Freckenhorst in alten Ansichten

Freckenhorst in alten Ansichten

Auteur
:   Klaus Gruhn
Gemeente
:   Freckenhorst
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6276-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Freckenhorst in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

59 Eine 'Premiere' besenderer Art für Vergnügungen der Jugend auf dem Lande bildete das Angebot derTanzschule Theo Sparenberg, Warendorf, zu einem "Ianz- undAnstandskurs' in Freckenhorst im Iahre 1919. Zum Schlußball dieses ersten Tanzkurses stellte sich die Blüte der Jugend, in hochgeschlossenen Blusen über langen Röcken die Mädchen, in dunklemAnzug über gestärkter Hemdenbrust die Jungen, dem Fotografen in einem Gruppenbild vor. DerTanzlehrer Sparenberg sehen wir in der zweiten Reihe rechts.

60 Als Kontinuitat im Wandel könnte man die jährliche Folge der Schützenfeste des Bürgerschützen- Vereins von 1836 charakterisieren. Aus Enttäuschung über die Absage des Festes wegen der Inflation 1923 kommt es zwar zur Gründung eines 'GesellenSchützenvereins' , der bis 1939 Bestand hat, doch bleiben die Bürgerschützen mit heute mehr als eintausend Mitgliedern die angesehendste gesellschaftliche Vereinigung am Ort. Ihre Feste spiegeln in den 'Goldenen Zwanziger Iahren' eine Iebensfrohe Bürgerlichkeit und auch eine gegenüber der Kaiserzeit mit ihrem strengen Reglement bei Umzügen und Feiern zivilere Geselligkeit.

ZumAusklang des Schutzenfestes 1 928 versammeln sich die Mitglieder wie zu einem großen Familienfoto um ihren 'Kónig' Anton Düpmann und ihre 'Königin' H. Goldkuhle.

61 Heftig und witzig zugleich wurde in den achtziger [ahren das Thema der Frauenemanzipation bei den Freckenhorster Bürgerschützen diskutiert, so daß eine örtliche Tageszeitung 1982 sogar 'Goldene Regeln für die Schützenschwestern' veröffentlichte. Wie man sieht, wußten sich die Frauen der Bürgerschützen jedoch schon 1926 selbstbewußt in Szene zu setzen. Der üblichen Stechschritt-Parade der Schützen vor dem Königspaar ließen sie während einer Nachfeier auf dem Gelände von Kreimers Kotten eine fröhliche Parade der Damengarde folgen, die über manche Iahre zu den vielbelachten Erinnerungen des Freckenhorster

Bürgerschützen- Vereins von 1836 gehörte. Überhaupt zeigen viele Anekdoten und Dokumente den unerschöpflichen Ideenreichtum der feierfreudigen Schützen bei der Ausgestaltung ihrer Feste.

62 Bis 1923 war die Geschichte des Sports in Freckenhorst im Wesentlichen die Geschichte eines im Iahre 1907 gegründeten Turnvereins. Ohne förmliche Vereinsgründung begannen aber junge Männer auch Fußball zu spielen, bis sie 1921 nach dem Vorbild zweier seit 1911 bzw. 1918 in Warendorfbestehender Fußballclubs einen 'Ballspielverein' bildeten. Schon 192 3 vereinigten sich diese Fußballer mit den Turnern zum TuS Freckenhorst 07. Er ist mit etwa 1 400 Mitgliedern, zu denen inzwischen auch Tennis- und Tischtennisspieler, Radsportler, Leichtathleten und Volleyballer gehören, der größte Verein des Ortes. Unser Foto vom

23. August 193 1 zeigt die zu einem Pokalturnier aus Anlaß ihres zehnjährigen Bestehens angetretene Erste Mannschaft des 'Ballspielvereins' .

63 Schon in seinem Gründungsjahr 1907 zählte der Turnverein Freckenhorst 41 Mitglieder. Nach dem Vorbild der seit Beginn des 19. [ahrhunderts von Friedrich Ludwig [ahn organisierten Turnerschaften turnte man an Geräten und arn Boden in den Sälen Huesmann und Heuer, von 1 91 9 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges sodann im Saal Dühlmann. 192 5 richtete derVerein ein Bezirksturnfest aus, vor dem die Freckenhorster angesichts aus Münster und Greven angereister Damenriegen aufFlugblättern aufgefordert wurden: 'Nehmt keine Turnerinnen auf!' Das Ergebnis der Aktion war die Gründung einer 'Damenabteilung' des Turn-

vereins Freckenhorst im gleichen [ahr, Die Erste Riege dieser Damen stellte sich vor der Fahrt zum Bezirksturnfest nach Greven 1928 im modischen Tanz- und Gymnastikkleid dem Fotografen.

64 Zu regelmäßigen Theateraufführungen von Laienspielvereinigungen kommt es in Freckenhorst seit dem Ende des 19. jahrhunderts. Ein 'Theater- Verein', hervorgegangen aus dem 1868 gegründeten Kriegerverein, führt erstmals am 26. Dezember 1 895 vor begeistertem Publikum einen seinerzeit populären Schwank von Brandon Thomas, 'Charly's Tante', auf Diesem Verein und seinen jährlichen Auftritten folgen weitere Laienspielgruppen. Die für die Zukunft wichtigsten sind die des 'Katholischen Arbeitervereins' seit 1909 und die des Kolpingvereins seit 1928. Nach der Gleichschaltung auch dieser Vereine in der NS-Zeit wird

die Laienspieltradition schon 1946 wiederaufgenommen und lebt in der Laienspielschar des Kolpingvereins bis heure als ein blühendes niederdeutsches Volkstheater.

65 Zu den beliebtesten Formen bürgerlicher Geselligkeit entwickelte sich seit dem Ende des vorigen [ahrhunderts das Kegelspiel, als zunehmend heizbare und angenehm ausgestattete Kegelbahnen von den Gastwirten angeboten wurden, Bis heute geben sich die Clubs zu ihrem Freizeitvergnügen 'sprechende' Namen wie 'Bürgerjungen' oder 'Klüngeltanten' , "Iuck em eenen' oder 'Schiebe niedlich', 'Pumpenclub' oder 'Spätlese'. Einer der Treffpunkte ist die Gaststätte Schwerbrock, früher Höckesfeld. Auf unserem Bild aus dem zwanziger [ahren kegelt der Wirt 'Öhm' Höckesfeld

im Kreis angesehener Bürger, unter anderen des Bürgermei-

sters Horsch, des Leiters der Molkerei, 1. Lampen, sowie des Bauunternehmers Niemerg und ihrer Frauen. Die Damen im wassergewellten Kurzhaarschnitt der Goldenen Zwanziger befinden sich ganz

auf der emanzipatorischen Höhe der Zeit, wie die eine Zigarette rauchende Bürgermeistersgattin zeigt.

66 Im Süden des Kirchspiels Freckenhorst gruppieren sich um eine neugotische Backstemkapelle aus dem Iahre 1899 am Platz zweier Vorgängerbauten des 16. und 18. Iahrhunderts 'up'n Klûet' die Höfe der Bauerschaft Flintrup. Zu ihnen gehört die Hofstelle Friehe, ein minelalterlicher Freischöffensitz. Das Bild von etwa 1900 hält eine Familiengeschichte fest: Die BäuerinAnna Maria (18531917) und ihren seit 1890 zweiten Ehemann Bernhard Deipenbroek (1860-1941) umgeben zehn Kinder. von denen fünf den Bauern Bernhard Friehe (1836-1889) zum Vater haben. Wir sehen von links nach rechts, stehend: Anna Deipenbroek (ge-

boren 1890), Anton Friehe (1887), Georg F. (1881), Katharina F. (1885), August F. (1878), den Hoferben Franz F. (1876) undGertrudD. (1892). Vor den Eltern sitzen Regina (1894), Wilhelm

(1896) undMaria (1895). Kleidung und Habitus weisen Wohlstand und Selbstbewußtsein einer blühenden Bauernfamilie aus.

67 Familientreffen gehören seit [eher zu den geselligen Unterbrechungen des Alltags, bei denen man sich der eigenen Herkunft und fester Bindungen an eine Lebensgemeinschaft versichert. In Freckenhorst ist für solche Treffen bis heute das Krüßingfest beliebt. Unser Foto zeigt die um eine Mittelpunktfigur, den BenediktinerabtAnsgar (1862-1943), zu Krüßing 192 9 versammelte Familie Höckelmann. Abt Ansgar entstammte dieser Freckenhorster Weberfamilie, wurde Benediktiner, wirkte in verschiedenen Ämtern seines Ordens, erhielt 1899 die Weihe zum erstenAbt der St.Thomas-Beckett-Abbey in Erdington/England und wurde

arn 14.Mai 1922 41.Abtdes nach 19 Iahren derVerwaisung wiederbesiedelten Klosters Weingarten/Württemberg.

68 Der Hof Kamann ist eines der großen, alten bäuerlichen Anwesen in der dem Ortskern westlich vorgelagerten Bauerschaft Walgern. Er wird berelts 1300 unter dem Namen Camphus und seit 1430 als ein eigenhöriger Hof Kampmann in den Abteirechnungen des Stiftes erwähnt. 1809 wird sein Leibeigentumsgefille aufgehoben. Bedentende Höfe wie dieser ließen seit dem Ende des vorigen [ahrhunderts Postkartenansichten drucken. Wir sehen hier als Doppelmotiv die traufenständige Ansicht des unter ein hohes Satteldach schön hingelagerten Stallungs- und Wohngebäudes sowie die giebelständige Toröffnung des

Haupthauses mit daver seitlich angeordneten Nebengebäuden.

Hof Karc:mann, r recsennorst

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek