Fischbachau in alten Ansichten

Fischbachau in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Wagner
Gemeente
:   Fischbachau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3046-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fischbachau in alten Ansichten'

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29. Birkenstein urn 1900. Ungewohnt für den heutigen Betrachter die Fassade des alten Lenz-KramerAnwesens, Der Umbau in das nunmehrige Hotel 'Kramerwirt' durch Wolfgang Schober im Jahre 1901 gab dem Gebäude dann ein völlig neues, repräsentatives Aussehen, Es hat seit dieser Zeit ein Obergeschoß aus Fachwerk und ein Walmdach (s, Nr. 37). Im ersten veröffentlichten Wanderflihrer von 1913 wird es wie folgt beschrieben: '43 Zimmer, 62 Betten, teilweise Winterfenster. Bäder, Gasbeleuchtung. 24 Rodel, 1 Tag 60 Pfennig; Gäste frei. Vollpension 4-5 Mark.' Rechts oben ist noch das Anwesen Ruepweber zu sehen (es war 1887 abgebrannt). Heute ist der dazwischenliegende Hang längst bewaldet. Noch nicht zu sehen ist das 1905 erbaute Hotel 'Daheim' (seit 1917 Hospiz St. Hildegard).

30. Die 'Krebs-Lena' um 1903 vor dem alten Krebshaus in Dürnbach. Heute ist von dem erstmals 1632 genannten Gebäude, nichts mehr zu sehen. Es wurde 1974 abgebrochen und dafür weiter nördlich ein Neubau erstellt. Das alte Krebshaus (der 'Weber arn Anger'), war das einzige Verkaufsladl im ganzen Ort. Das Sortiment umfaßte das für die damalige Zeit notwendigste, wie 'Tabak, Schwefelhölzer, Zwiebel, Stiefelwix und -lack, Goaßlschnür, Nägel und irdene Weidling, Mäusefallen und später auch Tierarzneimittel'; für Kinder 'Bärendreck' und 'Buxeln' (Johannisbrot). Das Hauptgeschäft war die Weberei (daher der Hausnarne). Außer dem Meister waren meistens noch zwei Gesellen tätig, die hauptsächlich im Frühjahr zu den Bauern auf die Stör gingen.

31. Inspektion der Freiwilligen Feuerwehr Wörnsmühl am 4. September 1904. Gegründet wurde die Wehr 1892. Zwar wurde für sämtliche 'Untertanen in Bayern und der oberen Pfalz' bereits 1791 die Kurftirstliche 'Allgemeine Feuer-Ordnung' erlassen, die Aufstellung von Feuerwehren geschah jedoch häufig erst unter dem Eindruck von örtlichen Brandkatastrophen, wie zum Beispiel in Hundham nach dem Brand des Kramer-Anwesens an Fronleichnam 1869: Für die Erstausrüstung wurde in Hundham 1871 eine pferdebespannte Saug- und Druckpumpe angeschafft und 'für jedes Haus ein Löscheimer'. Unsere Freiwilligen Feuerwehren bestehen seit ihrer Gründung ununterbrochen: Hundham/1876, Fischbachau/1877, Wörnsmühl/1892 (seit 1974 mit Damenlöschgruppe) und Elbach/1898 (Damenlöschgruppe seit 1978).

32. Die Aufnahme um 1905/06 zeigt die malerische, noch unbebaute Filzenlandschaft Hammer/Hagnberg. Die Eisenbahnlinie besteht noch nicht. Der abgebildete 'Post-Gasthof" war der beherrschende Mittelpunkt. Es wurde dort bereits ein Freibad, nämlich das 'Schwimm-Bad Hammer' betrieben. Auf dem Bild ist es halb links vom Gasthof zu sehen. Bei den kleinen Holzverschlägen handelt es sich um die damals üblichen Badehäuschen; daneben das Bad. Es hatte ursprünglich eine Wasserfläche von 25 Quadratmetern. Später wurde es vergrößert, bis es dann durch das 1929 entstandene Freibad Wolfsee allmählich abgelöst wurde. Längst ist das ganze Gelände bebaut; auch der Platz, auf dem das 'Hüttenund Schwimm-Bad Hammer' stand (Wohnhaus Sepp und Anna Auracher).

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33. In diesem um 1905 abgebildeten Gebäude wird kaum jemand den Vorläufer des jetzigen Kaufhauses Bermieder vermuten. Das Gebäude wurde im Laufe der Zeit grundlegend verändert und vergrößert. Lediglich der Mittelgiebel erinnert noch in etwa an das ursprüngliche Haus. Errichtet wurde es im Jahre 1897 von Matthias Hehenleitner. Er baute verschiedene Gebäude, die er anschließend jeweils verkaufte; nämlich 1910 das später als Rathaus und Polizeistation (und seit 1975 als Kindergarten) dienende Gebäude sowie 1913 das Haus Schwarz. Hehenleitner war handwerklich sehr geschickt. Er betätigte sich als Uhrmacher, handelte mit Fahrrädern und Nähmaschinen und baute Milchzentrifugen, die er, wenn sie dort dringend gebraucht wurden, oftmals selbst auf die Almen trug.

Winterlport in Birkenltein

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34. Der Wintersport in Birkenstein 1906 auf der Ries in vollem Gang. Die Aktivitäten, die ein Jahr vorher zur Gründung des Winter-Sportklubs Birkenstein geftihrt hatten, waren beträchtlich. Der Rodler, in der Mitte des Bildes, ist Isidor Niggl, 'Bäcker von Fischbachau', Hinter ihm naht ein schwerer Hörnerschlitten 'Houna' (speziell von den Holzknechten bei der Holzabfuhr verwendet). Wie das Bild weiter zeigt, waren damals auch schon Skifahrer anzutreffen. Links eine Dame, die sich auf Skier gewagt hat, ein seinerzeit nicht alltägliches Bild. Interessant, der von ihr getragene Sportdreß. Sie, wie auch der Skifahrer hinter ihr, mit einern einzigen Skistock, mit dem man das Gleichgewicht ausbalancierte.

35. Die Technik hält in der Landwirtschaft Einzug. Für die bäuerliche Bevölkerung brachte dies eine fühlbare Erleichterung, auch wenn es für heutige Maßstäbe nur èin sehr bescheidener Anfang gewesen sein mag. Der Bauer in der Mühlau vollzog den Schritt zur maschinellen Ausrüstung im Jahre 1906. Mit den neu erworbenen Geräten (Mähmaschine, Heuwender und Zugrechen) ließ man sich fotografieren und hat dadurch einen interessanten Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt sowie über die typische Durchschnittsgröße einer damaligen Bauemfamilie überliefert: Einschließlich der 'Ehehalten' (Dienstboten) umfaßte die Familie fünfzehn Personen. Über die abgebildeten Masten wurde der an der Leitzach gewonnene elektrische Strom zum Hof geleitet.

36. Der erfolgreichste Sohn des oberen Leitzachtales war Dr. Wolfgang Ritter von Markhauser, Oberstudienrat und Ehrenbürger (1830-1910). Seine Laufbahn war geradezu märchenhaft. 'In Dürftigkeit' geboren, war er als Kind zunächst Sennbub auf der Bucheralm, bevor ihn der Fischbachauer Pfarrherr an die Lateinschule nach Rosenheim brachte. Man wurde bald auf ihn aufmerksam. 1856 krönte die Universität München eine Studie von ihm mit dem erstenPreis. Als Gymnasiallehrer an berühmten Schulen tätig, wurde er 1900 zum Mitglied des Obersten Schulrates ernannt. Seine überragenden Leistungen fanden Anerkennung durch die Verleihung des mit dem persönlichen Adel verbundenen Max-Joseph-Ordens. 1900 stiftete er das Altarbild für die Elbacher Kirche.

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37. Die bauliche Entwicklung von Birkenstein (Stand: 1907). Das Lenz-Kramer-Anwesen ist nach dern 1901 erfolgten Bau des Hotels 'Kramer-Wirt' mit der uns heute vertrauten, markanten Fassade zu sehen. Der Hausname geht bis 1564 zurück und ruhte bis 1791 auf dem nachmaligen Anwesen Zimmermeister (s. Nr. 53). Links das 1905 erstandene Hotel 'Daheim' (ab 1917 Hospiz St. Hildegard). Letzteres wurde damals in einem Werbetext wie folgt beschrieben: '27 Zimmer (20 heizbar), 45 Betten, teilweise Winterfenster, Bad, Trockenraum. Rodel- und Skiverleih 1 Mark/Tag, Skireparaturwerkzeug, Vollpension 5-6,50 Mark inkt Heizung.' Links die Mädchenklasse Birkenstein (Jahrgänge um 1887-1894); ganz rechts zwei Fischbachauerinnen in der seinerzeitigen Arbeitskleidung.

38. Um 1907/08 verkehrte erstmals eine private Autobuslinie (Partenhauser, Agatharied) auf der Strecke Schliersee-Fischbachau-Birkenstein. Bis dahin bestand von Fischbachau aus keine Fahrverbindung nach Schliersee. Die Autobuslinie wurde daher sehr begrüßt. Das Fahrzeug hatte allerdings noch technische Tücken: Die zügig ansteigende Straße nach Birkenstein machte dem Gefährt arg zu schaffen. Gar oft stand es mit rauchendem Kühler am Straßenrand. Der auf dem Fahrzeug stehende Helfer mit der Gießkanne hatte große Bedeutung: Die Fahrt mußte des öfteren unterbrochen und Wasser in den Kühler nachgefüllt werden. Als dann am 29. September 1911 die Bahnlinie bis Fischbachau und Bayrischzell verlängert war, gab man diese (erste) Privatbuslinie wieder auf,

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