Freckenhorst in alten Ansichten

Freckenhorst in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus Gruhn
Gemeente
:   Freckenhorst
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6276-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Freckenhorst in alten Ansichten'

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49 Das die südliche Marktseite am Ausgang zur 'Rolle' abschließende Haus gehört zu den stattlichen historischen Gebäuden, die dem Sanierungsstreben der siebziger und achtziger [ahre weichen mußten. Der fünfachsige Bau des 18. [ahrhunderts wendete seine Schauseite mit Krüppelwalmabschluß dem Markt zu. 1809 heißt es von seinem BesitzerWolff: 'Handelt mit holländischen und wollenen Waaren, seiden Band und Toback.' Das Gemischtwarengeschäft florierte ebenso wie der Großhandel, der insbesondere im Nachbarhaus abgewickelt wurde. Es zeigt seine Lagerfunktion im Eingangstor, durch zwei an ihrer Unterseite durch Rollen ge-

schûtzte Stockwerköffnungen und den vorkragenden Kranbalken.

SO In der über 500jährigen Schützentradition der Stadt waren die Schützen ursprünglich landwehrähnIiche Selbsthilfe- und Verteidigungsgemeinschaften. Das jährliche Schießen auf eine Scheibe oder Vogelstange diente der Ermittlung eines 'Körugs' und war baldAnlaß zu geselligen Trinkgelagen. Nach dem Verlust ihrer ursprünglichen Aufgaben im 18. [ahrhundert lebten Schützenvereine im 19. Iahrhundert als Brauchtumsgemeinschaften wieder auf So auch in Freckenhorst im Bürgerschützen-Verein von 1836. Höhepunkt seiner Schutzenfeste ist neben dem Ausschießen des Königs die Parade der Schützen vor dem Königs-

paar. Das Foto aus demjahre 1 926 zeigt einen Teil der zur Parade auf dem Markt angetretenen Schützenkompanien vor dem in der Kutsche sitzenden König A. Friehe und der Königin A. Bücker sowie

dem Präses Wolff und dem Kommandeur der Ehrengarde.

51 Wo sonst die Fröhlichkeit bürgerschaftlicher Versammlungen den Marktplatz zu einem festlichen Freiluftsaal werden läßt, bestimmt befremdlicher Ernst die vor der westlichen Häuserzeile des Platzes angetretenen Jugendlichen der Stadt. Wir sehen auf diesem ungewöhnlichen Bilddokument aus dem Kriegsjahr 1915 mehrere Jahrgänge Freckenhorster Jugendlicher. Angeführt durch eine 1 9 11 von dem Rektor der landwirtschaftlichen Winterschule, Kaplan Vornefeld, gegründeten Trommler- und Pfeifergruppe, haben sie zu einer vormilitärischen Übung Holzgewehre mitgebracht. Nicht die ironisierende Parade eines Schützenfestes steht

ihnen bevor, sondern der Auszug in die blutigen Schlachten des Ersten Weltkrieges.

52 Das Haus Nr. 198 des Urkatasters, an der Ostseite des Marktes zwischen der Schule und dem Durchgang an der Petrikapel1e gelegen, hat eine interessante Besitzgeschichte erlebt. 1 833 geht die ehemalige Kurie des Kanonikers Vierfues - es ist der traufenständige 'Altbau' auf der rechten Bildseite - von der Königlichen Regierung Münster als Gemeindehaus in den Besitz der Stadt Freckenhorst über und gelangt dann in die Hand der Familie Höckelmann, die vor den westlichen Teil des Hauses eine vierachsige Giebelfront bis zur Bebauungsgrenze am Markt setzt. Heute stehen auf der Besitzung einschließlich des Schulgebäudes, dessen Seiten-

giebel wir am linken Rand des Fotos aus dem jahre 191 0 sehen, die 1994/95 noch einmal umgebauten Räume der Geschäftsstelle Freckenhorst der Sparkasse Warendorf.

53 Vor 1910 entstand diese Postkartenansicht von der Südseite des Marktes zum dreitürmigen burg haften Westwerk der Freckenhorster Stiftskirche. Immer wieder hat der 56 m hoch aufragende romanischeTurm mit seinen dreifach übereinandergelagerten Schallöffnungen und seiner barocken Haube Besucher und Fotografen fasziniert. Er krönt den wegen seiner edlen Schlichtheit gern 'Westfälischer Bauerndom' genannten Bau, der für fast 700 Iahre Mittelpunkt eines bedeutenden Klosters und Stiftes war und von 1 8 1 1 bis heute als Gemeindekirche identifikationsstiftendes Zentrum des Ortes geblieben ist. Von der Gaststätte Krass ganz

rechts gleitet der Blick an der Platzeinfassung entlang zum Giebel der landwirtschaftlichen Winterschule und führt links zur sechsachsigen Sûdfront eines schönen Kuriengebäudes des 18. Iahrhun-

derts, das heute die pfarrbücherei beherbergt.

54 Aus dem preußischen Freckenhorst hatte man 1 864 Soldaten in den Krieg Österreichs und Preußens gegen Dänemark und 1866 in den Krieg Preußens gegen Österreich geschickt. Die Siege führten auch hier zu einem neuen Nationalbewußtsein, das in der Reichsgründung von 1871 Erfüllung fand. In diesem Zusammenhang kommt es zur Gründung des Kriegervereins Freckenhorst im Iahre 1868, eines Vereins, der als 'Soldatenkameradschaft' bis heute besteht, Unser Bild, am 26. Juli 1903 aus Anlaß der Weihe einer neuen Fahne während eines glanzvollen Kriegerverbandsfestes in Freckenhorst aufgenommen, zeigt den Verein auf der

Höhe seines Ansehens im Wilhelminischen Reich. Mitglieder des Spielmannszuges, der das Fest musikalisch umrahmte, lagern vor den in vollem Ordensschmuck versammelten Vereinsmitgliedern.

55 Der Erste Weltkrieg beendete eine 43jährige Friedenszeit, in der die gesellschafdiehen und politischen Strukturen bei gleichzeitigem wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt feste Formen gewonnen hatten. Mit der Niederlage Deutschlands im November 191 8, der Abdankung des Kaisers, der Revolution und der Ausrufung der Weimarer Republik finden sich die aus dem Felde heimkehrenden Freckenhorster in einer politisch neuartigen und wirtschaftlich darniederliegenden Umwelt wieder. Unser Bild zeigt den Jahrgang 1900 zu Beginn des letzten Kriegsjahres blumengeschmückt nach der Musterung und vor dem Auszug in

die Kriegsschlachten. Von den 334 Soldaten aus Preekenhorst Stadt und Kircbspiel verloren 77 ihr Leben.

56 Zum Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelm 11. im Juni 1913 versammelt sich das Freckenhorster "IrommIer- und Pfeiferkorps' mit seinem Tambeurmajor [ohann Kortmann auf dem grasbewachsenen nördlichen Kirchplatz vor der Rentel. Schon seit 1480 sind Trommler und Pfeifer zusammen mit den Schützen, die das Landsknechtsfàhnlein des Wigbolds Freckenhorst bilden, in Freckenhorst nachzuweisen. 1892 wird aufInitiative des Gastwirts H. Heuer ein "Irommler- und Pfeiferkorps' als Teil des BürgerschützenVereins förmlich gegründet. Es kann inzwischen, heute

als 'Spielmannszug Freckenhorst' , auf eine über

1 OOjährige Tradition zurückblieken und bildet einen festen Bestandteil des örtlichen Vereinslebens.

57 Keineswegs erst seit dem Gründungsjahr des Bürgerschützen-Vereins, 1836, haben sich Schützentraditionen in Freckenhorst entwickelt, vielmehr weist bereits eine Kirchenrechnung von 1494 mit Ausgaben für die 'kogel' als kappenähnlichem Hut für den Meiserschützen das Bestehen eines organisierten Schützenwesens im Wigbold nach. Die hierarchische Gliederung der Vereinsgruppen kann auch als spielerische oder ironisierendeAbwandlung der militärischen Strukturen des Soldatenwesens frûherer Zeit gesehen werden. So gilt es als angemessen, wenn die Amtsträger, meist 'Chargierte' genannt, hoch zu Roß den Umzügen voranreiten

oder Paraden abnehmen. Unser Bild, um I 91 0 entstanden. zeigt in der Mitte den damallgen 'Major' ]osefHuerkamp, umgeben von zwei Vcrstandsmitgliedern und zwei Standartenträgern.

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58 Zwischen der seit 1630 nachweisbaren, 1842 vom Kaufmann Heuveldop ûbernommenen Besitzung sowie dem Haus des Backers und Gastwirts Schmiehausen begann die heutige Westkirchener Straße als Barkstraße -

1 333 ' strata upn Barechove' genannt. Hier saß im Gelände der späteren Vikarie Maria Magdalena, des heutigen Kindergartens, auf einem Gut das Ministerialengeschlecht der Herren von Preekenhorst. An der Südseite lag in einer Reihe kleiner Weber- und Ackerbürgerhäuser mit der Katasternummer 47 das Haus des Webers Hölscher, das im 19. Jahrhundert in den Besitz der Familie Richter überging, die heute hier ein Installationsge-

schäft führt. Unser Bild um

19 1 0 zeigt vor dem Deelentor den Weber Johann Richter und seine Frau, die ein kleines Lebensmittelgeschäft führte. Neun junge Freckenhorster posieren mit einer ih-

rer modischen Kleidung angemessenen teuren Flasche Wein wàhrend eines offenbar vergnüglichen Ausfluges.

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