Flammersbach in alten Ansichten

Flammersbach in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Flammersbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3388-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Flammersbach in alten Ansichten'

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11. Dieses Haus, wir sehen eine Aufnahme, die möglicherweise in der Mitte der zwanziger Jahre gemacht wurde, diente der Gemeinde in vielfältiger Weise. Im Erdgeschoß befand sich auf der rechten Seite das Bürgermeisteramt; das Schild 'Dorf Flammersbach, Dillkreis' weist auf diese offizielle Funktion hin. Der darüber befindliche Raum war über viele Jahrzehnte hinweg (von 1735 bis 1902) Flammersbachs Schule. Darunter links war die Backstube, 'das Backes' , untergebracht. So war es ein wahrlich wichtiges Gebäude für das Dorf, obwohl sein recht schmuckloses Äußere auf den ersten Bliek nichts von seinem Wert verraten will. Hier also amtierten die Heimbürger , die Schultheiße und Bürgermeister, von hier aus wurden von ihnen im Auftrag der Regierungen und später der Gemeindevertretungen die Geschicke der Bürger geleitet. Dies war infolge der geringen Finanzkraft des Dorfes sicherlich keine einfache Aufgabe. Bis zum Ende der selbständigen Verwaltung Flammersbachs (1969) blieb dies ein weitgehend ehrenamtlicher Dienst.

Genauere Angaben zur Arbeit und den Leistungen der Gemeindeverwaltung in zurückliegenden J ahrzehnten übersteigen die Möglichkeiten des vorliegenden Buches; sie müssen einer wünschenswerten detaillierten Geschichtsschreibung für unser Dorfvorbehalten bleiben.

Da das alte Gemeindehaus den Anforderungen nicht mehr genügte, wurde es im Jahr 1936 abgerissen, das neue Bürgermeisteramt am 20. März 1937 eingeweiht.

12. Dieses und die beiden nachfolgenden Bilder geben die Dorfmitte so wieder, wie sie sich noch bis in die zweite Hälfte der fünfziger Jahre dem Betrachter darbot.

Zentraler Bliektang des Platzes waren die kleine Fachwerkkirche (wir sehen links einen Teil der Rückseite des Gebäudes), das Haus Albert Schneider und rechts das Bürgerrneisteramt. Das Foto, es dürfte etwa aus dem Jahr 1938 stammen, zeigt uns überdies den eisernen Dorfbrunnen - er war in dieser oder ähnlicher Form in unserem Raum weitverbreitet - und die allen Bürgern zur Verfügung stehende Obstpresse, links. Bei der Kirche, die wir bescheidener 'Kapelle' nennen wollen, handelt es sich um das erste ausschließlich kirchlichen Zwecken dienende Gebäude in Flammersbach. Es wurde in den Jahren 1734135 erbaut, und wir wissen sogar, daß Joharm Jast Beul und Anna Katharina geborene Petri, das erste Brautpaar waren, das in der Kapelle getraut wurde. Johann Jast Beul wurde später zum Kirchenältesten gewählt und hatte dieses Amt bis zu seinem Tod inne.

Das kleine Dorf besaß natürlich nie einen allein für Flammersbach zuständigen Pfarrer. Über mehr als zwei Jahrhunderte wurde die Gemeinde - auch nach dem Bau der eigenen Kapelle - weiterhin von Pfarrern aus dem benachbarten Haiger betreut. An den Sonn- und Feiertagen, oft sicherlich auch einmal wochentags, wenn es notwendig war, zogen sie herauf, um Gottesdienst zu halten, Brautleute zu trauen und die Taufe zu spenden. So sind beispielsweise alle 62 Jungen und 49 Mädchen, die zwischen 1805 und 1830 in Flammersbach geboren wurden, auch in der kleinen Kirche getauft worden.

13. Eindrucksvoll ist dieses Foto, das uns die Mitte des Dorfes einige Jahre später zeigt. Wir schauen die Straße, die ins Dorf führt, hinunter; vor uns die kleine Kirche, links davor das Rathaus. Im Hintergrund sehen wir die den Familien August Nusch und Hermann Sohn gehörenden Scheunen, rechts das in der Außenfront umgestaltete Haus Schneider.

Doch folgen wir nun noch ein wenig den Angaben zur Geschichte unserer Kapelle. Wir erfahren da, daß sie hin und wieder als Versammlungsraum und im Jahr 1861, als das Klassenzimmer im Gemeindehaus renoviert werden mußte, Unterrichtszwecken diente.

Wir hören weiter, daß man im Lauf der vielen Jahrzehnte das Äußere, aber auch die Inneneinrichtung der Kapelle immer wieder veränderte. So erhielt sie im Jahr 1894 auch anstelle der geborstenen Glocke eine neue und größere, im Jahr 1921 wurde hier eine Gedenktafel für die Gefallenen des Krieges angebracht, im Jahr darauf schließlich eine elektrische Beleuchtung installiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirchengemeinde Flammersbach der neugeschaffenen Pfarrstelle Langenaubach zugeordnet; seit 1952 sind die Langenaubacher Pfarrer also auch für unseren Ort zuständig.

14. Wenn es auch nur wenige schriftliche Zeugnisse, einige Zeichnungen und Fotos von ihr gibt - in der Erinnerung älterer Flammersbacher Einwohner ist die alte Kapelle bewahrt - bleibt sie unvergessen.

Der Abriß des Kirchleins im Jahr 1958 wird noch heute- richtiger: heute mehr als damals - bedauert. Sicherlich gab es Gründe für diese Maßnahme, doch sind nicht wenige Menschen in unserem Dorf der Meinung, man hätte die neue größere Kirche ja bauen können, ohne das alte kleine Fachwerkgebäude gleichzeitig abzureißen. Die neue Kirche sollte ohnehin an einem anderen Platz errichtet werden; und es steht außer Frage, daß trotz deutlicher Mängel in der Bausubstanz die Kapelle hätte erhalten werden können. Sie wäre heute unzweifelhaft ein Schmuckstück des Dorfes.

In dem vom 'Förderkreis Alte Kirchen e.V.', Marburg-Lahn, im Jahr 1976 (Langewiesche (Nachfolger)Verlag) herausgegebenen Bildbuch 'Fachwerkkirchen in Hessen' findet sich folgender kurzer Text über die alte Flammersbacher Kapelle: Rechteckbau mit massivem Untergeschoß von 1735, Saueldacn mit Krûppelwalmen und Dochreiter. Die ursprüngliche Strohdeckung erst 1827 durch Schiefer ersetzt.

Auf nebenstehendem Foto erkennen wir auf dem Platz vor der Kapelle den langjährigen Gemeindediener Kar! Fuss.

15. Dieses Foto dürfte etwa im Jahr 1897 gemacht worden sein und ist somit eines der ältesten uns bekannten Familienbilder. Vor dem strohgedeckten Haus Schnurr/Heinz stellten sich dem Fotografen (von links): Wil-

helm Schol und die Kinder Elise, Alwine und Wilhelm. .

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