Frankenberg in alten Ansichten Band 1

Frankenberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Günter Großer
Gemeente
:   Frankenberg
Provincie
:   Sachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5285-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Frankenberg in alten Ansichten Band 1'

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59. Die Frankenberger Zigarrenindustrie verdankt den Gebrüdern Richter aus Hainichen ihr Entstehen. Sie errichteten im Jahre 1842 eine Zigarrenfabrik in der Stadt. Später war diese Firma auch unter Richter & Schieck und Schieck & Sohn bekannt. Erinnert sei auch an die Firmen Hunger & Jakob, Wacker und Paul Lungwitz Nachfolger. 1916 bestanden in Frankenberg 29 Betriebe der Zigarrenindustrie mit 1 601 Arbeitern, darunter 13 Kleinbetriebe unter 15 Arbeitern. Viele arbeiteten in Heimarbeit, besonders Frauen. Im Jahre 1900 errichtete die Tabakarbeiter-Genossenschaft m.b.H. in der Lerchenstraße eine Zigarrenfabrik. 1934 erlosch diese Firma mit etwa 20 Arbeitern und das Objekt wurde Truppführerschule, später Lazarett.

60. Um 1850 entstand an der Chemnitzer Straße das Benedix'sche Restaurant (Später Kaisersaal), das anfangs nur einen kleinen Saal hatte. Vorher nannte man die Chemnitzer Straße 'Steinweg' . Sie war die erste gepflasterte Gasse der Stadt. Sie führte zur Zschopaufurt und der daneben gelegenen Brücke, die auf alten Stichen noch zu sehen ist. Die Brücke wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und nicht wieder aufgebaut. Sie lag etwa dort, wo später das Restaurant errichtet wurde. Der Volksmund berichtet, daß, als die Kegelbahn abgerissen wurde, Kugel mit Kegel und mit einer Flasche Sekt in einem Sarg vergraben worden sei und bis heute nicht wieder aufgefunden wurde.

Zschopaubrücke '.- Lichtenau - franken berg.

61. Durch eine Begradigung des Zschopaustromes gelangte in der Rotfarbe ein Stück Flur auf die Frankenberger Seite. Um die Verbindung zwischen Niederlichtenau wieder herzustellen, wurde 1904 von den Baumeistern Nestler aus Frankenberg und Lohse aus Chemnitz ein hölzener Steg, der mit 130 Zentnern seine Belastungsprobe bestand errichtet. 1907 benennt die Gemeinde Niederlichtenau diese Brücke als 'Auenbrücke' und den dazugehörigen Verbindungsweg auf Lichtenauer Seite als 'Auensteig'. 1924 wurde der alte Holzsteig entfernt und eine Eisen-Betonbrücke erbaut. Die neue Brücke sei, so berichtet der Volksmund, bei der Probe mit einem lebenden Ochsen belastet worden und so lebt sie im Volksmund als 'Ochsenbrücke' fort.

62. Ein Bliek in die Matratzenherstellung der ehemaligen Weltfirma Paradiesbettenfabrik M. Steiner und Sohn AG Frankenberg. Der Begründer des Unternehmens war der von Wittgensdorf herüber gezogene Strumpfwirker Ernst Moritz Steiner, der Anfangs in der Freibergerstraße ein kleines Wirk- und Handelsgeschäft für Strumpfwaren in Schaf- und Baumwolle errichtete. Im Laufe der Zeit wurde das Geschäft an den Baderberg verlegt. Bald war es aber auch hier wieder zu klein und die Firma siedelte in das Horn'sche Gebäude nach Gunnersdorf über. 1899 wurde der große Mittelbau am heutigen Standort fertig und bis 1911 der heutige Betriebsumfang erreicht. Die Firma gründete , über fast särntliche Großstädte in Deutschland verteilt, zwölf Zweigstellen. 1922 beschäftigte der Betrieb 305 Männer und 295 Frauen.

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63. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es im gesamten Land fast kein Kleingeld mehr und die Städte mußten Notgeldscheine und Gutscheine drucken. Doch bald wurden diese kleinen Scheine nicht mehr benötigt, denn in der Inflationszeit 1922-] 923 stiegen die Preise in Billionenhöhe. Eine kleine Aufstellung soll zeigen. welche Preise auf dem Höhepunkt der Inflation irn November ]923 gezahlt werden mußten. Nachstehende Preise sind in Milliardenhöhe angegeben: ] Pfund Brot 260; ] Pfund Fleisch 3 200; I Pfund Kartoffel50; I Pfund Zucker 12 000; ] Pfund Butter 150 000; 1 Glas Bier 150; 1 Schachtel Streichhölzer kostete 55 Milliarden, ] Streichholz somit 900 Millionen Mark. Nach der Inflation kostete eine Schachtel nur noch 2 Pfennige.

Wintergarten Frankenberg.

64. Am Rande der Stadt, gegenüber der Paradiesbettenfabrik, befand sich das Restaurant 'Conditorei und Café Wintergarten'. Wie so viele Gaststätten der Stadt war ihre Existenz nur von kurzer Dauer. Erinnern wir an einige wenige, die ebenfalls ihre gastlichen Türen geschlossen haben, wie: Waldschlößchen; Deutsche Bierhalle; Gambrinus; Zur frohen Hoffnung; Herberge zur Heimat; Garküche; Ratskeller; Deutscher Krug; Zentralhalle; Bergschlößchen; Zur Börse, Webermeisterhaus; Neues Webermeisterhaus; Bürgergarten; Deutsche Reichsseidelei; Saxonia; Germania; Zum Reichskanzler oder Gaststätte Tunnel, die alle in Adreßbüchern um die Jahrhundertwende genannt werden. Im Jahre 1928 gab es 32 Gaststätten in der Stadt und im Jahre 1938 werden 40 genannt.

65. Am 3. Januar 1932 setzt plötzlich Sprührcgen ein und die Temperatur steigt auf 11 Grad an. Wie so oft ist dies Anlaß zu einem Hochwasser. Die abgebildete Mühle zu Gunnersdorf ist nur noch mühsam zu erreichen. Man fürchtet, daß die Mühlenbrücke ein Opfer der Fluten wird. Im Jahre 1835 wurde dieses mächtige Gebäude errichtet. In den ersten Jahren befand sich darin eine Spinnerei und ab 1859 ein Mühlwerk. Nach 100jährigem Schaffen irn Haus brannte das Gebäude 1935 ab. Ein Glück , daß der Wind günstig wehte und die Flammen vorn Wohnhaus abtrieb. Von den sieben Stockwerken konnten nur zwei erhalten werden, und an manchen Stellen zerbarst die Mauer bis herunter zum Erdgeschoß.

66. Gehst du die Straße weiterl Zeigt 'Nerges Park' sicti dir.t Da trinkt nach Feierabend! Der Burger [roh sein Bier.I Auch gibt's hier [eine Küche, Der Bal!saal trotzt val! Glanz,! Und manches [rohe Pärchen! Wiegt sich bei Festestanz.! (Carl Nacke.) Ein beliebtes Ausflugsziel für die Bürgerschaft war Nergers Garten und BalIsaaI im jetzigen Ortsteil Gunnersdorf. An der Straße nach Chemnitz gelegen war das Gasthaus nicht weit von der Stadt entfernt. In späterer Zeit nannte es sich Kleinerts Gasthof, heute 'Wiesengrund' genannt.

67. Einer der ältesten 'Wege' unserer Heimat dürfte der Wasserweg auf dem Zschopaufluß gewesen sein. Nicht immer ist der Fluß friedlich. Hochwasser verwandelt ihn dann zu einem reisenden Gebirgsstrom. Oft verdarb Hochwasser die Früchte menschlicher Arbeit, große Überschwemmungen brachten manches Leid. Hemmungslos tosen dann die Wassermassen, alles mitsichreisend was sich ihnen in den Weg stellt. Fast immer bei Hochwasser oder starkem Eisgang steht dabei das alte Floßhaus in Gunnersdorf als einsame Insel im Wasser, oft genug mußten die Bewohner durch die Feuerwehr gerettet werden. 1897 überschwemmte die Zschopau die Chemnitzer Straße bis an die Treppen des Geschäftes Prenzei am Baderberg.

68. In aller Stille erfolgte 1885 die Weihe der hier abgebildeten Brücke über die Zschopau zwischen Gunnersdorf und Ortelsdorf, eine wichtige Verkehrsverbindung nach Chernnitz. Der über 60m lange, 3 000 Zentner schwere Eisenbau kostete etwa 100000 Mark. Die Fahrbahn war mit Holz belegt und durch das Klappern der Hölzer beim Überfahren erhielt sie im Volksmund den Namen 'Klavierbrücke' . 1936 mußte diese Brücke abgerissen werden. Sie wurde 30m stromaufwärts gezogen. An alter Stelle konnte so eine neue Eisenbrücke errichtet werden. Auf zwei Pfeilern überspannt sie den Fluß, in drei Öffnungen von 18-24-18 Metern. Bei Niedrigwasserstand sind stromabwärts noch heute die Reste einer alten Holzbrücke von 1828 zu sehen.

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