Filderstadt in alten Ansichten

Filderstadt in alten Ansichten

Auteur
:   D. Hein
Gemeente
:   Filderstadt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2752-3
Pagina's
:   72
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Filderstadt in alten Ansichten'

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19. Es erscheint heute unvorstellbar, unter welchen Voraussetzungen die Menschen aus dem Filderbereich früher an ihre Arbeitsplätze gelangten. Über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg gingen die Arbeiter zu Fuß nach Stuttgart. Bestenfalls konnten sie an manchen Tagen ein Bauernfuhrwerk oder einen Pferdeomnibus benutzen. Das änderte sich erst mit dem Bau der Eisenbahn 1897, doch mußten die Bonländer, Harthäuser und Plattenhardter weiterhin bis zum Bernhäuser beziehungsweise Sielminger Bahnhof laufen. Direkte Autoverbindungen nach Stuttgart gab es erst ab Ende der zwanziger Jahre. Das erste Arbeitertransportauto von Bonlanden nach Stuttgart sehen wir hier um 1930. Betrieben wurde es von den Gebrüdern Stauch, Vor dem Wagen steht Richard Böpple, damals Vorsitzender des Schwäbischen Albvereins in Bonlanden.

20. Im hier abgebildeten Haus betrieb der Metzger Joharm Georg Stoll, dem Text eines Konzessionsschreibens des Königlichen Amtsoberamts an das Schultheißenamt Bernhausen zufolge, ab November 1863 eine Speisewirtschaft. Vorher soll das Gebäude als Poststation, an der die Pferde gewechselt wurden, gedient haben. 1897 erwarb es Abraham Braun aus Möhringen. Wer hätte gedacht, daß es sich bei dem gezeigten Haus - die Aufnahme wurde etwa 1905 gemacht - um den inzwischen sehr veränderten 'Schwanen' in der Bernhäuser Hauptstraße handelt? Auch die Mauer der damaligen Brücke über den Katzenbach steht noch. Vor dem Haus links Abraham und Marie Braun, rechts deren Kinder Hermann, Emma und Albert.

21. Als Vater der Fotografie gilt der Franzose Nicéphore Niepce, der 1822 ein 'Verfahren zur Fixierung von Abbildern der Natur ohne Mitwirkung eines Künstlers' erfand. Verschiedene technische Verbesserungen ermöglichten es, daß etwa ab 1870 insbesondere die Porträtfotografie breitere Kreise erreichte. Alte Bilder in Familienalben von Bernhäuser, Bonländer, Harthäuser, Plattenhardter und Sielminger Familien stammten oft von einheimischen Fotografen, die das Fotografieren nebenbei als Liebhaberei heute würde man 'Hobby' sagen - betrieben. Andere Fotos, wie das hier gezeigte zum Beispiel aus dem Jahre 1905, waren in größeren Stuttgarter Ateliers gefertigt. Rührt nicht das von Gebr. Strauß, Stuttgart, Königstraße, komponierte Bild von einem kleinen Mädchen, das romantisch als Gärtnerin ausstaffiert und vor eine entsprechende Kulisse gestellt wurde? Auf der Rückseite des Fotos steht: 'Ein Fräulein Roth aus Plattenhardt.' Mehr war leider nicht zu erfahren.

22. Der Tag der Hochzeit von Joharm Georg Bührer und Julie Maechtle im Jahre 1905. Dieses Foto entstand in der Sielminger Hauptstraße vor dem Gernischtwarengeschäft, das Eugen Müller gegründet hatte. Er war schon vor der Jahrhundertwende gestorben. seine Frau Mathilde führte das Geschaft weiter. Julie Maechtle war dort - quasi an Kindes Statt - aufgewachsen und übernahm 1923 als verehelichte Bührer gemeinsarn mit ihrern Mann den Laden. Das Haus, direkt neben dem UnterSielminger Rathaus gelegen, soll schon damals 200 Jahre alt gewesen sein. 1908 wurde es wieder umgebaut, aus eigenem Antrieb - so damals Johann Georg Bührer - hätten die Handwerker einen Erker angebaut. Und der ist noch heute zu sehen,

23. Die Postkartenlithographie, im Stil der damaligen Zeit idealisiert, mag um 1912 herausgekommer, sein. In der Mitte die Kirche mit Kirchplatz und Teil der alten Schule von 1841, links (von oben nach unten) das alte Pfarrhaus, das Gasthaus 'Sonne' und das Rathaus, rechts das 1912 eingeweihte Schulhaus in der Hindenburgstraße sowie das Gemischtwarengeschäft Eugen Müller nach seinem Umbau 1908. 'Gruß aus Unter-Sielmingen' konnte es eigentlich nur noch bis 1923 heißen: Da vereinigten sich die Gemeinden Ober- und Unter-Sielmingen.

24. Es bietet sich mit diesem Foto um 1905 eine interessante Blickrichtung von Südosten zur Bernhäuser Jakobuskirche. Wir sehen den Kirchhof, der mit Obstbäumen bepflanzt war: Heute steht dort das 1956 errichtete Seitenschiff. Links vom sichtbaren Mittelpfeiler des Kirchenschiffs befand sich damals eine Treppe zur Empore. Eine Südpforte rechts vom Pfeiler trug im Querpfosten die in den Stein gehauene Jahreszahl 1475. Die Tür mit der Jahreszahl wurde anläßlich der Anbauarbeiten 1956 weiter nach Osten versetzt und verbindet heute die Chorsüdseite mit der zweiten, ebenfalls angebauten Sakristei. Im Nest auf dem Kirchendach nistete jahrelang ein Storchenpaar. Ein Storch wurde abgeschossen, und die Empörung im Ort war groß.

25. Wir werfen einen Bliek in das Innere der Jakobuskirche in Bernhausen und erkennen an Hand des Fotos etwa aus dem Jahre 1905, was sich alles verändert hat. Seinerzeit befand sich die Orgel noch im Chor, der mit seinern schonen Kreuzrippengewölbe 1475 erbaut worden war. An der Nordostseite des Chors führte eine Außentreppe zur Orgel hinauf. Anläßlich der Renovierungs- und Umbauarbeiten 1956 verlegte man die Orgel in eine Nische vor der Kanzel. Im selben Jahr mußte die Seitenempore dem Anbau weichen. Im Vordergrund fällt der mit Ornamenten verzierte Eisenefen ins Auge. Wenn er nicht beheizt war, wurde er anläßlich von Kirchenfesten wie etwa Konfirmationen mit Blumen geschrnückt.

Bonlanden a. Fild.

26. Eine Blickrichtung, von der aus man die Bonländer Georgkirche selten sieht: Von Süden, davor das zweiflüglige sogenannte Vereinshaus. Es wurde im November 1900 eingeweiht und war auf Grund der Initiative des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) für 14000 Goldmark gebaut worden. Im ersten Stockwerk des hinteren Flügels (quer zur Kirche) befanden sich ein Kindergarten und die Wohnung der Kinderpflegerin. Im vorderen Flügel (parallel zur Kirche) waren ein großer und ein kleiner Saal für Geselligkeiten, Veranstaltungen und Versammlungen eingerichtet. Dort war 1925 noch eine kleine Turnhalle angebaut worden. Ganz vorn im Bild sehen wir einen kleinen Backofen. Das Vereinshaus wurde 1964, kurz vor dem Bau eines neuen Gemeindehauses, abgerissen. Das Postkartenfoto datiert aus der Zeit um 1905.

27. Einen Bliek auf die Harthäuser Kirche um 1930 gewährt uns das Foto auf einer Postkarte: Wir schauen von Westen her, aus der Gegend der Hirschgasse, hinüber zum Turm der Kirche. Heute ist derselbe Standort mit Wohngebäuden überbaut. Nur das Haus Veit ist - wie hier rechts auf dem Bild auch jetzt noch zu sehen. Die Kirche in Harthausen wurde in den Jahren 1837 bis 1838 für 8000 Gulden dort erbaut, wo vorher eine Kapelle stand. Aus dieser Kapelle stammt eine Glocke, die - im Jahre 1511 gegossen - in den Turm der neu gebauten Kirene übernommen worden ist.

28. Vom Besenbinder- und Bürstenmacherhandwerk soll jetzt die Rede sein. Diese Handwerksbranche taucht vor rund 200 Jahren auf und erweitert das traditionelle Gewerbe auf den Fildern. In den Werkstatten wurde bei Drahtknebel und Bankschere oft laut und kräftig gesungen, Deshalb wohl schaffte sich zur musikalischen Unterstützung seiner Mitarbeiter Theodor Laux (Bild, wahrscheinlich 1906) eine Ziehharmonika an, deren Spiel er per Fernunterricht an einer Frankfurter Schule erlernte. Theodor Laux war wohl der Bürstenmacher Nr. 1 in Bonlanden, er hatte eine eigene Werkstatt und beschäftigte mehrere Bürstenmacher, lebte also hauptberuflich von Anfertigung und Verkauf seiner Bürstenwaren. Teile der Werkstatt von Laux, seine etwa 1900 gekaufte Ziehharmonika sowie die Unterlagen vom Fernunterricht befinden sich heute im Heimatmuseum.

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