Freckenhorst in alten Ansichten

Freckenhorst in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus Gruhn
Gemeente
:   Freckenhorst
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6276-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Freckenhorst in alten Ansichten'

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29 Die Leinenweberei gehörte zu den traditionellen Haupterwerbszweigen in Freckenhorst. In der ersten Hälfte des 19. jahrhunderts führte jedoch das Vordringen der maschinellen Baumwollweberei aus England zu einer schweren Strukturkrise. Um 1880 begegnet man ihr mit einer Umstellung auf die Plüschweberei und bald darauf mit der Gründung industrieller Fertigungsbetriebe. Das Foto zeigt den Unternehmer [ohann Zurwieden 1912 im Kreis seiner Belegschaft vor dem Betrieb an der Everswinkeler Straße. Er hatte 1891 zusammen mit Kornmanditisten im Hause Sandhage am Markt, später Hombrink, mit einer Erstausstattung von 16

Plüschwebstühlen eine Pabrikation begonnen, die er 1906 in ein neues Gebäude verlegte. Hier bestand das Familienunternehmen Zurwieden & Co. bis 1992.

30 In die Aufschwungphase der heimisehen Webindustrie führt dieses Foto der Fabrikantenfamilie Wilhelm Iostmann von etwa 1911. Dem Wohnhaus der jungen Familie folgt nach Westen die Front des 1994 abgerissenen Betriebsgebäudes. Im Hintergrund ragt das Dach der Fabrikantenvilla Zurwieden aus dem Iahre 1910 darûber hinweg. Wilhelm [ostmann wurde 1 9 1 1 Alleininhaber einer Plüschweberei, die 1900 als 'Erste Freckenhorster mechanische Plüschfabrik' von Bernhard Düwel gegründet, bereits 1902 jedoch in Konkurs gegangen und danach von mehreren Gesellschaftern als 'Brste Freckenhorster Plûschweberei' weitergeführt

worden war. 1993 wurde die Produktion eingestellt.

31 Im [ahre 1809, zu Beginn der ersten großen Krise der Hand- und Heimweberei, wurden in Freckenhorst 219 Webmeister und Gesellen gezählt, die unter einer seit 1654 nachweisbaren Zunftordnung lebten. Die Entwieklung der Stadt zu einem Zentrum der Textilindustrie vollzieht sich sodann gegen Ende des 19. Iahrhunderts, als sich die ersten Handweber vom Faktoreisystem unabhängig machten. Zu ihnen gehörte Joseph Kreimer, der nach 1906 Plüsche und Moketts herstellte. Sein Sohn und NachfolgerTheodor gründete 1913 zwischen Groneweg und Everswinkeler Straße bei der alten Schwichtenhövelschen Mühle eine mechani-

sche Plüschweberei, die zum Firmenjubiläurn 1963 unter dem Schwiegersohn Hubert Wolff auf über fünfhundert Belegschaftsmitglieder angewachsen war, 1993 jedoch aufgelöst werden mußte. In

die Zeit der Betriebsgründung führt das Foto des [ahres 1913.

32 Der nach Norden aus Freckenhorst herausführende Teil der Langen Straße wird schon im 14. [ahrhundert, wohl wegen seiner feuchten Lage. 'Kühl', das heißt Kuhle genannt. Eine reizvolle, über dreihundert Iahre alte Gruppe steilgiebliger Fachwerkhäuser - Dors, Preckel, von Merveldt

- säumte deren Ostseite. Ihr

folgte das traufenständige Haus des Webers Freßmann und, als einziger heute noch erhaltener Bau, das um 1900 am Ausgang der Kirchgasse errichtete zweistöckige Gasthaus Werres/Schwerbrock. Die als Lager genutzte schöne von Merveldtsche Scheune zeigt einen zweifach vorkragenden Giebel mit reicher Knaggenzierung, 'Ulenlock'

und schürzenartiger Verbretterung über den oberen Konsolknaggen. Auf der mit 'Katzenköpfen' befestigten Straßenausweitung stehen die Transportmittel einer Zeit ohne Motorkraftwagen, aus

denen vor dem Haus Dors im Vordergnmd Brennholz abgeladen wird.

331m 19. [ahrhundert entwiekelt sich auch die Möbelfabrikation als eigenständiger Erwerbszweig in Freckenhorst. Zur bereits 1 844 gegründeten Sitzmöbelfabrik von [oseph Tacke gesellt sich 1888 die 'Kunst-Tischlerei und Möbelfabrik' von Theodar Sendker am Nordausgang des Ortes. Bis heute führt der früher über sechzig Angestellte undArbeiter zählende Betrieb die Tradition individueller Fertigung kunstgewerblicher Möbel nach eigenen und fremden Entwürfen für eine weit über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus verstreute Kundschaft fort. Die Postkartenansicht van etwa 1 9 1 0 mit neobarocker Schmuckrahmung zeigt das straßensei-

tige, um 1900 errichtete Wohn- und Geschäftshaus und den dahinter liegenden Fabrikationsbereich vor mehrfachen späteren Umbauten und Vergrößerungen.

KUilSÉTlSE!!lerei und Möbelfabfik von Tlieoilor Sendker.

34 Feuerwehren waren in vergangenen Jahrhunderten nachbarschaftlich organisiert. In Freckenhorst wurde schließlich 1827 eine förmliche 'Feuer-Lósch- und Rettungs-Gesellschaft' gegründet. Sie ging 1882 auf Anregung des Amtmanns Wirth in eine uniformierte, die männliche Bevölkerung von 1 8. bis zum 50. Lebensjahr fest verpflichtende Brandwehr mit eigenen Statuten über. 1909 wurde sie zur bis heute bestehenden Freiwilligen Feuerwehr. Im September 1930 konnte die Freckenhorster Feuerwehr erstmals mit einer Motorspritze und einem dazugehörigen Mercedes-Einsatzwagen ausgerüstet werden. Diesen Aufbruch in mo-

derne Mobilität und Effektivität hält unser Bilddokument fest.

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35 Am 23. Mai 1908 gründeten 43 Landwirte die Molkereigenossenschaft Freckenhorst und beriefen Leopold Lampen aus Rheda zum ersten Betriebsleiter. Es entwikkelte sich ein ländlicher Großbetrieb, der kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fast achthundert Mitglieder zählte und eine Milchanlieferung von 14,9 Mill. kg verzeichnete. Dennoch wurde 1 976 die Molkereiabteilung aufgegeben. Seither wird die Tradition der Genossenschaft im 'Raiffeisen-Markt Freckenhorst eG' auf einem Betriebsgelände am östlichen Ortsrand fortgeführt. In die Blütezeit des Betriebes um

1 930 versetzt das Foto, das straßenseitig hinter einer An-

lieferungsrampe das Molkereigebäude von 1908 sowie den quer zur Straße liegenden Gebäudetrakt derWarenabteilung, den späteren RaiffeisenMarkt, zeigt. Den Bildabschluß bildet der Schornstein

der seit 1909 hier produzierenden Filialweberei der Firma Brinkhaus, Warendorf, sowie der Turm der alten Peuerwehrstation.

36 Über Freckenhorst führte eine Personenpost von Warendorf nach Ahlen und Oelde. Die große Eisenbahnlinien des 19. jahrhunderts lagen jedoch weit entfernt, bis die Wirtschaftsblüte auch hier zum Eisenbahnbau führte. Stadt, Kirchspiel und Privatpersonen zeichneten bei der Warstein-Lippstädter Eisenbahngesellschaft 1 896 nicht weniger als 205 000 Mark der veranschlagten Baukosten von 800 000 Mark für die Linie Neubeckum-Freckenhorst, die arn 19. Juli 1899 dem Ort Anschluß an die Köln-Mindener Bahn verschaffte. Das Bahnhofsgebäude gegenüber der Fabrik Sendker schuf mit seiner vorgesetzten Giebelfront einen

schönenAkzent arn nórdlichen Ortseingang. Roß und Dampfroß, Gig und Zug, alte und neue Zeit begegneten sich hier. Als arn 2. Juni 1956 der Verkehr auf der Linie eingestellt wurde, war das Eisen-

bahnzeitalter für Freckenhorst bereits wieder zu Ende. Nur ein alter Prellbock in einern kleinen Park erinnert noch daran.

371m Jahre 1899 hatte die Eröffnung einer Bahnlinie nach Neubeckum Freckenhorst Anschluß an die KölnMindener Hauptstrecke verschafft. In eine Bildpostkarte wird bald darauf als neues Motiveine idealisierte Ansicht des Bahnhofs aufgenommen. Die im Verlag Röhrs im Ort gedruckte Karte fügt nicht Fotografien zusammen, sondern nur annäherungsweise der Wirklichkeit entsprechende Tuschfederzeichnungen. In der Gesamtansicht weist der Turm der Stiftskirche nach Süden, das Schloß wird westlich angefügt und das Kreuzkloster an den östlichen Ortsrand gerückt. Kirche und Schloß erscheinen in barockisierender Kartuschenrah-

mungo aber in realitätsnaher Zuordnung, ebenso wie die wohl einem Kupferstichblatt entnommene Ansicht des Kreuzklosters.

38 Die heute von der Kreuzung zweier Kreisstraßen markierte Ortsmitte war frûher zwar ein belebter, doch keinesfalls der zentrale Bezugspunkt von Verkehr und Geschäften. Der Blick von der Brüggenbachbrücke nach Sûden in die Geist-, heute Hoetmarer Straße fällt links auf die Häuser Röhrs und Schmiehausen, die Straßenöffnung zur Bark-, jetztWestkirchener Straße mit dem Heuveldopsehen Eckhaus, einem Fachwerkbau des 17. Iahrhunderts. und der folgenden Reihe recht stattlicher giebelständigerWohn- und Geschäftshäuser des 18. und 1 9. Iahrhunderts. Rechts folgen dem noch mit einem Aufzugbalken versehenen heutigen Haus

Kampmann das Haus des Webers Wittrup vor der erst 1869 angelegten engen Straßenöffnung nach Everswinkel und der Gastwirtschaft Venker, heute Drogerie Serries. Im übrigen bestimmennicht

Fahrzeuge, sondern Kinder jeden Alters das Straßenbild.

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