Filderstadt in alten Ansichten

Filderstadt in alten Ansichten

Auteur
:   D. Hein
Gemeente
:   Filderstadt
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2752-3
Pagina's
:   72
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Filderstadt in alten Ansichten'

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BERNHAUSEA~

iVn«S Schulhaus.

39. Das im Original farbig kolorierte Postkartenfoto zeigt die damals neue Volksschule in der Plieninger Straße, Bernhausen. Das Schulhaus war in zwei Jahren zwischen 1910 und 1912 erbaut worden, zusammen mit einem Lehrerwohnhaus und einer Turnhalle. Die Einweihung fand am 21. September 1912 mit einem Festumzug und mit einern Festessen im 'Hirsch' statt. Nach einem Umbau 1966 wurde das Gebäude schließlich ganz als Pestalozzi-Sonderschule eingerichtet, und seit 1979 dient es als Haus der Filderstädter Musikschule. Das Foto dürfte zu Beginn des Ersten Weltkrieges aufgenommen worden sein. Der Haupteingang befand sich damals auf der Seite der P1ieninger Straße. Die alte Turnhalle links wurde 1964 abgerissen.

40. Ober-Sielminger Rekruten des Jahrgangs 1894 stellen sich hier nach der Musterung dem Fotografen. Wie üblich, wurde dieser Tag mit einem Umtrunk beschlossen, Das Foto entstand 1914 vor dem Gasthaus 'Hirsch' in Ober-Sielmingen. Ganz links sehen wir Gott1ob Häußler. Er war Gipser von Beruf und hatte berelts eine langere Reise hinter sich: Dem Brauch entsprechend, war Häußler wie Tausende anderer Handwerksburschen 'auf die Walz' gegangen, unter anderem nach Augsburg und Ulm, Das wurde zu Fuß gemacht, man übernachtete gegen ein geringes Entgelt in Herbergen, oder Speise und Schlafstätte mufsten durch allerlei Arbeiten, wie zum Beispiel Holz hacken, verdient werden. Das Gipserhandwerk war für Sielmingen typisch.

41. Diese Plattenhardter Schulklasse des Jahrgangs 1910/11 stellte sich 1919 mit ihrer Lehrerin Fräulein Kaufmann vor der Schillerschule (Eingang vom Hof) dem Fotografen. Erste Reihe vorne ganz links oben bis ganz rechts oben: Karl Waidelich, Otto Kirrmann, Erwin Schmid, Willi Wörner, Emma Fügel, Marta Brodbeck, Rosa Kurz, Amalie Kienle, Marie Baumann, Marta Epple, Emma Hörz, Eisa Hörz, Albert Stauch, Erich Maier und Friedrich Schlecht. Jeweils von links nach rechts die zweite Reihe: Gustav Ernst, Adolf Bauer, Emil Roth, Berta Mägle, Karl Eger, unbekannt, Marta Auch und Liesel Stol1steimer. Dritte Reihe: Selma Schick, Karl Bauer, unbekannt, Ernma Fritz und Emma Roth. Vierte Reihe: Marta Müller, Else Gösele, Erwin Ruck, Rosa Diez, Maria Fügel und Eisa Fritz. Oberste Reihe: Friedrich Löffler, Karl Schmid, Erich Gienger, Alfred Fritz, Johannes Ruck und Otto Ruck,

42. Die Bäckerei Scheib in Harthausen, Aioher Straße, existiert in anderer Form noch heute. Hier sehen wir sie ums Jahr 1914. Vor dem Hause steht rnit weißer Schürze Bäckereibesitzer Karl Scheib, links neben ihm seine Frau Emilie Scheib mit Tochter Berta und - auf ihrern Arm - Sohn Wilhelm. Aus dem Fenster schaut die Tochter Marie. Die drei Söhne des Backers brachten manchmal ihre Freunde mit in die Backstube, was Karl Scheib nicht recht war: Er griff zum Hudelwisch und ließ den Buben beim Ofensäubern den Stiel um die Ohren sausen. Der Backofen wurde mit Holz gefeuert, darum auch die großen Mengen rings um das Haus gestapelter Holzscheite,

43. Das 'Laub rechen' gehörte schon vor Zeiten zu den Schönbuchrechten der Fildergemeinden. Als die einzelnen Orte ab 1820 selbst in Waldbesitz kamen, blieb der Brauch erhalten: Zum Einstreuen in die Viehställe wurde einfach Laub benötigt, weil es an Stroh rnangelte. Meist im Frühjahr oder Frühsornmer gab es den 'Laubtag', dessen Ablauf streng geregelt war. Der Schultheiß, einige Gemeinderäte und der Waldschütz bildeten den 'Generalstab', Wer von den Bauern eine Fuhre Laub brauchte, mußte eine Arbeitskraft mit einem Reehen stellen. Auf unserem Foto etwa aus dem Jahre 1916 sind als zweiter von rechts mit Reehen Alfred FügeI, weiterhin Frieda Kurz, Riohard Wilhelm. Emma Erk, Wilhelm Böpple, Ottilie Wolfer und Frieda Ocker zu sehen.

44. Der Bonländer Rekrutenjahrgang von 1899 vor dem Gasthans 'Linde' in Bonlanden. Die Musterungen fanden auswärts statt, mit Musik und Gesang ging's durch das Dorf und jeder war stolz, wenn er als tauglich befunden wurde. Die Dienstzeit betrug für den Infanteristen zwei, für den Kavalleristen drei Jahre. Normalerweise wurden die jungen Männer mit 20 Jahren eingezogen, im Ersten Weltkrieg war dieses Alter auf IS heruntergesetzt worden. Auf dem Foto von 1917 sind neben anderen Eugen Kurz, Karl Hörz, Richard Wilhelm und Johannes Pfost abgebildet.

45. Mit Recht konnte sich der Bauer freuen, der den hier gezeigten Laubhaufen bekam. Stolz auf die geleistete Arbeit präsentieren sich aber auch die Arbeitskráfte , unter ihnen Albert Raith (ganz rechts) und Lina Bopp (zweite von rechts). Bemerkenswert das Handwerkszeug, die Laubrechen, der Schaft aus gewachsenem Stiel, die Zähne länger und weiter als bei Heurechen. Am Laubtag mußte jede Gruppe so viele gleich große Laubhaufen zusammenrechen, wie sie Mitarbeiter hatte. Da hieß es aufpassen , denn zum Schluß wurden die Laubhaufen verlost, und kein Bauer wollte dabei benachteiligt sein. Mit dem eingefahrenen Laub konnte wieder eine Zeit des Einstreuens in den Ställen überbrückt werden. Der Waldboden magerte durch das Laubsammeln allerdings aus. Das Foto stammt mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Jahre 1917, es wurde im Waldstück Schlatt 'geschossen'.

46. Ist auch dieses Foto an einem 'Laubtag' gemacht worden? Man könnte es verrnuten, denn sonst waren sich Ortsjugend und Fotograf mirten im Wald kaum begegnet. Nur vermuten kann man auch den Ort der Gruppenaufnahme um 1915 - vielleicht beim ehemaligen Steinbruch von Bonlanden. dort, wo jetzt das Schützenhaus steht, Damals war Kriegszeit, die Väter großenteils als Soldaten weit fort von der Heimat, da hieß es mit anpacken für die Jugend. Statt in die Schule ging's zur Arbeit in den Stall oder zum Laub reehen. Das Bild zeigt von links nach rechts: Ernst Brenner, Karl König, Karl Stoll, Wilhelm Früh, Alfred Fügel und Ernst Kurz,

Postagen r

47. Am 21. März 1918 verschickte jemand eine Postkarte mit dem kolorierten, farbig gedruckten Foto der Bernhäuser Postagentur. Diese befand sich über Jahnehnte hinweg gegenüber der Pforte zum Kirchhof in der Hauptstraße (jetzt Lebensmittel-Schock). Zunächst besaß ein Mann namens Beek die Postagentur, von diesem kaufte EmU Gehrung 1904 das Haus. Er betrieb die Agentur ebenso weiter wie sein Schwiegersohn Friedrich Müller von 1927 an. Mancher wird sich noch an die Ein-ZimmerPoststation und ihre Einrichtung erinnern können, mit Tisch als Schaltertresen, Balkenwaage, Steckertelefon und einer wachstuchgepolsterten Telefonzelle. Angeschlossen war ein Gemischtwarenladen.

48. Eine Aufnahme, die heute am selben Platz nicht mehr entstehen könnte. Der Bernhäuser Rekruten-Jahrgang 1900 posiert 1918 während seiner Musterungsfeier quer über die Volmarstraße, in Höhe der 'Krone', Ganz rechts die Tochter des damallgen Kronenwirts, Pauline Stoll. Man schaut in Richtung altes Schulhaus (jetzt Polster-Müller), rechts im Hintergrund das jetzige Haus Uhren-Weiss, links und in der Mitte Haus und Scheune der Familie Walz. Das Foto zeigt den damaligen Anblick der heute mit großer Ampelanlage versehenen Kreuzung Bernhäuser Hauptstraße, Volmarstraße, Nürtinger Straße.

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