Freckenhorst in alten Ansichten

Freckenhorst in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus Gruhn
Gemeente
:   Freckenhorst
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6276-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Freckenhorst in alten Ansichten'

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39 Der Blick aus der Geiststraße nach Norden in die Lange-, jetzt Warendorfer Straße verweilt zuerst am Hause Nr. 62 bei den vielen Kindern, wohl denen der Familie Vienenkötter. Jenseits der Straßenöffnung folgen die Gaststätte Schmiehausen, das Haus des Uhrmachers Röhrs und, hinter den schönen Brückenpfeilern, das Ackerbürgerhaus Eselgrimm mit dem charakteristischen straßenseitigen Tor, das giebelständige Häuschen des Kirchspielküsters sowie der stattliche Walmdachgiebel des Gasthofes Sandhage aus dem Ende des 18. [ahrhunderts, der 1982 dem Neubau der Spar- und Darlehnskasse weichen mußte. Linksseitig markieren die Gasthöfe Huesmann und Venker das Bild von etwa 1900.

40 Bis 1726 reicht die Geschichte dieses steilgiebligen traufenständigen, 1950 abgebrochenen Hauses zurück. Es war auch ein Haus voller Geschichten. Um 1900 war der Bäcker und Gastwin Gerhard Dühlmann sein Besitzer, ein Mann einprägsamer Sprüche. 'Su schön äs de sunne, nur een kitzken verbrannt. Herin met ju in de Aske' , sa hieß es bei ihm, wenn die Brötchen zu braun aus dem Steinofen gezogen wurden. 1920 pachtete MaxAverhoff die Besitzung, 1928 kaufte er sie. In derToreinfahrt pflegten sonntags Bauern vor dem Kirchgang abzuspannen. Anschließend kauften sie ein und verweilten bei Kaffee und Korn. 'Max vuörn Wagen, Max up'n

Wagen, Max ächtern Wagen' , sagten die Freckenhorster, wenn, vom pferd Max gezogen, Max Averhoff durch die Straßen fuhr und hinten am Wagen sein Reklameschild in den Bliek kam.

41 Zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte und Werkstätten der Handwerker bestimmten früher das Bild des Preekenhorster Ortskerns. Die hier um 1910 abgebildete Metzgerei Murrenhoff befand sich in einem der geschichtlich interessantesten Häuser der Langen Straße, [etzt Warendorfer Straße. Maria von Plettenberg Neele, Seniorin der Stiftsdamen seit 1 614, deren Name das Haus für mehr als zwei Iahrhunderte trug, stiftete und dotierte es als Armenhaus. Es ist dies die gleiche Stiftsdame, aus deren Nachlaß 1646 der heute im Südquerschiff der Stiftskirche befindliche Aufsatz des ehemaligen Hochaltars vom Bildhauer W Spannagel geschaffen wurde.

42 Zu den wenigen erhaltenen historischen Baugruppen im Freckenhorster Ortskern gehören die Häuser zwischen der Westernfelder Straße und der südlichen Seite der Gänsestraße. Aus dem 1 7. [ahrhundert stammt derVierständerbau mit Krüppelwalmdach, dessen Hoftor und über Bügen weit vorkragender Giebel die Straßengabelung beherrscht. Er wird seit 1 996 als 'Bûrgerhaus' genutzt. Ihm ist ein zweigeschossiger Fachwerkbau vorgelagert, dem traufen- und giebelständige kleine Fachwerkhäuser des frühen 19. [ahrhunderts folgen. Früher ûberschattete

eine mächtige Kastanie auf dem Grundstück des ehemaligen Plettenbergschen Armenhauses den Eingang zur schmalen Westernfelder Straße.

43 Schon seit 1422 ist die Westernfelder Straße beurkundet, die, frûher vom Markt ausgehend, irn spitzen Winkel hinter dem ehemaligen PlettenbergschenArmenhaus von der in die Bauerschaft Walgern führenden Gänsestraße wegbog und der alte Richtungsweg nach Münster war. Mit dem Vierständerhof am Straßeneingang bildeten vier traufenständige schmale Giebelhäuser des 1 7. Iahrhunderts mit schönen, über Kopfbändern vorkragenden Dachstühlen eine malerische dörfliche Baugruppe. Sie ist trotz entstellender Ausund Umbauten in Teilen erhaltengeblieben.

44 Gegenüber dem vor kurzem ebenfalls niedergelegten Walmdachhaus des Schusters Kammerling führt die Ansicht derWeberhäuser Diekmann und Fastermann an der Ostseite der Langen Straße in die Geschichte der Leineweberei zurück. 1726 nennt eine Personenstandsaufnahme 149 selbständige Leinenweber in Freckenhorst. Die Hàuser mit ihren schürzenartig herabgezogenen Brettergiebeln, tief gelagertem Wohnund Arbeitsraum und einer jeweils seitlich die Front durchbrechenden Toreinfahrt gehören zu einer größeren Gruppe verschwundener Weberhäuser des 17. und 18. [ahrhunderts in diesem Orts-

teil. Hier lebten und arbeiteten die Leineweber an ihren Handwebstühlen bis zur Revolutionierung des Berufsstandes durch die mit maschineller Baumwoll- und Plüschweberei verbundene

Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. jahrhunderts.

4S Eine städtebaulich reizvolle Situation bestand bis zumAbbruch und Neubau der Häuser am Eingang zur Gevastraße in Marktrichtung. Das dreiachsige Haus, Urkataster 150, des Maurermeisters Bomefeld zeugte von der Wende vom traditionellen Fachwerkbau zur Backsreinbauweise für Fabriken und Wohnhäuser um 1900. Das Haus des Schneiders Luhmeier unter steilem Giebel mit Krüppelwalm stammte aus dem 18. Jahrhundert und ging mit dem zum Markt anschließenden Gadem nach zweifachem Besitzwechsel auf die Familie Burlage über, die hier auch ihren Druckereibetrieb bis zur Aussiedlung ins Gewerbegebiet Westkirchener

Straße unterhielt. Im kleinen Gadem lebte und arbeitete die legendenumwobene Putzmacherin Tine Kortmann, die die Freckenhorsterinnen mit ihren Hutkreationen versorgte.

46 Die Folge der giebelständigen Häuser an der Westseite der Langen Straße beginnt mit der Schmiede Wolf, heute 'Fahrrad Schmidt', nördlich der Westernfelder Straße. Das dritte Haus mit seiner mittigen Toreinfahrt ist das des Fuhrmanns Ahrens, der mit seinen Planwagen örtliche und überörtliche Transporte durchführte. Die Wirtschaft Schmölders unter stattlichem Walmdach, heute das Geschäftshaus Mönter, hatte eine bis 1726 reichende Gasthaustradition. Den Wohnstätten des Friseurs Brinkmann und des Webers Böckmann folgt die Drogerie Halinde sowie das heute verschwundene, zweifach vorkragende Giebelhäuschen der seit 1 739

eingesessenen jüdischen Tierarztfamilie Leffmann, deren letzte Nachkommen in einem nationalsozialistischen Vernichtungslager starben. Der nicht siclubaren ehemaligen Kanonikerkurie Buchholtz

jenseits des 'Papelend' schließt sich ein Giebelhaus mit seit 1665 nachweisbaren Besitzverhaltnissen an, das um

1900 dem Gastwirt und Bäkker Wemhoff gehörte.

47 In die Zeit urn 1910 führt diese Hausansicht mit der Katasternummer 1 57/

1 57 A an der Langen Straße, der heutigen Warendorfer Straße. Nach mehrfachen Umbauten und einer Urnwidmung durch die Drogerie Halinde besitzt hier heute der Restaurator Recker ein Antiquitätengeschäft. Er bleibt damit in der Tradition der Schreinerfamilie Scharenberg, die, hier ansässig, gemäß den Abteiakten des 18. [ahrhunderts mehrfach mit wichtigen Restaurierungsarbeiten in der Stiftskirche betraut wird. Die junge Handwerkerfamilie hat sich zu einem Gruppenbild vor der Werkstatt versammelt. Links und rechts der Giebel-

hausgruppe sind die Häuser Böckmann und Leffmann zu denken.

48 Vor 1900 entstand diese Aufnahme des Marktes, die das Ausmaß der Veränderungen am zentralen Platz des Ortes veranschaulicht. Die Häuser Krass und Wolff mit ihren schönen Giebelfronten schließen die Südseite des Marktes ab. Mit dem marktseitigen Flügel des Hotels Sandhage und dem anschließenden, durchgrünten Innenhof beginnt die Westseitenbebauung. Es ist auch das Haus, in dem der für die industrielle Entwicklung Freckenhorsts bedeutende Kunstweber ].P. Stoffels seine Schirmfabrik eingerichtet hatte. Es folgen die beiden Häuser Deiter vor Errichtung des Neubaus von 1902 sowie das giebelständige Ackerbürgerhaus Dankel-

scheid, das einzige, das die Zeiten überdauerte, und die anschließende kleinteilige Bebauung bis zum traufenständigen Haus des Glasers und Anstreichers Kortmann. Mittelpunktfigur ist der kaiserli-

che Postbote, der die Nachrichten aus der größeren Welt in die kleinen Häuser trug.

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