Flammersbach in alten Ansichten

Flammersbach in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Flammersbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3388-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Flammersbach in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

An der Einmündung des Aubachtales in das Haigerer Becken liegt in einem westlich anschließenden Seitenkessel das Dorf Flammersbach. Es zeigt in seinem Kern bis heute wesentliche Merkmale eines 'Haufen- oder Gemengdorfes' , wie das Fehlen parallel geführter Straßen und die weithin ungeordnete Stellung der Häuser zueinander. Über das genaue Alter des Dorfes wissen wir wcnig, doch darf aufgrund der Endsilbe '-bach' im Ortsnamen vermutet werden, daß es bereits um die Mitte des ersten Jahrtausends unserer Zeitrechnung entstanden ist. Erste bzw. frühe Urkundserwähnungen, denen hier nicht weiter nachgegangen werden kann , beziehen sich auf die Jahre 1369 (Schwarz) und 1447 (Nies/Koch). Es ist nicht auszuschließen , daß sich der Name 'Flammersbach' auf den Eigennamen der Gründerfamilie - 'Flarnero' oder 'Framero' - zurückführen läßt. Dafür spräche auch die Tatsache, daß der einzige Ort mit gleichem Namen, Flammersbach bei Siegen, ganz in der Nähe liegt. Vielleicht findei die Sprachforschung (einmal) eine annehmbare Erkliirung ... (Carl Koch, 1936).

Daß es berechtigt ist, die Entstehung unseres Dorfes noch weiter in die Vergangenheit zurückzuverlegen, kann zwar vermutet, keinesfalls aber nachgewiesen werden. Vermutet werden deshalb, weil sich schon immer Höhenzüge und Berghänge in besonderer Weise für eine frühe Besiedlung anboten. Dies träfe in unserer Gemarkung vor allem auf drei Stellen zu: auf den über 500 Meter hohen 'Bernbergskopf', die nicht weit davon befindliche 'Heunburg' und den 'Steimel', der noch heute den nordwestlichen Hügelrand des Dorfes bildet. Doch leider konnte in keinem Fall die Bestätigung eines frühen Wohnplatzes erbracht werden. Dies bezieht sich in erster Linie auf den 'Bernbergskopf' und die 'Heunburg'. Beweise für eine Besiedlung gibt es nicht, obwohl sich gerade die Lage des 'Bernbergskopfes', vergleichen wir sie einmal mit ähnlichen Beispielen in der näheren Umgebung (keltische Ringwallanlage bei Rittershausen, 'Kornberg' bei Donsbach) hierfür deutlich anbot. Etwas anders könnte es sich mit dem 'Steimel' verhalten. Dieser Name ist nicht selten und bedeutet 'Steinrnal' = 'Steindenkrnal' (Begräbnisstätte) oder ähnlich. Es darf angenommen werden, daß sich auf dem Bergsporn ein vorgeschichtlicher Wohnplatz, vielleicht eine 'La- Tène-Siedlung', befunden haben könnte. Gerade die Spornlage bietet sich aufgrund von Erkenntnissen mit geographisch ähnlichen Bedingungen ohne weiteres an; Tatsachenauskunft hierüber kann jedoch nur eine gezielte Forschungsgrabung bringen. Das 'geschichtliche' Flammersbach befand sich wohl schon immer an der Stelle, die bis heute die Dorfmitte bildet.

Viele Faktoren, nicht zuletzt seine Lage und Bodenbeschaffenheit, waren der Grund, daß unser Ort stets zu den kleinen im näheren Urnkreis gerechnet werden mußte. Die Zahl von 1,000 Einwohnern wurde nie erreicht (Stand im Juli 1985 = 916 Personen). Dennoch gab es im Mittelalter sogar einmal zwei Dörfer gleichen Namens in unserer Gemarkung. In alten Urkunden lesen wir von einem Ort 'Nedernflarnerspach', im Tal etwa an der Stelle gelegen, die heute noch als 'Linn's (= Lindes?) Ecke' bezeichnet wird. Diese winzige Siedlung - sie bestand aus kaum mehr als fünf Häusern - ist bereits vor dem Dreißigjährigen Krieg, vermutlich aber schon im 16. Jahrhundert aus unbekannten Gründen 'ausgegangen', das heißt von den Bewohnern verlassen worden. Zwei Familien sollen damals nach 'Obernflamerspach", also in das heutige Dorfgebiet, gezogen sein.

Reich waren die Menschen in F1ammersbach nie , die wirtschaftlichen Bedingungen ließen Wohlhabenheit, gar Reichtum nicht zu. Man war gezwungen, mit dem, was die Natur bot, vorliebzunehmen - oder seine Arbeitskraft zum Erwerb des Lebensunterhaltes anderwärts einzusetzen. Und obwohl diese 'Not'wendigkeit sicher in erster Linie negativ gesehen werden

muß, da sie viele Familien über Monate hinweg auseinanderriß, ist ihr noch eine gute Seite abzugewinnen: die Menschen begannen sich auf die Verhältnisse einzustellen , sie wurden selbständiger und begannen, 'weltläufiger' zu denken und zu handeln.

Stand im Mittelpunkt dieser kurzen Einleitung in erster Linie ein Überblick zur frühen und mittleren Geschichte unseres Dorfes, so wird im Zusammenhang mit der nachfolgenden Auswertung der Bilder sicher noch ein oder das andere Thema zu seiner weiteren wirtschaftlichen, kulturell-religiösen und sozialen Entwicklung detaillierter behandelt werden können.

Ohne die besondere Mithilfe einer Anzahl von Flammersbacher Bürgern wäre die Zusammenstellung und Herausgabe dieses Bildbuches sicher kaum möglich gewesen. Hier hat der Verfasser zuallererst Otto Klaas und Harry Koch zu danken, die mit erheblichem Zeit- und Arbeitsaufwand die Fotounterlagen sammelten und ihre Verwendung vorbereiteten. Durch detaillierte Informationen trugen sie aber auch wesentlich zu den erklärenden Texten bei. Darüber hinaus sei natürlich denen gedankt, die bereitwillig alte Aufnahmen aus unserem Dorf zur Verfügung stellten; für sie alle soll hier der Name von Frau Helga Steiner genannt sein.

Leider ließ der vorgegebene Umfang des Buches nur die Verwendung einer Auswahl der unerwartet vielen Fotos zu. Hierfür bittet der Verfasser um Verständnis - und er bittet um Nachsicht, wenn sich trotz aller Bemühungen ein oder der andere sachliche Fehler in den Text eingeschlichen haben sollte.

1. Dies ist keine 'Photographie " und doch beeindruckt gerade die Art einer solchen nachkolorierten Postkarte, wie sie um die letzte Jahrhundertwende sehr verbreitet war, den Betrachter immer wieder. Dabei ist es natürlich nicht die Genauigkeit der Details, die Übereinstimmung mit der Wirklichkeit, die den Reiz einer derartigen Zeichnung ausmacht. Es ist im Gegenteil ihre Ungezwungenheit, die uns nachforschen läßt, was auf diesem Bild dargestellt ist. So wird es uns auch hier ergehen. Deshalb nur wenige Anhaltspunkte:

Im Vordergrund sehen wir die Kapelle, von der aus die Straße in nordwestliche Richtung hinauf - und aus dem Dorf hinaus (?) - führt. Zur linken Seite erkennen wir die Häuser der alten 'Kuhgasse' und rechts die zur 'Petersbach' hin. Das soll genügen, selbst weiter nach Bekarmtem zu suchen, um sich im 'alten Flammersbach' zurechtzufinden. Allzu schwer ist es gar nicht!

2. Auf diesem Foto aus dem Jahr 1902 werden uns einige Dinge besonders deutlich.

Da ist zum ersten die geringe Größe des Dorfes in damaliger Zeit. Denn viel umfangreicher, als wir es hier sehen, war Flammersbach nicht; der Bliek vom 'Mittleren Berg' herab umfaßt im wesentlichen den Ort in seiner gesamten Ausdehnung. Hinter den letzten Häusern steigt der Hang zum 'Steimel' an, und wir sehen den Waldstreifen, der zur Holzhäuser Gemarkung hin die Grenze gegenüber dem 'Hickengrund' - die heutige Landesgrenze zwischen Hessen und Nordrhein- Westfalen - bildet. Auch die Anlage Flammersbachs als sogenanntes Haufendorf wird durch dieses Bild verdeutlicht. Es fällt schwer, hier eine Straßenreihung zu erkennen. Die Wege zwischen den Häusern folgen weitgehend der Anordnung der Grundstücke, und es fällt auf, daß so manche Scheune vom Wohnhaus getrennt, also an anderer Stelle im Dorf, steht. Bei den Häusern handelt es sich überwiegend um Fachwerkgebäude, die zum Teil (dunkle Dächer) noch strohgedeckt waren.

Dem Beschauer bleibt es nun überlassen, sich auf dem Bild in Ruhe umzusehen, sich einen Weg zu suchen und noch heute Bekanntes von dem, was sich inzwischen verändert hat oder ganz verschwunden ist, zu unterscheiden.

3. Dies ist eine recht reizvolle Aufnahme, die um 1917 entstanden sein könnte und uns das Dorf im Winter zeigt. Nun ein wenig näher herangezogen, erkennen wir etwa den gleichen Bildausschnitt wie auf der Seite zuvor.

Doch gibt es zwei auffällige Unterschiede. Da ist zum einen der in Bildmitte aufragende Turm; er diente der Feuerwehr zum Trocknen der Wasserschläuche und stand an dieser Stelle noch bis in die Zeit um 1950. Zum zweiten ist die Aufmerksamkeit auf den Turm der kleinen Kirche zu lenken. Denn nun sehen wir ihn nicht mehr in seiner alten viereckigen, kurzen Form, er ist achteckig und länger emporgezogen. Wann diese bauliche Veränderung geschah, ist nicht mehr gen au auszumachen, doch weist uns ein Vermerk in der Schulchronik darauf hin, daß im Jahr 1904 ... das Kapital des Kirchenfonds sofort angegriffen werden mußte, da die Kapelle einer Reparatur sehr bedürftig (geworden) war ... Wir vermuten, daß es sich hierbei unter anderem auch um die Erneuerung des Turms gehandelt haben dürfte.

4. Mag es auch auf den ersten Bliek eher unauffällig erscheinen, so vermittelt gerade dieses Bild viele Details zur Lage und landschaftlichen Umgebung unseres Dorfes. Wir nehmen an, daß es zu Beginn des Ersten Weltkriegs aufgenommen wurde. Der Standpunkt des Betrachters ist klar: Wir befinden uns am Rand der 'Petersbach' und schauen die heute nach ihr benannte Straße hinunter.

Um sie in der Erinnerung wachzuhalten, benutzen wir in der nachfolgenden Beschreibung die dörflichen Gemarkungsnamen. - So sehen wir vor uns links den 'Schimberg' und rechts die 'Unterste Struth', dahinter den Friedhof. In der Bildmitte liegen vorn 'Sathel' und 'Dotz', und links erkennen wir den Kantinenweg. Danach erahnen wir mehr, als daß wir sie sehen können, die Häuser des kleinen Dorfes. Hinter dem Dorf sind von links der 'Vordere Berg', der 'Hintere Berg' mit den Bachwiesen und der Viehtrieb auszumachen. Das Waldstück in der Bildmitte hinten wird bis heute 'In den Buchen' genannt, rechts davon die 'Schieferkaute'. Vor uns erkennen wir auf der Höhe im Hintergrund die 'Bettelküche' und - nach rechts ansteigend - den 'Bernbergskopf'.

'Bettelküche' - ein die Neugier weckender Name! Und hier der Versuch einer Erklärung: In der näheren Umgebung finden wir ähnlich merkwürdige Namen, so zum Beispiel das 'Ahl' Gefridde' (= altes Lager), die 'Kirmeshecke' , die 'Finnwies' und den 'Haarestock' , wo offensichtlich eine Warntafel für 'umherziehendes Volk' und 'Haare' (= Heiden, Zigeuner) angebracht gewesen war. Diesen Leuten war es unter Androhung drastischer Strafen verboten, Ortschaften aufzusuchen. Wenn sie es dennoch taten, bettelten sie. Was sie dann an Eßbarem erhalten hatten, mußten sie außerhalb der Orte zubereiten und verzehren. Vielleicht war hier ein solcher Rastplatz(?).

5. Wir schauen über den 'Wiesengrund' zur heutigen Petersbachstraße hinüber. Als einziges Anwesen stand seinerzeit - um 1914 - das von Obstbäumen umgebene Haus Kl ara KloftlHoffmann; wir erkennen es in der Bildmitte halbrechts.

Wie die Getreidehausten zeigen, scheint die Ernte in jenem Jahr recht zufriedensteIlend ausgefallen zu sein. Anders dagegen war es wohl im Sommer 1913, lesen wir doch in den von Lehrer Wilhelm Genest niedergelegten Anmerkungen hierüber unter anderem: ... Mit Kälte und Regenschauern sind bei uns die 'Hundstage' eingezogen, die des Jahres heißesten Teil in den fünf Wochen bis zum 23. August bringen sollen. Sie haben schon längst den Nimbus eingebüßt, eine ununterbrochene Periode höchster Jahrestemperatur darzubieten. Im laufenden Jahr, das sich jetzt erst recht auf seine ominöse '13' zu besinnen scheint, haben sie sich mit einem so frostigen Aprilwetter eingeführt, wie es sonst zu den seltensten Ausnahmen gehört. Die armen Sommerausflügler und die noch unendlich mehr zu bedauernden Landwirte, deren Hoffnungen auf den Lohn harter Jahresarbeit täglich tiefer herabgestimmt werden ... !

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