Flensburg in alten Ansichten Band 1

Flensburg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Gert Uwe Detlefsen
Gemeente
:   Flensburg
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2718-9
Pagina's
:   112
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Flensburg in alten Ansichten Band 1'

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37. Hochwasser ist heute noch nichts seltenes in Flensburg, zumindest nicht im Winterhalbjahr. Wenn nach anhaltendem Westwind der Wind umspringt, haben die Bewohner der tiefgelegenen Hafengebiete meist 'nasse Füsse', Das bislang verheerendste Hochwasser suchte die Fördestadt am 13. November 1872 heim. Extreme Wetterlagen führten zu einem Orkan, der um 17 Uhr seinen Höhepunkt erreichte. Selbst in der Stadt wurden Windstärken um Beaufort 10 gemessen. Das Wasser reichte bis fast an die Oberkante des Durchlasses im Kompagnietor. Das ganze Hafengebiet stand unter Wasser, unermeßliche Sachschäden waren die Folge. Das Bild zeigt die bei der Flensburger Werft von Weedermann gebaute Bark 'Strassburg', die kurz vor der Fertigstellung stand, auf der Schiffbrücke. Dorthin war sie durch den Sturm getrieben wurden, Schlepper zogen das Schiff nachher ins Wasser.

Die Sturmflut in Flensburg am 31. Dezember 1904

Nordern ofend enstrasse

38. Hochwasser waren, wie gesagt, nichts Neues. Auf dieser Postkarte wurde das Hochwasser vom 4. November 1904 festgehalten, das ebenfalls ungewöhnlich hoch war. Die Straße Norderhofenden steht ebenso wie der Mühlenstrom (zwischen Geländer und Buschreihe) und der Güterbahnhof unter Wasser. Das Ruderboot wurde hineinretuschiert, damit man auch ja erkennen konnte, daß es sich um Wasserwüsten und nicht etwa um menschenleere Straßen handelt ...

39. Der alkoholisierte Mitbürger ist vermutlich ebenso wenig ein Flensburger wie der Torbogen in der Fördestadt angesiedelt war. Diese Karte gab es in dem betreffenden Verlag wahrscheinlich auch von Rüdesheim, Koblenz und wo sonst noch überall getrunken wurde. Sie ist aber ziemlich selten, offenbar fanden diese kitschenig Karten wenig Gefallen in Flensburg. Auch bei der Motivwahl haben die Hersteller nicht viel Phantasie gezeigt. Der Bliek auf die Altstadt um St. Marien zählt zu den meistfotografierten Motiven.

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- .-lle;;;-:Verkauf von Paul joharmsen.

~lensburg, d.

40. Die St-Johannis-Kirche zwischen Süderfischerstraße und Angelburger Straße wurde um 1150 erbaut, also zur Zeit Knud Lawards, der der Sage nach Flensburg gegründet hat. Der spätromantische Feldsteinbau hat ein langgestrecktes Kirchenschiff und einen eingezogenen Chor. Der Turm im Rokokostil wurde 1741 fertiggestellt. Um 1500 wurde die Deckenwölbung mit der noch erhaltenen Bemalung eingezogen. 1587 fertigte Hans von Bremen die RenaissanceKanzel an. Der frühere von Linden umsäumte Kirchhof ist zum Teil als Anlage bestehen geblieben.

41. Die König Frederik VII. Süd-Schleswigsche Eisenbahn oder Flensburg-Husumer-Tönninger Bahn, wie sie genannt wurde, war Flensburgs erster Anschluß an das damals noch in den Anfängen steekende Eisenbahnnetz. Man versprach sich von dieser Linie zwischen dem damals relativ bedeutenden Nordseehafen Tönning und der Ostseestadt Flensburg viel Transit-Frachtverkehr. Für diesen Zweck war auch die Englische Brücke in den Hafen gerammt worden. Im Oktober 1854 wurde die Bahnlinie in Anwesenheit des dänischen Königs Frederik VII. eröffnet. Der erste Flensburger Bahnhof, der Englische Bahnhof (Bild), lag da, wo heute der ZOB steht. Im Vordergrund die Brücke über den Mühlenstrom.

42. Der Englische Bahnhof wurde 1882 abgerissen, das relativeinfache Gebäude entsprach weder dem gestiegenen Verkehr noch der Vorstellung der Flensburger von einem repräsentativen Bahnhof. Nach Plänen von Prof. Otzen wurde 1883 mit dem Bau des neuen Staatsbahnhofes begonnen, der am 1. Oktober 1884 eingeweiht wurde. Die 'sehr geschmackvollen' eisernen Säulen für Gebäude und Bahnsteigüberdachung wurden von der Flensburger Eisengießerei Jepsen geliefert. Es wurde an nichts gespart, die Spitze des nördlichen Turmes wurde mit einem vergoldeten Wetterhahn geschmückt und auch die Zink- und Schieferbekleidung war vergoldet. Die Architektur des Bahnhofes verrät, daß Prof. Otzen eigentlich Kirchenbaumeister war. Über ein halbes Jahrhundert war dieser Bahnhof, wiederum auf dem Gelande des heutigen ZOB angelegt, einer der Mittelpunkte Flensburg - Zentrum für Reisende allemals.

43. Wesentlich bescheidener war der sogenannte Kieier Bahnhof, der etwa am Anfang des Hafendammes stand. (Dort befindet sich heute ein großer Parkplatz.) Die Eisenbahn Kiel-Flensburg hatte natürlich nicht die Bedeutung der Linie nach Hamburg und weiter nach Nordschleswig und Dänemark. 1881 war mit der Aufschüttung der östlichen Hafenseite begonnen worden, um Platz für Gleisanlagen und Bahnhof zu schaffen. Ein Verbindungsgleis zwischen Staats- und Kieier Bahnhof wurde erst einige Zeit nach der Eröffnung gelegt, allerdings nur für Rangierfahrten und Zugüberstellungen. Umsteigende Reisende mußten den etliche hundert Meter langen Weg zuFuß zurücklegen, anfangs noch bei niveaugleicher Schienenüberquerung. Das Bild zeigt den Bahnhof in den zwanziger Jahren.

flensburg

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V ~ria. W & Co .. Fl.

44. Das Gelände auf der Ostseite von Staatsbahnhof (etwa in der Bildmitte) und dem Kieier Bahnhof (zu sehen ist nur eine Ecke des Güterschuppens rechts) war parkähnlich angelegt. Ganz im Vordergrund der Hafendamm, in der Bildmitte die Verbindungsstraße zu den Norderhofenden mit einem schienengleichen Übergang. Hier wurde 1914 eine Fußgängerbrücke eingerichtet, da die Schranken wegen der zahlreichen Rangierfahrten oft geschlossen waren. Der Park hieß im Volksmund, vor allem bei der Jugend 'de Mai'. Am oberen rechten Bildrand ragt Flensburg vornehmstes Hotel, der 'Flensburger Hof', weithin sichtbar hervor.

45. Nach der Eröffnung des neuen Flensburger Bahnhofes am 1. Dezember 1927 wurde der alte Staatsbahnhof in der Stadtmitte in einen Zentral-Omnibus-Bahnhof (ZOB) umfunktioniert. Sehr viel bauliche Veränderungen mußten nicht vorgenommen werden. Das südliche Gelände wurde als Parkplatz hergerichtet.

46. Der Abbau der Gleisanlagen hinter dem Bahnhof ging natürlich auch nach der Verlegung des Güter- und Personenverkehrs zur neuen Bahnanlage nicht abrupt vonstatten. Der Güterverkehr, insbesondere für Stückgüter, verweilte noch einige Zeit an angestammten Platz, die zahlreichen Kunden gewöhnten sich nur langsam um; zum neuen Bahnhof war es speziell mit Pferdefuhrwerken ein langer Weg, wie heute zur neuen Post. Um den Anforderungen des Straßenverkehrs gerecht zu werden, wurde der Mühlenstrom übertunnelt. Gegenüber dem Polizeipräsidium wurde ein Parkplatz für Busse und Droschken angelegt. Im Hintergrund links und ganz rechts sind noch die Güterschuppen zu erkennen.

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