Forchheim in alten Ansichten

Forchheim in alten Ansichten

Auteur
:   Alfred Frank
Gemeente
:   Forchheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2672-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Forchheim in alten Ansichten'

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49. Zwar büßte Forchheirn durch den 1968 erfolgten Abbruch des ehemaligen fürstbischöflichen Zeughauses keineswegs eine beachtenswerte städtebauliche Dominante, dafür eher ein wichtiges historisches Überbleibsel vergangener Festungsherrlichkeit ein, da es im gesamten Hochstift nur insgesamt drei Waffenlager, das zu Bamberg, eines auf der Feste Rosenberg zu Kronach und jenes zu Forchheim gab, das wohl das aufnahmefähigste war. Die Abtragung erfolgte zugunsten des Baues einer längst geforderten Schuiturnhalle am Zentralschulhaus in der Egloffsteinstraße und der Erweiterung des bisherigen Schulhofes. Das Zeughofgebäude ging auf das Jahr1605 zurück.

50. Zu den spärlichen fotografischen Erinnerungen an die nach 1875 zerstörte 'Vestung Forchairnb' zählt eine Aufnahme jenes Mauerzuges, der noch bis 1926 als klägliche Ruine am Platz des späteren Zentralschulhauses ein recht verkommenes Dasein fristen durfte. Deutlich ist die bereits auf die Zeit zwischen 1552 und 1557 zurückreichende, heute verschwundene Mauerflanke zu sehen, die vordem die beiden Bastionen, das Petri- und das Philippiwerk, miteinander verband. Heute nimmt das Gelände in Bildmitte das 1927 entstandene und 1952 erweiterte einst größte Volksschulgebäude der Stadt ein. Die in der Aufnahme erkennbare Giebelwand mit dem anschließenden Mauerzug, die östliche Begrenzung des früheren Zeughauses, das einst Kriegsgerät für 10000 Soldaten fassen konnte, wurde 1968 eingelegt.

51. Die vielbewunderten, gerne genutzten Parkanlagen und Naherholungsmöglichkeiten gab es früher, jedenfalls vor 1924 noch nicht, und man konnte sich bis dahin im Bereich des Festungsareals kaum erholungssuchend bewegen. Vielleicht bot sich erst mit der Fertigstellung des Ludwig-Donau-Main-Kanals 1843 überhaupt die Gelegenheit, auf den den Wasserlauf begleitenden Treidelwegen etwas zu promenieren. Mit dem Ausbau des Geländes bei der früheren Derribachbastion begann 1924 der Gartenbauamtmann Hugo Post seine verdienstvolle Tätigkeit, doch die Krönung seiner nicht leichten, aber erfolgreichen Verschönerungsarbeiten bildete die mit dem Jahre 1952 einsetzende Gestaltung des prächtigen Stadtparks entlang der Zwingerbastei im 35 Meter breiten Festungsgraben, einer bisher der Stadtgärtnerei dienenden Nutzfläche (unser Bild).

52. Die 'Vestung Forchaimb' war nicht nur in architektonischer Hinsicht eine Besonderheit im süddeutschen Raurn, sie stellte auch ein äußerst starkes Bollwerk dar, an dem bis ins 18. Jahrhundert herein gebaut und gebessert wurde, das im Dreißigjährigen Krieg nicht eingenommen werden konnte und eigentlich nur zweimal in mehrhundertjähriger Vergangenheit fremde Truppen hinter seinen Mauern sah: 1552, als der brandenburgische Markgraf Albrecht Alcibiades die 'führerlos gewordene Stadt' zu überrumpeln vermochte, und 1796, als den rückflutenden Franzosen die Festungsschlüssel freiwillig übergeben wurden. Noch 1875, da die Gesamtaufnahme der Festungsstadt entstand, war die Umwehrung völlig intakt, sie wurde erst hernach durch die Bürgerschaft selbst 'aufgerollt' und bis auf ein Drittel zerstört.

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53. Das festgefügte Gebäude steht zwar bei den älteren Bürgern als das nach seinem ehemaligen lnwohner benannte 'Leohaus' noch in einiger Erinnerung, daß aber die darin längst vorher untergebrachten Männer und Frauen tagelang nur 'mit Wasser und Brot bewirtet' wurden, ist längst vergessen. Denn die ehemalige Fronfeste, Wallstraße 5, war das bischöfliche Gefängnis, das zusammen mit verschiedenen weiteren Haftstuben in den vormaligen verschiedenen Stadttürmen, im 'Loch' des Rathauses, im Stockhaus, der einstweiligen 'Aufbewahrung' von Übeltätern diente. 1856 zog eine Kinderbewahranstalt in das Gebäude ein, das spater als Wohnhaus der Familie Leo diente und 1952 abgebrochen wurde, damit hier die 'Luitpold-Lichtspiele' (Lu-Li) entstehen konnten. Heute beherbergt das geräumige Anwesen eine 'Tengelmann'-Zweigniederlassung.

54. Das ehemalige Wohnhaus Hauptstraße 32, eines der ältesten und schönsten Fachwerkgebäude der Stadt, ein spätgotisches Eckhaus mit Halbwalmdach und vorkragenden Obergeschossen, mit vier Fledermausgauben auf dem steilansteigenden Dach, war nach dem letzten Besitzer 'Köchelhaus' genannt. Auf unserem Bild Nummer 7 sehen wir noch den früheren Inhaber Heinrich Müller mit Vollbart unter der Türe stehen. 1970 wurde das Gebäude irn Verlaufe eines vorgesehenen Umbaus gänzlich abgebrochen, und was hernach an den früheren Standort gesetzt wurde, ist nichts als der kümmerliche Torso des Erdgeschosses.

55. Unter den Geldquellen der Stadtverwaltung flossen einst die Zolleinnahrnen am ergiebigsten. Die Zöllner hatten ihren Sitz an den Stadteingängen, in Forenheim nahe dem Nürnberger Tor, dem Sattlertor, dem Bamberger Tor. Die Aufnahme zeigt das ehernalige Zollhaus an der Bamberger Straße mit der Aufschrift 'Pflasterzoll und Controllstation'. Die 'Zoll-Rollen" unterschieden nicht nur die Bespannung der Fuhrwagen und ihre Größe, sondern desgleichen unbeladenene oder mit Spezereien, Tuchen, Leder, Salzscheiben, Fischen, Weinen, Erzen, Farben, Butter, Käse, Fett, Pech, Getreide, Gernüse, Heu, Stroh, Steinen und anderweitig beladene Fahrzeuge, Auch durchgetriebenes oder durchgefahrenes Vieh war zu verzollen. Beste Zollerträge lieferten die monatlichen Markttage.

56. Zu Forchheim gab es wie selten in einer Stadt einst eine echte Mühlenromantik, und die mehr als sechsundzwanzig Mühlen der verschiedensten Gewerbe, die sich beiderseits der Wiesentläufe reihten, mußten sogar nach zwei Richtungen über den Mauerbering hinausgreifen, um genügenden Lebensraum zu finden. Die ortsgeschichtlich bedeutsame Aufnahme zeigt das unterschlächtige Wasserrad der früheren 'Kleinen Spitalmühle', vor der Nordseite des Katharinenspitals gelegen, das ihr den Namen gab. Rechts im Hintergrund erkennen wir das 1974 abgebrochene Holtzmannhaus und an der rechten Bildseite die übrigen Spitalmühlen mit den Nebengebäuden. Gegenwärtig zeigt der ehemalige Mühlenbereich ein verändertes Gesicht; nur links blieb die Rückwand der 'Kleinen Spitalmühle' in der Westseite des 'Bürgerheimes' erhalten.

57. Es fällt schwer, in den beiden stattlichen Gebäuden die Vorläufer und den Ursprung des heutigen Krankenhauskomplexes zu erkennen. Beim linken, mit hübschem Walmdach versehenen Haus handelt es sich um das ehemalige, das zweite Garnisonslazarett, das auf Pläne des bischöflichen Ingenieurshauptmanns Johann Michael Küchel zurückgeht und um 1753 fertiggestellt war. 1872 übernahm die Stadt das Lazarett und ließ ihm 1905 ein zweites Stockwerk aufsetzen, wie dies die Aufnahme zeigt. Die zur rechten Hand stehende 'Greifmühle' wurde 1925 in das Krankenhaus eingegliedert, und zwischen 1926 und 1934 karnen die angrenzenden Mühlen hinzu, Bis 1966 entstanden weitere notwendig gewordene An- und Umbauten, denen 1955 das alte Bettenhaus (= die ehemaligen Mühlen) und 1964 das historische Lazarett selbst zum Opfer fielen.

58. Die Joh. Baptist Müller'sche Mühle an der Klosterstraße, der früheren Wolfsgassc, in der bis um 1700 auch die erste Forchheimer Kanonen- und Glockengießerei ihren Sitz hatte, geht noch auf das 15. Jahrhundert zurück. Das Anwesen, das schon einmal Hammermühle, dann Herrenmühle, schließlich Dumpertsmühle genannt war, hat längst den Mühlbetrieb eingestellt. Das auf der Aufnahme noch verdeckte schöne Fachwerk wurde 1914 wieder freigelegt. Ein 1955 auf dem Dachboden entstandenes Feuer verursachte erheblichen Schaden. Während das Erdgeschoß schon recht unterschiedlich genutzt wurde, als Melberei, als Buch-, Kolonialwaren-, Rauchwaren- und Schuhhandlung, hat sich 1970 die St.-Annaapotheke darin niedergelassen, deren Besitzer das stattliche Anwesen käuflich erwarb.

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