Frankenberg in alten Ansichten Band 1

Frankenberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Großer
Gemeente
:   Frankenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5285-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Frankenberg in alten Ansichten Band 1'

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Gillerirä3erbrücke über die 2schopau zwischen frankenberg u. jlferzdorf, erbaut ven GoH,eich .l:ohse, j3etonbaugeschäfl, Chernnitz i. Sa.

49. An der alten Fährstelle wurde 1867 ein hölzener Steg erbaut, um Sand zum Bau der Eisenbahnlinie Niederwiesa-Hainichen von Merzdorf nach Frankenberg zu schaffen. Dieser befahrbare Steg wurde nach dem Bau abgebrochen und durch einen einfachen Holzsteg für Fußgänger ersetzt. Dieser Steg mußte 1905 entfernt werden und er wurde schließlich durch die Nixsteinbrücke ersetzt. Der Name wurde nach einem im Volksmund genannten, dort befindlichen Nixstein auf die Brücke übertragen. Nach der Belastungsprobe wurde die Brücke für Fuß-, Radfahr-, Reit- und Handwagenverkehr sowie zum Viehtreiben bis 40 Zentner Last freigegeben. Durch den Autobahnbau war dieser Zschopauübergang plötzlich gegenstandslos geworden. Die Frankenberger Hälfte wurde bereits 1937 abgebrochen.

50. Bereits 1516 wurde der Schilfteich als Karpfenteich in einer sumpfigen Wiese, dem uralten Zschopaubett, angelegt. Die Bezeichnung Schilfteich stammt noch aus der Zeit, als ein Großteil der Wasserfläche von Schilt, Teichbinsen und Rohrkolben bedeekt und vor der Wasserfläche nicht mehr viel zu sehen war. Die Wildenten hatten hier im Röhricht ihre Nistgelegenhcitcn. 1921 übernahrn die Stadt den Teich für 17000 Mark. Der Wasserraum wurde zur Karpfenzucht an einen Chemnitzer Fischzüchterverein verpachter. Die Oberfäche wurde bereits seit 1912 für Gondelfahrten genutzt. Im Winter wurde 'geeist' und das so gewonnene Eis für die Niederlassung der Riebeck-Brauerei verwender. Auch wurde dafür gesorgt, daß sich jung und alt auf der blanken Eisfläche tummeln konmen.

51. Entlang der Schloßstraße, zur Stadt hinaus, geht der Weg zum ehemaligen Herrensitz der Umgebung der Sachsenburg. Über die alte Lützelbachbrücke (der Schlußstein davon liegt in der Zwischenzeit im Heimatmuseum Frankenberg), rechts am Schilfteich vorbei, rechts den Frühmesseacker liegen lassend, gelangte man jedoch erst zum beliebten Sonntagsausflugsziel: der Gaststätte 'Tirol'. Als Kinder freuten wir uns auf den Automaten in Form eines Huhnes, aus dem für uns die Süßigkeiten kamen. Der Frühmesseacker erinnert uns an eine alte Sage, die Sühne an einen Brudermord. Im anschließenden Buchenwald gibt es viele Wanderwege und Ruhebänke , die zur Erholung einladen.

52. Am Schilfteich vorbei, den Dammweg entlang, der an die Bändigung und Begradigung des Zschopauflusses erinnert, führt der Weg zu einer bekarmten und beliebten Gaststätte: der 'Fischerschänke'. Der Raubschütz des Erzgebirges Karl Stülpner und auch der Heimatdichter und Sänger Anton Günther sollên hier schon Gäste gewesen sein. Mit dem Rücken lehnt sich die Raststätte an den Treppenhauer an, ein Ort, der an den alten Erzbergbau erinnert. Die Schänke selbst ging aus einem alten Fischerhaus hervor, welches für den Fischfang des Schlosses Bedeutung hatte. In früherer Zeit konnte man über die Zschopau nur mit einer Fähre gelangen. Heute führt eine bequeme Hängebrücke über den Fluß.

Partie am Sd)loss Sad)senburg b. l'rank~nb~rg l. s.

53. Auf vorgeschobenem Felssockel erhebt sich die Sachsenburg. Die Annahme , daß vor ihr die um 981 erwähnte Burg Gozne dort auf dem gegenüberliegenden Treppenhauer gestanden haben soll, ist nicht bewiesen. Die erste Anlage der Burg dürfte sehr einfach gewesen sein. Von 1225 bis 1250 hatte eine Erweiterung der Burg stattgefunden. Der mächtige Bergfried mußte aber 1878 abgetragen werden. Besonders sehenswert ist die Burgkapelle mit schönem Rippengewölbe. Steinerne Wendeltreppen führen in die oberen Stockwerke. Aus den Fenstern hat man eine herrliche Aussicht auf die grünen Wipfel der Bäurne, der Zschopau und auf die Stadt Frankenberg. 1867 wurde die Burg Straf- und Korrekturanstalt.

54. Doch zurück zum Markt, zu einer Wanderung nach Süd-West der Stadt hinaus. Mit Pferd und Wagen kam 1902 die alte Marktfrau Wilhelmine Wolf von Sachsenburg, um täglich auf dem Marktplatz in Frankenberg, in der Zeit von 7 bis 22 Uhr, für wenig Geld ihre Ware zu verkaufen. Am Abend mußte der gesamte Stand vom Marktplatz verschwunden sein. Um immer einen kleinen Vorrat zur Hand zu haben, kaufte sie den alten Kuttelhof (Schlachthof) am Mühlgraben. Mitte der zwanziger Jahre kaufte sie das Haus am Markt 5 und errichtete dort ein Grünwarengeschäft. Schließlich siedelte das Geschäft in das Haus Markt 2 über, wo es noch heute von Ernst Kerber als Lebensmittel-, Obst- und Gemüsegeschäft weitergeführt wird.

55. Mit einem großen Heimatfest vom 7. bis 9. Juli 1900 feierten die Bürger der Stadt auch die Jahrhundertwende. Durch die festlich geschmückten Straßen kam der Festzug vom Markt den Baderberg herunter. Natürlich durfte die Feuerwehr mit ihren schmucken Uniformen nicht fehlen. Mit Pauken und Trompeten marschierten die Vereine, Schulen. Betriebe und Organisationen durch die Stadt, im Festzug ihre prächtigcn Fahnen mitführend. An den folgenden Tagen fanden ein Farnilienabend auf dem Markt, Gartenkonzert auf der Lützelhöhe und Wanderungen sowie Führungen statt. Der Altertumsverein hatte in der Turnhalle der Bürgerschule eine Altertumsausstellung organisiert. In den Straßen sehen wir noch die alte Gasbeleuchtung.

Badersberg mit Kaufhaus Schocken

56. Von 1899 bis 1929 stieg die Einwohnerzahl der Stadt von 12748 auf 14 241. Industrie und Handel mußten sich den gewachsenen Anforderungen der Bevölkerung anpassen. So nennt das Einwohnerbuch vom 1928 zum Beispiel: 38 Bäckereien; 30 Fleischer; 11 Fischwarenhändler; 35 Grünwarenhändler; 69 Kolonial- und Tabakhändler ; 7 reine Lebensmittelhandlungen; 32 Schokoladen- und Zukkerwarenhandlungen; 40 Zigarren-, Zigaretten- und Tabakhandlungen und 64 Mode-, Wäsche- und Schnittwarenhandlungen, von denen das Kaufhaus Schocken am Baderberg das größte Geschäft am Platz war. Rechts im Bild das alte Frankenberger Eisenwarengeschäft Klinger.

57. Im Jahre 1919 übernahm der Brothändler Paul Jäckel aus Dresden die bereits bestehende Gaststätte Wartburg. Sie war Vereinsgaststätte der Kleinkaliberschützen, wurde aber auch durch andere Sportler aufgesucht, die in der Nähe ihren Übungsplatz hatten. Ging es beim Schweineschlachten doch einmal über die Polizeistunde hinaus, so packte man einen Korb voll Wurst und Bier, ging auf die Wache und konnte so eine Stunde weiterfeiern. Oft langte aber auch diese Verlängerung nicht aus, seinen Durst zu stillen, und so wurde in der Küche weitergefeiert. Auch durch die Soldaten der Garnison kam Geld in die Kasse , da die Bedienung oft gewechselt wurde. Die Gaststätte hatte ein Vereinszimmer, ein Billard und einen kleinen Garten, leider wurde sie 1946 geschlossen.

Gru aus der historischen Wartbo.rO'

Inh. P. Jäckel Frankenberg i. Sa.

58. Im Jahre 1912 übernahm Oskar Hermig die hier abgebildete Schmiede vom alten Besitzer Großer. Vorerst als Schmiede-Wagenbau und Hufbeschlag geführt, schulte er auf Reparatur von Krafträdern der Typen NSU und DKW um und errichtete gleichzeitig eine Tankstelle der russischen Benzingesellschaft Derop, änderte aber später den Vertrag zu Gunsten von BV Ara!. Seit 1934 wurden dann in der alten Schmiede Fahrräder verkauft und repariert, der Hufbeschlag wurde eingestellt. Der Sohn Reinhold war Bäckermeister, er schulte um und übernahm 1955 das väterliche Geschäft. Die Mopedwerkstatt wurde später um ein Kommissionsgeschäft des Ifa-Betriebes Kfz und Zweiradzubehör erweitert. Heute betreibt die Tochter in dritter Generation das Geschaft als Fahrradvertrieb und Kundendienst.

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