Fischbachau in alten Ansichten

Fischbachau in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Wagner
Gemeente
:   Fischbachau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3046-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fischbachau in alten Ansichten'

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39. Kaum jemand wird in dieser um 1906/07 abgebildeten Almhütte die heutige Bergwirtschaft 'Kesselalm' vermuten. Sie wurde 1923 abgebrochen und 1924 neu aufgebaut. Abgebildet: Die Sennerin, Therese Bucher (1879-1922) vom Karier (ab 1908 Lechnerbäuerin), mit Sommerfrischlern (Familie Brand, Lehenmühle). Bewirtschaftet war die Hütte damals noch nicht, aber man gab den Wanderern gerne von dem, was man auf der Alm hatte. Der Fremdenverkehr entwickelte sich in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg zufriedenstellend. Ein zeitgenössischer Bericht stellte fest, daß 1911 in der Gemeinde Fischbachau um 125 000 Mark Bier getrunken wurde und schloß daraus auf einen 'kolossalen Fremdenverkehr des Fischbachau-Birkensteiner Viertels' (damals 1410 Gäste; 1923/24: 3 433 und heute 22 000).

40. Dieses Bild gibt einen Eindruck von den Freiwilligen Feuerwehren um die Jahrhundertwende: Am 16. Juni 1908 wurden die Wehren Fischbachau, Elbach und Hundharn in Elbach zusammengezogen und durch den zwei Landesvorsitzenden des damaligen 'Bayrischen Landes-Feuerwehr-Ausschusses', Georg Harrach, inspiziert. Die Standardausrüstung jederWehr bestand aus der pferdebespannten Saugund Druckpumpe, dem Schlauchkarren, den Leitern und den aus Segeltuch angefertigten Löscheimern. Zwei der altenvierrädrigen Pumpen überstanden die Zeitläufte und werden bei Umzügen noch mitgeführt. Zum Spritzenhäusl: Hier stand ursprünglich der Schafstall des 1896 abgebrochenen HuberHofes. Die Umgriffsfläche ist inzwischen bebaut beziehungsweise Bestandteil des Friedhofes.

41. Hohe Gäste in Fischbachau am 18. Juli 1908. Nach einem zeitgenössischen Bericht: 'Prinz und Prinzessin Ludwig Ferdinand, Prinz und Prinzessin Alphons, Prinzessin Pilar und Prinz Adalbert von Bayern statteten dem Wallfahrtsort Birkenstein am Fuß des Wendelsteins einen Besuch ab. Mit Zug und Automobil von Schliersee kommend, begaben sich die höchsten Herrschaften zur Gnadenkapelle. Anschließend nahm man beim 'Kramerwirt' das Frühstück ein, wo sich die hohen Gäste sehr leutselig mit dem Hotelbesitzer Schober und seiner Ehefrau unterhielten. Anschließend fuhren, begrüßt von lauten Hochrufen der anwesenden Sommergäste und der Einheimischen, die königliche Hoheiten über Fischbachau, Elbach, durchs romantische Leitzachtal nach Miesbach ...?

42. Auf diesem Foto, es zeigt das Anwesen Fischerkrein in Marbach im Juni 1908, ist die ganze Beschaulichkeit eingefangen, die unter dem seinerzeitigen Begriff Sommerfrische zu verstehen ist, Ganz rechts Georg Göttfried, der damalige Besitzer des Anwesens. An einern schönen Sommertag hat man sich nachmittags zur Kaffeestunde im Garten zusammengefunden. Im damaligen Prospekt offerierte das Haus: '5 Zimmer mit 9 Betten, 1 Balkon, 'Badehaus', Sommerhaus, freies Wohnzimmer; Bettenpreis, einschließlich Frühstück, pro Tag 50 Pfennig.' Die Sommerfrische war der Vorläufer des heutigen Tourismus. In Fischbachau liegen die Anfänge urn 1820. Der erste namentlich bekannte Gast war Ministerialrat Freiherr von Ow; er wohnte 1832 in Hundham.

43. Im Jahre 1908 errichtete Sebastian Niggl (vierter von links) einen Stall- und Scheunenneubau. Das Bild vermittelt einen interessanten Eindruck von einem Baustellenbetrieb der damaligen Zeit. Die Hofstatt mit dem Hausnamen 'Bäcker' geht bis auf das Jahr 1564 zurück. Heute weiß kaum jemand mehr, daß die Grenzstation Bäckeralm an der Grenze zu Tirol ihren Namen von diesem Fischbachauer Anwesen hat: Im Jahre 1724 wurde vom Kloster Scheyern dem Fischbachauer Bäcker ein Almplatz 'angezeigt' den er 'reuten' rnüsse. Die Rodung nannte man Bäckeralm, Die um 1815 dort untergebrachte Zolleinnehmerstation übertrug nach ihrer Verlegung 1872 den Namen auf die neue Grenzstation. In ihr und im Gasthaus lebt der Name Bäckeralm noch heute weiter.

Winter In Birkenlteln

44. Die älteste Wintersportart in unserem Gebiet ist das Rodeln. In Birkenstein lag ja mit der 'Ries' das ideale Rodelgelände vor der Haustüre. Ursprünglich wurden die bei der winterlichen Holzabfuhr entstehenden Bahnen als Rodelstrecke verwendet. 1905 gründete man dann berelts den 'Winter-Sportklub Birkenstein', zur speziellen Förderung von 'Rodeln, Hornschlittenfahren und Eisschießen'. Eingeladen war jeder Freund 'fröhlichen Gebirgs-Wintersports'. Im Januar 1914 wurde von der Kesselalm herunter eine 3 000 Meter lange Rodelbahn angelegt. Den großen Hörnerschlitten steuert der Lehenmühler Eduard Daller (1881-1949); hinter ihm die 'Bürgermeister-Deandln', Kath. und Maria Göttfried; ganz links Elisabeth Göttfried (Thaler). Die Aufnahme entstand um 1908.

45. Der Autobus der ersten Buslinie in unserem Gebiet um 1908. Die Aufschrift auf dem Bus lautet: 'Schliersee-Birkenstein-Schliersee'. Vor dem Gasthof 'Zur Post' wird er gerade für die Weiterfahrt flott gemacht. Daneben steht (zweiter von rechts) der Metzgermeister und 'Postwirt' Adam Kulzer. Auf dem Kopf, das damals übliche 'Metzgerkappä'. Der 'Adam' wie er allgemein hieß, entwickelte große Aktivitäten: 1902 kaufte er das Kramerl-Anwesen (Molkerei Bemrieder). Die Wirtsgerechtsame übertrug er von da auf den vom ihm 1905 errichteten Gasthof 'Zur Post'. 1913 baute er schließlich den Gasthof 'Breitenstein', nachdem er von 1898 bis 1908 auch Eigentümer des Anwesens 'Beim Schuller' war und dort eine Metzgerei betrieb.

46. Das Leitzachtal ist reich an altüberlieferten Bräuchen. Verschiedenste Einflüsse, Überlieferungen und Zusammenhänge prägen das Brauchtum und sind maßgebend, ob ein Brauch lebendig bleibt oder allmählich aus der Übung kommt. Ein Brauch, noch um 1900 praktiziert, heute aber längst unbekannt, war die sogenannte Pfingstnacht-Rüge: Wenn an Pfingsten das winterliche Gerät eines Bauernhofes noch unaufgeräumt herumstand, bemächtigten sich in der Nacht zum Pfingstsonntag die Dorfburschen dieser Gerätschaften. So geschehen, auch am Pfingstsonntag 1909:

Ein Schlitten, der noch unaufgeräumt im Hof des Anwesens Hennerer stand, wurde, ohne daß es die Hausbewohner gewahrten, in der Nacht auf das Hausdach gestellt - als Pfingst-Rüge,

47. Dieses, 1909 von dem Schweizer Kaufmann Chrysanth Fürrutter im Ortszentrum von Fischbachau errichtete Gebäude, hat heute längst ein anderes Gesicht. Das ursprüngliche, auf diesem Platz stehende und 1908 von Fürrutter abgebrochene Haus, war die ortsgeschichtlich bedeutsame alte Hofstatt 'Beim Schuiler' (Schuel, beim Schullehrer). Heimatforscher Brunhuber vertritt die Ansicht, daß in dem Anwesen im 16. Jahrhundert sicher Schule gehalten wurde. 1452 ist als Eigentümer ein 'Jakob aus der Schuel' aufgeführt, 1585 ein Lamprecht 'am Osterlehen in der Schuel', 1500 gab diese Hofstatt: 'Gilt 6 Schilling, Stift 8 Denar (Pfennig), 1 Huhn und papirus (Papier).' Die Aufnahme zeigt das ehemalige Kaufhaus 1909 bei der Einweihung (seit 1918 Raiffeisenbank) (vgl. auch Nr. 45).

48. Ein Stück Alt-Elbach war der Müller in Dürnbach. Schon um 1300 wurde die Mühle genannt. Das Kloster in Fischbachau hatte sie erbaut. Das Foto um 1910 zeigt rechts die Gatter- und Kreissäge und dahinter die Gerb- und Starnpfmühle. Mit dem Rückgang des Getreideanbaues in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging das Mahlgeschäft allmählich zu Ende. Zuletzt wurden noch Raps- und Leinzelten zu Futtermitteln verarbeitet, bis dann um 1918 das Mühlrad für immer stillstand. Die Gattersage war noch bis 1932 in Betrieb. Längst sind Mühle und Säge abgebrochen und die Baumganter, die sich einst haushoch an der Straße türmten, sind ftir immer verschwunden. Der links im Bild zu sehende Hang ist inzwischen bebaut.

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