschte.

70. Das Gasthaus zum schwartzen Adler ist bereits als ein Gebäude in der Unteren Torstraße bekannt. Für diese Ansichtskarte aber sprach bei der Auswahl das Bild vorn SommerkelIer. Es erinnert daran, daß noch um die Jahrhundertwende von der Königshöhe bis zum Kronenwirtsberg neun solcher Kellerwirtschaften zu finden waren, in denen die zahlreichen Braustätten ihr Bier verzapften. Dort trafen sich die geselligen Feuchtwanger arn Sommerabend. Man genoß die gemütliche Stunde unter hohen Bäumen, lobte das Bier und hatte nach seiner Heimkehr auch einen erquicklichen Spaziergang gemacht. Der Kronenwirtskeller hat als letzter erhaltener SommerkelIer bis heute noch etwas von diesem biedermeierlichen Idyll bewahrt.

71. Feuchtwangen hat im 19. Jahrhundert ein reiches Vereinsleben entfaltet. Der Gesang- und Musikverein von 1827, der der älteste Verein der Stadt mit ununterbrochener Tradition ist, veranstaltete jährlich etwa zehn Konzertabende für die Familienangehörigen. Ebenso eifrig pflegte er Kontakte zu benachbarten Gesangvereinen. Das Foto gehört in das Jahr 1923. 'Eintracht und Gesangverein im Kronenkeller', so steht auf der Rückseite. Sehr wahrscheinlich war der Gesangverein aus Rothenburg zu Gast. Am Vormittag waren Lieder vor dem Kriegerdenkmal am Zwinger erklungen, nachmittags genoß man die Kühle unter den Buchen und das frische Bier aus dem Kronenwirtskeller, In zwangloser Folge sangen dabei die beiden Vereine ihre Lieder.

72. Im Jahre 1927 beging der Gesang- und Musikverein von 1827 das Fest seines hundertjährigen Bestehens. Es war ein Ereignis, an dem die ganze Stadt teilnahm. Beim Festabend am Samstag wirkte die Musik des I. Bataillons infanterie-Regiment Nr. 19 aus München unter Leitung von Obermusikmeister Georg Fürst mit. Er war ein Sohn der Stadt und bekannt als Komponist des Badenweiler Marsches. Das Foto zeigt Oberregierungsrat Lindig vom Bezirksamt Feuchtwangen und Bürgermeister Fückel, die den Ehrenvorsitz übernommen hatten. In der Kutsche sitzt außerdem rechts vorne der 1. Vorsitzende des Vereins Ernst Fuchs, während der Vorsitzende des Fränkischen Sängerbundes Justizrat MorhardEichstätt gerade einsteigt,

73. Zur Kundgebung anläßlich der Jahrhundertfeier des Gesang- und Musikvereins von 1827 am 26. Juni 1927 hatte ein Extrazug der Reichsbahn die Teilnehrner nach Feuchtwangen gebracht. Über eintausend Sänger versammelten sich auf dem Marktplatz, der zu einem reichgeschmückten Festsaal wurde. Ein Podium war aufgebaut. Die Bataillonsmusik der Reichswehr aus München begleitete den tausendstimmig gesungenen Beethovenchor 'Die Himrnel rühmen des Ewigen Ehre'. Gauchormeister Beer-Ansbach dirigierte, dicht umringt von einer Vielzahl von Fahnen der beteiligten Vereine, Diesen Augenblick hat der Fotograf festgehalten. Schade, daß es damals noch nicht die Möglichkeit gab, auch die Klangfülle dieser Hymne für unsere Zeit aufzuzeichnen,

74. Es war sicherlich mehr der Idealismus der Mitglieder als die Freude des Menschen an sportlicher Betätigung, dem der Turnverein seinen erstaunlichen Aufstieg verdankte. Man ließ den Mut nicht sinken, als man vierzig Jahre lang im Sommer nur Mitbenützer des Turngartens der Lateinschule war und in den Wintermonaten sich mit der Schranne und verschiedenen Scheunen als Übungsstätten begnügen mußte. Erst 1901 konnten die Turner eine eigene Halle einweihen, 1924 bereits hatten sie ein neues Ziel: Erweiterung der Turnhalle um einen Bühnenanbau. Das Foto, das ein Schauturnen zeigt, ist wohl bei der Einweihung dieses Bauabschnitts entstanden. Deutlich zeichnet sich links am Gebäude das neue Mauerwerk ab.

75. Im Jahre 1924 war die Turnhalle zum größten Versammlungs- und Theaterraum der Stadt geworden. Das nützten besonders in der Faschingszeit und zu Weihnachten die Vereine und Vereinigungen in Feuchtwangen; auch manche Theaterauffûhrung, manches Konzert und viele Schulfeiern fanden in ihr statt. Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus der Weihnachtsveranstaltung, die der Turnverein 1921 abgehalten hatte. Es fällt auf, daß Kulissen und Aufbau ohne Tiefe sind. Es fehlte zu jener Zeit noch die Bühne, die erst drei Jahre später angebaut wurde und die die Halle um neun Meter verlängerte,

76. Mit eincm Luftbild aus der Zeit um 1930 wird 'Feuchtwangen in alten Ansichten' abgeschlossen. Der Bliek aus der Vogelschau zeigt, daß noch alle Ncubaugebiete am Rande der Stadt fehlten, Und daraus mag sich die Frage nach der Einwohnerzahl von Feuchtwangen zwischen 1880 und 1930 stellen. Die Antwort gibt die Statistik: Gesamteinwohner 1871: 2392; 1890: 2 372; 1910: 2486; 1933: 2370. Es ist überraschend, daß die Einwohnerzahl in zwei Generationen nahezu gleich blieb. Erst der F1üchtlingszustrom von 1945 brachte neue Zahlen. 1947 wohnten in Feuchtwangen 3713 Menschen. Auf Grund von Sicdlungsbau und Eingcmeindungen hat die Stadt 1976 10 529 Einwohner.

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