Forchheim in alten Ansichten

Forchheim in alten Ansichten

Auteur
:   Alfred Frank
Gemeente
:   Forchheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2672-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Forchheim in alten Ansichten'

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19. Der Aufnahme nach, die noch aus der Zeit vor der Jahrhundertwende rührt, ist an einem festlichen Sonntag die halbe Stadt auf den Beinen, um ein nicht mehr zu bestimmendes Fest zu feiern. Rechter Hand kommt ein Teil des üppigen Laubdaches der einstigen Lindengruppe des Rathausplatzes ins Bild. Herolde zu Pferd, Lanzenträger, Militär, ein Festwagen, vor dem die Stadtkapelle marschiert, Kopfbedeckungen aller Art und Formen, vom pickfeinen Zylinder bis zur Melone, Schlapphut und Schildmütze und allerseits, vom Bürger bis zum kleinsten Schuljungen herunter, die Frauenwelt im Feststaat und die jüngere Weiblichkeit mit übergezogener Schürze. Dazu die vielen Zaungäste am Straßenrand, in geöffneten Fenstern liegend, und beim Fahnentuch kam es damals auf einen Meter mehr oder weniger anscheinend nicht an.

20. Die Aufnahme des Straßenzuges vom ehemaligen Grünen Markt zum Katharinenspital aus der Zeit um 1872 dürfte zu den ältesten gehören, die über das Gesicht der Stadt vor einhundert Jahren auszusagen wissen. Damals begann bereits am Rathausplatz der 'Bamberger Weg', und die landwirtschaftlichen Fahrzeuge vor dem Häusern verraten den noch überwiegend bäuerlichen Charakter Forchheims, Noch bot man seine landwirtschaftlichen wie handwerklichen Erzeugnisse in den Hausfluren oder vor den Häusern zum Verkauf an, Gemüse, Eier - daher hieß der Straßenzug auch 'Eiermarkt' und ebenso wie zur linken Hand der Kupferschmied Karg etwa Eimer, Kannen, Schüsseln und Gießer. Wie sicher durfte man mitten auf der Fahrstraße laufen, die noch keine markierten Gehsteige kannte, während sich dafür die Wasserrinnen deutlich vom Verkehrsweg absetzen.

21. Der Bliek zur Martinskirche umfaßt rechts den herrlichen Fachwerkbau von 1611 des auf eine Antoniterniederlassung des 12. Jahrhunderts zurückgehenden und 1328 neugestifteten St.-Katharinenspitals mit dem spätmittelalterlichen Kirchlein. In Bildmitte zeigt sich eine auffallende Strafseneinengung zwischen den Anwesen Nummer 5 links und Nummer 4 rechts, die auf die urerste Stadtbefestigung zurückgeht. Hier stand das erste Bamberger Tor, der Blaue Turrn, als Bestandteil der im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit der Stadterhebung durchgeführten ersten Stadtumwehrung. 1787 mußte dieser Torwohnturm - sein Gegenstück, der Bettelturm, war bereits zwanzig Jahre früher abgeräumt worden - auf landesherrliche Anordnung eingelegt werden.

22. Im Jahre 1908, als die Aufnahme der Bamberger Straße, des früheren Bamberger Weges, entstand, da zeigte sie sich noch altväterlich still. Links ist der ausgedehnte ehemalige Spitalgarten zu sehen, auf dessen Fläche 1950 das Neue Bürgerheim des Katharinenspitals erstellt wurde. Hoch reckt sich nebenan ein zweigeschossiges, von 1600 stammendes Gebäude (Nummer 5) - heute ist das hübsche Fachwerk wieder freigelegt - ins Blickfeld. Das gegenüberliegende Gebäude (Nummer 14), ein zweigeschossiger Sandsteinbau von 1770, das einstige 'Hotel de cour la Bavière', das die Bürger freilich verständlicher mit 'Bayerischer Hof' bezeichneten, bildete in Königlich bayerischer Zeit vor allem die Einkehr der Herren Offiziere der Forchheimer Garnison.

23. Aus der Zeit zwischen 1860 und 1870 mag wohl die Aufnahme stammen, die durch die Bamberger Straße zum Bamberger Tor blieken läßt. Vor der Errichtung dieses kraftvollen Torwerks im Jahre 1557 lag der völlig ungeschützte, offene Straßenzug außerhalb der eigentlichen Siedlung, bildete eine der vier Vorstädte und hieß bezeichnenderweise 'Barnberger Weg'. In Kriegszeiten mußten die Anwohner ihre Häuser räurnen, ja zuweilen sogar zerstören, wie etwa im Hussitenkrieg 1431. Im Bildhintergrund ist das ehemalige Bamberger Tor zu erkennen, das nach dem 'Blauen Turm' der zweite gegen Bamberg weisende Torbau im Stadtinnern war und mit den anderen Toranlagen bei der Schleifung der Festungswerke im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts restlos abgetragen wurde.

24. So ländlich bieder sah die jetzige 'Hornschuchallee' vor einhundert Jahren aus, als sie noch in den 'Schweinemarkt' und den 'Viehmarkt" unterteilt war. Von einer 'fußgängerfreundlichen Zone', wozu der Straßenzug inzwischen geworden ist, konnte noch keine Rede sein, obschon 'der Fußgänger noch König' war. Auch die hübsche Baumallee vermißt man, die diesem vielgenutzten Fahrweg hernach einen bleibenden Namen verlieh. Unbefestigt ist der schmale Mittelstreifen, den landwirtschaftliche Fahrzeuge säumen, keinerlei Schaufenster sind in die Hauswände eingelassen, wenngleich einzelne Aufschriften anzeigen, daß es da und dort etwas zu kaufen gibt: Brot, Fleisch und Hausschuhe. Bemerkenswert sind besenders die schmalen, seichten Wasserrinnen, die sich wie in den übrigen Straßen und Gassen vor den Gehstreifen hinziehen.

25. Die um die Jahrhundertwende entstandene Postkarte zeigt die Alleestraße, als sie noch mit einer wohlgefälligen, recht schmückend wirkenden Doppelreihe gutentwickelter Rotdornbäume in dichter Aufeinanderfolge eingefaßt war. Die Bildmitte beherrscht die ehemalige 'Erlwein'sche Brauerei', das heutige Bräustübl, das anfänglich den repräsentativen Namen 'Schwarzer Adler' trug. Bereits auf das Jahr 1604 geht das prachtvolle freistehende Gebäude zurück, das gegenwärtig mit dem freigelegten Fachwerk noch weit einladender als auf der Karte wirkt. Das Anwesen beherbergte vor 370 Jahren einmal eine 'Festungsschmiede '. Auch das Satteldachhaus vorne rechts (Friseur Seubert) und das Giebelhaus (Waffen-Höhnlein) links vom Bräustübl zeigen sich jetzt ebenfalls wieder im alten Fachwerkgewand.

26. Die hübsche Ansicht von der Alleestraße aus der Zeit vor 1914 mit dem Pumpbrunnen aus Großvaters Zeit erinnert an ein bedeutsames Kapitel ehemaliger Stadtgeschichte. Das Wasser für Mensch und Tier, für Brauereien und Straßemeinigung mußte ehemals unmittelbar aus der Wiesent oder doch aus den an zahlreichen Plätzen stehenden öffentlichen Brunnen - es bestanden auch zahlreiche Privatbrunnen - genommen werden. Ursprünglich zogen die Bürger das Wasser aus dem Brunnenschacht, hernach bedienten sie sich der Pumpen. Erst als man 1882 die längst bekannten und genutzten Quellen des Hainbrunnengebietes zu einer Hochquellenwasserleitung zusammengefaßt hatte, war die moderne Wasserversorgung geboren. Die Karte zeigt den 1951 verschwundenen Brunnen an der Ecke Allee-Holzstraße.

27. Ein weiterer öffentlicher Brunnen stand bis zum Jahre 1931 in der Alleestraße vor dem 'Bräustübl', an welchem Platz die Stadtverwaltung 1977 einen Springbrunnen mit zwei von Harro Frey geschaffenen Bronzeforellen, den Symbolen des Stadtwappens, setzen ließ. Ehemals waren auf den Altstadtbereich mindestens sechzehn öffentliche Brunnen verteilt, zu welchen auch der hölzerne Marktbrunnen auf dem Rathausplatz gehörte.

28. 'Hier roch es einst nach Hopfen und Malz' könnte man zu dieser Aufnahme schreiben, die aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg stammt und einen Ausschnitt aus der Alleestraße zeigt. Das breit hingelegte Gebäude war das frühere Obere Kommunbrauhaus. Einst hatte jeder brauberechtigte Burger die Gelegenheit, gegen eine Gebühr seinen Bedarf an Bier als dem übligen Haus- und Feldgetränk, das den vorzeiten hier allgemein gebauten Wein abgelöst hatte, in beiden städtischen Brauhäusern brauen zu lassen. Das Obere Brauhaus war schließlich längst verwaist, als 1927 auf seinem Standort das von Kommerzienrat Leonhard Hornschuch, dern Direktor der Spinnerei Forchheim, weitgehend geförderte Rot-Kreuz-Kolonnenhaus erstand. Der Straßenzug wurde daraufhin in 'Homschuchallee' umbenannt.

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