Forchheim in alten Ansichten

Forchheim in alten Ansichten

Auteur
:   Alfred Frank
Gemeente
:   Forchheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2672-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Forchheim in alten Ansichten'

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9. Der bereits beim vorstehenden Bild erwähnte Durchblick zum Salzhof wurde 1937 durch die Errichtung eines neuen zweiten Pfarrhauses geschlossen. Stadt und Festung waren ein Salzstapelort des Hochstifts Bamberg und zugleich Umschlagplatz für verschiedene Handelsgüter vor allem des Nord-SüdHandelsweges, dem Straße und Regnitzf1uß zur Verfügung standen. Nach einem Hinweis von 1693 sollten alljährlich große Mengen an Wein aus dem Westen auf dem Main bis Bamberg und von da auf dern Wasser- oder Landweg nach Forchheim geschafft werden, damit hier ein Austausch des Rebensaftes gegen bayerisches Salz aus dern Süden erfolge. Das mächtige Quadergebäude des Salzhofes entstand um 1710. Die prächtige barocke Schmuckfassade des Gebäudes von 1716 zur rechten Hand ist leider durch eine nüchterne Hausfront mit riesigen Schaufensterflächen ersetzt worden.

10. Besonders großflächig erscheint auf der Aufnahme aus der Zeit vor 1923 der Rathausplatz, weit geräumiger als heute, wo man ihrn Parkplätze zumutete und ihn durch Verkehrsinseln und- schilder zerriß. Noch steht der öffentliche Marktbrunnen, der sich von einem Ziehbrunnen über einen Pumpbrunnen zum laufenden Wasserspender entwickelte, nachdem 1882 eine Hochquellenwasserleitung eingerichtet worden war. 1927 wurde durch den gegenwärtigen Kriegergedächtnisbrunnen, ein Werk des in Forchheim geborenen Bildhauers Georg Leisgang, der historische Markthrunnen abgelöst. Vielgerühmt ist die mittelalterliche Rathausbaugruppe, die aber noch bis 1895 unter nüchternem Verputz lag, und große Beachtung findot ebenso die reizvolle Reihung der mittelalterlichen Bürgerhäuser im Hintergrund, die teils sandsteinverblendet, teils verputzt recht unterschiedliche Würde präsentieren,

11. Ein im 18. Jahrhundert aufkornmender barocker Zeitgeschmack und ein sich zu massiven Steinbauten neigendes Stilempfinden ließ entweder Sandsteinquaderhäuser ganz neu entstehen oder überlieferte Fachwerkfassaden durch Steinvorblendung oder billigeren Mörtelverputz den Blieken der Bürgerschaft entziehen. Selbst der Magistrat ging mit der 'Mode' und unterzog solcher Kosmetik auch sein hübsches Rathaus von 1490 und den angebauten Magistratsbau von 1535, die sich beide dann mindestens zweihundert Jahre lang solche häßliche Tünche gefallen lassen mußten. Da erst um 1895 die Fachwerkfreilegung, am Rathaushauptbau beginnend und von Osten nach Westen im bürgerlichen Bereich fortschreitend, in Gang kam, zeigt unser Bild von 1880 noch den alten unschönen Anblick. Es läßt aber ebenso die 1748 gesetzte Lindengruppe erkennen, die dann 1898 der Sage zum Opfer fiel.

12. Auf diesern bewegten Bild lebt der ehemalige 'Grüne Markt' noch, wenn sich der Fotograf auch erst zum Marktende eingestellt haben dürfte. Noch sind die geräumigen Weidenkörbe nicht völlig geleert. Die Armkrätzen sind ja heutzutage wieder in Gebrauch gekommen, und selbst den langen, weiten Röcken kann man erneut im Straßenbild begegnen, wennschon die fast gleichlangen Schürzen und die überhängenden Kittel erst noch auf Wiedererweckung warten. Aber ein 'kurzes' Schwätzchen ist nach wie vor beliebt, ehe der 'Einkauf' nach Hause getragen wird. Neben den Grünen Markten fanden auf dem Rathausplatz bis ins 18. Jahrhundert herein allmonatlich die Jahrmärkte statt, während die Bäcker, Metzger, Tuchscherer und Lederer in den beiden Rathaushallen großen Zuspruch fanden.

13. Der Bliek vom Geschäftshaus Hauptstraße 23 aus der Zeit um 1910 über den Rathausplatz durch die Sattlertorstraße bis zu dem 1895 errichteten Amtsgericht zeigt vor der katholischen Stadtpfarrkirche St. Martin, einem spätromanisch-gotischen Bauwerk, das zwischen 1977 und 1979 eine großzügige und aufwendige Restauration erfuhr, mit seiner nach einem zündenden Blitzschlag 1670 barock erneuerten, ehemals gotischen Bedachung, drei mittelalterliche Bürgerhäuser, das Frechs-, Schustersund Streithaus, Diese Anwesen, die durch die Jahrhunderte ein Eigenleben führten, fanden sich schließlich, durch die Zeitümstände begunstigt, zu der einmalig schönen Rathausgruppe zusamrnen, die jeder Besucher der Stadt rühmt und für ein Erinnerungsfoto auf den Film bannt.

14. Um das Jahr 1877, aus dem die Aufnahme der Sattlertorstraße stammt, hatte man die sich in der Gegenwart so lebhaft äußernde Vorliebe für das alte Fachwerk noch nicht entdeckt, so daß die Hausfassaden ausnahmslos verputzt sind. Auch das langgestreckte Gebäude links, die Buchhandlung Streit, zeigt noch nicht sein prächtiges Riegelfach; es handelt sich bei dem Anwesen übrigens um die Geburtsstätte des Forchheimer Zeitungswesens, da hier am 1. Januar 1867 im Verlag von F.A. Streit das 'Amtsblatt für die Bezirksämter Forchheim und Ebermannstadt' als erste in der Stadt verlegte und gedruckte Zeitung erschien, aus dem hernach das 'Forchheimer Tagblatt' wurde. Im Bildhintergrund ist als Quergebäude noch der ehemalige, 1768 aufgeführte Schloßf1ügel zu erkennen, der 1895 dem vielumstrittenen Bau eines Amtsgerichts weichen mußte.

FORCHHEIM.

Kaiserpfalz.

15. Obgleich die Postkarte mit 'Kaiserpfalz" überschrieben ist, handelt es sich bei der vierf1ügeligen Anlage, dem bedeutendsten gotischen profanen Bauwerk Frankens, in Wirklichkeit nur um ein bischefliches Schloß, das den Fürstbischöfen von Bamberg als zweite Residenz und als Zufluchtsort in gefährlichen Zeiten diente. Ob einst auf dem Platz einmal der fränkische Königshof und in der Folge eine karolingische Reisepfalz gestanden haben war bisher nicht nachzuweisen. Fürstbischof Lamprecht von Brunn ließ nach 1377 über altem Gemäuer ein burgähnliches Schloß aufführen, dem im 16. Jahrhundert weitere Bauten (der Schultheißenbau und die Verbindungsgänge) angesetzt wurden. Im mächtigen Pallas wurde 1911 durch Dr. Hans Räbel das 'Pfalzrnuseum' eingerichtet.

16. Wie sich einst hinter dem Gymnasium nichts als Grasland dehnte (Bild 70), so zeigte auch der Bliek vom Jahre 1908 über das Schloßgebiet hinweg zum Regnitzfluß und zu den Hängen des Weingartssteiges nur reines Wiesen- und Ackerland. Das neugebaute Amtsgericht von 1895 ist bereits zwischen die zerrissene Festungsmauer gesetzt gewesen, doch fehlen noch die späteren Häuserzeilen der Karolingerstraße und des Schießangers, vom Germania-Sportplatz wußte man nichts, und das Wiesengelände wird vom breiten Bett des Europakanals noch nicht zerschnitten. Die gesamte 'Häuserallee' zwischen Regnitzbrücke und Burk fehlt, und auf die Hänge des Weingartssteiges, dessen sonnige Reblagen längst der Geschichte angehören, wird das neue Forchheim erst später klettern.

17. An der Sattlertorstraße, nördlich des Bischofsschlosses, im 19. Jahrhundert auch Stadtschloß genannt, erhebt sich der wuchtige, massivgefligte Quaderturm, der aus dem 13. Jahrhundert stammend zur ersten Stadtumwehrung gehörte, einst zwei Stockwerke höher war und die Durchfahrt der aus der Stadt nach Westen führenden Hauptstraße bildete. Nachdem 1561 die Zweite Altitalienische Bastion angesetzt worden war, bildete der Turm nur noch den Eingang zu den gewaltigen Geschützständen, den noch erhaltenen und zu besuchenden Kasematten. Unser Bild zeigt noch den jetzt verschwundenen Aufstieg zum Turmobergeschoß, das im vorigen Jahrhundert als beheizbares Arrestlokal der hiesigen Garnison eingerichtet und gar nicht so selten belegt war.

18. Der von 1910 stammende Bliek durch die Sattlertorstraße zum Altstadtkern mit der den Raum beherrschenden St.-Martinskirche (der aus der welsehen Haube ragende Rauchschlot erinnert an den einstigen Stadttürmer, Feuerwächter, Stadtmusikus, der erst 1932 mit seiner Familie sein 'hohes' Amt aufgeben mußte) läßt den mittelalterlichen Charakter dieser zum Urbestand Forchheims gehörenden Stadtgegend unschwer deutlich werden. Allein das Haus an der rechten Bildseite unterscheidet sich durch den Ausbau des Dachgeschosses etwas vom jahrhundertealten Häuserbestand,

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