Fischbachau in alten Ansichten

Fischbachau in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Wagner
Gemeente
:   Fischbachau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3046-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fischbachau in alten Ansichten'

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49. Keiner der vielen Besucher des repräsentablen Hotels 'Maximilian' im Ortszentrum von Fischbachau kann ahnen, daß die um 1910 abgebildete Wagnerei praktisch das Stammhaus des heutigen Hotels ist. Um 1906 von Engelbert Parzhuber, einem tüchtigen Wagnermeister, gebaut, hatte die Wagnerei zur Straße hin noch ein Gärtchen, welches inzwischen längst einem Gehsteig beziehungsweise der Straßenverbreiterung weichen mußte. Beginnend nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten im Verein mit Nutzungsänderungen gravierende bauliche Eingriffe, die von dem damaligen Gebäude kaum mehr etwas ahnen lassen. Lediglich der Hauseingang stammt noch unverändert vom alten Haus. In der Werkstatt war später die 'Martinsklause' untergebracht. Gleichzeitig wurde ein großer Erker angebaut.

50. Am Rieger-Anwesen in Hundham um 1910-1912: Vorbereitung zu einer Vieh-Prämierung in Miesbach. Das (ähnlich wie beim Almabtrieb) schön herausgeputzte Vieh wurde im Fußmarsch auf der Landstraße die 15 Kilometer in die Kreisstadt geführt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sind nähere Angaben über die Viehzucht in unserem Gebiet vorhanden: 1837 hat der Maierbauer in Fischbachau eine 'Berner Kuh' aufgestellt und 1850 kaufte der Bauer von Obergschwend 'ein Schweizer-Stierkalb', 1870 bestanden im Bezirk Miesbach bereits zehn Genossenschaften, die Simmentaler Zuchtbullen hielten. Heute ist das Miesbacher Fleckvieh, der 'Miesbacher Schlag' weltbekannt. Der Rinderbestand im Spiegel der Statistik (1912-1982): Fischbachau 1191/1 714; Hundham 1149{1 706.

51. Die alte Schmiede in Fischbachau um 1911. Sie wurde 1898 vom Schmiedemeister Florian Löw (1860-1928), vierter von rechts, gebaut. Vorher betrieb er den 'Unter-Bergschmied' als Schmiede beziehungsweise Kaffee. 1897 veräußerte er das Kaffee an Alois Zauner. Löw baute die Fischbachauer Weißbierbrauerei; sie bestand bis weit in die dreißiger Jahre (heute Omnibusunternehmen Leo Berr). 1912 entstand durch Anbau an die Brauerei die spätere Gastwirtschaft 'Weißes Rößl' (Alex Berr). Aus dem Grundbesitz Löw stammen auch die Wohngrundstücke KendIer (1910), Schmidt-Eireiner (1910), Bürli-Kümmel (1911) und Neubauer-Klier (1912). Um 1915 wurde der einzige Sohn (ganz rechts) der Familie Löw durch ein scheuendes Pferd so schwer verletzt, daß er nicht mehr genas. Neben Löw sein Nachfolger Anton Friesinger.

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52. Um 1910 entstanden die ersten dieser Bilder im Leitzachtal. Die Skifahrer wurden zahlreicher. Im 'Skiführer Schliersee-Bayrischzell' sind bereits um 1905 etwa vierzig Touren in unserem Gebiet aufgeführt, Interessant, die Kleidung und die Ausrüstung der Skifahrer. Man verwendete damals grundsätzlich keine zwei, sondern nur einen Skistock. Ein Skihandbuch aus dieser Zeit um 1912 schreibt hierzu: 'Hat man eine Vorliebe für zwei Stöcke, was eigentlich nur das Vorrecht vorgeschrittener Läufer sein soll, so schleife man diese nach, oder trage sie in den Händen, bis ihre Benutzung wirklich nötig wird. ' Der im Hintergrund aufragende Berg zeigt übrigens aus dieser Perspektive, warum er Breitenstein (l 623 Meter) heißt.

53. Dieses Anwesen war der ursprüngliche Lenz-Kramer, bis dessen Besitzer 1791 das neue Anwesen baute und die Krämerei dorthin übertrug (s. Nr. 29 und 37). Auf der alten Hofstelle (1564) verblieb eine kleine Landwirtschaft. Hausname war dann 'Beim Zimmermeister'. Berühmt war Josef Hammerer (1704-1765). Von ihn stammen Bildhauerarbeiten in Birkenstein, Fischbachau und Maria-Schutz. Sein Sohn Jakob wurde Priester. Die kleine Landwirtschaft, die unrentabel geworden war, gab man 1920 auf und eröffnete das heutige Café Seidl, Zunächst wurde damals ein kleines Salettl angebaut. Durch weitere bauliche Maßnahmen wurde Zug um Zug bis in unsere Zeit der weiteren Entwicklung Rechnung getragen. Die Aufnahme zeigt das Haus noch in seiner ursprünglichen Form im Jahre 1910.

Gasthof u. Sägewerk Hammer b. Schlietsee (LeitzachtaI)

54. Das südliche Gemeindegebiet um 1910. Dieser Ortsteil hat in den letzten Jahrzehnten ein völlig anderes Gesicht erhalten. Während zur Zeit der Aufnahme nur einzelne Anwesen bestanden, weist dieses Gebiet inzwischen eine geschlossene Bebauung auf. Vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Bereich zum absoluten Siedlungsschwerpunkt der Gemeinde. Durch Erschließung und Bereitstellung von Bauland konnten sich dort außer Ortsansässigen, vor allem auch viele Heimatvertriebene ein Heim gründen. Das rechts im Vordergrund zu sehende Sägewerk ist nicht mehr vorhanden. Es wurde in den siebziger Jahren abgebrochen. Ein Vergleich des heutigen Landschaftebildes mit dem abgebildeten, zeigt die umfangreiche bauliche Entwicklung in diesem Gemeindebereich.

55. Kuchlwagen (Brautwagen) in Elbach 1910: Wenn früher eine Bauerntochter in ein Anwesen einheiratete, war es im Leitzachtal üblich, die Brautausstattung mittels Pferdegespann auf offenem Wagen zum künftigen Heim der Braut zu fahren. 1910 heiratet Maria Gschwendtner, vorn Hansen in Brunnfeld, zum Gissen bei Elbach, Der Stögerbauer von Stög als Nachbar fährt mit seinen Rossen den Kuchelwagen, auf dem die bemalte Wohnungsausstattung zu sehen ist. Im Glaskasten sind Haar und Tuch eingerichtet. Die Bräutkuh ist bekränzt, die zwei Näherinnen tragen im Waschkorb Geschirr und einen 'Hochzeitsbutter'. Der Stöger, der die alte Tracht von etwa 1820-1830 trägt, hält sein Fuhrwerk gerade vor dem Bruckbeck-Anwesen (gegenüber vorn 'Sonnenkaiser') an.

56. Weidmannsheil um 1910. Links, der herzogliche Jagdgehilfe Georg Göttfried aus Fischbachau; ein gewiefter Jäger. Als an einem Heiligabend in einem Gamsrevier ein Schuß krachte, blieb er die ganzen Weihnachtstage über im Revier - und stellte den Wilderer. Einen von ihm im Forstamt Fischbachau eingelieferten Tiroler Wilderer sperrte man über Nacht in einen vergitterten Raum. Vorsorglich nahm man ihm Schuhe, Strümpfe und alle Kleider ab, bis auf das Hemd. Am nächsten Tag war der Tiroler verschwunden: Während der Nacht hatte er die Bettstatt zerlegt, mit der Lade das Gitter auseinandergebogen und sich durchgezwängt. Im Hemd und barfuß entkam er anschließend durch Nacht und Schnee nach Landl/Tïrol (etwa 25 Kilometer): 'Deachtn da Teifi!'

57. Das südliche Gemeindegebiet um 1910. Im Vordergrund Aurach mit den ursprünglichen vier Bauernhöfen und der Dorfkapelle in der Mitte. Rechts im Hintergrund das Anwesen Fischeralm und links davon die damalige Bruckner-Säge; so genannt nach ihrem seinerzeitigen Eigentümer, dem Besitzer des Irg-Hofes, Als 1915-1917 die Aurach reguliert wurde, waren die dort eingesetzten vierzig russischen Kriegsgefangenen in der Bruckner-Säge untergebracht. Das alte Ortsbild hat sich zwischenzeitlich sehr geändert: Der zum Benzingtal führende Talkessel (links) war damals noch frei von jeder Bebauung. Zu den vier ursprünglichen Bauernhöfen karn-in den dreißiger Jahren der neue Irghof und die Bruckner-Säge wurde um die damalige Zeit abgebrochen. An sie erinnert nichts mehr,

58. September 1911: Festlich gestimmte Menschen in Birkenstein. Zum 200. Jubiläum der Wallfahrtskapelle kam hoher Besuch. Am Spätnachmittag des 9. September traf der Oberhirte der Erzdiözese München-Freising, Erzbischof DI. von Bettinger, am Bahnhof in Hammer ein. Es war dies seit 38 Jahren der erste Besuch eines Oberhirten in Fischbachau. Der hohe Gast wurde von einem geschmückten Zweispänner des Gutes Achatswies abgeholt. Mit Gottesdient in St. Martin und Serenade am Gasthof 'Zur Post' (Ebenhöch) wurde dieses Ereignis feierlich begangen. Am nächsten Tag fuhr der hohe Würdenträger mit dem Gespann des Gutes Achatswies in offener Kalesche nach Birkenstein. Die abgebildete Szenerie spiegelt die freundliche Atmosphäre dieses Ereignisses wieder.

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