Flammersbach in alten Ansichten

Flammersbach in alten Ansichten

Auteur
:   Hubert Georg Quarta
Gemeente
:   Flammersbach
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3388-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Flammersbach in alten Ansichten'

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26. Hatte der Chronist zu Beginn des Jahres 1926 noch die schleppende Arbeit an der Bahnlinie bedauern müssen, so kann er bereits 11 Monate später, am 14. Dezember 1926, mit Genugtuung die Einweihung des Teilstückes zwischen Haiger und dem Bahnhof Rabenscheid vermelden: ... Der heutige Tag war für unser Dorf von ganz besonderer Bedeutung. War doch endlich der Tag gekommen, wo wenigstens die Teilstrecke Haiger-Rabenscheid eröffnet wurde. Die Reichsbahn, die Kreisbehörden und einzelne Gemeinden hatten es sich nicht nehmen lassen, die Weihe dieser Bahnstrecke durch einen offiziellen Festakt zu begehen. Vormittags (um) 9,36 Uhr führte ein Sonderzug von Dillenburg die Spitzen der Behörden und die geladenen Giiste, unterwegs immer neue Menschen aufnehmend, nach Haiger. Nach kurzen Begrüßungsansprachen auf dem dortigen Bahnhof unter den Klängen einer mitfahrenden Kapelle nach Flammersbach, wo ihn die Einwohnerschaft mit lautem 'Hurrah' begrüßte. Nach einer Ansprache des Bürgermeisters Heinz sang die Flammersbacher Schuljugend ... Hierauf ergriff Landrat Dr. Bünger das Wort zu längeren Ausführungen. Er sagte unter anderem: ... Nicht mit lautem Festesjubel, sondern würdig und schlicht - ein Gebot der ernsten Zeit - jedoch als Feier des Dankes begehen wir in der Öffentlichkeit diese Weihe ... (und) schloß seine Ausführungen mit dem Wunsche für eine gute Zukunft der neu erschlossenen Gegend und den Kreis, mit der Hoffnung auf Vollendung des Projekts u. mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland, in das begeistert eingestimmt wurde ...

Das Foto zeigt uns die Arbeiten an dem Felseinschnitt zwischen Flammersbach und Langenaubach; sie wurden 1924/25 ausgeführt.

27. Nach Fertigstellung des 'Rabenscheider Tunnels' wurde die Bahnstrecke noch bis Breitscheid weitergeführt; der geplante Anschluß zwischen Breitscheid und Erdbach ist dann allerdings niemals erfolgt. Für die Menschen in den Dörfern an der neuen Strecke, die im Volksmund alsbald nur noch 'Balkan' hieß, brachte die Bahn so manche Neuerung und mehr Bequemlichkeit mit sich. Man wurde 'beweglicher' , wovon besonders die Arbeiter und die Schüler profitierten, 'die Wege wurden kürzer'. Recht rege war insbesondere der Güterverkehr. Wenn auch das starke Streckengefälle so manche Schwierigkeit mit sich brachte, konnte doch der extreme Höhenunterschied von fast zweihundert Metern auf der rund 12 Kilometer langen Strecke zwischen Haiger und Breitscheid durch zusätzlich längende Bogen gemildert werden.

Mit einer mehrjährigen Streckenverkürzung zwischen 1940 bis 1945 tat der 'Balkan' dann seinen Dienst, bis starke wirtschaftliche Veränderungen, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, den Tag der Einstellung des Personenverkehrs immer näherrücken ließen, und am 31. Mai des Jahres 1980 fuhr zum letzten Mal unter großer Anteilnahme der Menschen in den Orten an der Strecke ein Personenzug von Haiger zum Westerwald hinauf.

Die Talbrücke aber ist für Flammersbach so etwas wie ein Wahrzeichen geworden. Eindrucksvoll spannen sich ihre sieben Bogen mit je 15 Metern Spannweite in einer Höhe bis zu 18 Metern über dem Wiesengrund. Die gesamte Länge der Brücke beträgt 140 Meter.

Nebenstehende Aufnahme dürfte zu Beginn der dreißiger Jahre gemacht worden sein.

28. Obwohl in der Flammersbacher Gemarkung eine ganze Reihe von Bodenschätzen nachzuweisen ist, so unter anderem Ton und Braunkohle, Eisenstein, Blei, Kupfer, Schwefelkies und Zink, war es doch in erster Linie der Basalt, dessen Abbau für den Ort und seine Menschen über mehrere Jahrzehnte hinweg (von 1893 bis 1966) eine wirtschaftlich bedeutende Rolle spielte. Fassen wir die Geschichte des Basaltsteinbruches auf dem 'Bernbergskopf' im folgenden kurz zusammen (für besonders Interessierte werden als Quellen genannt: 'Die hundertjährige Geschichte der J. Reeh AG im Spiegel der Zeit', Weidenbach, Dillenburg o.J.; Norbert Triesch: 'Die betriebliche Entwicklung der Firma J. Reeh AG', 1959/1960; H.-G. Quarta: 'Flammersbach, Aus der Geschichte eines kleinen Dorfes', Dillenburg-Eibach 1975.

Im Jahr 1868 pachtete Jakob Reeh aus Nanzenbach den Bruch 'Woashecke' in der Gemeinde Flammersbach; er lag vermutlich in unmittelbarer Nähe des 'Bernbergskopfes', seine Lage ist aber nicht mehr eindeutig zu bestimmen. Am 3. März 1893 wird der Basaltsteinbruch auf dem 'Bembergskopf' (der Berg zählt mit über 500 Metern zu den höchsten Erhebungen des Westerwaldes) in Betrieb genommen. Die Zahl der Beschäftigten steigt bald auf mehr als fünfzig an; sie stammen vorwiegend aus Flammersbach und dem benachbarten Langenaubach.

1912 wird ein Bremsberg vom 'Bernbergskopf zur 'Schieferkaute' hinab angelegt. Eine Feldbahn übernimmt die Arbeit ungezählter Pferdefuhrwerke früherer Jahre und bringt die Pflaster- und Bruchsteine zum 'Vorderen Berg' (im Bereich der Brücke an der alten Zugangsstraße ins Dorf), von wo aus sie dann - bis zum Jahr 1926- mit Pferdewagen entlang der alten Aubacher Gemarkungsgrenze nach Haiger hinunter geschafft wurden.

Auf dem Foto, das etwa von 1895 stammt, sind nur noch wenige der Männer sicher zu bestimmen, so unter anderen: Jakob Reeh, Robert Hof, Heinrich Wilhelm Kloft, Ferdinand Hardt und Wilhelm August Thomas.

29. 'Kipper' oder auch 'Steinrichter' bei ihrer schweren Arbeit, die sie wohl für diese Aufnahme einen Augenbliek lang unterbrochen haben.

Das Bild, es dürfte aus der Zeit zwischen 1910 und 1914 stammen, zeigt uns vorn (von links): Ernst Hardt, Theodor Heinz, Heinrich Wilhelm Kloft und August Rödling (aus Langenaubach).

'Kipper' gab es überall in den Steinbrüchen des Westerwaldes. In mühsehliger Arbeit schlugen sie den harten Basalt zu grob geformten Pflastersteinen zurecht. Sie saßen dabei - oft mehr als acht Stunden täglich! unter niedrigen, nach der Wetterseite geschlossenen Satteldächern, den sogenannten Kipperbuden, auf mit Heu gefüllten Säcken.

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in sitzender Stellung arbeiten konnte, wurde als 'Faßkipper' weiterbeschäftigt, das heißt, er füllte ein Faß mit Basaltsand und konnte so, aufrecht stehend, seine Arbeit weiter ausführen. In der Veröffentlichung 'Westerwald - Land und Leute, einst und jetzt' (Frankfurt, 1958) schreibt Karl Löber unter anderem darüber: ... Ein wenig seitwarts standen sonderbare, spitze Hüttchen. In jedem saß ein Mann und hatte vor sicb einen Haufen Steine liegen. Er nahm einen davon in die Hand, bearbeitete ihn mit einem Hammer und hatte wirklich im 'Handumdrehen' einen schonen, kantigen Pflasterstein. Unentwegt und sicher schlug der' Kipphammer' zu und ließ klingende Steinfetzen abspringen ...

30. Eine Vielzahl von Bildern stellt die Arbeit der Männer im Steinbruch dar und beweist uns damit ihre große Bedeutung für die Menschen des Dorfes und der näheren Umgebung. Wie bereits in der Einleitung gesagt, konnte leider nur ein Teil der vorhandenen Fotodokumente zu den einzelnen Lebensbereichen in diesem Band Aufnahme finden.

In Flammersbach - ähnlich auch in einer Reihe anderer Brüche (Westerburg, Steinringsberg und in der Nähe von Beilstein) - steht der Stein weitgehend schräg, als sogenannter Säulenbasalt, an. 'Steinbrecher' mußten deshalb nach einer Sprengung, am Seil hängend, loses Gestein mit der Hacke aus der Wand schlagen, um auf diese Weise Gefahren für Leib und Leben der im Bruch arbeitenden Kameraden soweit als möglich auszuschließen. Auf unserem Bild ist es Emil Georg, der diese verantwortungsvolle Aufgabe übernommen hat.

Außer ihm erkennen wir oben in der Mitte Wilhelm Wagenknecht, links (mit der Stange) Hermann Beul und unten stehend (von links) unter anderen: Bruchmeister Stahl, Arnold Klein, Arnold Beul, Franz Jung, Albert Klein und Adolf Scheidt (aus Langenaubach).

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