Fischbachau in alten Ansichten

Fischbachau in alten Ansichten

Auteur
:   Ludwig Wagner
Gemeente
:   Fischbachau
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3046-2
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Fischbachau in alten Ansichten'

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59. Die Perle im Leitzachtal ist Birkenstein mit seiner Gnadenstätte. Die 200. Wiederkehr der Fertigstellung der Wa11fahrtskapelle wurde vom 8. bis 10. September 1911 feierlich begangen (Foto). 1710 wurde der Grundstein zu der dem Haus von Lorette nachgebildeten Kapelle gelegt. Ihr Inneres ist üppiges baierisches Rokoko, Das Urteil von König Max 1. am 13. August 1823: 'Eine schöne Kapelle!' Das erste Kirchlein, etwa zwölf Personen fassend, hatte man 1673 errichtet und dadurch die Birkensteiner Wallfahrt begriindet. Schon 1624 wurde vom Kreitner Bauern eine 'stainerne Martersäul auf dem Perg' aufgerichtet. Diese Gebetsstätte hieß auch 'am Fischbacher Berg, am Gemein Berg, am Stein', Der Name Birkenstein festigte sich Ende des 17. Jahrhunderts, als der Unter-Bergschmied dort Birken setzte.

60. Schon lange aus dem Ortsbild verschwunden: Triumphbogen überspannen die Hauptstraßen. Dies war hauptsächlich am Tag 'Maria Himmelfahrt', dem sogenannten 'Birkensteiner Frauentag', üblich. Auch 1911, als vom 8. bis 10. September die 200. Wiederkehr der Vollendung der Wallfahrtskapelle Birkenstein begangen wurde, hat man an allen Zufahrtswegen festlich geschmückte Triumphbogen aufgestellt, wie hier in Winkl. Dort überspannte der Bogen damals ein bescheidenes Kiessträßchen, aus dem inzwischen eine der Hauptverkehrsadern des Leitzachtals geworden ist. Die Inschrift auf dem Triumphbogen lautete: Die Pilger zieh'n die Straße hin.] Sie zu preisen und verehren.] Die hehre Himmelskoniginl

61. Im Jahre 1909 wurde die Gebirgsschützenkompanie Niklasreuth-Wömsrnühl (heute ElbachLeitzachtal) gegründet, eingedenk der großen Gebirgsschützentradition im Leitzachtal, die bis 1632 zurückgeht, Die Aufgabe der Gebirgsschützen bestand ausschließlich im Schutz der engeren Heimat, nicht jedoch im Kampf außerhalb des Landes. 1870 wurde die Gebirgsschützenorganisation aufgelöst. Ihre Aufgaben gingen auf das stehende Heer über. 1873 fand in Elbach nochmal ein letztes großes Schützenfest statt. Die Tradition wird nun auf Vereinsbasis fortgeführt. Das Foto zeigt die Gebirgsschützenkompanie 1911. Heute gehört die Joppe nicht mehr zur Uniform, sondern der grüne Rock. Auch Hösl-Strümpfe und Schnürstiefel werden nicht mehr getragen,

Blick von der Hubertushutre zum wenoetstein.

62. Die im Jahre 1899 von Carl Fohr (Achatswies) errichtete Hubertushütte auf dem Breitenstein um 1910/11. Als Jagdhütte gebaut, entwickelte sie sich durch den zunehmenden Tourismus zur heutigen Bergwirtschaft. Fohr war übrigens Direktor des Waitzingerbräu und Ehrenmitglied des Trachtenvereins Fischbachau. Auf dem Bild links ist der alte 'Herrschaftliche Oberjäger' Nikolaus Sifferlinger zu sehen. Noch mit 84 Jahren (1924) versah der wackere Alte seinen Dienst als Oberjager im Gebiet des Breitenstein. Der Gipfel des Wendeistein, 1838 Meter (Grenzpunkt der Gemeinden Fischbachau, Bayrischzell und Brannenburg), damals nochohne Aufbauten: Sonnenobservatorium, Wetterstation, Rundfunk- und Fernsehsender, Zalmrad- und Seilbahn, waren noch unbekannt.

63. Anläßlich einer Beisetzung bewegte sich früher vom Haus bis zum Friedhof ein Trauerzug. Auf dem Bild für den Bergmann Andreas Estner 'Mühlkreiter Anderl'. Er war am 14. November 1912 im Alter von 23 Jahren im Bergwerk Hausharn, Gesenk X, Auer-Sohle, Strecke 5 Ost, tödlich verunglückt. In Elbach war es üblich, daß der Tote bis zum 'Krebshaus' beziehungsweise 'Sonnenkaiser' gefahren wurde. Nach altem Herkommen besorgte dies ein Nachbar mit seinem Pferdegespann. An der genannten Stelle wurde der Sarg vom Wagen gehoben und auf eine bereitstehende Bahre gestellt (auf dem Bild links im Vordergrund). So wurde dann der Tote die letzte Strecke zum Friedhof getragen. Dieser Brauch endete erst im Zeitalter der Leichenautos, als man von den Aufbahrungen in den Häusern abkam.

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Fürst Albert von Thurn u.Taxis fährt zur Treibjagd.(ca 1905)

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64. Ein vor dem Ersten Weltkrieg im Leitzachtal nicht ungewohntes Bild: Fürst Thurn und Taxis als Jagdgast im Bereich des Forstamtes Fischbachau (vor dem alten Steffel-Anwesen in Bayrischzell). Hierzu folgende Begebenheit: Zur damaligen Zeit betrieb am südlichen Ortsrand von Fischbachau Josef Birner einen kleinen Gemüseanbau. Seine Erzeugnisse fuhr er mit einem von zwei Hunden gezogenen Wägelchen aus, Mit diesem originellen Gespann überholte er eines Tages in der Auracher Wies die fürstliche Equipage nach dem Motto 'Wer ko, der ko', Der Fürst ließ umgehend Birner zu sich bitten und ersuchte ihn, solche der fürstlichen Reputation abträgliche Eskapaden künftig zu unterlassen. Birner gelobte Besserung - und erhielt vom Fürsten ein goldenes 20-Mark-Stück.

65. Im Jahre 1888 ließ sich in Elbach ein junger Arzt nieder, der als Internist und Diagnostiker weit über unseren Landkreis hinaus bekannt werden sollte: DI. Paul Schuster (1862-1946). 1896 baute er sich auf einem Grundstück des ein Jahr vorher aufgelösten Huber-Anwesens eine Praxis. Er erwarb sich auf dem Gebiet der Blutreinigung einen Ruf', der bis in unsere Tage fortwirkt. Ein nach ihm benanntes Präparat wird heute noch nach seinem Rezept in Apotheken hergestellt. Seine Rezepturen, die von chemisehen Zusätzen absahen, waren mustergültig. Die wesentlichsten Präparate stellte er in seiner Hausapotheke selbst her. Abertausende von Patienten verdankten ihm Heilung oder Linderung. Seine soziale Einstellung war nicht minder berühmt.

66. Diese Aufnahme aus der Zeit um 1912-1914 demonstriert die damaligen Vereinsaktivitäten im Gebiet Hammer-Aurach. Die Vereinsnamen änderte man öfters: Der Bezeichnung Wildererelub Aurach folgte der Prügler-Verein und 1919 dann der Schuhplattler-Club Jägerkamm Aurachtal. 1922 führte das schließlich zur Gründung eines zweiten Trachtenvereins in der Gemeinde Fischbachau, nämlich des Gebirgstracht-Erhaltungsvereins 'Jägerkamm' Aurachtal-Hammer. 1947 wurde er mit dem Trachtenverein Fischbachau vereinigt. Auf dem Bild ganz rechts der 'Brandlschmied-Irgei'; mit Zither: Dionys Huber, Elbach, Der Wilderer ganz rechts mit einer Kopfkrax. Mit der Kopfkrax wurde das Versorgungsgut auf die Almen getragen, Es sind Fälle bekannt, wo zwei Zentner getragen wurden.

67. Um 1912: Die alte Wetterfichte am Breitenstein. Langst ist sie verschwunden. Sie stand zwischen Bucheralm und Breitenstein. Bei einem Ausflug der Elbacher Volksschule um 1926 gelang es, 16 Schüler in dem hohlen Stamm unterzubringen 'über-, ober-, neben- und untereinander', Der alte Wetterbaum erinnerte wohl manchen Wanderer an die Verse von R. Baumbach: Es steht ein Tannenbaum im Wald,/ Trägt Moos in seinen Haaren.] Ist über Hundert Jahre alt.] Hat vieles schon erfahren.] In seinem Schatten lieg ich gem] Und plaudre mit dem alten Herrn.] Und lasse mir berichten/ Viel grüne Waldgeschichten.

68. Eine ebenso bekannte wie allseits geschätzte Persönlichkeit war Bürgermeister Bartholomäus Göttfried (1865-1952). 33 Jahre lang (von 1900 bis 1933) übte er das Amt des 1. Bürgermeisters der Gemeinde Fischbachau aus. Das ist die bis jetzt längste Amtszeit eines Bürgermeisters in unserer Gemeinde. Außerdem versah er 60 Jahre lang den Mesnerdienst. Als er 1952 hochbetagt im 87. Lebensjahr starb, sagte das 'Kreitner-Miadä' (sie war noch einige Jahre älter als der Altbürgermeister): 'Dös hob i mir scho oiwei denkt, daß der Baschdä nit oit wird, der hat scho immer a biss! kränk'lt.' Das 'Miadä' wurde übrigens 100 Jahre und 10 Tage alt. Auf dem Foto von 1910 ist der Bürgermeister (zweiter von links) vor dem Mesner-Anwesen zu sehen.

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