Forchheim in alten Ansichten

Forchheim in alten Ansichten

Auteur
:   Alfred Frank
Gemeente
:   Forchheim
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2672-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Forchheim in alten Ansichten'

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59. Der Wiesentstadt Forchheims urerstes gewerbliches Leben pulste an seiner Lebensader. Über sechsundzwanzig Mühlenbetriebe nutzten die natürliche Wasserkraft. Zwischen dem noch erhaltenen Nürnberger Tor von 1698 und dem vormaligen 'äußeren' Nürnberger Tor entstand um 1854 durch die Unternehmer Morgenstern und Frankenthai in der Engelhardts- oder Wiesentmühle eine 'Spiegelglasund Folienfabrik'. Dreizehn Hämmer dienten der Herstellung von Zinnfolien für Spiegelbeläge. Nach sich fortsetzender Erweiterung der Fabrikation entstand 1912 ein Neubau der Anlage, 1928 kam ein weiteres Mühlanwesen hinzu, und 1951 wurde die Fabrikanlage, wie sie unsere Aufnahme zeigt, entlang dem Flusse um ein Stockwerk erhöht, während 1964 das Unternehmen '4 P Folie' auch noch die Wiesent überbauen ließ.

60. Marmelmühlen - unsere Aufnahme zeigt die frühere Marrnelrnühle am Unterlauf des rechten Wiesentarmes im Bereich der Baufirma Barthelmarm dienten der Herstellung von kleinen Spielkugeln, Marmeln, Murmeln (von Marmul = Marmer) genannt. Der Rohstoff war Marmor. also Kalkgestein. 1836ließ der Nürnberger Kaufmann Lucano auf dem Grundstück des Hammerschmiedes Ketterer eine Steinmarmelmühle errichten, die nur sieben Jahre bestand, da das Anwesen 1843 in den Besitz des Kunstmalers Johann Dietrich Carl Kreul überging, der darin seine 1838 zu Nürnberg begründete Fabrik für Kunstfarben einrichtete. Als in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Betrieb in die Innenstadt verlegt worden war, verfiel die Mühle, von der allein der mit dem Wasserrad verbundene Gebäudeteil erhalten blieb.

61. Johann Dietrich Carl Kreul, am 6. August 1803 in Ansbach geboren, am 12. März 1867 in Forchheim, wo er seit 1842 als Hersteller von Malerfarben wirkte, gestorben, lebt besonders in der Künstlerfarbenfabrik C. Kreul an der Bayreuther Straße fort. Als Sohn des Pastell- und Miniaturmalers Johann Lorenz Kreul widmete auch er sich der Malkunst. 1843 verlegte er seine kurz vorher in Nürnberg begründete Malfarbenfabrik in die bisherige Marmelmühle zu Forchheim und bezog mit seinen drei Schwestern das Wohnhaus Ecke Bamberger Straße/Egloffsteinstraße, an dem nach seinem Ableben eine Gedenktafel angebracht wurde, die später ins 'Pfalzrnuseurn' kam nachdem das 'Kreulhaus' 1969 dem wachsenden Stadtverkehr weichen mußte. Kreuls Grabstätte im Forchheimer Friedhof war bereits 1940 aufgelassen worden.

62. Das vor drei Jahren abgebaute 'Obereinnahrnswehr' (Aufnahme), auch 'Abfallwehr' genannt, das neben dem bedeutenderen 'Kommandantschaftwehr' bestand, welches hinter der Papierfabrik die Wassermassen der Wiesent in einen rechten und einen linken Arm teilte, lag vor der 'Papiermühle' (= Fabrik), hatte im Namen Bezug auf die einstige hochfürstliche Obereinnahme in der Residenz Bamberg und zweigte nun seinerseits für den Wasserbedarf der 'Glasschleife ' vom linken Wiesentarm wieder den 'Gründelbach' ab, der sich nach geleisteter Arbeit erneut mit der Wiesent vereinigte. Heute sind durch die vor drei Jahren erfolgte Auflassung des linken Wiesentflusses die einstigen drei Bachläufe auf zwei zusamrnengeschrumpft, wodurch der Gründelbach als bisheriger Nebenkanal bedeutende Aufwertung erfuhr.

63. Eigentlich sind die Wasserschöpfräder, die der Wiesentbewässerung dienten, ein 'Einfuhrartikel' aus dem fernen Orient, und Kreuzfahrer könnten die Kenritnis davon in ihre Heimat mitgebracht haben. Im Rednitz-, Pegnitz-Regnitzgebiet sollen sie zwischen 1250 und 1400 in Gebrauch gekommen sein. Ihre Bauweise war denkbar einfach, und der Werkstoff bestand ausnahmslos aus Holz. Die Zahl der Räder war beträchtlich, und allein in der Hausener Flur bei Forchheim wurden dreißig Stück gezählt. Die neuartigen elektrisch betriebenen Saugpumpen am Regnitzufer bereiteten den Wasserrädern ein Ende. Eines der größten und schönsten Radanlagen bestand bis 1950 nahe der historischen Regnitzbrücke; unsere Aufnahme ruft es in die Erinnerung der älteren Generation zurück.

64. Historische Brücken sind nicht allein aussagekräftig, sondern vielfach auch Meisterwerke der Technik wie Ausdruck künstlerischen Empfindens, da einst gleichermaßen Wert auf gefällige Bauweise wie harmonische Eingliederung in das Landschaftsbild gelegt wurde. Auch der steinerne Regnitzübergang bei Forchheim durfte sich solcher Merkmale rührnen, bis seine ehrwürdige Bausubstanz 1961 bei Anlage des Europakanals stark beschnitten wurde, obwohl das auf 1329 zurückreichende Brückenwerk eine einmalige Kombination von Stein- und Holzgefüge bildete. Doch nunmehr ist der Holzteil völlig beseitigt, der steinerne Brückenkörper aber stark verkürzt. Bemerkenswert erscheinen auf der Fotografie die gemauerten 'Eisböcke' und die aus Eichenstämmen gefertigten 'Eisbäume',

65. Die Ansichtskarte dürfte aus der Zeit um 1926 rühren, da sie in der linken Bildmitte schon das damals errichtete Anwesen 'Samen Hoffrnann' zeigt. Das gegenüberstehende viergeschossige Mansarddachhaus, die jetzige Bahnhofsapotheke, war 1903 entstanden. das langgestreckte Bahnhofsgebäude in Bildmitte behielt sein Aussehen bis 1938. Noch erstreckt sich der um 1945 aufgelassene Ludwigskanal aus Richtung Erlangen nach links. Man erkennt die frühere Fußgängerunterführung entlang dem Kanalufer, und das ganze Bild atmet eigentlich geruhsame Beschaulichkeit. Der eiserne Fußgängersteg über den Bahnkörper war damals fünfzehn Jahre alt geworden; 1937 wurde er durch eine Unterführung abgelöst.

66. Es berührt doch etwas schrnerzlich, wenn man heute da, wo bis 1945 auf ruhigem Wasser pferdegezogene Lastkähne oder auch einige wenige Motorschiffe verkehrten, wo man unter blühenden oder früchteschweren Obstbäurnen promenieren. auch zur Winterszeit schlittschuhfahrend kilometerweit über glatte Eisbahnen flitzen konnte, die Autos dahinrasen sieht, Wie die Aufnahme sichtbar werden läßt, fügte sich der Ludwig-Donau-Main-Kanal, dessen Teilstück Bamberg-Forchheim-Nürnberg 1843 feierlich eröffnet werden konnte, ausgezeichnet der Landschaft ein. Drei Jahre später war der Kanalbau zwischen Bamberg und Kelheim abgeschlossen. Auf siebzehn Millionen Gulden beliefen sich die Kosten; zehn Jahre betrug die Bauzeit, Die bombengeschädigten Kanaldämme bedingten um 1945 die Einstellung der Schiffahrt.

67. Trotz Bahnverbindung nach Ebermannstadt seit 1891 fehlte noch eine Schienenverbindung zu den eigentlichen Luftkurorten der Fränkischen Schweiz. Dafür blühte das Fahrgeschäft der Lohnkutscher. Den bekarmtesten Fahrbetrieb Forchheims besaß bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges Wilhelm Eichinger, der in dem stattlichen Sandsteinquaderbau von 1799, Torstraße 2, wohnte. Neun Pferde standen bereit, und zahlreiche Wagen füllten die Remise, darunter ein Postwagen, ein Landauer und eine elegante Hochzeitskutsche. Allerhöchste Persönlichkeiten ließen sich von Posthalter Eichinger kutschieren, so der Bamberger Erzbischof, Prinzregent Luitpold und König Ludwig von Bayern, Die Aufnahme von 1895 zeigt Wilhelm Eichinger auf einem Landauer, und links vorne seine Tochter Petronella.

68. 'Mit Pferdestärken und Ochsenkräften um 1925' könnte die Aufnahme unterschrieben werden, und beim Abzählen der Zugkräfte kommt man auf zehn Tiere, sechs Pferde und vier Rinder. Damals ging es auch bei der Speditionsfirma Gebrüder Pohl noch weit behäbiger als heute zu, wenn schon der Einsatz zeitentsprechendor Pferdestärken, von Rinderkräften unterstützt, beträchtlich war. Hoch auf dem riesigen Kessel sehen wir den Betriebsinhaber Georg Pohl in ganzer Lebensgröße stehen, und der damalige Schwertransport führte zum Folienhammer, der sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Weltunternehmen entwickelte.

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